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über die Heilung von Geschwüren und über die Wundbehandlung, Schaßler über dac. Programm der Rubensfeier und über daS Kunstleben. Strod tmann entzieht den verdienstvollen Dichter August Wolf der Vergessenheit.

Im Feuilleton ist B au ernfeld's mittelalterliche Novelle, die zu den Madonnen­erscheinungen in der Gegenwart resp. wie solcher Schwindel gemacht wird eine Be­ziehung hat, abgeschlossen. Sander's Artikel über die Apposition im Deutschen ist von hohem Interesse für Jeden, der sich mit deutscher Grammatik und Literatur be- schäftigt; er zeigt die Fehler, die selbst Classiker wie Göthe, Schiller rc. begangen haben.

Jedes Heft der Deutschen Revue gibt ein Gesammtbild über daS Kulturleben deS Deutschen Volkes tn eingehender Darstellung von Autoritäten.

Gewebe aus Brennnesseln.

Schon im vorigen Jahrhundert kam man auf die Idee, die Pflanzenfaser der gewShnlichen Brennnessel zur Herstellung von Geweben zu verwenden. Die damals angestellten Versuche kamen indeß, in Folge des in dieselbe Zeit fallenden Auftretens der Baumwolle, bald in 23cr- gcssenhcit. Der Chemiker und Fabrikant Deininger in Berlin hat neuerdings die Idee aus­genommen. Ihm wurde von der Regierung der Provinz Preußen die unentgeldliche Werbung der in den fiskalischen Forsten dieser Bezirke häufig vorkommenden Brennnesseln und von Dem Minister der Landwirthschaft die Benutzung von Maschinen bei Bearbeitung der Nesteln gestattet. Herr Deininger hat im Laufe der letzten Jahre umfangreiche Versuche gemacht, die auf die An­fertigung von Geweben, von Stricken und Bindfaden und auf Verwendung der Abfälle zur Papierfabrikation gerichtet waren. Proben der aus diesen Versuchen hervorgegangenen Gewebe, Garne, Stricke rc. waren bereits im vorigen Jahre von der Königsberger Provinzial - Gewerbe­ausstellung von dem Unternehmer ausgestellt. Derselbe hatte gleiche Proben den Ministern des Handels und der Finanzen mit der Bitte übersandt, ihm behufs Errichtung eines Fabrik-Etablisse- ments eine Geldbeihilfe aus Staatsmitteln zu gewähren. Die Kosten der Anlage sind auf 48,000 X veranschlagt. Nachdem die königliche technische Deputation in Berlin sich gutachtlich dahin geäußert, daß dem beabsichtigten Unternehmen eine gewisse Bedeutung für die Industrie, namentlich in dem Falle nicht abgesprochen werden könne, wenn die Verwendbarkeit deS Roh­materials durch eine förmliche Cultur der Pflanze erhöht würde, hat der Handelsminister sich geneigt erklärt, den Versuch der Verwerthung der Nesselfaser im Großen durch Gewährung einer einmaligen Staatsbeihilfe von 15000 X zu unterstützen, wenn der Provinzialausschuß bereit ist, aus Provmzialmitteln eine Fabrik zu errichten. '

Asphalt-Mosaikplatten.

Die Herren Rösler und Achtelstetter (königl. baierische und k. k. österreichisch-ungarische privilegirte Unternehmung für Asphaltirungen und Steindachpappen-Fabrik in Passau) haben im Baierischen Gewerbe-Museum Asphalt-Mosaikplatten ausgestellt, welche, nach einem neuen Ver­fahren angefertigt, sich als praktische und zugleich geschmackvolle Fußbodenbekleidung empfehlen. Die ausgestellten Platten sind in zwei verschiedenen Größen (80 Centimeter und 50 Centimeter im Quadrat bei 2 Centimeter Dicke) hergestellt und Zeigen verschiedenartige, in die Fläche des schwarzen AsphaltgrundeS vermittelst weißer Porzellan- und farbiger Glasplättchen eingelegte Ornamente, welche in gleicher Weise nach jeder gegebenen Zeichnung auögeführt werden können.

Ueber die Anfertigung derselben sagt Dr. O. v. Schorn in denMitth. des Baierischen Gew.-Mus." Folgendes: Die Herstellung erfolgt, indem man das auf ein starkes Papier auf- gezeichnete Mosaikmuster mit den entsprechenden Porzellan- oder Glasplättchen belegt, dasselbe mit einem Rande umgibt und die durch Erhitzen flüssig gemachte Asphaltmasse aufgießt. Die Platte ist vollendet, sobald man nach dem Erkalten derselben das Papier durch Abwaschen ent­fernt hat. Um eine größere Bodenfläche zu bedecken, werden die einzelnen Platten an einander gelegt und die zwischen ihnen entstehenden kleinen Fugen mit Asphalt ausgegossen, so daß die ganze gemusterte Fläche wie aus einem Gusse hergestellt erscheint. Wegen der Dauerhaftigkeit der Masse, hauptsächlich gegen Feuchtigkeit, erscheinen derartige Fußböden, bei deren Herstellung, wie oben bemerkt, den verschiedenartigsten künstlerischen Anforderungen Rechnung getragen werden kann; für Balkons, Badezimmer, Einfahrten re. besonders geeignet und sind für diese Zwecke bereits in Nürnberg und Wien mit Erfolg verwendet worden.

Ein Gesetz gegen Verunreinigung der Flutzwasser in England.

Ein solches ist dem englichen Parlamente endlich vorgelegt worden. Es ist die höchste Zeit, denn selbst durch die schönsten Gegenden Englands fließen oft die ekelhaftesten Gewässer. Die Frage ist durch die lange Zeit, wärend welcher die Verunreinigung städtischen Canalsystemen, Fabriken, Bergwerken u. s. w. erlaubt wurden, zu einer höchst schwierigen geworden, und es dürfte anderen noch nicht so intensiv industriellen Ländern dringendst anzurathen sein, nicht mit ähnlichen Gesetzen länger zu warten, bis die Zustände so schlimm und die Abhilfe verjährter Gewohnheiten halber schwer geworden.

Handel und Verkehr.

Grün berg, 18. Aug. (Fruchtpresse.) Weizen X 12.16, Korn X 9.25 , Geist X 8.22, Hafer X 8.33, Erbsen X 9.50, Saamen X 17.85, Kartoffeln X 3. (Alles p 50 Kilo oder 1 Ctr.)

Allgemeiner Anze i g er.

Montag den 27. August, Vormittags 9 Uhr, läßt Unterzeichneter Wetßbtnderrequtsiten aller Art, HauSmobilten, verschiedene Sorten Brennholz, öffentlich gegen baare Zahlung versteigern.

Ludw. Kirchmann

4668) in Hausen.

Aeilgeöolenes.

4671) 60 Stück Wiener Rohrftühle (fast p*nz neu) sind billig zu verkaufen; auch Tonnen dieselben in kleinen Partien abge- ^«ben werden.

Wo? sagt die Exped. d. Bltts. _______

!! Säcke ! 1

ä 60 und SO Pfg.

Iwilch- und schwere Tuchlackr ä 1 Mk. 30 Pfg.

G-eorg Grieb,

4636) Schlossgasse.

4682) Mein Wohnhaus mit großem Obstgarten an der Marburgerstraße ist zu verkaufen oder zu verpachten. Das Nähere bet Frau Ulrich- _____________________Emil LooS

4696) Stallung, worauf eine kleine Wohnung, auf den Abbruch zu verkaufen.

Wo? sagt die Exped. d. BlttS.

Verweigerungen.

Grummetgras- Versteigerung bei der Stadt Giessen.

Montag den 27. und Dienstag den 28. August 1877, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Grumwetgras von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar:

Montag den 27. August von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, im Wteseckthal und Heegstrauch.

Dienstag den 28. August von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vor­deren und Hinteren Stolzenrnorgen und am Mentisch.

Die Zusammenkunft ist:

Montag den 27. August am Neustadttr- lEior und Dienstag den 28. August an den Ochsenwiesen.

Die Großherzoalichen Bürgermeistereien d r umliegenden Orte werden ersucht, dies it; ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 22: August 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4693) A- Bramm-

Versteigerung.

Samstag den 25. er.,

Morgens 10 Uhr, lasse ich auf meiner Hofraitbe eine größere Partie gut erhaltene Dachziegel, Stall- und Stubenthüren, alte Fenster und Fensterläden, gußeiserne Abtrittsrohre, 1 Holzöfchen rc meistbietend gegen baare Zahlung verstei­gern.

4684) Carl Em melius.

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Constanz (Baden). Jacob Bührer.

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4321) Verschiedene Arbeitstische, mehrere Hundert neue Cigarrenformen und andere Utensilien der Cigarrenfabrik werden billig abgegeben. Die Arbeitsräume der Fabrik (Bodenräume) mit Comptoir rc. sind zu ver- miethen bei E. Pitthan.

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