verwandt. Die Pforte ist geneigt, dem Gesuche nachzugeben, wenn Montenegro förmlich um Frieden bittet. Die Besetzung Cettinjes lst hiervon abhängig
Belgrad, 27. Juni. Aufrufe eines panflavistifchen Comitös versprechen Serbien die Unabhängigkeit gleich Rumänien. Die Serben müßten sich vorbereiten, um im gegebenen Moment energisch in die Action einzutreten. — Morgen wird die Skupschtina zu einer Session von kurzer Dauer eröffnet.
Bukarest, 27. Juni. Die Russen hatten bet Braila große Verluste. Jsaktscha und Tultscha sind noch nicht besetzt. Giurgewo hat stark gelitten. Dle russischen Matrosen, welche türkische Handelsschiffe sammt deren unbewaffneter Bemannung durch Torpedos vernichteten, erhielten Georgs-Kreuze.
Warschau, 27. Juni. Hier werden, angeblich zur Abhaltung der jährlichen Manöver, 43,000 Mann concentrm.
Wien, 27. Juni. Der „Polit. Corresp." wird aus Cettinje vom 26. Juni gemeldet: In der verstossenen Nacht und heute Morgen hat sich die türkische Macht nach Podgoritza zurückgezogen. Gestern vereinigten sich beide montenegrinische Heere am Kosovilug, wo der Fürst dieselben Revue passiren ließ. Zwischen Planinick und Spuz befindet sich kein Türke mehr. — Derselben Correspondenz wird aus Cattaro vom 27. d. Mts. gemeldet: Die Türken lagern zwischen Spuz und Podgoritza, die vereinigten Montenegriner hinter Orjaluka bei Kumani. — Ferner wird aus Bukarest vom 27. Juni gemeldet' Das ganze Donau-Ufer von Hirsowa bis Tultscha ist von den Russen besetzt. Gerüchtweise verlautet, daß die Russen die Donau bei Sistowo überschreiten.
Petersburg, 27. Juni. Osficiell. Osurgehty, 24. Juni. Bei einer Bewegung gegen die Position von Zichidsiri begegneten die Russen unverhofft zahlreichen türkischen Truppen. Es wurden bei dem hierauf ftattfindenden Kampfe 11 russische Officiere verwundet — zrhatzubany, 25. Juni. Gestern griffen die Türken den rechten Flügel des Centrums der Samebah-Position an. Der Kampf dauerte 8i/2 Stunden. Die Türken wurden mit großem Verlust zurückgeschlagen. Der Verlust der Ruffen betrug 150 Todte und Verwundete. — Aus Mazra wird weiter gemeldet: Im Gefechte bei Dajar am 21. Juni blieben nur 3 Officiere tobt; 12 wurden verwundet.
Konstantinopel, 28. Juni. Prinz Hassan ist gestern im Hauptquartier eingetroffen.
Wien, 28. Juni. Die „Presse" meldet aus Bukarest: Mehemed Ali, der aus Alt-Serbien in's Brda-Gebiet eingedrungen war, wurde auf dem Bjelastiza-Plauina geschlagen und aus Montenegro hinausgeworfen. — Meldungen des „Tageblatts" : Cettinje, 27. Juni. Mehemed Alt griff die Montenegriner an der Moratscha an, welcher Angriff zurückgewiesen wurde. Die Türken wurden geschlagen, bis jenseits Kolatschin von den Montenegrinern verfolgt und erlitten bedeutende Verluste. — Turn - Severin, 27. Juni. Am Dienstag Abend transportirte ein hier von den Ruffen angekaufter Dampfer russische Matrosen danauaufwärts in der Richtung von Gruja, wo ein Theil der rumänischen Armee die Donau überschreiten soll.
Wien, 28. Juni. Im „Tagblatt" wird gemeldet: Aus Bukarest: Die Türken räumten Czernawoda und Medschidje (Dobrudscha). Aus Rust- schuk: Nikopolis steht in Flammen. Der gestrige Uebergang des Großfürsten Nikolaus erfolgte in der Nähe der Insel Nardin.
Bukarest, 28. Juni. Ein Telegramm des Großfürsten Nikolaus vom 27. d. meldet: Heute, den 27. Juni, bei Tagesanbruch ist das 8. Armeekorps, welchem die 14. Division vorausgezangen war, bei Simnitza über die Donau gesetzt. Die Schlacht dauert fort. Nikopolis, von uns bombadirt, brennt. — D>e Truppen des Generals Zimmerann sind insgesammt bei Galatz über die Donau gegangen und halten Jsaktscha, Tultscha und Hirsowa besetzt.
Petersburg 28. Juni. Ein Telegramm des Kaisers an die Kaiserin über den Donau-Uebergang bei Simnitza ist mit der bereits telegraphirten bezüglichen Meldung nahezu gleichlautend.
Nustfchuk, 28. Juni. Russische Vorposten erscheinen bei Bogasdschik unweit Czernawoda. Es geht das Gerücht, 100,000 Russen hätten bei Sistswa die Donau überschritten.___
Vermischtes.
Ems, 27. Juni. A». der Kaiser - Re^aua, welche am 1. Juli zu stattfinden wird, werden folgende Vereine Theil nehmen: der Beuel-Bonner Ruder-6lub, der Kölner Ruder-Club, der Kölner Rudrr-Ver-in „Union", der Deutsche Ruder-Ler- ein in Rotterdam, die Frankfurter Ruder - Gesellschaft, sowie die Ruder - Gesellschaft „Germania" in Hamburg.
— Rette -'Oether. „Werdet ihr nun bald ausziehen? fragte kurz vor Nerjahr ein mürrischer Wirth des Berliner Voigtlandes einen „pfeifenden" Bengel. „Ich jloobe wohl", erwiederte dieser; „Vater hat ja schon mit die Fensteikreize injeheizt, wat hll'n wn denn nu in det kalte Loch?!
Aür^bstbaumzüchter.
Dom königl. Garten Inspektor Herrn C. Bouchä in Berlin sind dem Berl. Tgbl. fohende Winke für Obstbaumbesitzcr zugegangen, denen wir im allgemeinen Interesse an dieser Stelle gern Raum geben. Herr Bouch6 schreibt:
Die Obstbäume erfordern, wenn sie ihre Pflicht erfüllen, d. h. reichlich Obst tragen s'llcn, sorgfältige Pflege und unausgesetzte Aufmerksamkeit; andernfalls sind sie und ihre Früchte den Angriffen und der Vernichtung durch die verschiedenartigsten Feinde aus dem Reiche der Jnfkteu ausgesetzt. Mehr als die Hälfte des Obstes, wie wohl jeder Obstbaumbesitzer zu seinem Schaden und Verdruß erfahren hat, geht oft durch die Obstmadcn verloren; das Fallobst ha so gut wie gar keinen Werth. Man hat es aber jetzt in seiner Gewalt, sein Obst für die kommnden Jahre von Maden rein zu halten. Es werden zu diesem Zwecke Mitte Juli Papierringe .'twa 11/2—2 Mtr. hoch vom Erdboden um die Bäume, an welchen man madiges Obst bemerkt, glegt, und mit Bindfaden oben am Ringe festgebunden; dann wird der Ring äußerlich mit Bruiata- Leim bestrichen, den der Lehrer E Decker in Jüterbogk (Reg.-Bez. Potsdam) präparirt, und versendet (l/2 Kilogr. — nebst Gebrauchsanweisung und Probering — für etwa 30 Bäumemit- lern Umfangs hinreichend). Der untere Theil des Ringes muß etwas locker gelassen weden, damit die Maven (richtiger Raupen) Raum zum Unterkricchen und Einspinnen finden. Schonnach einigen Wochen, etwa Mitte August, kann man sich von der Nichtigkeit des Verfahrens überzegcn, wenn man den Papicrring vorläufig löst; man sicht bereits die unter einem Papierfleck mge- sponnenen Maden. Der Ring wird jedoch sogleich wieder umgelegt, um die noch später erscheinnden Maden zu fangen. Diese Maden sind die Raupen der Obstschabe, des Abfelwrlers (Tortrix pomonana) und des Pfiaumcnwicklers (Tortrix funebnvia). — Der düstere Falte' des crstern hat bläulichgrauc Vorderflügel mit vielen kleinen ricscligcn Querstrichen; am äßern Flügelwinkcl sieht man einen großen, schwarzen, etwas rothgoldig schimmernden Fleck. Der Schmetterling ist schwer zu fangen, weil er am Tage verborgen still sitzt, nur des Nachts, neist Mitte Juni, ausfliegt. Dann legt jedes Weibchen etwa 300 Eier an die jungen Früchte ab,und zwar meist in eine jede derselben nur ein Ei, so daß durch ein Weibchen 300 Früchte zestört werden können. Für die Nichtigkeit dieser Angabe spricht der Umstand, daß man in den cizel- ncn Früchten selten mehr als eine Made findet. Die kleinen Naupen bohren sich im Juni und Juli in die halbwüchsigen Früchte, verzehren das Kerngehäuse, verschmähen auchdas Fruchtfleisch nicht, und verursachen das madige oder Fallobst. — Mitte Juli bis Ende Septeiber, meist schon vor dem Abfallen der Früchte, lassen sich die fleischrothen Raupen an einem stdcn aus dem Obst berab (darum wird man selten Maden im herabgefallenen, wohl aber im bge- pftückten, oder im abgeschüttelten Obst finden), und der Vorschlag, der sich in manchen entnio lognchen Büchern findet, das wurmstichige, abgefallene Obst aufsuckcn und verfüttern zu lsscn, ist nutzlos. Die Raupen kriechen an den Obstbaum und dann an demselben hinauf, um hiter Rindenschuppen oder in Rinoenrissen in einem weißlichen Gewebe, das mit Rindenspäncheiüund
°nberm Abnagsel umkleidet ist, zu überwintern. Gelangen die Raupen an den mit lange klebria bleibendem Brumata-Leim umstrichenen Papierring, so können sie denselben nicht überkriechen - sie bleiben darauf sitzen. Die meisten ziehen cs aber vor, sich hinter dem Ringe, wo sie sich vor Feinden (Schlupfwespen, Kälte rc.) geschützt halten, zu verbergen und einzuspinnen. Diese Beobachtung und Entdeckung des Lehrers Becker ist richtig und wichtig. Anfangs Oktober löst man die Ringe, tobtet die unter einem Papierfleck sitzenden Maden und bindet den Ring wieder Ende Oetober zum Fangen der Frostschmetterlinge, diesen unbedingt gefährlichsten Obstfeinden, um den Daum. Auch zu diesem Zweck hat sich der Leim ausgezeichnet bewährt. An einem Apfelbaume von 20 Ctm. Stammdicke habe ich im Oktober 1873 hinter einem Brurnata-Streifen 40 Rau pen der Apfelschabe gefunden, dem hiesigen Gartenbau-Verein hierüber Mittheilung gemacht und den Leim empfohlen. Am 28. Januar 1874 habe ich ein Papierband mit vielen solcher Raupen derselben Versammlung vorgezeigt. Die Kleinschmetterlinge fliegen zwar nicht weit; dennnoch kann es der Fall sein, daß aus Nachbargärten, wo die Bäume nicht durch Brumata-Bander vor den Obstschaben geschützt sind, einzelne Schmetterlinge zum Eierlegen weiter fliegen. Ebenso wie nach der dankenswerthen obrigkeitlichen Verordnung die Raupennester von den Bäumen bis Ende März abgenommen werden müssen, wäre es nothwendig, maßgebenden Orts zu veranlassen, baß alle Obstbaumbesitzer Mitte Juli ihre Bäume durch mit Brumata-Leim re. (nicht mit Theer der zu rasch trocknet und Laubhölzer brandig macht) überstrichene Bänder vor den Obstmaden chützen müßten Dadurch würde nicht allein das beste Obst erhalten, sondern auch der Obster trag fast p-rdoppclt. Durch jene Verordnung werden nur die Raupen des Goldschwanzes (Bombyx chrysorrhoea), die in kleinen Raupennestern, und die des Baumweißlings (Pieris cralaegi) die in großen Raupennestern überwintern, vertilgt; letzterer (weiß, Flügelrippen schwärzlich) ist seit einer Reihe von Jahren so selten geworden, daß die Sammler förmlich auf ibn fahnden, während er in früheren Jahren millionenweise die Obstbäume verheerte. Möge sich ein Jeder des Spruches bewußt bleiben, daß wer die Lebensmittel vermehrt, Anspruch hat auf die Dank- raukeit der Menschen!"
Irischbäcker in Gießen.
Sonntag, den 1. Julk. Georg Spies m der Neustadt. Martin Lenz am Marktplatz. Friedricd Hennings auf dem Seltersweg.
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst.
Sonntag, den 1. Juli.
Trauer-Feier:
3uni Gedächtnis; des höchstseligen Großherzogs Ludwig III. Morgens: Pfarrer Dr. Seel.
Nachmittags: Pfarrer Schlaffer. (Sonntag, den 8. Juli wird das heil. Abendmahl gefeiert werben).
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 1. bis 7. Juli besorgt Pfarrvicor Schöner.
Wir sehen uns veranlaßt, an unsere seit Jahren mehrfach wiederholte Bekanntmachung, daß an Sonntagen vor dem Vormiltagsgottesdienste nach Lage unserer Pfarrverhältnisse kirchliche Leichenbegängnisse nicht statkfinden können, zu erinnern. Wir bitten die Gemeinde, sich vorkommenden Falls darnach richten zu wollen, und so an ihrem Theile zu verhüten, daß wir nicht im Dienste Einzelner an der Erfüllung unserer Pflicht gegen die ganze Gemeinde behindert werden.
Gießen, den 29. Juni 1877.
Dr. Seel. Schlosser.
M—i ii !■ 11vi in^jaiwTwi .jumpm t—ti
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medici» und ohne Kosten durck die Heilnahrung:
Revalesciere.
Seit 80 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit?, speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern oh- Redicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lunten-, Leber-, Drüsen . .Zchleimbaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämor choiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufstetgen, Ohrenbrousen, Uebelkeit und Erbrechen se bst während der Schwange»schalt, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von er Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug aus 80.000 Certi. ncaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certtficate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstetn, Dr Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Dsdö, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Bröhan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.
Abgekürzter Au-zug aus 80,000 Certtficate».
Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die Revaleecibr« hat meine 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.
I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine dea Des.
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Revalescibre und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich hergestellt.
62845. Pfarrer Boilet von Ecratnoille. Bon Asthma mit häufigen Erstickungen völlig h« gestellt.
80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden hergestellt.
Nr. 64210. Marquise von Br6han von 7 jähriger Leberkrankheit, Schlafiofigkeit Zittern on allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 7^877. Florian Köller, K. k. Militärverwalter, Grsßwardetn, von Lungen- und Luftrök ren-Katarrh., Kopsichwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.
Nr. 65715. Fräulein de Montlouis, von Unverdaulichkett, Schlafiofigkeit und 'lbmageruna.
Nr. 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.
D'e Revalesciere ist viermal so nahrhaft als Fleisch und erspart bet Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.
Preise der Revalesciere Vr Pfd. 1 80 H, 1 Pfd. 3 50 H, 2 Pfd. 5 JL 70 4
12 Pfd. 28 JL 50 H.
Revalesciere ChocolaUe 12 Taffen 1 80 H, 24 Tassen 3 50 48 Taffen
5 70 u f. w.
Revalesciere Biscuites 1 Pfd. 3 JL 50 2 Pfd. 5 70 H.
Zu beziehen durch Du Barry u. Co. in Berlin W., 28-29 Pastage (Kaiser- Gallerie) und bet vielen guten Apothekern, Droguen-, Specerei- und Dcltcatessenhändlern .in ganzen Lande, in Gießen bei ^luller d? Schwager. (632


