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Mo. 135. Sonntag, den 17. Juni 1875.

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ch sttzt ihre Bemühungen, sich z» be- Commanbv folgt ihm morgen dorthin nach.

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katholischen Kirche nicht einstelle, genöthigt sehen, alle Angelegenheiten direct, ohne diplomatische Vermittlung, zu erledigen

Die neue Regierung in Frankreii' . , .

Einer Meldung derPreffe" aus Bukarest zufvlge ist das russische Hauptquartier heute theilweise nach Alexandria übergestedelt. Das ^lrmee-

Hesteneich.

Wien, 14. Juni. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest: Fürst Gortschakoff und General Jgnatieff beabsichtigen, provisorisch hier ihren Aufent-

Ieutschland.

Darmstadt, 15. Juni. Das Großb. Regierungsblatt Nr. 30 enthält Bekanntmachung Großh. Gesammt- Ministeriums, die Landestrauer wegen Ablebens Sr.'König!. Hoheit des Großherzogs Ludwig III. von Hessen

bei Rhein rc. rc. betreffend.

Die Beisetzung der Leiche des Höchstselig verschiedenen Großherzogs Ludwig 111. Königliche Hoheit findet sicherem Vernehmen nach Montag den 18. Juni, Morgens 9 Uhr, statt. .

Berlin, 14. Juni. DieNordd. Allg. Ztg." erwähnt mehrfach der in den Zeitungen umlausenden Nachrichten, welche ihrer Einkleidung rach aus diplomatischen Kreisen zu stammen oder Beziehungen zum auswärtigen Amte zu verrathen scheinen, in Wahrheit aber einfach als absurd zu bezeichnen sind. Zu diesen gehöre die Nachricht, daß Herr v. Keudell, der Botschafter m Rom, unter dem Dorwand einer ärztlichen Konsultation nach Wien geschickt worden sei um mit Oesterreich und Rußland über eine gemeinsame Stellung gegen den Vatikan tu verhandeln. Auch die Nachricht, daß bei dem auswärtigen Amte Nachsragen wegen des von den Rusten ober Rumänen standrechtlich erschossenen angeblichen deutschen Officiers eingegangen seien, sei rein aus der Luft fi^ffen.

_ Bei der Ersatzwahl zum Reichstage im sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreise erhielt Haseuclemr 12,752 Stimmen; Ludwig Löwe (Forischntts- Partei) 11,652 Stimmen; demnach ist Hasemlever gewählt.

Berlin, 15. Juni. Der Kronprinz wird sich morgen Vormittag zu den Beisetzungs-Feierlichkeiten nach Darmstadt begeben.

festigen, mit Energie fort. Der Minister des Innern geht zu diesem Zweck besonders scharf gegen dieschlechte" Preffe vor. Ob es ihm indeß gelingen wird, die öffeniliche Meinung für das neue Regim6 zu gewinnen, ist sehr frag­lich. Der enthusiastische Empfang, den Gambetta in Amiens gefunden, zeugt nicht gerade von starken Sympathieen der Bevölkerung für die neue Aera der moralischen Ordnung." Dagegen unterliegt es gegenwärtig keinem Zweifel mehr, daß die Regierung die Mehrheit des Senates für ihren Plan, die Kam­mer für Den Fall ihrer Widerspenstigkeit aufzulösen, gewonnen hat; sie hat die bisher etwas unzufriedenen Legitimisten durch das Versprechen, daß Mac Mahon im Jahre 1880, beim Ablauf des Septennats, weder eine Präsidentschaft aus Lebenszeit annehmen, noch sich auf eine Neuwahl einlassen werde, auf ihre Seite und damit alle Monarchisten unter Einen Hut gebracht. Gleichzeitig tritt die Intimität der Regierung mit dem Vatican immer klarer ans Licht; Zeugniß davon legt einerseits die Verleihung des Großkreuzes des Pins-Ordens an den Marschall-Präsidenten ab, andrerseits die ThatsachS, daß letzterer die Ver­mittlung des päpstlichen Stuhles in Anspruch genommen bat, um sich mit den Anhängern deö Roy zu verständigen. Selbstverständlich nimmt das Vertrauen, welches die neue Regierung in Europa genießt, in gleichem Verhältniß ab der deutsche Botschafter scheint sich in demonstrativer Weise von dem Elis6e fern zu halten.

Die englische Regierung hat die Welt-wieder einmal überrascht, indem sie den Mächten die Erklärung abgab, sie werde jeden Versuch, den Suez^Canal zu blokiren oder die Schifffahrt auf demselben zu hemmen, als eine Drohung gegen Indien und als eine schwere Beeinträchtigung des Welthandels ansehen, sie werde daher einem solchen Versuch gegenüber nicht passiv bleiben, es auch nicht dulden, daß der Canal zum Schauplatz von Kriegsoperationen gemacht werde. Den übrigen Mächten will es freilich etwas sonderbar vorkommen, daß England gleichzeitig die von der Suez-Canal-Gesellschaft vorgeschlagene Neutralisirnng des Canals abgelehnt hat läßt die Haltung Englands doch vermut hem daß es demselben mehr darum zu thun ist, den Canal für die eige­nen Zwecke sicher zu stellen bei dem englischen Volk findet dieser Schritt der Regierung indeß dieselbe Billigung, wie der früher von ihr vollzogene An­kauf eines großen Theils der Suez-Canal-Actien. Bemerkenswerth ist die Zu­nahme der Ausfuhr wie der Einfuhr Englands im Monat Mai um volle 2 pEt- man glaubt in derselben den Beweis für einen beginnenden Aufschwung des Wandels sehen zu dürfen. Glücklicher Weise thut die Regierung neuerdings Alles, was in ihren Kräften steht, um das Vertrauen der Geschäftswelt durch friedfertige Erklärungen zu heben. ,

Die Mitglieder der Opposition in Dänemark haben ein Manifest er­lassen, worin sie ihre Gesinnungsgenossen auffordern, dem Verein zum Schutze des Grundgesetzes beizutreten. Bei der Feier des Grundgesetz-Tages (5. Juni) trat die Vereinigung der Linken mit den Socialdemokraten deutlich zu Tage.

immer trauriger _, c

Während die Nachrichten aus Rom, zuletzt -unter Hinweisung auf eine angebliche Mission der Prinzessin von Thurn und Taxis, von der Unversohn- '.ichkeit Der päpstlichen Curie berichten, geht der Culturkampf in Preußin nad) wie vor in der gewohnten Weise vor sich. Der deutlichste Beweis von der fortgesetzten Durchführung der Maigesetze Seitens Der Regierung liegt in D<r Thatsache, daß letztere neuestens das Vermögen des erledigten Trierer Bis- thnms durch Den Regierungsrath Böttcher hat in Verwahrung und Verwaltung nehmtn lasten. Die' abgesetzien Bischöfe von Köln und Münster wollen ihren Dauernden Aufenthalt in Rom nehmen; Bischof Cremenz von Ermeland über dessen Haupt auch schon das Damoklesschwert der Absetzung hangt, ist dagegen von seiner Romfahrt nach Deutschland zurückgekehrt.

Während der Münchener Magistrat die Erlaubniß zu Processionen und Bittgängen für den Papst, nachdem derselbe unfern Kaiser beschimpft in patriotischer Entrüstung versagt hat, wird von dem Könige von Württem­berg leider bekannt, daß er dem Manne, Der den deutschen Kaiser einen rweilen Attila" genannt, seine Glückwünsche zu desten Jubiläum hat darbringen lassen! Die einzige Regierung, welche sich im BmideSrath für Annahme des vorn Reichstage beschlossenen Gesetz-Entwurfs über Aufhebung des Zeugmß- zwanas ausgesprochen hat, war, wie nachträglich verlautet, die badische.

' In Luzern ist am 4. d. Mts. eine aus Vertretern Deutschlands, der Schweiz und Italiens bestehende Conferenz zur Berathung über btt Weiterfuh- rung des Gotthardbahn-Unternehmens zusammengetreten und soll sowohl Deutschland wie Italien sich zur weiteren Zahlung von 10 Millionen Unter- stütziingsgeldern bereit erklärt haben. Einer Bekanntmachung des Schweizer Bunbesrathes zufolge hat Rußlanb den Antrag der Pforte, statt beb Kreuzes beu Halbrnonb als Unterscheibungszeichen bei Genfer Convention fu bie türkischen Truppen anzuerkenuen, im Anschluß an erne Aeußerung der beut- schen Reichsregiernng über diesen Gegenstand für die Dauer des gegenwärtigen Krieges angenommen, als Bedingung aber die Forberung aufgestellt, daß die Pforte für die Achtung des rothen Kreitzes etnstehen muffe.

Oesterreich-Ungarn wird in erster Linie zwar noch immer durch den orientalischen Krieg in Spannung erhallen, daneben nehmen «bor auch die Verhandliingen über denAusgleich" zwischen den beiden Reichshalften das öffentliche Jtllmste in Anspruch; leiber sind dieselben noch well von dem Z>e einer Verständigung entfernt. Dem katholl,chen Casino in Wh t>a: ®raf Anbraffy auf eine Petition wegen Verbefferung ber Lage des Papstks »ur Er wiberung die Weisung zugehen lasten, es möge sich zur Vermeidung von Unan- nehmlichkeiten in Zukunft gefälligst an seine Statuten halten.

Die Pllgerzuge, welche aus Anlaß des Btschofs-Jubilaums bes Papstes nach Rom gewallfahrtet sinb, haben ihr Ende erreicht ttnb sollen dem armen Gefangenen im Vatikan, abgefehen von den zahllosen kostbaren Wertbg sch , die er empfing, nicht weniger als 6V2 Millionen baareö Geld emgebrach ha

Unter den Ansprachen, welche der Papst hielt, verdient dlezemge, welche* die vom Cardinal Ledochowski geführten polnischen Pilger hielt, eine ef Erwähnung; er beklagte ihnen gegenüber zwar die Verfolgungen, die sie zu1 e- dulden hätten, meinte aber doch, sie müßten denselben nicht sowohl mit als mit Gebeten entgegentreten. Zur Gewalt fehlt s eben dem Papst Ruß gegenüber an den erforderlichen Mitteln. Darum hat sich auch sein ötaa secretär damit begnügt, dem diplomatischen Agenten Rußlands zu drohen, der

Das Hauptereigniß für uns ' Hessen ist in dieser Woche das Abttben unseres allverehrten und unvergeßlichen Landesherrn, Großherzogs Ludwigs III., durch Herzensgüte und Wohlwollen gegen sein Volk auSge- stattet, wie nur zu wünschen war. Das Volk wird seinem Ludwig dem Gütigen ein dankbares Andenken bewahren.

Unser Kaiser hat in Liegnitz das sechzigjährige Jubiläum seiner Ernen­nung zum Chef des Dort garnisonirenden Könige-Grenadier-Regiments begangen und bei dieser Gelegenheit seine Liebe zur Armee in verschiedenen Reden kund gegeben. Leider zog er sich auf der Rückreise eine Erkältung zu, doch ist diese Unpäßlichkeit bald wieder vergangen.

Fürst Bismarck, der in Kisstngen weilt, scheint diesmal von seinem Urlaub weniger zu haben, als je zuvor; soll er doch in Folge Der lebhaften Tätigkeit, die das auswärtige Amt gegenwärtig aus Anlaß der orientaUlchen Frage sowohl, wie Der Agitationen des Vatikans entwickelt, täglich 10 «Ltun- Den lang arbeiten und dazu noch Nichts oft im L-chlafe gestört werden!

Dem Tunnel bei Mvfelbahn bei Cochem ist zur Anerkennung feiner hohen Bebeutung für bie Wohlfahrt bes Reiches bie BezeichnungKaiser Wil­helm s - T u n n e 1" beigelegt worben. Das Schicksal ber seiner Zell burch ten römische» Priester Gnrowski für Venezuela angcwvrbenen westpreußischen Auswanberer gestaltet sich nach ben von bvrt kommenben Nachrichten