An die verehrt. Bewohner und Wahlberechtigten der Stadt Giessen.
Wir stehen vor der Ersatzwahl der sechs ausgeloofttn Stadtverordneten, welche oleich.kttia mit der Einführun« der Städteordnung aus den abgezweigten Wahlbezirken «-wählt worden waren. Seit der oerhältnitzmätzi« kurzen Zeit, In welcher dies« neue Städ-ordnung eingesührt wurde, hat es eine Partei verstanden, durch ihren, ur unser Gemeinwesen leide? ,-hr schädlichen Einfluh das Messer zur Auchnerzung sreihe.sticher und wichtiger Bestimmungen aus derselben anzulegen. Dieser Einfluß, dn durch die Beseitigung der Bezirkswahlen an Bedeutung noch gewonnen hat, «st die größte Gefah für unsern kaum begonnenen communalen Ausschwung und droht heute durch die volstischin Vereine, wie „Nationale und i!ib-rale' und „Socialdemokraten das Gebiet des inneren Gemeinwesens unserer Vaterstadt völlig zu beherrschen und die Selbst- ständigkeit des einzrlnen Bürgers als Schmarotzerpflanze zu umstricken. Es tritt angesichts dieser Gefahren an jedes einzelne Individuum die erste Bürgerpflicht heran, das Wohl unserer Vaterstadt im Auge zu haben urd diese Pflicht bedingt, daß zedim Versuche, Politik in unser Gemeinwesen hinein zu tragen, energ scher Widerstand geleistet werden muß, sei «S gegen „Nationale und Liberale", sei es gegen „Social, demokratetl . E^^^re Aneinandcrschließen den Beweis, daß Ihr die
Politik von rein communalen Angelegenheiten zu trennen wißt und somit bkicnlgin Männer wählet, welchen das allgemeine Interesse unserer Stadt am Herzen liegt un di- Euch Bürgschail geben, daß sie frei von Eigennützigkeit find. Wählet Manner welch- die Fähtck-it und den Muth besitzen, allensaUslgen Uebergristen Einhalt zu gebieten, wählet Männer, die vor Allem unabhängig sind und sich nicht durch etwaige Zuweisung geichäsllicher Voriheile, aus Dankbarkeit gegen ihre Wohlthater zu Mario nettcnpuppen »ebra.chen lassen- Solche Männei zu finden, dürfte auch selbst d a n n n ch schwer fallen, wenn Ihr von denjenigen Beamten und Mannern der Wissenschastz welche nur für die politischen Parteien Propaganda zu machen suchen, Euch frei gemacht habt. D« allzu großer Einfluß Einzelner, deren eigenes Interesse mit dem Interesse unserer Stadt collidtren könnte, schädlich ist, so schafft dadurch ein Gegengewicht, daß möglichst all- Stadttheile und alle Interessen gleichmäßig unter den Stadtverordneten vertreten stnd. Besolgt Ihr den Rath eines Mannes, d-r es gut meint mit unserer Vaterstadt und mit seinen Mitbürgern, dann werden wir den Frieden, der heute bedroht ist, in unserer Bürgerschaft erhalten und der Entwickelung besonnenen Forschrittes auf dem Gebiete unseres Gemeinwesens Vorschub leisten. m
Wähler! haltet Euch frei von der gefährlichen Tyrannei politischer Parteiführer! Euer einziges Ziel sei das Wohl des städtischen Gemeinwef ens! 6415)_____________________________________Etn Wähler.
6434) Zu der demnächst stattfinvenden Stadtverordneten- Wahl schlagen wir vor die Herren:
Th. Wortmann,
PH. Ubl,
Ferd. Gail,
L. Petri II., Andr. Guter, Ferd. Hofmann.
Mehrere Bürger.
Franenvereins Verlvosung.
Die bereits angekündtgte Verloosung wird nächsten Donnerstag den 22. November, Nachmittags 1 Uhr im alten Rathhaussaale statlfinden. Am demselben Tage, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Tags zuvor, Mittwoch den 21. November, Nachmittags von 2 bis 4 Uhr werden die zu verloosenden Gegenstände daselbst zur Ansicht ausgestellt sein, auch sind daselbst noch Loose zu haben. Dienstag den 20. November, Nachmittags von 2 bis 4 Uhr und Mittwoch Vormittag von 9 bis 12 Uhr sind im Ver- loosungslokal Damen zur Entgegennahme der Gaben bereit und bitten wir die Freunde unseres Vereins, welche sie bis dahin noch nicht abgegeben haben, sie dorthin senden zu wollen
Der Vorstand.
tlovicert itt Dillenburg *
6417) Sonntag den L8 l. M. findet un DECKER'schen Saale unter Lnlnug res Seminar-M'-siklebrers LLolfram eine Aufführung von
Comala,
dramatischem Gedicht nach Ossian, jllufik von ilicls IV. Gade, statt nut Chor- mit) Solo-Stunmen. Der Chor wird vom b "i ,cn Damen- Gesangverein und dem Seminar-Chor gebildet und Brfitbt aus nahezu 100 Stimmen.
Anfang 8 Uhr. Ende 9^ Ubr. — Entree ü Person 1 JL
Generalversammlung des Concerhereins.
6393) Dieselbe findet Freitag den 16* November, Abends 6 Ubr, mi kleinen Saale des Gesellschaftshauses st t .
Tagesordnung:
1) Bericht des Vorsitzenden über das abgelaufene Vereinsjahr.
2) Rechnungsablage und Decharge-Ertbeilung.
3) Neuwahl dts Vorstandes.
Die Mitglieder unseres Vereins werden zu reckt zahlreicher Betheiligung eingeladen.
Der Vorstand des Concertvereins.
| Geschäfts Eröffnung. X
6424) Einem verehrten hiesigen, sowie auswärtigen Publikum ö die ergebene Anzeige, daß ich von heute ab im Hause des Herrn A C. IjOhij, Seltersweg Nr. 187, ein wohlasiortirtes Lager JH a in Kämpen, sowie lackirlen und Deischlechwaaren X ub errichtet habe.
ns Es wird jederzeit mein eifrigstes Bestreben sein, durch reelle Maare, ö sowie billige Preise, mir das Vertrauen eines verehrten Publikums A zu erwerben und zu erh'lten.
Gießen, den 16. November 1877.
ul Hochachtungsvoll Vjjr
K Chr. Rosenberg. A
M Sämmtliche Spenglerarbeiten, sowie Reparaturen an M W Lampen rc., werden jederzeit pünktlich und sorgfältig von mir aus- W w geführt. jjr
Verein der nalioiialeii und liberalen Partei.
6378) Herren
In ver heutigen Generalversammlung wurden die
Ferdinand Gail,
Heinrich Hochstätter,
Ortsgerichtsvorsteher Lüdeking,
Louis Petri II.,
Zeschästs-llertegmig.
6384) Meinen geehrten Kunden zur Nachricht, daß ich von heute ab meine Wohnung, Laden und Cabinet zum Haarschneiden, Frisiren und Rosiren in das
ehemals llermes’sclie Haus (Häusburg)
Hofgerichtsrath Pfannmüller, Gduard Sack,
mit großer Stimmenmehrheit als Cantidaten für die bevorstehende Ergänzungswahl zur Stadtverordneten-Vcrsammlung erwählt.
Gießen, den 10. November 1877.
Der Vorstand.
>"b- c. Fr. Conrad, Jrifeur.
6435) Viele Bürger erlauben sich zu ver nächsten Stadtver- ordneten-Wahl die Herren:
Tb. Wortmann,
Dr. Gutsteisch,
PH. Uhl,
L. Petri II., 2lndr. Guter, Adolph Zinsser ergebenst vorzuschlagen.__
'Sffiioßnipl|i|d)cr UnterrichKKursus.
6408) Der unterzeichnete Verein läßt durch seinen zweiten Schriftführer, sind. math. G. Tasche, in diesem Semester einen öffentlichen Kursus in der Gabelsberger'fcken Stenographie mit Einschluß der Satzkürzungs- lehre nach dem Lehrbuche von Müller abhalten.
Der Kurs wird Montags und Freitag- von 8—9 Uhr Abends in dem von der hoben Administrations-Commission zur Verfügung gestellten Saale Nr. 9 in der Aula statlfinden und etwa 36 Stunden dauern. Der Preis beträgt 5 JL pränumerando. Anmeldungen können bei stud. Tasche, Alicenstraße 1025/10, oder bei Herrn Univ.-Buchhändler Ferber, oder, bei dem Hausbeschließer der Aula, Herrn Hofmann, gemacht werden. Für solche, die den vorjährigen Kurs bei Herrn Noack mitgemacht haben und für neu eingetretene Vereinsmitglieder beträgt der Preis 3 «M.; dieselben müssen sich jedoch beim Unterrichtgeber selbst melden. Beginn: Montag den 19. Novbr
Der Nabelsbertzer-Stenographenverein ;u Gießen.
Albacd, erster Vorsteher.
Bürger Gießens!
6386) In der Uebcrzeugung, daß es unserer Stadt nur zum Schaden gereichen kann, wenn einzelne politische Vereine, oder sonstige aus anderen Gründen zusammentretende Partheien, eine Wahl durchzusetzen suchen, welche ihre Grundsätze überwiegend in ein Collcg zu tragen suchen, das dazu berufen ist, die Interessen aller Betheiligten ohne Unterschied zur Geltung zu bringen, erlaubt man sich sämmtliche Einwohner, welche ein Herz für das Wohl und die Zukunft Gießens haben, zu einer
Versammlung
Montag den 19. November, Abends 8 Uhr, in Wenzel’s Saalbau einzuladen, um sich über die bevorstehenden Ersatz-Wahlen zur Stadtverordneten-Versammlung zu verständigen, und spricht man zugleich den Wunsch aus, unser gesummter Stadt- Vorstand diesen Berathungen beiwohnen möchte.
Für die Schönfärberei, Druckerei und chemische Waschanstalt
von Ijouis Korn in Treis a. d. Lumda
übernimmt gefl. Aufträge Herr Stieber^ Strumpf- und
Wollwaaren-Geschäft, Marktstraße.
Verantwortliche N^oction: A Scheyda. — Druck und Vrrwg der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pirisch) in ließen.


