Donnerstag, den 27. September
1899
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chichener -Ztnzeiger
Auzeigk- uni Amtsblatt sm den Kreis Gießen
Erscheint täglich mit Ausnahme beS Montags Grpsditionr Schulstraße, Ltt. B. Nr. 18.
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Inschrift:
Du ein'st zu Stegen Des Volkes Stärke Und wahrst vor Kriegen
Blumenstrauß willkommen sein! groß geschaffen, wirkt zum Segen, kommt in Blüthen Dir entgegen.
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BktiA vierteljährlich 9 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post ße-»-e« vierteljährlich 2 Mert 50 Pf.
Des Friedens Werke.
Um 4 Uhr 50 Min. fuhr der kaiserliche Train in den Bahnhof der Main- Neckar-Bahn ein. Se. Majestät mit den Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften und dem Gefolge verließen die Waggons und wurden auf dem Perron von der Großherzoglichen Familie empfangen. Ebendaselbst hatten sich die Spitzen der Civilbehörden, die Officiere der hier garnisonirenden und der in der Nahe cantonntrenden Truppentheile, sowie die anderen hier anwesenden preußischen und auswärtigen Officiere eingefunden. Die Leib-Compagnie Großherzoglichen ersten Infanterie- (Leibgarde-) Regiments war als Ehrenwache ausgestellt. 5Dte Stadtverordneten der Residenzstadt Darmstadt hatten sich auf den« Perron versammelt und deren Sprecher, Herr Steuerrath Küchler, begrüßte Se. Majestät durch folgende Ansprache:
Majestät l Heute zum Erstenmal ist unserer Stadt, der Haupt- und Residenzstadt Sr. König!. Hoheit unseres allverehrten Großherzogs die hohe Ehre vergönnt, Ew. Majestät feierlich empfangen zu dürfen.
In Vertretung unseres erkrankten Ober-Bürgermeisters und als ältestes Glied der Stadtverordneten-Versammlung begrüße ich Ew. Majestät, in dessen Person sich uns die errungene nationale Einheit verkörpert, im Namen der Stadtverordneten wie der ganzen Bevölkerung, in tiefster Ehrfurcht und mit
zugewiesenen Vorzug verlieren.
Gießen, den 15. August 1877.
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Großherzogliches Universitäts-Gericht. ______Hab er körn._______
Se. Majestät dankte der Deputation, indem er den drei dieselbe bildenden Damen die Hand reichte und sich deren Namen nennen ließ.
Auf dem Wege, den nun die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nahmen, hatten sich die Schulen der Stadt und des Kreises, Spalier bildend, aufgestellt ; hinter ihnen erfüllte die Straßen und Plätze, sowie die an verschiedenen Stellen errichteten Tribünen eine dichtgedrängte Menge, deren lebhaftes Hoch sich beim Herannahen des Zugs längs des Triumphweges fortsetzte.
Der Wagenreihe der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften fuhr voraus ein Wagen mit dem Großherzoglichen General-Adjutanten, General der Kavallerie v. Trotha, dem Kaiserlichen Adjutanten vom Dienst und Allerhöchstdeffen. Ordonnanz-Osficier Rittmeister v. Hennigs.
In vierspännigem Phaeton fuhren Se. Majestät der Kaiser mit Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin huldreich nach allen Seiten grüßend. Während des ganzen Weges wurde der Wagen mit Blumenspenden überschüttet, welche auch den folgenden Wagen zu Theil wurden.
Es kamen im dritten Wagen in einem Phaeton Se. Königl. Hoheit der Großherzog und Se. Kaiser!. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen.
Es folgten im vierten Wagen Ihre Durchlaucht die Prinzessin Battenberg und Ihre Erlaucht die Gräfin zu Erbach-Schönberg; im fünften Ihre König!. Hoheiten der Großherzig von Mecklenburg und die Prinzen Karl und Wilhelm von Preußen; im sechsten Ihre König!. Hoheiten die Prinzen Friedrich Karl und Albrecht von Preußen; im siebenten Se. Großh. Hoheit der Prinz Alexander von Heffen und Se. Durch!, der Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt im achten Ihre Großh. Hoheiten die Prinzen Heinrich und Wilhelm von Hissen; im neunten Se. Durch!, der Prinz von Battenberg und Se. Erlaucht der Graf zu Erbach-Schönberg. Es folgte sodann die lange Reihe von Wagen mit dem Gefolge des Kaisers. In einem derselben kam an der Seite des General-Adjutanten v. Albedyll der General-Feldmarschall Graf v. Moltke, von allen Seiten mit Blumen bewtllkommt.
So fuhren die Wagen zum Schlöffe.
Eine Menschenzahl, wie sie Darmstadt wohl noch nicht gesehen, war wahrend des Tages in unserer Stadt vereinigt. Mit den Bahnen, welche zahlreiche Extrazüge abließen (die Main-Neckar-Bahn allein 25), zu Wagen und auch zu Fuß, strömten während des ganzen Tages Fremde herzu. Auch vor und nach 1 dem festlichen Einzug gewährten die ihren Sammelplätzen zuziehenden Schuler, alle Kinder festlich geschmückt, viele mit Schärpen, andere Fähnchen tragend, ; die nach und von dem Bahnhof ziehenden Kriegervereine mit wehenden Fahnen^ i die anderen Vereine, unter letzteren insbesondere die Metzger mit einem Musik- • Corps, die zahlreichen und mannichsachen Uniformen des Militärs ein lebhaftes und frisches Bild. .
Am Abend zur festgesetzten Stunde (halb 9 Uhr) fand der große Zapfen- , streich der vereinigten Musik-Corps der combinirten Kavallerie-Division, des , Großh. 1. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115 und des Großh. Feld- Artillerie-Regiments Nr. 25, zusammen acht an der Zahl, statt. Die Aller- , höchsten und Höchsten Herrschaften wohnten demselben von dem Wall des Großh. Schloffes aus bei. a l r ~ ,
An den großen Zapfenstreich schloffen sich Kundgebungen der Vereine,, . welche im festlich geordneten Zuge mit Lampions auf dem Platze aufruckten.
Um 6 Uhr hatte Familien-Diner im Neuen Palais und zu gleicher Zelt Marschall-Tafel im Schlöffe stattgefunden.
Um 8 Uhr war Thee mit Umgebung im gelben Zimmer und im Fahnen- Saale des Großh. Schloffes.
Des Abents fand im Großh. Hoftheater, dessen Räume sehr geschmackvoll decorirt waren, eine Festvorstellung statt, welche Waguer's „Rienzi" in gekürzter Aufführung brachte.
Deutschland.
Die Ankunft Sr. Majestät des deutschen Kaisers in Darmstadt.
Darmstadt, 23. September.
Der ersehnte Tag der Ankunst Sr. Majestät des deutschen Kaisers sah die Straßen der Stadt im festlichen Gewand. Namentlich der Weg, welchen der kaiserliche Wagenzug von dem festlich gezierten Bahnhof der Main-Neckar- Bahn aus nach dem Großherzoglichen Schlosse nahm, gewährte einen imposanten und zugleich erfreuenden Anblick. Von dem Triumphbogen am Rheinthor aus, der die Inschrift trägt: Dem Horte deutscher Macht und Ehre, boten die beiden bewimpelten und mit Gutrlanden verknüpften Mastenreihen und das mit Grün umwundene Ludwigs-Monument, das die von seiner Spitze ausziehenden Guirlanden durch grüne Bogenreihen mit den Masten verbanden, einen überaus festlichen Anblick dar. Die Häuser der Rheinstraße glänzten im mannigfaltigsten Festesschmuck, in Fahnen, Guirlanden und Kränzen, in Blumen- und Drapertenzier. Ebenso der Ernst-Ludwigs-, der Markt- und der Paradeplatz. Auf letzterem erhob sich eine Coloffalbüste Sr. Majestät mit folgender
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bie gesetzlichen Forderungen an Studirende aus dem Sommer-Semester 1877 betreffend.
Die in diesem Sommer entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis zum 29. September d. I. mittelst specificirter Rechnungen zur Anzeige gebracht und längstens bis zum 10. November d. I. geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. 13b der Statuten
dem Gefühle unvergänglicher Liebe und Dankbarkeit.
Se. Majestät sprachen Ihren Dank für die freundliche Aufnahme aus. Dieselben schritten hierauf, von dem vielstimmigen Hoch des den Bahnhofsplatz erfüllenden Publikums bewillkommnet, aus dem Großh. Pavillon des Bahnhofs heraus und bestiegen den Wagen. Auf dem Platz hatten sich die Kriegerveretne, sowie die thetlnehmenden Darmstädter Vereine aufgestellt. Vor der Ehrenpforte am Rheinthor wurde Allerhöchstdemselben durch eine Deputation der dort versammelten 36 Ehrendamen ein Bouquet überreicht. Die Sprecherin, Fraul. Küchler, begleitete die Ueberreichung mit folgenden Worten:
~ ' Sieges Glanz, des Ruhmes Schwingen, jeder Lorbeerkranz ist Dein, Kaiser Dir, was heut" wir bringen,
Gießen am 25. September 1877.
Betreffend: Das Gesetz über den Unterstützungswohnsitz. ,
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Groscherzoqlichen Bürgermeistereien.
Diejenigen Großherzoglichen Bürgermeistereien, welche unserem Ausschreiben vom 22. August l. I, Anzeiger Nr. 197, noch nicht entsprochen haben, wollen die erforderliche Vorlage längstens binnen acht Tagen an uns machen.
Dr. Boekmann. ___________________________________
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