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Sonntaq, den 20. Mai
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Aiffige- ui Amtsblatt für den Kreis Gießen
Schließlich errheilte der Papst den Pilgern den
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worauf sich die
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
San Francisco mit versiegelten
Kriegs-Operationen nicht Angriff bewahrt werden Gebietes zu enthalten.
berührt werden; ferner muffe Alexandria vor einem und Rußland habe sich jeder Eroberung persischen
tu Gott zu beten für das Rude unter den Völkern, apostolischen Segen.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
/ London, 17. Mai. „Reuter's Bureau" meldet aus
M vom 16. d Mts.: Der Rest des russischen Geschwaders ist
Offert ?inj^
Sehlffeberlcht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in (Sieben.
Southampton, 16. Mai. Das Postdampfschiff Mosel, Capt. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches em 5. Mat von Newyork abgegangen war, ist heute 11 Uhr Vormittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 1 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Mosel überbringt 408 Passagiere und volle Ladung.
Das Postdamvfschiff Braunschweig, Capt. C-Undütsch, vom Norddeutschen Llyod in Bremen, von Baltimore kommend, ist gestern 8 Uhr Abends wohlbehalten Hurst Castle passirt und hat um 10 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Braunschweig überbringt 83 Passagiere und volle Ladung.
Dos Postdampfschiff Hannover, Capt. H. Erdmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, vor» Ncworleans und Havana kommend, ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten Hurst Castle passirt und hat um 9 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fort- gesetzt- Die Hannover überbringt 149 Passagiere und volle Ladung.
Türkei.
18. Mai. Die Botschafter Deutschlands, Oester-
Der Scheit ül Islam hat dem Sultan den Titel „der Siegreiche" beigelegt in Folge der Einnahme von Suchum-Kale._______________________________
Statten
Rom, 17. Mai. Der Papst empfing heute eine Anzahl deutscher Pilger. Der ehemalige Erzbischof von Köln und Freiherr v. Loe verlasen zwei lateinische Adressen. Der Papst erwiderte in italienischer Sprache und forderte
Angesichts der Lage der katholischen Kirche in Deutschland die Anwesenden auf, Heil der Kirche, für den Papst, für Frieden und
Handel und Verkehr.
Gießen, 19. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt Miete: Butter, per Pfd. 1 30 1 34 H, Hühnereier, per Stück 5 Gänseeier, per Stück 10^,
Enteneier, per Stück 6 H, Käse, per Stück 4—9 Kasematte, per St. 3 H Erbsen, 1 Liter 18 Linsen, 1 Liter 20 Tauben, das Paar 60 Hühner, per Stück 90^ Hahnen, per Stück —, Kartoffeln, 100 Kilo 8 Jt. 50
Butzbach, 18. Mai. Der gestrige hier abgehaltene Schweinemarkt war gegen alle früheren Märkte ausnahmsweise sehr stark befahren, lieber 100 Fuhrwerke brachten circa 1500 Schweine auf den Markt, darunter sehr schöne Waare, welche bei großer Kauflust meistens zu hoben Preisen abgesetzt wurden. Wie uns von zuverlässiger Seile mttgetheilt wird, soll der gestrige abgchaltene Schweinemarkt bis jetzt der stark be- iahrenste Markt in ganz Ober Hessen (auf dem Himmelfahr tmarkt in Gießen waren 2433 Stück aufgetrieben) gewesen sein. Der nächste Markt findet am 28. Juni statt.
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Deutschland.
Berlin, 17. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Ankündigung einiger Blätter, der Präsident des Ober-Kirchenraths, Herrmann, gedenke seinen Abschied zu nehmen, wenn der Präsident des Consistoriums, Hegel, im Amte verbleibe, scheint der amtlichen Lage dieser Angelegenheit nicht zu entsprechen. In unterrichteten Kreisen wird verneint, daß Präsident Herrmann die Sache auf eine solche Alternative gestellt habe.
Berlin, 18. Mat. In Petersburg wurde eine englische Protest-Note überreicht, welche folgende Forderungen ausstellt: Konstantinopel dürfe nicht angegriffen, kein Punkt der Dardanellen besetzt und der Suez-Canal von den
Konstantinopel. , , .
reichs und Italiens treffen heute Abend hier ein. — Das amtliche Blatt meldet:
Der orientalische Krieg.
Konstantinopel, 16. Mai. Einer Meldung der „Agence Havas" zufolge hat ein türkisches Panzerschiff Suchum-Kale verlassen und ist nach Datum abgegangen, um Munition und Gewehre zur Verkeilung unter die Tscherkesseu zu holen, welche sortsahren, sich gegen die Russen zu schlagen.
Konstantinopel, 17. Mai. Ein amtliches Telegramm, welches die Einnahme von Suchum-Kale und die Erhebung der tscherkessischen Landes- Bewohner bestätigt, meldet zugleich von der Niedermetzelung der Garnison und Verbrennung der Stadt.
Petersburg, 17. Mai. Die „Agence Russe" erklärt die Nachricht, daß ein Abgesandter Persiens nach Petersburg kommen werde, um ein Ueber- einfommen in Betreff Durchzuges russischer Truppen durch Persien abzuschließen, für unrichtig. Rußland und Persien hätten ständige Vertretungen, welche uöthigenfalls diese Angelegenheit erledigen könnten. Graf Schuwaloff ist eingetroffen und heute vom Kaiser und vom Fürsten Gortschakoff empfangen worden.
Konstantinopel, 17. Mai. Der Minister des Auswärtigen, Savfek Pasch' hat den Vertretern der Pforte im Auslande folgende Mittheilung zugesandt : Dsokof (?) und Suchum-Kale sind von unseren Truppen zu Lande und zu Wasser angegriffen worden und in unsere Hände gefallen. Der Feind wurde vollständig in die Flucht geschlagen und erlitt große Verluste. Die Bevölkerung nimmt unsere Truppen überall sehr freundlich auf. In Circassien und an mehreren Orlen deS Kaukasus sind Jnfurrectiouen ausgebrochen.
Wien, 18. Mai. Ein Telegramm der „Neuen Fr. Pr." aus Bukarest vom 17. d. Mts. meldet: Das russische Hauptquartier wird am Sonntag hier eintreffen. Russische Truppen haben die Aluta bei Vidraauf überschritten. An der nach Giurgewo führenden Straße wird ein großes russisches Lager aufgeschlagen. — Die Türken haben gegenüber Turn Magurclli und gegenüber der Jimnitza eine Batterie aufgeschlagen.
Wien, 18. Mai. Die „Presse" meldet aus Jassy: Die Division Aller des 11. russischen Armeecorps hat die Donau zwischen Braila und Matschin überschritten und beherrscht mit ihren Geschütz-Positionen den Donau-Arm vor Matschin. Das „fliegende Corps" recognoscirt seit einigen Tagen in der Dobrudscha.
London, 18. Mai. „Reuter's Bureau" meldet aus Erzerum vom 12. d. Mts.: Die Russen haben ihre Recoznoscirungen bis Karakilissa ausgedehnt und bei Kars eine Schiffbrücke zu bauen begonnen, um Belagerungs- Geschütze über den KarSfluß zu setzen. Die Russen vertheilen Getreide zur Aussaat und bezahlen Lebensmittel sehr hoch. Ein Angriff der Russen auf türkische Streitkräfte bei Ardahan wurde abgewiesen.
Schweiz.
Basel, 18. Mai. Die internationale Conferenz zur Berathung über die Gotthard - Eisenbahn«Angelegenheit ist auf den 28. Mai nach Bern einberufen.
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Frankreich.
Paris, 17. Mai. Der „Moniteur" bringt eine Note, tvonach die Bildung des neuen Cabinets noch im Laufe des Abends zu erwarten sei. Marschall Mac Mahon habe im Laufe des Tages mit Personen aus den con- ftitutioneUen Gruppen des Senats und der Deputirtenkammer Besprechungen gehabt und den festen Entschluß ausgesprochen, ein absolut constttutionelles Ministerium zu wählen mit einem der Constitution entsprechenden Programm, d.rS vor Allem mit der Erledigung der Geschäfte und der Berathung des Etats sich beschäftige. Man müsse auf den gesunden Sinn und Patriotismus bcr Parteien hoffen. Gerüchtweise verlautet, Decazes, Broglie und Fourtou nürven dem neuen Cabinet angehören.
— Das neue Cabinet ist zusammengesetzt wie folgt: Herzog v. Broglie Präsident und Minister der Justiz, Fourtou Minister des Innern, Caillaux Finanzminister, Paris Minister der öffentlichen Arbeiten, de Meaux Minister der Landwirthschaft. Brunet Unterrichtsminister. Das Entlassungs-Gesuch des Ministers deS Auswärtigen und des Kriegsministers ist nicht angenommen, das Ministerium wird interimistisch versehen.
Paris, 18. Mai. Von gut unterrichteter Seite wird die Zeitungs- Nachricht, daß der italienische Botschafter, General Cialdini, bei dem Herzog Decazes Schritte gekhan habe, um vor den Folgen der Bildung eines klerikalen Cabinets zu warnen, als völlig unbegründet bezeichnet. Ebenso ist selbstverständlich Un gleiches hinsichtlich des Fürsten Hohenlohe verbreitetes Gerücht ohne jeden thatsächlichen Anhalt.
— Das „Journal officiel" veröffentlicht die Namen des neuen Ministeriums, wie solche bereits gemeldet wurden. — Ein Schreiben des Marschalls Mac Mahon an den Herzog Decazes bestätigt, daß er die bestehenden freundschaftlichen und vertrauensvollen Beziehungen zu den Mächten aufrechterhalten zu sehen wünsche; dieselben dürften in keiner Weise verletzt und Nichts daran geändert werden.
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, i l ' oj i;t don bifoctc--' " — Bei der gestrigen Abend-Gesellschaft im Elis^e-Palast betonten mehrere
torserledigt-ul Philologen der neuen Minister gegenüber den Vertretern der auswärtigen Mächte, daß die ^!°in^erbesen. Cabinets-Krisis durch Gründe der inneren Politik veranlaßt gewesen sei und
rhil ‘ s'eib« ohne Gelll°Pdadi:t mit der auswärtigen Politik in keinerlei Zusammenhang stehe.
,>en können and BerfatlkS, 17. Mai. In der Deputirtenkammer beantragt die Linke,
,'^Tr und ei”trig|60l bas abgetretene Ministerium zu interpelliren. Der Minister Christophle “?terjn Frank^ti- weigert sich, zu antworten, bevor er sich mit seinen Collegen verständigt. Die ^ammer beschließt gleichwohl die sofortige Discussion. Nachdem Gambetta die L Interpellation entwickelt, beantragt derselbe die bereits gemeldete Tages-Ordnung. IW*1 ^sMrndediE°^ Dieselbe wurde mit 355 gegen 154 Stimmen angenommen, >'t‘enafi ‘fit11 >ammet bis morgen vertagte.
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