ist;,
ftrf.
Wo 91. Samstag, den 21. April L8T».
^-G-sÄsch^ rlandes C" Srausse hier.
ni
Chor, v. Wrbrr. Solo u. Chor, v- Strauß. Cbor.
Titte.
Chor.
”■ Arahms. Duett.
ViR. Wagner. Ch.or.
v. Strauß. Solo.
o. Conradi. Chor.
crfon 50
(£in SRtf.tnMtirni ift in mtlnra chen gkblie^u unb tann gtfltn in’a der ZMatarMm aßgeholt ‘ CaN Hofmann. Sine gründe SLenl-.D»meUch! t Stellt Datz Ndhere >u estahra ,h. Daniel Haas Mwr?
jnirp.______________
umiS- oder Bolonta- Ltelle-Geluch.
itör. OffH« M' d, Frankfurt a. J;— ---*
,*rfS*’**$* irrt bei g FaMaM
lfrOilethu»8*:
« \,6,n >»-»>
£ *■;, Hkkk , i0 6« 6!i V inW'S^ dt, oi. llard*’
— d»E,. «;»(<« iS-''
bn
Aijkize- iai Amtsdistt für ton Kreis Gieße».
e
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
Amtlicher Ilj eil.
Gießen, den 18. April 1877.
Betreffend: Die Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer, hier die Wahl der Einschätzungs-Commissionen für 1878.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme der Bürgermeisterei Gießen.
Nach Art. 33 des Gesetzes vom 21. Juni 1869 soll behufs der Einschätzung hr die Steuerclassen der Einkommensteuer zweiter Abtheilung für jede Gemeinde eine örtliche Commission gebildet werden, welche von dem Ortsvorstand gewählt wird. Bon den zu wählenden Mitgliedern dürfen nicht mehr als zwei Dritttheile dem Gemeindevorstand selbst angehören; wenigstens ein Mitglied muß aber demselben angehören.
Der Bürgermeister ist wählbar.
Zu Mitgliedern der Commission können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und deren Staatsbürgerrecht weder suspendirt noch verwirkt ist.
Nach Verfügung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen sind für Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern, sonach für alle Gemeinden des Kreises Gießen mit Ausnahme der Stadt Gießen, 3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner zu wählen. Sie wollen sofort den Gemeinderath versammeln, die Wahl vornehmen lassen und das darüber aufgenommene Prototoll binnen 8 Tagen einsenden.
v. Röder.
Bekanntmachung.
Der Stadtbach und Stadtringgraben werden von vielen hiesigen Einwohnern als Ablagerungsplätze für sämmtlichen Unrath, Kehricht, Schutt, Steine, Asche' Scherben, alte Blechgeschirre und bergt benutzt und wird dadurch der Wasserlauf gehemmt. Wir sehen uns veranlaßt, wiederholt öffentlich auf das Strafbare dieser Handlungsweise hinzuweisen mit dem Ansügen, daß das Aufsichtspersonal angewiesen ist, jede derartige ZuMerhandlung, strafbar nach Art. 120 des Polizei-Strafgesetzes mit 1 bis 17,14 «X unnachsichtlich zur gerichtlichen Bestrafung anzuzeigen.
Gießen, den 13. April 1877.)
Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
Fresenius.
Folitischer Hheil'.
Deutschland.
Schotten, 17. April. Das hiesige Kreisblatt schreibt: Am 13. April, an welchem dtr bekannte Feldmarschall v. Wrangel in Berlin in sein 93. Lebensjahr trat, werden wohl nur wenige Schottener noch leben, die sich seiner erinnern. Und doch war er vor 63 Jahren ein Gast in unserer Stadt. Es war in den ersten Tagen des Februar 1814, in jener freudigen Zeit großartiger Erhebung, da rückte auch ein preußisches Reiterregiment in unsere Stadt ein, um allda auf dem Marsche nach Frankreich Rast zu halten. Einer der Ossiciere, Major v. Wrangel, wurde bei dem damals hier fungirenden Beamten Dr. Algeier einquartiert. In der Familie des Letzteren war gerade ein freudiges Ereigniß eingetreten, ein Cohn war geboren, und bei der Begeisterung, welche damals alle Vaterlandsfreunde beherrschte, kam es bald zu freundlicher Annäherung zwischen den beiden Herren und die Folge war, daß Wrangel den Sohn des Dr. Algeier aus der Taufe hob. So ist nun also der jetzige Pfarrer Algeier von Dauernheim der Pathe des bekannten Feldmarschalls, und unser altes Schlößchen — jetziges Landgericht — des greisen Helden ehemali- ges Quartier.
Berlin, 17. April. Fürst Bismarck war gestern Morgen noch nicht abgereist. Die Witterung ist sehr rauh und nicht verlockend zu einem Landaufenthalt. Er ist sehr ungehalten über diejenigen, welche glauben, zu seinem Programm gehöre eine Revision der Maigesetze und ein Compromiß mit den Ultramontanen. Dergleichen könne nur von seinen Gegnern ausgestreut werden. Wenn je eine solche verkehrte Politik befürwortet werde, würde er selbst bei schwerer Krankheit zurückkommen und sie bekämpfen, und wenn er nicht mehr Minister wäre, würde er versuchen, als Abgeordneter dagegen aufzutreten. Es ist auch bekannt, daß, wenn es im Zusammenhang mit seinen großen Resormprojecten künftig einmal zu einer Umgestaltung des preußischen Ministeriums kommen sollte, Falk und Friedenthal diejenigen sein würden, von denen er sich am letzten trennte.
— Der Kaiser hat den Feldmarschall Grafen Wrangel zu deffen 93. Geburtstage persönlich beglückwünscht. Auch der Kronprinz und die hier weilenden königlichen Prinzen besuchten den Feldmarschall.
Berlin, 18. April. Der Verlags-Buchhändler Julius Springer ist gestorben.
Berlin, 19. April. In der heutigen Sitzung beschäftigte sich der Reichstag mit Wahl-Prüfungen; für gültig erklärt wurden die Wahlen von Bähr, Mendel, Hebting, v. Gordon, Auer, Götting, Heckmann- Stintzy, Borowski und Allnoch. Die Wahlen von Eisenlohr und v. Grävenitz wurden dagegen beanstandet.
Posen, 16. April. Gegen den Grasen Ledochowski hat das Kreisgertcht zu Jnowraclaw folgenden Cückbrief erlaffen: „Der Cardinal Graf Miecis- laus Ledochowski, wegen Vergehens gegen § 31 des Gesetzes vom 12. Mai 1873, Majestätsbeleidigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und des Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, ist zu 2^ Jahren Gefängniß und einer Geldstrafe von 300 Mk., 3 Monaten Gefängniß rechtskräftig verurtheilt, und an die nächste Gerichtsbehörde, welche um Strafvollstreckung und Benachrichtigung ersucht wird, abzuliefern." — Der „Kur. Pozn." theilt nach dem „Ob-
servatore Romano" mit, daß der Papst, als er die Nachricht von dem Gerüchte erhalten, daß die italienische Regierung den Cardinal Ledochowski auszuliefern beabsichtige, diesem anheimgestellt habe, eine Wohnung im Vatican zu beziehen. Nach dem italienischen Garantiegesetz genießt bekanntlich der Vatican das Recht der Exterritorialität. (Siehe unten Rom.)
Posen, 18. April. Redacteur Kantecki ist bereits in Folge telegraphischer Mitteilung Seitens der Ober-Postdirection zu Bromberg vom hiesigen Kreisgericht aus der Hast entlassen worden.
Stuttgart, 18. April. Der „Staats-Anz." meldet: Der König hat die Einbringung des von der evangelischen Ober-Kirchenbehörde ausgearbeiteten Entwurfs einer Kirchengemeinde- und Synodal-Ordnung bei der Landes-Synode genehmigt.
Kesternich.
Wien, 18. April. In einem Handschreiben des Kaisers an den Marschall Erzherzog Albrecht gedenkt der Kaiser in warmen Worten der bohen Verdienste deffelben im Frieden und im Kriege. In demselben drückt Se. Majestät dem Erzherzoge seine eigenen herzlichen und aufrichtigen Glückwünsche und jene der Armee anläßlich deffen fünfzigjährigen Dienstjubiläums aus. Der Kriegs-Minister beglückwünschte, umgeben von den Vertretern der Armee, den Erzherzog Albrecht, welcher hierauf antwortete: Er verdanke dem Kaiser seine Stellung und der Mitwirkung der Waffen-Gefährten die gelungenen Erfolge. Das eifrigste Bestreben Aller möge dahin geben, den altösterreichischen Kriegsgeist fortzupflanzen, dann werde der Sieg nicht fehlen.
Wien, 18. April. Die Meldung von einem Einrücken der Oesterreicher in Bosnien ist mindestens verfrüht. Ein derartiger Beschluß ist noch nicht erfolgt. — Rumänien rrobilisirt in fleberhofter Eile. Die Besatzungen von Giurgewo und Kalafat wurden verstärkt; ersteres erhält 15,000 Mann, Kalafat 13,000 Mann. — Tschernajeff wird in Petersburg erwartet; er erhält ein Brigade-Commando.
— Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest von heute: Die Regierung hat die Concentrirung von 10,000 Mann zum Schutze der Hauptstadt gegen einen allfälligen Handstreich Seitens der irregulären türkischen Truppen beschlossen.
England
London, 19. April. Die „Times" schreibt: Wenn der Krieg ausbreche, würde Europa nichts übrig bleiben, als den Kaiser von Rußland an seine in Livadia gesprochenen Worte zu erinnern; es würde in Europa einen beruhigenden Eindruck machen, wenn der Kaiser in seinem Kriegs-Manifest das Versprechen, den Boden der Türkei wieder zu verlassen, sobald die Lage der Christen gebeffert und die Ordnung wieder hergestellt sei, förmlich wiederholen würde.
StofUn
Now, Der „Observatore Romano" brachte jüngst die allgemein mit Unglauben aufgenommene Nachricht, daß die deutsche Reichsregierung von Italien die Auslieferung des Cardinals Ledochowski verlangt habe. Welchen


