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Donnerstag, den 23. August
Mo. 194
schutzpersonal entsprechend anzuwetsen.
Dr. Boekm ann.
liibnnt mit Ausnahme des Montags.
't Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
eren Absatz 500 nMx, sowie ßoOO ji. GesMUj,
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Anskige- «N Imtöbiatt fit den Kreis Gießen.
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Gießen, am 20. August 1877.
Betreffend: Katastervermefsungsarbeiten im Königlich Preußischen Regierungsbezirk Coblenz.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
In dem Kreise Wetzlar werden neue Katastervermessungen vorgenommen, bei denen auch auf Großherzoglich Hessischem Gebiet gelegene Dreieckspuucte benutzt werden wüsten. ,
Sollte bei diesen Triangulirungs-Arbeiten Ihre Hülfe in Anspruch genommen werden, so ist solche bereitwillig zu leisten und alsdann auch das Feld-
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Vorstand.
in der Windrichtung lagen und hierdurch von dem Feuer nichts zu befürchten hatten, fuhren ruhig auf's Feld, um Getreide einzuthun, während ihrer Mitbürger Hab und Gut in Flammen aufging. Alles dies und noch mehr ist that- sächlich vorgekommen und verweisen wir Denjenigen, der Näheres hören will, auf den Bericht, welchen Herr Bender am 26. d. Mts. im Markwort'schen Locale geben wird. Hoffentlich stößt derselbe dem Faß den Boden aus, und nimmt unsere Regierung hierdurch Veranlaffung, endlich einmal energisch mit Einführung einer neuen Löschordnung vorzugehen, die es ermöglicht, gegen säumige und nachlässige Gemeinden mit gesetzlichem Rechte etnzuschreiten, da es Menschen genug gibt, die zu ihrem eigenen Besten gezwungen werden muffen.
Darmstadt, 21. August. Der seiner Zeit wegen Ableben des Großherzogs vertagte hessische Städtetag wird nunmehr in aller Kürze hier ahge- halten werden.
Berlin, 20. August. Die in einem Telegramm der „Köln. Ztg." aus Konstantinopel enthaltene Mitthetlung, daß die Seitens des hiesigen türkischen Botschafters Sadullah Bey gemachten Vorstellungen wegen der von den Rusten verübten Greuelthaten bei dem Berliner Cabinet eine sehr ungünstige Aufnahme gefunden hätten, wird von der „Nordd. Mg. Ztg." nach ihrer Kenntniß der Sachlage als richtig bezeichnet.
— Fürst Bismarck ist heute Abend halb 7 Uhr aus Varzin hier eingetroffen. — Das deutsche Uebungs - Geschwader ging gestern vom Piräus nach Plävo.
Dresden, 20. August. Der deutsche Journalistentag, der heute Mittag geschloffen wurde, hat Frankfurt zum Vorort für die nächste Periode gewählt.
Oesterreich.
Wien. Immer noch kommen neue Berichte von Scheußlichkeiten, welche die Türken begehen. So meldet der Correspondent des „Daily News", allerdings nur nach Hörensagen, daß die Türken Suleiman Pascha's, nachdem sie am 31. Juli nach heißen Kämpfen die russischen Soldaten Gurko's aus Eskisagra vertrieben hatten, dort eine entsetzliche Schlächterei anrichteten. Die türkischen Soldaten erhielten den Befehl, jeden Christen, Mann, Weib oder Kind beim Verlassen seines Hauses niederzuschießen. Diejenigen aber, welche sich m ihren Wohnungen einschloffen, wurden einfach in denselben verbrannt. Ebenso wurde auf Befehl des CommandeNs alles Eigenthum der Christen in der Stadt bis zum letzten Rest verbrannt und zerstört. Einige reiche türkische Kaufleute bethetligten sich eifrig an dem abscheulichen Zerstörungswerk. Der ganze Distrtct von Schirpan, früher einer der wohlhabendsten Theile der Türker, wurde auf gleiche Weise verwüstet. Dreißig Kirchen, über fünfhundert Schulgebäude wurden in demselben niedergebrannt. Flüchtlinge erzählen, es seien zwischen 12,000 bis 15,000 Christen allein in genanntem District und Eskisagra niedergemetzelt worden. — So weit der Correspondent der „Daily News/' Die Stadt Kalifer, wo die Türken nächst Eskisagra den heftigsten Widerstand
Deutschland.
Darmstadt, 20. August. Wie wir vernehmen, beabsichtigt die Regierung, dem Landtag einen Gesetz-Entwurf wegen Revision der Brand-Affecura- tions-Ordnung vorzulegen. In derselben sollen auch Bestimmungen in Vorschlag gebracht werden, welche es ermöglichen, aus der Landesbrandkaffe Beihülsen an im Dienst beschädigte und an die Hinterbliebenen im Dienst verunglückter Feuerwehrleute zu gewähren.
— Die Leiche deS verstorbenen Großherzogs Ludwig HL war, da die Gruft im neuen Mausoleum auf der Rosenhöhe noch nicht ganz vollendet war, einstweilen im alten Mausoleum beigesetzt worden. Am Samstag Morgen fand nun ui aller Stille die Uebersührung der Leiche in die neue Gruft statt und wurde neben derjenigen des Prinzen Karl beigesetzt. Se. Königl. Hoheit der Großherzog, sowie die Oberst-Hofchargen wohnten dem feierlichen Traueracte bei.
— Der Gesetz-Entwurf, die Gehalte der Volksschullehrer betr., der noch immer in der ersten Kammer nicht zum definitiven Abschluß gelangen konnte, wird, ganz abgesehen davon, daß die hier in Betracht kommenden Landgemein- den bereits ihr Budget für das Jahr 1878 aufgestellt haben, nicht mehr mit dem 1. Januar 1878 in Wirksamkeit treten können, da hierzu ziemlich umfangreiche und zeitraubende Vorarbeiten nothwendig sind. Die Vertreter der Regierung hatten seiner Zett die von der zweiten Kammer acceptirte Erklärung abgegeben, daß man nicht beabsichtige, dem Gesetz rückwirkende Kraft zu verleihen.
— Herr Kreisrath Hallwachs in Dieburg hatte am verflossenen Samstage alle Bürgermeister seines Kreises um sich versammelt und hielt denselben einen eindringlichen Vortrag über die Bedeutung und den Werth eines gut organisirten Löschwesens. Er forderte schließlich auf, mit der Bildung freiwilliger Feuerwehren ungesäumt vorzugehen, da sonst in Kürze die Einführung von Zwangs- feuerwehren erfolgen dürfte, denen jedoch verschiedene Rechte, welche freiwillige Corps besitzen, nicht eingeräumt würden. Wünschen wir den Bestrebungen dieses tüchtigen Verwaltungsbeamten den besten Erfolg.
— Herr Brand-Director Bender von Worms wird auf dem» Sonntag den 26. d. Mts. in Beffungen stattfindenden hessischen Feuerwehrtag genauen Bericht über den großen Herrnsheimer Brand erstatten, der ein wahrhaft erschreckendes Licht über die Löschzustände in unserem Lande verbreiten dürste. Wir haben zwar von vornherein schon vermuthet, daß bei diesem Brande Vieles versäumt wurde, allein was dorten vorgekommen ist, übersteigt geradezu jede Vorstellung. Während die umliegenden Feuerwehren und Gemeinden dem bedrohten Orte zu Hülfe eilten und lange Stunden ausdauernd arbeiteten, „wobei sie noch für etwaige Schäden an ihren Geräthen und sonstige Kosten selbst aufzukommen haben", mußten die Bewohner Herrnsheims durch Gensd'armerie mit Gewalt zur Arbeit herbeigeholt werden. Diejenigen, deren Häuser nicht
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Gießen, am 20. August 1877.
Betreffend: Krets-Lehrerconferenz. , •,
Die Großherzogliche Kms-Schul-Comnnsfwn Gießen
an.die Schulvorstände des Kreises.
Die diesjährige Kreis-Lehrerverfammlung soll'
Donnerstag den 30. I. Mts., Vormittags 9 Uhr,
In dem Saale des Wtnzkl'l'chen Garten zu Gießen abgehalten weiden. Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinden hiervon mit dem «»fügen in Kenntniß setzen, daß wir dringend wünschen müssen, daß ohne triftigen Grund kein Lehrer fehle. Ihre geistlichen Mitglieder werden zur Beiwohnung fieundiechst eiugeladen.
Zur Verhandlung kommen folgende Gegenstände:
1. Welche Erfahrungen wurden bisher in Bezug auf die Entwickelung der Fortbildungsschulen gemacht?
Referent: Lehrer Fel sing in Gießen.
2. Wie bewährt sich die Normalwörtermethode bei dem Schreib- und Leseunterricht?
Referent: Schulverwalter Oppel in Grünberg.
3. Peftalozzi's Leben, Schriften und Erziehungsgrundsätze.
Referent: Lehrer Sauer in Lich.
Dr. Boekmann.


