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Freitag, den 20. Juli
ML. 163.
AnM- uni) Amtsblatt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Expeditionr Schulstraße, Lrt. 8. Nr. 18.
Preis vierteljährlich S Mark 20 Pf mit^Bnngerlohn. ^Durck die Post bezogen vierteliahrlrch 2 Mark 50 Pf.
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Deutschland.
Darmstadt, 17. Juli. Die „Lärmst. Ztg." meldet: Der Großherzog und die Großherzogin sind heute im strengsten 3n«gmto nach Metz °bg«eist. Der Großherzvg kehrt morgen zurück. Die Frau Großherzogin wird sich ' Folge ärztlichen Anrathens zu einem mchimonatllchcn Aufenthalte m ein See-
interventren solle" c »An k s
Msgr. Stroßmayer's Gesuch wurde von dem Papste und dem Cardinal Simeoui einer eingehenden Prüfung unterzogen, Beide konnten sich jedoch aus Besorgniß. eine Reihe großer Schwierigkeiten heivorznrufen, brsher zu emer entschiedenen Antwort nicht ermannen. Einstweilen hat sich die päpstliche Curie damit aus der Verlegenheit zu Helsen gesucht, daß sie Msgr. Stroßmaher bis aus Weiteres freie Hand lasten zu wollen erklärte und ihn das zu thun anwies, was er, ohne den Jnteresten der Kirche und des heiligen Stuhles nahezu- trcten, für das Wohl der Katholiken am zusagendsten halte.
Rom, 17. Juli. Die „Italic" bezeichnet die Nachricht, 3tatien werde Antivari besetzen, im Falle England Galipoli occupiren werde, .als vollkommen unbegründet.
Rußland.
Moskau, 17. Juli. Di- Vollziehung des Urtheils gegen Dr. Strous- berg auf Landesverweisung hat wiederum eine» Ausschub erlitten, da die Proceß- Acten sich in Petersburg befinden und ohne d'-s-lben der ihm zur Last fallende Theil der Gerichtskosten nicht zu bestimme» ist. Das hiesige Bezirksgericht hat deshalb dort bei dem Senate angesragt. — Die „Agence Rüste weist dn- Darstellungen angeblicher russischer Grausamkeiten als unbegründet zurückh .nd.m sie die strenge Disciplin der russischen Armee hervvrhebt. Di- türkische Bevölkerung sei in den von den Rusten besetzten Ortschaften M-ist-ns g-bbi-ben und werde dieselbe auf dem Fuße vollkommener Gleichheit behandelt. Das Lebe» und Eigenthum der Muselmänner werde wie das der Christen respecttrt.
Amerika.
Washington, 18. Juli. Das Cabittet hat gestern über die me;r- canische Frage bcrathen. Die Berichte des Generals Ord und des Gesandten der Union in Mexico lassen die Unterdrückuirg des Räuberwesens ohne Storung der internationalen Beziehungen hoffe». Di- Reg -rung will deßhaib keu>e neuen Schritte thun, in der Erwartung, daß Mexico seinen Verpflichtung»
AranLreich.
Paris, 16. Juli. Dem „Salut Public" von Lyon rufolge^kaufen mehrere Regierungen, namentlich die italienische, Pserde in Frankreich. Kardnial-Eirbtscbof von Paris hat einen Brief an alle französischen
Kirche auf dem Mont-Martre zu schicken.
ßngland
Lo-don 17. Juli. Der „Standard" schließt -ine Besprechung des Balkan U-b-rgangs Seilens der Rusten mit der Versicherung, englanb toerbe Ä etarÄi Konstantinopels durch bie Rusten nicht passiv bleiben unb eine Besetzung Konstantinopels burch die Rüster। niemals zuseben
£onboit 17.^Juli, Abends. Im Unterhause kündigte Campbell an, daß /demnächst an die Regierung die A»sra«erichtenw-rde. ob^nunmehr bemüht sein werde, die Organisirung der christlichen Provinzen der Türkei als
Italien
Nom. Die römische Curie ist in arger Klemme. Im Herzen nimmt sie Partei für den ungläubigen Türken gegen den Rusten, welcher für die Christen zu fechten angibt. Aber da gibt es auch gutkatholische Slaven, denen mit dieser Parteinahme durchaus nicht gedient ist. Msgr. Stroßmayer, der Bstchof von Bosnien und Syrmien, hat, veranlaßt durch die immer hoher gehe^e Bewegung unter der katholischen Bevölkerung in Bosnien, dem Cardmal-Ltaatssecretar Simeoni ein Schreiben folgenden Inhalts zugehen lasten: „Es ist das zweite Mal, daß der Unterzeichnete Anweisungen verlangt, wie er die Katholiken seiner Diöcese leiten solle, welche von den Ereignissen gedrängt, alle Augenblicke ihren Bischof um Rathschläge angehen. Da er keine besonderen Instructionen erhielt und die Situation kritischer denn je geworben ist, indem eine flrojje Bosniaken dem österreichischen Kaiserstaate einverleibt zu werden wünscht, so ersucht der Gefertigte neuerlich ihm anzugeben:
a) ob er der durch diese Bittsteller geschaffenen Strömung folgen solle, b) ob er Anweisungen ausgeben solle und wenn ja, in welchem Sinne; c) ob er sich unthätig verhalten und es den Katholiken überlasten solle, nach eigenem Gutdünken zu handeln; und
d) ob er im letzteren Falle zu einer gewissen Zett unb auf welche Weife
ber Basis ber Selbstregierung herbeizuführen, wie solche bereits von ben übrigen europäischen Mächten unb auch von Rußlanb m Vorschlag gebracht worbe» ei. Unter-Staatssecretär Bourke erklärte, veranlaßt durch Gourley, bie eng- rsche Regierung beabsichtige nicht, wegen ber von ber Pforte erlassenen Verfügungen bezüglich bes Schifffahrts-Verkehrs burch ben Bosporus unb nach ben Häfen bes Schwarzen Meeres bei ber Pforte Vorstellungen zu
Anfrage von Diike beantwortete Bourke batji» : es feien 6ei ber Pforte Ccfyritte qethan hinsichtlich ber Wirksamkeit ber türkischen Blokabe ber russischen Häfen am Schwarzen Meere. D,e Pforte habe darauf Sibert i sie betrachte d, Blokade als effectiv. Als sodann türkische Fahrzeuge durck russische Schiffe aufgebracht worden seien, wären neue Vorstellungen bei der Pforte erhoben worbe». Auf Befragen Cave's erklärte SBourfe: die Regierung that ferne Schritte bei Peru bezüglich ber Einstellung bet Zinszahlungen. Eme wiedet- bolte Anfrage von Dilke würbe von Bourke folgenbermaßen beantwortet: bie Regierung ist von bem angeblichen Tobe bes Emirs v. Kaschgar nicht osficiell in Keimtniß gesetzt. Der britische Consul in Abrianopel hat bie Regierung benachrichtigt , baß bie russische Avantgarbe ben Balkan überschritt. Nachrichte» aus Konstantinopel zufolge ist bie russische Truppenstärke im Balkan nicht ,o groß, als die Zeitungen angeben. _
3 London, 18 Juli. Der „Daily Telegraph meint , das Jntereste Englands und anderer Mächte erheische, dem weiteren Vordringen der Rusten gegen den Bosporus entschieden entgegenzutreten. Auch nur eine Zeitweilige Besetzung Konstantinopels durch die Russen wurde ein todtltcher Schlag für England sein.
SMimlung am ' Turchst liegt h t. Sprecher,
Rakturg °ciS8Uhr,
stand.
Hesterrcich.
Wien. 18. Juli. Gegenüber ben Alarm-Gerüchte» wirb osficiös erklärt! Oesterreichs Haltung bleibe burch ben Uebergang bet Muffen übet ben Balkan vollkommen unberührt. Die Tragweite bes Ueberganges sei «och frag lich Erst nach ber Ni-berwerfung ber türkische» Armee s°'°" Maßregel» von Seiten Oesterreichs »othwenbig. Jebenfalls werbe Rußlanb bte Consequenze» bes Krieges nicht allein ziehen.
dab b^'. 17 3ul(- Die Leiche bes Bischofs v. Ketteler würbe heute
Vormittag 10 Uhr am hiesigen Bahnhöfe von bem D°m-Capttel unb b-m Elerus der Stadt in Empfang genommen. An der Spitze der Geistlichkei fnnciiontrte Dom-Capitular Moufang, da der Dom-Dekan Heinrich erkrank war. Nachdem die Einsegnung der Leiche stattgesunden hatte, wurde dieselbe in feierlichem Zuge durch die Straßen der Stadt nach dem bischöflichen Hause geleitet. Die Betheiligung Seitens der Bürgerschaft und von auswärts war eme ^h^^bhastt^ . £eute Vormittag um 9 Uhr fand die Ueberführung der Leiche des Bischofs v. Ketteler aus dem bischöflichen Hause nach bemDome unter coloffaler Betheiliaung des Publikums statt. Der Zug bildete sich aus ben Schülern ber katholischen Schulen, ben Waisenknaben, ben Mitgli-bern ber katholischen Vereine unb ben Bauhandwerks-Melstern bes Domes, ferner aus den Geistlichen, ben anwesenben fremben Bischöfen, und schließlich ben Anverwandte» bes verstorbene» Bischofs unb den Militär- unb C'v'lbehotden. Der ziofmatschall Westerweller vertrat ben Grotzherzog, Mimstetialrath Weber war im Name» ber Regierung anwesenb. Der Zug trat burch bie Willigsp o in ben Dorn ein. Jrn Dome angelangt, wurde die Leiche auf den tm Mittel schiffe errichteten Katafalk aufgestellt unb das Beneblet»« gesungen. Hieraus begann bas Requiem, bem sich bie Trauerrede, die feierliche Einsegnung »nb Beisetzung der Leiche in der St. Maricn-Capelle anschloß.
Berlin, 17. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." erfahrt zuverlässig,^daß, die im Bau befindlichen zwei Panzercorvetten die-Namen .Bayern" und ^ach^ sen" erhalten werden. Letztere werde am 21. Juli m Stettin vom Chef der Admiralität, General Stosch, persönlich bie Taufe erhalte» ; erstere könne erst in einigen Monaten zur Taufe in Kiel bereit gestellt werden.
Aus Nassau, 16. Juli. Seitens des königlichen Ober-Ptasidiums ,,, ist anl 10. Juli an das bischöfliche Dom-Capitel zu Limburg die Aufforderung ergangen, nach nunmehriger Erlebigung des bischöflichen Ltuhles innerhalb 10 Tagen einen Bisthums-Verweser zu wählen und von dem Geschehenen Anzeige zu erstatten. Das Capitel wird dieser Aufforderung natürlich nicht nachkommen, da es bie Absetzung bes Dr. I. Mum nicht -»er enn unD deshalb den Bischofsstuhl nicht für erledigt ansiehd Die Ernennung emes staatlichen Commiffars ist deshalb unausbleiblich, unb zwar auf Grunb bes k 6 Alinea 2 bes Gesetzes vom 20. Mai 1874. Die _eü'ie,n™ ®erinogenä- Obiecte werben staatlicherseits jedenfalls schon in ben nächsten Tagen m Ver- wahruua genommen werde». — Dem katholischen Pfarrer Much m Dombach ist regierungsseitig verboten worben, im Schullocale Religions-Unterricht zu er- «heile». — Die durch barmherzige Schwestern geleitete höhere Töchterschule zu Oberlahnstein muß bereits mit dem 1. October b. Js. ihre THSt'gk-tt einstellen, ba alle Gesuche um Hinausschiebung des Aufl°fungs-Term»E "bschlägig besch den worben sind. — Di- neuerbaute Eisenbahn-Strecke Kamberg-Jbstem ber L^ssischen Lubwigsbahn-Gesellschaft wurde vergangene» Donnerstag bem V-r-
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