den verwundet.
Petersburg, 19. August. Auf dem Generalstab jetzt noch der Befehl , Divisionen und einer Kavallerie-Division, zählt wurde, zugegangen.
Konstantinopel, 19. August, sowohl auf dem europäischen, als auch nur unbedeutende Gefechte stattgefunden, des Haiuboghaz-Paffes, ohne jedoch über
speciellen Antrag des Großfürsten i t zur Mobilisirung zweier Grenadier- die früher zum Grenadier-Corps ge-
Officiellen Depeschen zufolge haben auf dem asiatischen Kriegsschauplätze — Suleiman Pascha ist jetzt Herr denselben hinaus vorgerückt zu sein.
— Rasstm Pascha marschirt gegen Schipka.
Alexandrien, 19. August. Das Gerücht, das nach der Türkei gesandte ägyptische Corps solle verstärkt werden, gewinnt an Wahrscheinlichkeit. — Der Nil ist seit vier Tagen nicht mehr gestiegen. Sein Niveau ist jetzt 14 Fuß unter dem Durchschnitts-Standpunkt der letzten drei Jahre-
Bukarest, 19. August. Aus Küstendsche wird von gestern gemeldet: Die Rusten haben die Stadt wieder besetzt. Die türkische Armee und Flotte sind von der Stadt aus nicht sichtbar. Einige Tscherkeffen haben sich bei Ro- bett gezeigt. — Aus Tirnowa wird vom 17. d. gemeldet: Die russische Linie bis zum Schipka-Paste ist stark besetzt. Die Türken befinden sich in bedeutender Entfernung von derselben, ohne etwas Ernstliches zu unternehmen. Die Rusten sollen beabsichtigen, Plewna nicht mehr anzugreifen, sondern vollständig einzusckließen, da bei der Armee Osman Pascha's Mangel an Lebensmitteln einzutreten beginnt.
Wien, 19. August. Meldungen des „Tageblatts": Konstantinopel. Sarap Effendi hat den Auftrag erhalten, in der Doörudscha die Bahn von Küstendsche bis Meschidje für die Türken wieder in Betrieb zu setzen. Suleiman Pascha steht bei Slatarizza. Varna. Fazli Pascha ist an der Küste der Dobrudscha gelandet, und soll, einem Gerüchte zufolge, einige Tausend Äbchasier, welche ein besonderes Corps bilden, mitgebracht haben.
Konstantinopel, 19. August. Das Telegramm Mukhtar Pascha's vom 18. August berichtet: Russische Truppen, welche in der Stärke von 48 Bataillonen Infanterie, 10 Regimentern Kavallerie und 14 Batterien von Gbedekler und Baldira aus vorgerückt waren, griffen das von Mukhtar befehligte Armee-Corps zwischen Vezin und Zailer an, wurden aber geschlagen und in die Flucht gejagt. Ihr Verlust bei diesem Treffen betrug 1200 Mann, der
türkische nur 100. — Suleiman Pascha berichtet vom 18 August: Die nach Kasanlyk gesendeten Truppen haben, nachdem sie die Bulgaren vertrieben und 200 von diesen getödtet hatten, die mohamedanischen Bewohner von Kasanlyk und Umgegend befreit; Letztere haben sich in das Lager Suleiman Pascha's begeben.
Wien, 20. August. Die „Preffe" meldet aus Konstantinopel: 10,000 Mann Türken landeten am Freitag bei Küstendsche, um gegen die befestigte Stellung der Ruffen bei Tschernawoda zu marschiren, gegen welche gleichzeitig über Kaczemak 8000 Türken vorrücken. Das „Tageblatt" bringt die nämliche Nachricht und fügt hinzu, das 8000 Mann starke Corps seien die ägyptischen Truppen, welche ein Reserve-Corps unter Raschid Pascha bei Basardschick hinter sich stehen hätten.
Konstantinopel, 20. August. Gerüchtweise verlautet, daß Suleiman Pascha sich mit Mehemed Ali Pascha auf der Straße nach Tirnowa vereinigte. Aus der Umgebung Tirnowas wird von einem Vorpostengefecht berichtet.
— Der Sultan hat einen Theil des Tafelgeschirres nach der Münze geschickt, damit es für Kriegszwecke verwerthet werde.
Wien, 20. August. Die „Preffe" meldet aus Bukarest: Das sie- beute und das zehnte russische Armee-Corps befinden sich bereits vollständig auf dem rechten Ufer der Donau. Bei Plewna haben gestern Vorpostenkämpfe stattgefunden. Die Verbindung Osman Pascha's mit Sofia ist durch russische Kavallerie unterbrochen.
biets, die Frankreich zur Last fielen, den Betrag von einer Million Gulden erreicht haben.
— Nach der bisherigen Gesetzgebung ist die Ermittelung und Feststellung der Collateralsteuer in den Provmzen Starkenburg und Oberhessen den Gerichten übertragen, ein Geschäft, welches in Rheinheffen von jeher den Finanzbehörden oblag, wie dies auch in Preußen der Falt ist. Die Gerichte erscheinen bei uns als Hilfsorgane der Steuerbehörde, üben also eine Function aus, welche schon nach allgemeinen, insbesondere in der Neuzeit bei Feststellung des Geschästskreijes der Gerichtsbehörden beobachteten Principien denselben nicht zugewieseu sein sollte, und hat auch der dermalige Zustand verschiedenen Mißständen Veranlaffung gegeben, weshalb der Abg. Heinzerling den Antrag gestellt, die Regierung zu ersuchen, rechtzeitig Vorkehrung zu treffen, daß beim Inkrafttreten der Reichs-Justizgesetze die Gerichte der rechtsrheinischen hessischen Provinzen mit Ermittelung und Bestellung der Collateralsteuer nicht mehr besaßt erscheinen.
Berlin, 18. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." erwähnt, daß das von Griechenland anläßlich des Blutbades von Kavarna an die Mächte gerichtete Memorandum nicht den Charakter einer Anklage gegen die türkische Regierung trage. Das Blatt erklärt, es sei unrichtig, daß die Rüstungen Griechenlands in der Absicht unternommen wären, in Action zu treten. Dieselben bezweckten nur, das Land nicht unvorbereitet und möglichen Ueberraschungen oder dem Zufall ausgesetzt sein zu lasten.
Berlin, 19. August. Suleiman's Gesammt-Corps hat den Balkan überschritten. — General Fadajeff, das Haupt der Panslavisten, ist in Belgrad eingerroffen; seine Mission ist unbekannt. — Prinz Hassan rückt in der Dobrudscha vor und bedroht die russischen Verbindungen in Bestarabien.
Köln, 18. August. Die „Köln. Ztg." meldet aus Wien vom 18. d. : Der Botschafter der Pforte, Aleko Pascha, ist zu persönlichem Vortrage nach Konstantinopel berufen worden; auch ist desten Entlastungsgesuch noch immer nicht erledigt. Derselbe wird wahrscheinlich auf seinen hiesigen Posten nicht zurückkehren. Mit dem Scheiden Aleko Pascha's aus dem Staatsdienste schwinden vorläufig alle Hoffnungen auf Midhat Pascha's Rückberusung. — Midhat Pascha wird den Herbst in Schottland zubringen, wohin er von angesehenen Lords Einladungen erhalten hat.
Arankreich.
Paris, 19. August. Die „Agence Havas" meldet, die Reise des Marschalls Mac Mahon verlaufe ohne Zwischenfall; der Empfang in Cherbourg sei sehr glänzend gewesen. _____________________
Der orientalische Krieg.
Bukarest, 18. August. Acht türkische Dampfer landeten gestern Truppen in der Dobrudscha. Es wurden denselben zahlreiche russische Truppen entgegengeschickt. Man erwartet Seitens der ägyptischen Truppen einen Angriff aus die noch von den Rusten besetzte Bahnlinie Küstendsche-Tschernawoda. — Gestern fand zwischen Rumänien und Türken ein äußerst lebhaftes Feuer bei Karabia statt.
Petersburg, 19. August. Officiell. Pormi-Studen, 18. Aug. Nach einem erfolglosen Angriff auf den Hainkioi Paß am 16. d. haben sich die Türken, denselben räumend, vollständig zurückgezogen. — Bei Plewna fand ein neues Kavallerie-Vorposten-Gefecht statt. Russische Husaren verfolgten türkische Kavallerie bis in die Logements der Infanterie, wobei auf russischer Seite ein Mann verwundet wurde. — General Zimmermann meldet, ein Tscherkessen- Haufen sei durch eine Sotnie Kosaken bei Togr Jurat, südlich von Mangalia, geschlagen worden.
— Alexandropol, 17. August. Die Türken griffen am 13. d. die au dem rechten Flügel der Cabulaier Colonne bei Muhaestate aufgestellten Freiwilligen an, wurden jedoch durch herbeigekommene Freiwilligen-Reserve unter dem Capitän des Generalstabs Kletschkoffsky und Infanterie des Fürsten Dschordschadse gegen den Fluß Atschkua zurückgedrängt. An dem hierauf au der ganzen Linie eröffneten Feuer betheiligten sich die beiderseitige Artillerie und die türkischen Monitors. Von den Rusten blieben 23 Soldaten tobt, 38 wur-
VerrnischteS.
Berlin, lieber einen frechen Schwindel berichten hiesige Blätter: „Dor einigen Tagen fand in einem Hause der Potsdamer Straße eine Hochzeit statt. Die Braut war schon in vollem Staate und erwartete den Bräutigam, der freilich, wie die Verabredung lautete, erst eine Stunde später kommen sollte, um sie adzuholen. Auch die Eltern und ein^üngererBruder der Braut sind zum feierlichen Acte festlich geschmückt und ersehnen von Minute zu Minute den Bräutigam. Mitten in dieser erwartungsvollen Stimmung läßt sich ein junger Mann melden, der den Brautvater allein zu sprechen wünschte. Er komme (sagte er) im Auftrage des Bräutigams und legitimtrte sich durch eine Karte desselben. Der Brautvater fürchtete schon, eS sei irgend ein Unglück passirt, da der junge Mann sich in so geheimnißooller Weise vorstellte. Die Angelegenheit entpuppte sich aber bald als eine geringfügige Kleinigkeit, über die bet Vater, wenn sie ihm auch nicht gerade angenehm war, lächeln mußte. Der Bräutigam hatte nämlich früher so manche große und kleine Schulden gemacht und sein künftiger Schwiegervater, den er davon unterrichtete, hatte ihm die nöthigen Mittel gegeben, um mit den Gläubigern sich abzusinden. Durch den jungen Mann ließ nun der Bräutigam melden, der Schneider wolle ihm nicht die Sachen, die er zur Trauung bestellt habe, ausliefetn, da er ihm noch einen Rest von 50 JL schulde, er könne aber augenblicklich da» Geld nicht entbehren. DaS klang, in Anbetracht der vorauSgegangenen Verhältnisse, gan- glaubwürdig, und der Brautvater, der sich in seiner festlichen Stimmung nicht auf eine kleinliche Prüfung einließ, übergab dem jungen Mann sofort daS Geld- Kurz vor der festgesetzten Zeit erschien der Bräutigam und es wurde über die fatale Angelegenheit nicht eine Silbe gesprochen; aber nach vollzogener Trauung flüsterte ihm bei Tische fein nunmehriger Schwiegervater zu, er möge nun als Ehemann baS Schulben- machen aufgeben, benn solche Verlegenheiten, wie bie vorbin eingetretene, enbeten nicht immer so glücklich. Es kam zu Erklärungen unb es stellte sich heraus, baß ber Schwiegervater von einem „Bauernfänger- überlistet worben war.
Wetzlar, 16. August. Heute verließ uns unsere seitherige Garnison, bas-rheinische Jägerbataillon Nr. 8, nachdem dasselbe nahezu 60 Jahre hier garnisonirte. DaS Bataillon begiebt sich zunächst zu den Manövern des 8. ArmeecorpS unb bann in feine neue Garnison Zabern in Elsaß-Lothringen. Vor bem Ausmarsche hatten für bie Mannschaften deS Bataillons hiesige Bewohner noch eine Festlichkeit veranstaltet.
Mainz, 17. August. Ein gräßliches Unglück hat, wie man uns mitiheilt, in voriger Woche einen Feldwebel ber hiesigen Artillerie betroffen. Er war bei einer Hebung mit Kanonenschlägen, wo einer biefer stark vernagelten mit Pulver geladenen Kasten nicht losging. Der Feldwebel wollte nachsehen, versäumte dabei aber daS Schutz- brett mitzunehmen, welches vor das Gesicht zu halten ist. In dem Augenblick, alS er an den Kanonenschlag herantrat, explodirte dieser unb verbrannte den Mann nicht bloS, fonbem schlug ihm beide Augen aus.
— (Bauernfänger und Polizei.) Wohl selten hat auf bem Berliner Molkenmarkt ein Gesuch größere Belustigung erregt, als ein solches, bas in biefen Tagen von einer größeren Zahl von Bauernfängern an ben Präsibenten v. Mabai gerichtet worden ist. Der Inhalt ber geharnischten Beschwerbe ist so interessant, daß wir ben Wortlaut derselben folgen lassen: «Die Unterzeichneten ersuchen den Herrn Präsidenten, er möge seine Beamten veranlassen, sie auf öffentlichen Straßen weniger zu belästigen. Es fei ihnen unmöglich, Unter ben Linben unb im Thiergarten sich auf eine Dank zu setzen unb mit den neben ihnen Sitzenden ein Gespräch anzuknüpfen, ohne von den Eriminal-Polizeibeamten belästigt zu werden, indem solche dem Publikum gegenüber sie ungenirt als „Bauernfänger" bezeichnen unb bieses vor ihnen warnen. Sollte ber Herr Polizeipräsident nicht Veranlassung sinden, den ihm untergebenen Beamten andere Instructionen zu ertheilen, so würben sie sich genöthigt sehen, selbst ihre^Rechte zu wahren unb Vorkehrungen zu treffen, welche die Insulten nachdrücklich mit Gewalt zurückweisen. Dann erlauben sich die Unterzeichneten die Frage, warum gerade sie den Namen „Bauernfänger" führen unb nur gegen sie eingeschritten werbe: ob es denn etwas Anderes sei, wenn bie Leute vorn Museum ober bem SiegeSdenkmal u. s. w. verschleppt würben, alL wenn bie Noblesse aus bem Hotel be Rome, St. Petersburg u. s. w. ihre Opfer von ber Table d'hote zu einem Jeu“ in ihre Prioatwohnungen verschleppe." Der Polizeipräsident wirb in blefcm Falle bas Gesuch ber in ihrem Geschäft geschädigten unb in ihrer Ehre verletzten Herren Bauernfänger wohl berücksichtigen.
— (Sächsisch.) Vor einigen Tagen trat ein Englanber in ein Geschäft in Dresden, an dessen Labenfenster bie verlockenden Worte: On parle le fran^ais unb Engiish spoken prangten. Der Fremde trat hinein und verlangte In seiner Landessprache einen Gegenstand. Da man ihn nicht verstand, so richtete er die Frage französisch an bie Ladenmamsell; auch diese Frage blieb unbeantwortet Endlich fragte der Engländer n deutscher Sprache, und richtig, da kapirte man ben Herrn unb beb enU ibn. Als nun aber derselbe sich verwundert darnach erkundigte, wer denn eigentlich französisch und englisch in dem Geschäste spreche, erhielt er die allerdings sachgemäße und ihn gewiß befriedigende Antworte „MerschentheelS die Fremden!"
Lokal-Skotiz.
Gießen, 21. August. Am Sonntag Abend prügelten sich mehrere Backsteinmacher in der Schwarzlach derart, daß einem derselben der Hirnschädel eingeschlagen worden fein soll und man an dem Aufkommen desselben zweifelt.
--Sicherem Vernehmen nach hat sich bereits hier in Gießen ein Colorado- Käser-Elub gegründet unb am vorigen Samstag feine erste Sitzung mit gelungenen Reden und Gesängen unter Vertilgungs-Demonstrationen in Wenzel'- Saaldau abgehalten. Colorado-Käferpräsident soll ein beliebter und wohlbekannter CarneoalS- rebner sein.
Gießen, 21. August. Wir lassen nachstebend die T a g e Ö o r b n u n g für bie Siabt- oerorbneten-Sitzung am Donnerstag den 28. August 1877, Nachmittags L Uhr, in bem alten Realschulgebäube, folgen:
1. Baugesuch beS Lohnkutschers Johannes Pitzer.
2. Gesuch beS S- Katzenstein um Genehmigung ber Aufführung einer Ein- friebigungSmauer.
3. Anlegung einer Straße zwischen Reichensanb unb Neustabt.
4. Gesuch beS Maschinenschlossers H ch. B a um II. unb deS Kürschner- August Schultheiß um Angabe einer Baulinie.
5. Den Stabtbauplan betr.
6. Vergeben von Arbeiten.
7. Koftenbecreturen.
8. Die Wasserleitungsarbeiten betr.


