Der orientalische Krieg.
London, 24. Mai. Einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Erzerum zufolge hätten die Russen ihren linken Flügel weiter südwärts ausgedehnt und hätten sich Kosaken bereits bei Wan gezeigt. Feizi Pascha bezog ein Lager bei Abagha, von dem die Rusien nur einige Stunden entfernt stehen. Es finden unausgesetzt Scharmützel statt. Die Perser haben ein Lager bei Selmas an der türkischen Grenze aufgeschlagen und darin 10 000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie ausgestellt, um erforderlichen Falls ihre Neutralität behaupten zu können.
Athen, 24. Mai. Das englische, aus acht Panzerschiffen bestehende Geschwader ist mit dem Herzog von Edinburgh im Piräus eingetroffen.
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.
von
Dem Heizer Georg Rinn, ein Sohn, Georg Wilhelm, geb. den 22.
Dem
Dem
Taglöhner Ludwig Kirbercher, eine Tochter, Katharine, geb Landbriefboten Karl Keßler, eine Tochter, Louise Anna Eli- Küfer ^Wilhelm Kohlermann, ein Sohn, Karl Wilhelm Eduard, Schäfer Jakob Jendt, eine Tochter, Louise Margarethe, grd- Schuhmacher Theodor Stohr, eine Tochter, Johanna Wit,
4) wenn ihnen die Dienstherrschaft die ihnen gebührenden Gegenleistungen unbefugt ”or^tnnaltl)’te Dienstherrschaft den Dienstboten am Besuche des wöchentlichen Gottesdienstes ohne hinreichenden Grund fortgesetzt verhmdert;
6) wenn die Dienstherrschaft ihren Wohnort bleibend verändert oder die Dienstboten nöthigen will, längere Reisen in entferntere Gegenden mit;umachen.
7) wenn die Dienstherrschaft stch überhaupt solcher Handlungen schuldig macht, welche mit den dem Gesinde gegenüber der Dienstherrschaft nach dem Dtenstbotenver- hältnisse zuftehenden Anforderungen unoercinbarlich find.
v Artikel 17. Der auf ein Vierteljahr oder auf längere Zeit abgeschlossene Vertrag kann vor Ablauf der Dienstzeit mit Frist von sechs Wochen von der Dienstherrschaft aufgekündigt werden, wenn das Haupt der Familie oder das Mitglied derselben stirbt, für dessen besondere Bedienung das Gesinde gemietbet worden ist.
Artikel 18. Wenn ein Dienstbote vor Ablauf der Dienstzeit in Gemäßheit des Artikels 15 entlassen wird oder wenn er vor Ablauf der Dienstzeit austritt, so kann er auf den bedungenen Lohn nur nach Verhältntß der Zeit, wahrend welcher er wirklich gedient hat, und vorbehaltlich etwaiger Gegenforderungen der Dienstherrschaft Anspruch er Gebern rti^ gg^nn ein Dienstbote den Dienst vertragswidrig nicht antritt oder
unbefugt aus demselben austritt, so kann die Dienstherrschaft entweder gerichtliche Klage auf Erfüllung des Vertrages erheben oder das Einschreiten der Ortspottzeibe- Hörde gegen den Dienstboten in Anspruch nehmen.
Vn letzteren Falle hat die Ortspolizeibehorde den Dienstboten zum Eintritte, beriebunasweiie Wiedereintritte in den Dienst innerhalb oterundzwanzig Stunden unter Androhung einer auf Antrag der Dienstherrschaft vom Stadrichter zu erkennenden, im Nichtzahlungsfalle in Haft zu verwandelnden Geldstrafe von zehn bis vierzig Mark
* Die Dienstherrschaft ist indessen berechtigt, wenn sie weder auf Erfüllung des Vertrages gerichtliche Klage erheben, noch das Einschreiten der Ortspolizeibehorde in Anspruch nehmen will oder, wenn letzteres ohne Erfolg ftattgesunden hat, statt der Ei- sülluna des Vertrages von dem Dienstboten, außer der Rückgabe des etwa empfangenen Miethgeldes, eine Entschädigung zu verlangen oder in Aufrechnung zu bringen, welche sich auf die Hälfte des ausbedungenen Vierteljahreslohnes belauft, ohne daß es in olchem Falle einer gerichtlichen Auflösung des Vertrages, einer Verzugsetzung oder emes Beweises des Eintritts und Betrages des Schadens bedarf.
Der Anspruch auf Entschädigung ist in gleicher Weise begründet, wenn der Dienstbote vor Ablauf der Dienstzeit in Gemäßheit des Artikels 15 und zwar in Folge eigenen Verschuldens von der Dienstherrschaft entlasten wird. , ,.a
Wenn Dienstboten für landwirthschafliche Geschäfte in der Zeit vom Juni bis einschließlich Oktober vertragsbruchig oder in Folge eigenen Verschuldens entlasten werden, so erhöht sich die von ihnen zu leistende Entschädigung auf den vierten Theil des ^abreslohnes
Der Dienstherrschaft bleibt es in den Fällen dieses Artikels vorbehalten, einen höheren Schadensersatz gegen den Dienstboten gerichtlich geltend zu machen.
(Fortsetzung folgt.)
Berlin, 24. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, Fürst Bismarcks Aufenthalt Hierselbst werde sich vielleicht bis Ende der Woche erstrecken. Habe denselben auch keine der schwebenden Fragen hierher geführt, so fördere doch seine Anwesenheit die nothwendige Verständigung über die Haltung Deutschlands zu wichtigen Fragen, und möge es ihm selbst erwünscht sein, daß seine Durchreise durch die Hauptstadt in diesen Augenblick falle, wo seine Anwesenheit von großem Werthe sei. Die Nachricht von in den letzten Tagen hier stattgehabten mehrfachen Minister-Conseils sei irrthümlich. Der Kaiser habe den Fürsten Bismarck allein empfangen und dieser habe die Minister bis heute
Denselben, den 20. März.
Denselben. März.
Denselben, den 29. März.
Denselben.
Kairo, 24. Mai. Prinz Hassan hat sich mit seinem Stab nach Alexandrien begeben, von wo aus das für die Unterstützung der Türken bestimmte ägyptische Contingent aufbrechen soll.
Wien, 24. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 23. Mai: Die Stellung Achmet Mukhtar Paschas ist in Folge des Verlustes von Ardahan erschüttert. Die jungtürkische Partei beabsichtigt, falls eine größere Niederlage der Türken oder ein Einschreiten der Großmächte erfolgen sollte, eine Demonstration zu Gunsten der Rückberufung Midhat Paschas. Man erwartet die bevorstehende Auflösung der Kammer.
Berlin, 25. Mai. Dem „Berl. Tagebl." wird über die Verbreitung des Aufstandes der Abchasen gemeldet, daß die Küste von Suchum bis Rubansk in den Händen der Insurgenten sei. Die Ruffen nahen von Rostow und Stawropol aus heran. Der „Daily Telegraph" meldet, daß am 23. Mai eine große Schlacht bei Datum begonnen habe, wobei der Großfürst Michael den Oberbefehl über die Ruffen führe. Gerüchtweise verlautet, daß Datum eingenommen worden sei. _________________________
Spanien.
Madrid, 24. Mai. In vergangener Nacht sind mehrere cantonali- stische Verschwörer sestgenommen und mit den vorgefundenen ihre Schuld ergebenden Beweisstücken den Gerichten überwiesen worden.
Madrid, 25. Mai. Nach einer Bekanntmachung des Ministers des Innern sind einige aus Halbsold gesetzte Officiere, welche angeklagt sind, eine Verschwörung gegen die öffentliche Ordnung angezettelt zu haben, verhaftet Die Ruhe ist nicht weiter gestört worden. Einige Unterofficiere, denen Anerbietungen gemacht waren, um an dem Complott theilzunehmen, haben davon Anzeige gemacht. —
sabethe Marie, a b bm Denselben. Dem geb. den 31. Mä»z.
Denselben. Dem den 29. März
Denselben. Dem
sabethe Katharine, Conrad Seipp, ein Sohn, Karl Philipp, geb-
nicht bei sich versammelt. , ,r v .
— Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt einen von Augenzeugen Herruhrenden Bericht aus Metz, wonach zwei deutsche Officiere in Civilkleidung am zweiten Pfingsttage in Nancy von der Bevölkerung schwer mißhandelt worden sind. >
— Die „Post" sagt, der deutsche Botschafter v. Keudell habe Rom nicht ’ verlassen, sondern allein dessen Gemahlin ; daher sei die Nachricht, daß die Rück- kehr Keudell's auf seinen Posten mit der gegenwärtigen politischen Lage Zusammenhänge, schon deshalb unrichtig. — Der Chef der Admiralität, General v. Stosch, trifft am 25. d. Mts. hier ein und wird am 26. dem Kaiser Vortrag halten. — Fürst Bismarck nebst Familie ist heute Abend 8 Uhr nach Kissingen abgereist.
Kissinger», 25. Mai, Morgens. Soeben, 7 Uhr 45 Min., ist Fürst Bismarck mit Gemahlin, Tochter und Sohn Herbert hier angekommen und in der oberen Saline abgestikgen.
Irankreich.
Paris, 24. Mai. Der „National" meldet: Zwei Polizei-Agenten begleiten Don Carlos, um sich zu versichern, daß er das französische Gebiet verläßt. General Charette, der ehemalige Commandant der päpstlichen Zuaven. bat den Prätendenten zum Bahnhose begleitet.
— Das „Journal osficiel" veröffentlicht die Ernennung des Admirals Gtcquel des Touches zum Marine-Minister. — Alle Gerüchte von einer Vertagung der Ausstellung von 1878 werden formell dementirt.
«Holland.
Haag, 24. Mai. Nachrichten aus Atschin zufolge ist die Provinz Langsar nebst den Küstendistricten Atschins unterworfen. Die Rodschas haben die Bedingungen der niederländischen Regierung angenommen. Die Blokade ist ausgehoben.
Vom 20. bis 26. Mai 1877.
Aufgebote.
Mat 23. Architect Jacob Stein von Auen mit Katharine Henriette Gerhard
Gießen. '
Geborene.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Slsdt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 18. Mai. Wilhelm Küster, Kutscher dahier, des Landwirths zu Danneu- rod Karl Küster, ehel. Sohn; und Elisabethe Völzel, des Landwirths zu Wieseck, Mel- d,i01 ^Denselben.! Kew/ Wilhelm Schumann, Schlosser dahier, des FuhrmaimS zu Herborn, Johann Heinrich Schumann, ehel. Sohn; und Elisabethe Friederike Weißmüller, des Schriftsetzers dahier, Daniel Weißmüller, ehel- Tochter.
Den 19. Mai- Heinrich Schmiermund, Färbermeister dahier, deS verstorbenen Schuhmachers zu Wehrda, Heinrich Schmiermund, ehel. Sohn; und Anna Maria Becker, des verstorbenen Küfers zu Rieder-Ohmen, Johann Georg Becker L, ehel. X0$teS)enfetben. Karl Heinrich Wilhelm Ditzel, Locomotivführer dahier, des Werk- schreibers an der Main-Weser-Bahn dahier Wilhelm Ditzel, Karoline Schwalb, des verstorbenen Dachdeckers dahier, Christian Schwalb, ehel. Tochter^^ @eorß Wack, Schneider dahier, des Schuhmachers zu Kirchhain,
Gotthard Wack, ehel. Sohn; und Elisabethe Pauline Löb von Herborn-
Den 20. Mai- Dem Heizer Julius Benkner, eine Tochter, Marie Auguste Eli-
0Cb" b Denfllbem" Dem Stationsassistenten Ernst Röche, ein Sohn, Ernst Otto Emil. 0<b ^Denselben. Dem Viceseldwebel Heinrich Schäfer, ein Sohn, Heinrich Ferdinand 6mtI' Denselben.Dem Bäcker Karl Plank IL, ein Sohn, August Karl Martin Fried- ^Denselben. Dem Eisenbahnarbeiter Konrad Müller, ein Sohn, Johann Philipp- geb. b $cnfelj^n5r3 Dem Heizer Georg Oertel, ein Sohn, August Heinrich Christian, 0eb b%en 21^ Mai. Dem Reallehrer Johannes Kahl, eine Tochter, Clara Beuha D^nselbem^Dem Schlosser Philipp Gerlach, kin Sohn Philipp, geb- d. 6- AlN'l- Ä “ ---
Heinrich Weidenhaus, ein Sohn, Jakob Marti« Emil, Dem^Schmied Georg Zeidler, eine Tochter, Louise Helene Auguste.
Mai 16. Mathilde, ein außereheliches Kind von Auswärts. — Emma Emilie, ein außereheliches Kind von Auswärts. — 17. Lina, Tochter von Gensd'arm Adols _ 19. Emil Johann Karl Heinrich, ein außereheliches Kind von Auswärts. - Kail Ludwig, Sohn von Aufseher Karl Dörmer. — 23. Dem Schneider Georg Koch ein Sobn, noch ohne Vomimen. — Adols, Sohn von Fabrikanten Friedrich Koch. — 21. Heinrich Friedrich, Sohn von Rangirer ®eori Diehl- — 22. Marie, Tochter von Müller Johann Hofmann. — 23. Marie Barbara, Tochter von Tapezier Heinrich Hollmann.
Gestorbene.
Mai 20. Ein in der Geburt verstorbenes Kind weiblichen Geschlechts von Arbeiter Peter Borre. — Georg Abel, 19 Jahre alt. Eisenbahnarbeiter von Krofdorf (im academischen Hospital gestorben). — 19. Emilie Köster, 37 Jahre alt- Wilhelm-ne Baier. 14 Jahr alt, von Daubyausen. Kreitz Wetzlar, (im academischen Hotzpital ge« ftorben). — Louis Georg. 6 Monate alt, Sohn von Schuhmacher Friedrich Schn.ldt. — Adolf Martin August, 1 Jahr 3 Monate 22 Tage alt, Sohn von Locomotivführer Heinrich Schweitzer. — 24. Schlosser Karl Emil Wagner. 47 Jahre 5 Monate 8 Lage alt. — Heinrich Walther, 28 Jahre alt, von Wieseck (im academischen Hospital gestorben). — 25. Taglöhner Heinrich Kopf, 40 Jahre alt. von Bellersheim, (im academischen Hospital gestorben). — Bäckermeister Ernst Ludwig Kämmerer, 66 Jahre 1 Monat 5 Tage all. ________
aww
geb- den 5. Mai. Denselben. Denselben- Denselben, den 9. April.
Denselben.
Dem Spengler Heinrich Kohler, ein Sohn, Theodor, geb. d.8 Ap Dem Maurer Georg Deibel, eine Jocbter, Äatbarine, aeb.2t »P Dem Schuhmacher Leonhard Bickel, ein Sohn, Ernst Leonhar , 6 Dem Schreiner Johannes Lenz, ein Sohn, Wilhelm Christian, gcb
bC" 25$>enfdbtn. Dem Dberfüfer in her «clitnbrauerri Johann Td»ma, eine Io«1“’ Malhildc grieberit, üuflufte Anna Sufanne. ,«»- dm 20. äpnL ( Pa»
Dm 22. Mai. D-m Schuhmacher Karl Orth, eine Tochirr, Anna touu= +
line Emilie, geb. den 26. April. — . ctrkhrüfi Karl Leonhard
Denselben. Dem Kaufmann Fritz Tresselt, ein Sohn, Friedrich K
geb. den 7. April.


