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f¥o. 1«T Dienstag, den 17. Juli 18VS.
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Ailffige- mi> AmtsM für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher HHeil.
B e k a n n t m a ch u n g.
Zn Ordern wird am 16. d. Mts. eine Telegraphen-Anstalt mit beschränktem Tagesdienst (vergl. § 4 der Telegraphen-Ordnung für das Deutsche Reich) eröffnet.
Darmstadt, den 11. Juli 1877.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
Deininger.
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politisch
Keutschland.
Berlin, 14. Juli. Sämmtliche Sanitäts-Züge aus Deutschland werden hier nur ausgerüstet und russischer Seits bezahlt. — Straßburg erhält ein vierzehntes detachirtes Fort am rechten Rhetnufer zwischen Fort Kirchbach und Rhein nahe bei der Altenheimer Mühle.
— Heute Morgen reisten der russische Hosjägermeister Tolstoy und der Botschasts-Secretär Murawieff mit dem dritten Santtätszuge, welchen das deutsche Central-Comite unter dem rothen Kreuz für den russischen Kriegs-Schauplatz ausgerüstet hat, von hier ab.
Berlin, 14. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Gegenüber der Nachricht, daß während der Anwesenheit des Chefs der Admiralität zu Wilhelmshaven die Indienststellung sämmtlicher Schiffe befohlen sei und zu diesem Zwecke aus den Wersten fleißig gearbeitet werde, kommt aus zuverlässigster Quelle die Versicherung, jene Angabe seien vollständig erfunden, vielmehr würden auf den Werften nur die nothwendigsten Reparaturen vorgenommen; umfaffendere Arbeiten seien nur für die Schrauben-Corvette „Ariadne" angeordnet, die im Laufe des October nach Ostasien absegeln soll.
Colrlenz, 14. Juli. Der ehemalige preußische Staats-Minister v. Bethmann-Hollweg ist auf Schloß Rheineck im Alter von 82 Jahren gestorben.
München, 14. Juli. Kammer-Sitzung. Auf eine Interpellation Freitag's betreffend den Beschluß des Bundesraths bezüglich der Niedersetzung einer Commission zur Vorberathung des Gesetz-Entwurss über die Einführung einer Reichs-Stempel- und Erbschafts-Steuer, erwiderte Minister-Präsident v. Psrctzschner: Baiern habe bezüglich der erwähnten Angelegenheit Bedenken gehabt, namentlich gegen die Uebertragung des Urkundenstempels an das Reich und habe sich daher im Bundesrath gegen den betreffenden Vorschlag ausgesprochen^ gleichviel sei derselbe durch diese hohe Körperschaft genehmigt worden. Die Instructionen, welche den baierischen Abgesandten zu der behufs Erörtung der Frage zusammtretenden Commission zu ertheilen seien, eigneten sich nicht zur augenblicklichen Mittheilung. Demnächst wurden die Gesetz-Entwürfe betreffend den Haupt-Etat der Militär-Verwaltung für das erste Vierteljahr 1877 und desgleichen für das Etatsjahr 1877/78 laut Bericht des Finanzausschusses provisorisch angenommen. Heute Abend soll die letzte Lesung dieser Vorlage stattfinden. Im Laufe der Debatte richtete Abg. Aloys v. Hafenbrädl an das Ministerium eine Anfrage hinsichtlich einer im Etat ausgewogenen Position von 126,000 Mk., die Baiern an Preußen zu zahlen hat. Vom Regierungstische wurde darauf mitgetheilt, diese Zahlung erfolge für die von Preußen den baierischen Truppen in Metz alljährlich geleisteten Lieferungen.
München, 14. Juli. Bei Eröffnung der Abendsitzung der Kammer verliest Minister Pfeuffer eine Botschaft des Königs, durch welche die Kammer vertagt wird. Die Sitzung wurde hierauf mit einem dreimaligen Hoch auf den König geschloffen.
Burghausen, 13. Juli. Soeben starb Bischof Freiherr v. Ketteler. (Wilhelm Emanuel Frhr. v. Ketteler wurde geboren zu Münster im Jahre 1811, widmete sich den juristischen Studien und war nach 1837 preußischer Regierungs- Referendar. Dann trat er in den geistlichen Stand, war Vicar in Beckum, erhielr 1846 die katholische Pfarre in Hopsten im Münsterlande und wurde 1848 von dem westfälischen Wahlbezirke Lengerich in die deutsche National- Versammlung nach Frankfurt abgeordnet. Im Jahre 1849 als Propst an die Hedwigskirche nach Berlin berufen, wurde er von hier aus im Juli 1850 auf den bischöflichen Stuhl von Mainz berufen, nachdem dem vom Domcapitel gewählten Gießener Professor Leopold Schmidt die päpstliche Bestätigung versagt norden war. Als Bischof stand derselbe nun als Kämpfer an der Spitze der ultramontanen Reactionspartei in der deutschen katholischen Kirche und in der Presse sowohl wie in parlamentarischen Versammlungen.) Nach zuverlässigster Mittheilung wird als Nachfolger auf dem Mainzer Bisckofstuhle vom dortigen Domcapitel, welches das Präsentationsrecht besitzt, Dr. Moufang vorgeschlagen.
Frankreich.
Paris, 14. Juli. Die meisten Abendzeitungen melden, es sei wahrscheinlich, daß die Neuwahlen für die Deputirtenkammer auf den 14. October anberaumt würden. — Der Appellhof hat die Verurtheilung von Bonnet-
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Duverdier, ehemaligen Präsidenten des Pariser Gemeinderathes zu 15 Monaten Gefängniß bestätigt.
Spanien.
Madrid, 14. Juli. Gestern entgleiste bei Robledo ein Eisenbahnzug worauf sich der König befand. Es wurde indeß Niemand beschädigt. — Aus Cuba wird gemeldet: Die telegraphische Verbindung zwischen Havanna und Puerto-Principe, welche durch die Aufständischen unterbrochen worden war, ist wieder hergestellt.
Griechenland.
Athen, 14. Juli. Am Donnerstag Abend griffen etwa 40 Türken ans den Ortschaften bei Rettino (Kandia) ein Christendorf an und verwundeten einen christlichen Einwohner. Die türkischen Behörden nahmen deßhalb mehrere Verhaftungen vor.
Der orientalische Krieg.
Wien, 13. Juli. Die Pforte hat hier wegen Besetzung des serbischen Gebiets am Timok behufs Verhinderung des russischen Proviant-Transports angefragt. Graf Andrassy erklärte, weder eine russische noch eine rumänische, noch eine türkische Besetzung des serbischen Gebietes zuzulaffen.
Bukarest, 13. Juli. Rumänien erhält zur Vertheidigung gegen den türkischen Angriff bei Widdin ein russisches Hülsscorps von 8000 Mann. Rußland sendet 32,000 Mann Verstärkungen zur Kaukasus-Armee.
Wien, 13. Juli. Einem Telegramm der „Pol. Corresp. aus Cettinje vom 12. d. zufolge steht Suleiman Pascha noch immer mit 30 Bataillonen bei Antivari. — Der britische Consul in Scutari ist im fürstlichen Hauptquartier in Orjaluja, wie man sagt, in wichtiger Mission etngetroffen. Sämmtliche Herzegowiner Insurgenten sollen sich am 15. d. in Ostrog versammeln, wo der Fürst am 16. d. mit einem Armeecorps eintreffen soll. Die Montenegriner beabsichtigen die Occupation einiger türkischer Grenzdistricte. — Einem Telegramm derselben Correspondeuz aus Belgrad vom 13. d. zufolge, hätte Osman Pascha Befehl erhalten, sich mit einem Theile seines Corps marschbereit zu halten, um im Falle der Nothwendigkeit das serbische Grenz-Ufer- Gebiet zu besetzen.
— Einer Meldung der „Preffe" aus Bukarest zufolge sind nach eingegangenen Nachrichten russische Eclaireurs vor Rustschuk erschienen. — Der türkische Oberbefehlshaber Abdul Kerim Paschn soll beabsichtigen, die Feld-Armee nach Schumla zurückzuziehen.
Konstantinopel, 13. Juli- Mittheilung des Ministers des Auswärtigen, Savfet Pascha, an die Vertreter der Pforte im Auslande: Die in Kestan Belorun eingerückte russische Division hat die Muselmänner entwaffnet und deren Waffen unter die Bulgaren vertheilt, worauf die muselmännische Bevölkerung niedergemetzelt und deren Wohnungen in Brand gesteckt wurden. Demnach scheinen die Ruffen, welche sich als Vertheidiger des Rechts und der Humanität und als Beschützer unserer Völkerstämme ankündtgten, die Ausrottung der muselmännischen Bevölkerung systematisch zu verfolgen. Wir zweifeln nicht, daß Europa durch die Mittheilung solcher Grausamkeiten lebhaft erregt und von Unwillen ergriffen werde.
— Die „Agence Havas" meldet: Man glaubt, daß demnächst der Waffenstillstand mit Montenegro abgeschlossen werde. Die Russen sind von Tirnowa aus im Vorrücken begriffen, doch sind alle Balkan-Uebergänge von den Türken stark besetzt.
Corfu, 13- Juli. Gestern passirte das türkische Transport-Geschwader mit den bei der Armee gegen Montenegro befindlich gewesenen Truppen vorüber.
Petersburg, 13. Juli. Die „Agence Ruffe" versichert gleichfalls, daß zwischen Rumänien und Serbien keine Convention bestehe. Zwischen Rußland und Oesterreich sei ein Einverständniß erzielt worden, welches dahin gehe, den beiden Fürstenthümern ihren guten Rath zu ertheilen, ohne jedoch für sich das Recht der Intervention in Anspruch zu nehmen. — Die „Agence Russe" meldet ferner, daß in Bulgarien die russischen Vorposten Gabrowa erreicht hätten.
Tiflis, 13. Juli. Die Zeitung „Karkas" meldet osficiell: Alexandropol, 11. Juli. Große Haufen Abchasier griffen am 9. d. die russischen Grenzposten


