Ausgabe 
20.11.1877 Zweites Blatt
 
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zu resiroiren, damit die Central-Verwaltung hierüber zu Gunsten weniger günstig situüter Vereine verfügen kann.

Zu Ende des Jahres 1871 betrug der Centralfond nach Abzug der bis dahin bestrittenen Ausgaben 1,386,800 Thlr. oder 4,160,400 JL Dieser Bestand war bU 31. Dccbr. 1876 durch fuccessioe Verwendung des Kapitals zu Unterstützungen auf die Summe von 3 692,954 JL 70 herabgesunken, und es ist noch dem neuesten Rechen schastsbericht des Verwollungs-Ausschusses der Stiftung ein fortgesetzter Kapital-Ver­brauch zu erwarten, weil die Erträgnisse und die von Jahr zu Johr spärlicher fließen­den freiwilligen Gaben zur Befriedigung des steigenden Bedürfnisses nicht ausreichen.

Der Hess. Landesverein ist, was die Fürsorge für die Invaliden und Hinter­bliebenen innerhalb des iÄroßherzogthums anlangt, auf seine eignen Kräfte ange­wiesen. Er hat seither keinen Zuschuß aus der Stiftung erhalten und auch nicht an- aesprochen, weil auf das anderwärts, z. B- bet den zahlreichen Familien gebliebener Landwehrmänner in Preußen, ausgetretene Bedürfnitz billige Rücksicht zu nehmen war. Er hat aber auch keinen Ueberschuß an den Centralsond abführen können, weil ihm seither nicht einmal die Mittel zu völlig ausreichender Jnvaltden-Versorgung zu Ge­bote standen.

3 Der Hess. Landesverein besitzt ein Vermögen von ungefähr 170,000 X, dessen Erträgnisse nach Erfüllung der sonstigen Aufgaben des Hülfsveretns für die Jn- validen-Versorgung bestimmt sind. Hierzu treten jährlich die Zuschüsse der Zwetg-Ver eine, welche statutenmäßig % ihrer Einnahme an den Hauptverein abzuliefern haben, während sie über Vs frei verfügen, und über einmalige Gaben. Schon im Jahr 1873 stellte sich klar heraus, daß drese Gesammt-Beträge für den beabsichtigten Zweck nicht ausreichten. Denn damals waren 232 Invaliden nud 97 Hinterbliebene unterstützungs­bedürftig, und zur einigermaßen genügenden Deckung des Bedü fnisses erschienen etwa 15000 fl. per Jahr nothwendlg. Um diese Summe aufzubrtngen, hätte jährlich ein Theil des Kapitals verwendet werden müssen. Deßhald richtete der Vorstand des Hülfsveretns im Jahr 1873 an die Großh. Staats-Regierung ein Gesuch um Be­willigung eines jährlichen Zuschusses aus Staatsmitteln. Diesem Gesuch wurde bereit­willig durch eine Propositwn an die Stände des Großherzogthums entsprochen, und von Letzteren einstimmig beschlossen, duß zur Beihülfe für bedürftige Invaliden und Hinterbliebene, soweit das laufende Bedürfnitz es erheischt und insolange von Seiten des Reichs für dieses Bedürfnitz nicht ausreichende Vorkehrungen getroffen werden, vom 1. Januar 1874 an ein jährlicher Betrag bis zu 10,000 fl. bewilligt und außerdem genehmigt werden sollte, daß die etwaigen Ueberschüsse des Staatsverlags zu demselben Zweck verwendet werden sollen.

Der Staat hat hiernach das Seinige gethan, denn seit dem Jahr 1874 erhallen die Invaliden und Hinterbliebenen neben den aus der Hülfsvereins-Kasse fließenden ständigen und einmaligen Beihülfen einen, noch dem jedetzmalioen Vorschlag des Vor­standes d'es Hülfsvereins bemtssc en Zuschuß ans der Staats-Kasse.

Dem ungeachtet läßt sich noch nicht mit Beruhigung sagen, daß in allen Fällen und in hinreichender Weise für die unglücklichen Opfer des Krieges gesorgt fei. Denn die auch durch den stüalUchen Zulcdufi oeiftäikten verfügbaren Mittet gestatten immer­hin nur die Unterstützung einer beschränkten Zahl von Bedürftigen. Wie sehr wir be­züglich der Jnvsliden-Versorgung gegen andere Länder zurückstehen müsten, mögen die uachsteb^nden Ziffern dartbun.

Nach dem neuesten Rechenschafts-Bericht des Verwaltungs-Ausschusses der Kaiser- Wilhelm-Stiftung wurden im Jadr 1876 verwendet:

1) im Königreich Württemberg für 1002 Bedürftige (540 Invaliden, 439 Hinter­bliebene, 17 Offiziere und Hint rbliebene derselbe,,) der Bettag von 59,484 X 65^.

2) im Großherzogthum Baden für 829 Bedürftige, (503 Invaliden, 324 Hinter­bliebene, 2 Offiziere) der Betrag von 67,149 X 50

3) im Großherzogthum Hessen für 256 Bedürftige (153 Invaliden, 99 Hinter- bltebene, 4 Offiziere und deren Familien)

aus der Hülfsver.-Kasse..... 9564 x 90

staatlicher Zuschuß ca....... 15000

im Ganzen ca. ........ 24564 x 90

Diese Zahlen sprechen für sich und es geht namentlich aus den fpeciellen Nach­weisen hervor, daß in Württemberg und Baden nicht nur eine wett größere ^ahl von BedÜrfnißsällen berücksichtigt, sondern auch, daß die Beibülfen für die am Schwersten Betroffenen (Schwerverwundete, Verstümmelte, verwaiste Kinder rc.) reichlicher bemessen werden konnten, als dies in Hessen möglich war. Und doch bat die beff. Division in dem Keiege von 1870/71 relativ die größten Verluste an Gebliebenen und Gestorbenen erlitten, wie dies Dr. Engel in Berlin statistisch nachgewiesen hat.

Aus dem Vorstehenden erqiebt sich das Resultat, daß weder die Reichs-Pensionen, noch die Kaiser-Wilhelm-Stiftung, noch die staatliche Subvention allein und zusammen ge­nommen im Stande sind, die unsrem Lande obliegende Pflicht gegen die in dem Krieg invalid gewordenen Krieger, gegen die ihrer Ernährer beraubten Wittwen und Waisen in ausreichendem Maße zu erfüllen; daß vielmehr die freiwillige HülfSthätigkeit mit allen Kräften eintreten muß, damit die dem Hess Landesverein zugefallene Hobe Aufgabe einigermaßen erreicht werden kann. Darum sind die Hülfsvereine und ihre Organe die größte und unentbehrlichste Wohlthat für unsre nothleidenden Landes-Ange- hörigen, darum muß das Streben der Hülfsververeiue unausgesetzt dahin gehen, durch Belehrung nnd Aufklärung das Interesse für ihre Sache lebendig zu erhalten, den Be­stand ihrer Mttqli der von Jahr zu Jahr zu erhöhen, und ihre Leistungsfähig- feit im Frieden wie für den Kriegsfall zu sichern.

Wir schließen mit der in deni Rechenschaftsbericht des Hülfs Vereins für die Jahre 1872 bis 1874 (Wirken und Wollen) an alle Glieder und Freunde der Hülfs- vereinssache, aber auch an Alle, welcher seither dem großen Wohlthätigkeitswerke fern standen, gerichtete Mahnung:

Es ergiebt sich aus Allem, wie nöthig auf diesem Gebiet (der Jnvaliden-Fiir- sorge) noch immer die Privat-Wohlthätigkeit und ihre Steigerung ist, und die Mahnung an Alle, nicht nachzulasjen in der Erfüllung der patriotischen Pflicht dankbarer Fürsorge für die Opfer des großen nationalen Krieges, die Invaliden und die Hinterbliebenen der Gefallenen."

Gießen, den 6. November 1877.

Der Vorstand des Zweig-Hülfsvereins.

Hahn. vr. Boekmann. vr. Stammler. Haberkorn. vr. Milbrand. Arnold Müller. Dr. W. Diehl.

Allgemeiner

Anzeiger.

Berichtigung.

6527) In der die Ergänzungs-Wahl zur Stadtverordneten- Versammlung betreffenden Bekanntmachung vom 15. d. M. muß es unter Nr. 2 statt K bis R heißen Bl bis !*

6509) Nachdem Grcßherzogliches Ministerium des Innern, Abthetlung für Schulanqelegenheiten, der Stadt Hungen die Genehmigung ertheilt hat, eine höhere Schule zu eirichten, und dem Stadtvorstand es gelungen ist, in der Person des Herrn Dr. phil. Kellner, seitheriger Oberlehrer der Real­schule zu Hanau, sowie des Herrn Pfarramtscandidaten Gauert, seitheriger Jnstitutslehrer dahier, anerkannt tüchtige Lehrkräfte zu engagiren, so wird hier­mit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß diese Schule am 1. December 1877 ihren Anfang nimmt.

Bezüglich des in dieser Schule ertheilt werdenden Unterrichts sowohl, als auch der zu leistenden Schulgeldern ist der Unterzeichnete bereit, jede gewünschte Auskunft zu ertheilen, sowie Anmeldungen entgegen zu nehmen.

Hungen, den 19. November 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen.

Bender.

Oeffentliche Aufforderung.

Forderungen jeder Art an das überschuldete Vermögen des Kaufmanns Heinrich Batten­feld dahier sind im Termin

Freitag den 14. December l. I., Vormittags 9 Uhr,

bei unterzeichnetem Gericht anzumelven. Von den weder persönlich erscheinenden, noch durch Bevollmächtigte gehörig vertretenen Gläubigern wird angenommen, daß sie in allen im Termin zur Sprache kommenden Punkten, namentlich bezüglich eines etwaigen Arrangements den Be­schlüssen der rechtlichen Mehrheit der erschienenen Gläubiger zusttmmten.

Gießen, am 6. November 1877. (6517

Großhcrzogliches Stadtgericht Gießen.

_________Bötticher._______Gebhardt.________

Oberhessische Eisenbahnen.

Die Lieferung nachstehender Betriebs - und Werkstättcmaterialien, als:

verschiedener Metalle und Metallwaaren, Dielen resp Bohlen von Kiefern, Eichen- und Pappelholz, Reiserwellen, Oele und Petroleum, Firnisse und Lacke, Fruchtgummi, Mennige, Bleiweiß, Kupfervitriol, Lampen- cplinder, Wasserstandgläser und Glasscheiben, Filz, Dochtband und Wollendochigarn, Hanf, Oelsaugpolstcr, Stopfbüchsenpackung, Putzleinen und Putzbaumwolle, Schmirgel- leinen, EPinsel, Plombirkordel, Waschleder, Zündhölzer, Gras und Kleesamen,

soll für das Jahr 1878 im Wege der Submission vergeben werden. Lieferungsangebote sind späte­stens bis zum 12. December d. I., Vormittags 10 Uhr, portofrei, versiegelt und mit der Auf­schrift:

Offerte rur Lieferung von Betriebs­und Werkstättematerialien^,

an die unterzeichnete Direction einzureichcn.

Die^ Lieferungsbedingungen nebst dem Ver- zeichniß der Materialien können bei unserer Kanzlet und Magazinsverwaltung dahier, sowie auf der Station Alsfeld eingesehen, auch gegen

eine franco einzusendende Gebühr von 60 durch unsere Kanzlei bezogen werden.

Gießen, den 15. November 1877. Großherzogliche Direction.

Mohn. (6516

Versteigerungen.

Bekanntmachung.

Am Mittwoch den 28. d. M, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem hiesigen Pofthofe öffentlich und meistbietend gegen Baarzahlung ver­steigert werden:

1) ein im Postdienfte nicht mehr ver­wendbarer sechssitziger Postwagen,

2) eine Packkiste.

Gießen, den 18. November 1877.

Kaiser!. Postamt.

I. V.:

6508) Pagenftecher

Dienstag den 11. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dabiesiaem Ortsaericht die Grund­stücke des Wilhelm Steinmüller in Lang-Göns, als: Flur Mtr.

lo/3ooa 781 Acker auf der Hardt über dem Garten,

12/404 $69 Acker daselbst, auf den hintersten Trischen,

12/405 669 Acker daselbst,

11/487 519 Acker an der Landwehr, 14/225 806 Acker in der Schwemme, 14/141 363 Acker daselbst, unter der Land­wehr,

15/273 1219 Acker auf der kleinen Weide, 15/291 825 Wiese daselbst, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 18. October 1877.

Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5936) Müller.

Brauerei-Inventar - Verkauf.

6503) Wegen Aufgabe des Geschäfls sollen

Dienstag den 27. November,

Vormittags 11 Uhr, sämmtliche Inventar-Gegenstände der Gräflich Stolbergischen Brauerei da­hier unter den bei der Versteigerung bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend verkauft werden. Es befinden sich darunter:

1 kupferner Braukessel, 43 hl haltend,

1 f 12

1 gußeisernes Kühlschiff, 51

1 Maischbütte mit gußeisernem Senk­boden, 102 hl haltend,

1 Maischbütte, 28 hl haltend,

9 Gährbütten, 46 u. 28 hl haltend, 1 Quellbottig, 46 hl haltend, 40 Stück Lagerfässer ä 16 hl,

40 A 8

30 ä 4,8 ,

500 Transportfäffer, ca. 80, 40 und

20 1 haltend,

1 Maischpumpe und 1 Malzschrot­mühle,

1 Kastenkühler und 1 Bierwürgel, beide ganz neu,

1 Decimal- und 1 Schnellwaage, Schläuche, Blechrohre rc. rc.

Vorbenannte Gegenstände sind theils erst in den letzten 10 Jahren neu an­geschafft und befinden sich meistens noch in sehr gutem Zustande.

Ferner werden versteigert:

ca. 115 Etr. Malz,

5 Saazer Hopfen von 1876.

Gedern, den 16. November 1877.

Gräflich Stolberg'sches Rentamt

Brumhard, Domänenrath.

Dienstag den 11. December,

Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahnsigem Ortsgericht die Grund­stücke des Philipp Weller in Heuchel­heim, als: Flur Mtr.

12/79 931 Acker in der Koppelhuth,

15/153 919 Wiese am Wolssfurth,

13/i37 263 Wiese auf der Hardt, die vor- terften Trischen,

i°/278 1213 Acker auf der Hardt über den

Graben, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 18. October 1877.

Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5914) Müller.

Donnerstag den 22. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die dem Karl JacobSchmittgehörigen Grund­stücke: Flur Mtr.

2/Z6 1287 Acker am Wismarerweg an der Lahn,

2/27 1287 Acker daselbst meistbietend versteigert werden.

Gießen, am 14. November 1877.

Großherzogl. Ortsgericht Gießen.

6397)_________Müller._____________

Bekanntmachung.

Mittwoch den 28. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Schuldenwesen des Oeorff Phi lipp zu Königsaasen:

2 Pferde nebst Pferdegeschirr,

1 Kuh,

10 Hühner,

2 Wagen mit Zugehör,

2 Pflüge,

1 Egge,

10 Fuder Korn,

5 Fuder Waizen,

60 Ctr. Heu, sowie sonstige Oeconomiegeräthschaften und Hausrath aller Art, versteigert werden. Nieder-Ohmen, am 18. November 1877.

Gr. Ortsgericht Nieder-Ohmen. 6504) Ohnacker.

Seilgeöotenrs.

6513) Ein faßt neuer Militär-Rock b;l- lig zu verkaufen.

_________W L ö b, Wetzsteinsoasse A. 62.

Kinser Pastillen

6506) (in plombirten Schachteln) aus den festen Bestandtheilen der Emser Quellen bereitet, seit Jahren gegen Hais­und Brustleiden bewährt, sowie

Emser Victoria quelle die kohlensäurereichste und daher halt­barste aller Emser Quellen, stets vorräthig : in Giessen bei EMIL FISCHBACH.

König Wilhclms-Felsenquellen,Ems. 6510) Eme pure Zither zu verkaufen.

Nähtrrs in der Exped. e. Blris.___________

Prima

ital. Maronen

empfiehlt (6529

Gg. Wilh. Weldip.

Feinster Losodinischer Dor|"dj=£cüert(jran von K. Sardem ann in Emmerich, we^en fitner Güle und Wirksamkeit allseitig von den Aerztrn empfohlen ist stets vor­räthig in Or'ginolflaschen ä 1 JL

Dersilte eisenhaltig ä «X 1 20 H in Gitß n bei (6505

I- 21. Busch Söhne.