82.7
Mittel
83.6
87.5
Ellenberger.
90.2
900
90.2
90.4 — 0 6 w Gunsten des Ellenberger's.
Mein zweiter Grund zum Abrathen sich nach Argentinien zu richten, ist klima- ttscher Natur und nicht, weniger wichtig wie der erste Grund; natürliche Folge der Beschaffenheit dieses Landes. Der Boden ist im Allgemeinen fruchtbar und zu Ackerbau und Pflanzungen tüchtig; aber 2 Hauptfeinde zerstören häufig alles Gepflanzte. Der erste Feind des Ackerbaues, der sich nun seit 4 Jahren in diesem Lande einge- oürgert hat, ist die Heuschrecke, welche im verflossenen Jahre (1876) drei mal alles Ge- säete absratz und zerstörte und Alles deutet darauf hin, daß dies Jahr dasselbe ge-
Das ist nun freilich eine starke Forderung an diese Republik, einen Staat im Staate zu schaffen und zu dulden; aber unter Umständen und Bedingungen dürfte es doch ausführbar sein; ich gebe hier nur das Robmaterial. ,
Kann obtr will man die deutsche Auswanderung nicht verhindern und wäre es dennoch Absicht der Regierung, die Rechte der deutschen Einwanderer hier zu verthet- dtgen, und ihre Zukunft zu sichern, so sollte Deutschland versuchen, dieser Repuottk sowie Anderen, Land abzukaufen. Hier z. B. in Patagonien, und solches Land dann ausschließlich mit Deutschen zu kolonisiren, wobei etwa ein guter Hafen erworben werden kann. Selbstverständlich müßten die Gesetze und Autoritäten vom deutschen Reiche bestimmt und eingesetzt und diesem für ihr Walten und Schalten verantwortlich sein.
Gebe Gott, daß unser jetzt endlich einiges Vaterland uns wie rechtmäßige und nicht wie Stiefkinder, wie dies bisher der Fall war, behandelt.
Ein alter Deutscher.
chehen wird.
Bisher rechnete man auf diese Plage etwa alle 7 Jahre einmal und ich erinnere mich solche 1851 und 1857, resp. in Buenos Ayres und Corrtentes gesehen zu haben, (d. h. über die ganze Republik verbreitet). 1873 bis heut zu Tage hat sie sich wieder jährlich gezeigt und zwar stets in solchen Massen, daß nur sehr wenige Kolonisten den Muth und die Mittel behalten haben, dies Jahr Wetzen zu säen; dagegen sehr viele die Kolonien verlassen und Arbeit auf Sold, bet Andern suchen. Hat man sich über Heuschrecken nicht zu beklagen, so kommt der zweite Feind: Zu viel oder zu wenig Wasser (Regen) und es ist Jedem bekannt, welchen Schaden das Eine wie das Andere in der Landwirthschaft thut und dies kommt hier sehr häufig vor.
Mein dritter Grund zum Abrathen ist ökonomischer Natur. Ist das Jabr und die Ernte gut, so wird zu viel producirt und man findet nur zu sehr schlechten Preisen langsamen Absatz. Ist die Ernte schlecht und mager, wie dies Jahr, so geht der Landmann zu Grunde, weil er Nichts zu verkaufen hat.
Es gibt hier eben noch keine Absatzquellen für bedeutende Massen, und Export- Versuche für Mais uno Korn oder Mehl haben bisher nur Verlust gebracht. Kartoffeln, welche die Heuschrecken verschonen, gibt cs heute in enormen Massen; aber wo sie verkaufen? Brennereien und Amidamfabriken gibt es keine, und i/2 real (etwa l1/* Schilling Hamburger Et ) für 25 H deckt die Kosten des Pflanzens, des Ausgrabens und des Transportes bis zur Stadt bei Weitem nicht. Viele Kolonisten verschenken ihre Kartoffeln unter der Bedingung, sie nur auszugraben und finden keine Abnehmer. Schweinezucht im Großen ist in den Kolonien verboten, weil dieselben im Freien $u viel Schaden anrichten würden, auch fehlt es den Kolonisten eben an Geld zur Anschaffung der Thiere und an Räumlichkeiten zu deren Zucht, selbst in kleinem Matzstabe und so verderben Hundertausende von Gentnern jener Frucht, ohne dem Lanv- mann Geld einzubringen. r , , „ .
Mein vierter Grund zum Abrathen ist politischer Natur. Gesetzt namlrch den Fall, daß die Umstände im Allgemeinen dem Kolonisten günstig wären, seine Ernte gut steht und ihm ein gutes Stück Geld verspricht; aber es bricht eine der hur so häufigen Revolutionen, oder ein Krieg aus; dann geschieht es fast immer, daß die erste der Parteien, die in seine Nähe kommt, ihm einen Theil seines Viehes nimmt und wenn die andere Partei kommt, so wird ihm der Rest genommen, und zum Nehmen nimmt sich hier jeder lumpige Offizier das Recht; wo soll der arme Teufel nun rekta- mtren? umsomehr, da man ihm höchstens mit Säbelhieben einen Empfangschein auf den Rücken ausstellt; und wie soll er ohne Zugvieh jetzt seine Ernte einbringen?
Mein fünfter Grund zum Abrathen ist administrativer Natur. Nämlich, die Abgaben an Regierung und Lokal-Autoritäten sind keineswegs gering und man zahlt hier in einem Quartal wohl mehr Abgaben wie in Europa in einem ganzen Jahre und Justiz wird hier gehandhabt wie etwa bet den Hottentotten.
Natürlich könnte ich noch bedeutend mehr Gründe aufzahlen; denke aber, daß es mit dem Gesagten genug ist und hoffe, daß Manchem die Luft, Argentinien zu besehen, hiermit benommen fein wird und glaube ich versichern zu können, daß es um Brasilien und die sämmtlichen Spanisch-Amerikanischen Republiken auch nicht um ettr Haar besser bestellt ist; daher mein aufrichtiger Rath: „Bleib im Lande und ernähre Dich redlich! hätte ich das gethan, fo wäre ich wahrscheinlich in besserer Lage wie heute.
Jetzt käme die Frage an die Reihe, ob sich hier nicht abhelfen ließe? Das ist eine verfängliche Frage und schwer zu beantworten. So lange nämlich die hiesige Re- gierung nicht diplomatisch, oder mit Gewalt gezwungen werden kann, die Den Einwanderern gemachten Anerbietungen zu garantiren, so lange würde ich Jedem die Auswanderung nach diesem Welttheile abrathen. .
Hu solchem Zwecke müßte ein diplomatischer Vertrag zwischen Deutschland und diesen Staaten abgeschlossen, zuversichtliche und ehrliche Agenten hier ernannt werden, welche die Klagen in Empfang nehmen und die Sache an Ort und Stelle zu untersuchen hätten, Kriegsschiffe im Flußrevier zu ftationircn sein und die Konsule genaue Instruktionen für dergl. Fälle haben, damit jeder Deutsche, der hier ansässig ist, Deutscher bleibt und sich zu jeder Zeit unter den Schutz der deutschen Flagge stückt n k.-nn, und in der Ueberzeugung leben darf, daß ihm Recht verschafft wird, wo und wann er
Handel und Verkehr.
Gießen, 12. Juli. Auf dem gestrigen Viehmarkte waren aufgetrieben: 1748 Stück Rindvieh und 506 Stück Schweine.
Frankfurt, 11. Juli. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut befahren, fieii kostete je nach Qualität per Gentner JA 4-4 50, Stroh per Gentner JA 4-4.50. Berres Heu JA 2 50—3. Butter im Großhandel das Pfund 1. Qualität JA 120, 2. Qual. JA 1.5, im Kleinhandel 1- Qual. JA 1.40, 2. Qual. JA 1 21)—30. Gier, gewöhnliche, das Hundert JA 4.50, italienische JA 5 50. Kartoffeln, 100 Kilo JA 8—9. Erbsen, geschälte (per 100 Kil.) 30-32 JA, ganze Erbsen 24-28 JA Bohnen weiße 23—26 JA Linsen 36 JA Ochsenfleisch per Psd. 70 Rindfleisch 55—60 H, Schweinefleisch 75-80 Kalbfleisch 60-70 Hammelfleisch 50-63 H.
Warnung für deutsche Auswanderung nach der Argentischen Republik.
85.6
(Schluß folgt.)
Auck dieser Punkt hat für den Ellenberger'schen Apparat ein ganz specielles und vrincipieU?s Ji-tereffe- Bei den ohne eine besondere Zerkleinerungsvorrichtung arbtt- tenvcn Hochdruck-Apparaten von Holleireund, Bohm und H^e kommt die Maische wälrenb ihrer Zubereitung nicht mit größeren Mengen von Luft tn Berührung, wah- rcnh sie in dem Holländer des Ellenberger'schen Apparates, hestig umher geschleudert, in [lerne Theilchen zerstäubt und noch dazu durch die Wirkung des Dampfstrahl-Ex- bau stör s mit ehr großen Luftmengen in Berührung gebracht wird. Hierdurch können d?r Maische einerseits die in der Luft enthaltenen Keime von Fermenten der Nebern nähnmJn — das Milchsäure-, Essigsäure- oder Buttersaure-Ferment - zugeführt werden andererseits ist t* aber auch eine bekannte Erscheinung, daß die Zuführung von großen Luftmengen während der Gährung die Vermehrung der Hefe auf Kosten d? Alkoholbilduug aus dem Zucker begünstigt. Die Verrnuthung lag daher für den Ellenberger'schen Apparat n'cht fern - es könne durch die Luftzuführung auf die eine nbe-- andere Weife em die Alkoholbildung schädigender Einfluß ausgeübt werben.
" D°b bte 8uftiufü6tung °uch nicht ganz ohne Einfluß aus die Art der Gahrung der Ellenberger'schen Maischen war, ist aus der beim vorhergehenden Punkt erroabnten Thatsache der früher eintretenden und stürmischer verlaufenden Gahrung zu erkennen, die Frage aber war, ob sich dieser Einfluß in bemerkbarer oder überhaupt schädlicher Weife geltend machte. Die bei den Hollefreund'schen und Ellenberger fchen Versuchen Lbachteten Reinlichkeitsziffern der Gährung waren die folgenden, wobei in das Ge^ dächtniß zurückgerufen wird, daß sie ausdrücken sollen, wie viel Theile von lOO THeilen In der Gährung zerstörten Zuckers in der Richtung der alkoholischen Gahrung zersetzt
zeitig ber oben erwähnten Versprechungen, ob theilweise ober im
ganzen, ist stets ein Grunb bes Ruines ber Ansiedler und zwar wohl ber Hauptgrun wril^er bei Mißernten und dgl- m nirgends Hülfe findet und zu Grunde gehen m tz mnb htute deßhalb faktisch zu Grunde geht-
wurden. , „ e
Hollefreund.
20. April 93.5
26. ,, 87.0
3. Mai (kranke) 88.9
(Originalcorrespondenz der Nass. Volkszeitung.)
Da die wirthschaftlichen Zustände in den vereinigten Staaten dem Auswande- ^ungsftrom dorthin ein Ziel gesetzt Haden, richten sich bte ^"cke mancher Europamuden riach den südamerikauischen Republiken und Brasilien, und diesen Umstand benutzen gewissenlose Agenten, unsere Landsleute zur Auswanderung zu verleiten. NaAolgende Schilderung, welche uns von einem dortigen Freunde zuging und die gewissermaßen rrne Ergänzung der von uns im vergangenen Winter gebrachten Schilderung> brasi-
gg.tf |n f[[ Sach! hüben, bn fc**,l6
gründlicher kenne, wie so Manche, welche sich ein Urtheil über dieselbe anmatzen. 6 War ich damals ein eifriger Propagandenmacher für Einwanderung in diese Länder und fließ die Zahl der Einwanderer ini 4 Jahren von 12,000 «us W.000 groß tentheils in Folge meiner Eorrespondenz mit den europäischen Agenten und Konsuln, führte ich de.i Kolonien ber Provinz L>anta Fä, private Geldopfer nicht f^euenb, ein lüchttges unb fleißiges Gontingcnt von etwa 3000 Kopsen zu, so hatte das seinen Grund darin daß ich die Regierung des General» Mitre und Anfangs auch Sarmiento für täbia'und willig hielt, die den Einwanderen gemachten Anerbietungen und Versprechen 3u halten, was leider nur zu oft schon damals nicht geschah und letzt erst recht nicht 8tfd,ICS>iefe Versprechungen sind wohl bekannt genug, um fit b'/r wieder auszählen zu müssen; erwähne daher nur Folgendes: Schenkung der Grundstücke, Lieferungen von Vieh, Äckergeräthen, Lebensmitteln und Sämereien. , . r.9
Werden diese Lieferungen dem Einwanderer noch heutzutage verabreicht. 9^ein Weder unsere Regierungen noch die privaten Eolonie-Speculanten schenken den Einwanderern auch nur eine Nudel, - Alles mutz gekauft werden; wenn auch nicht comp^ tont fo doch auf kürzere und längere Termine, und vom ersten Tage an, last überall lobe Zinsen zahlend, für Sachen, die sie bei Andern wahrscheinlich um die Halste der anrekreideten Preise hätten kaufen können. — Dies gilt von sehr wenigen ehrenhaften Ausnahmen von allen Pi ivat-Eolonien; und Regierungs-Colonien gibt es augenblick- licki etaentlid) Keine; es seien denn die Militär- ober Grenz-Eolonien gegen bie Iw däner? welche mehr *etneu militärischen als landwirthschaftlichen Zweck haben nnb iedenialls dem Einwanderer am Wenigsten Rechnung tragen dürfte. Dem letzt h /Vinmfinhernben find auaenblicklich aber nur diese Golonten offen unb ba weber ihm 3iom ben bereits hier Befindlichen diese zusagen, so ist massenhafte Rück-Emigration
Gurdda in den letzten 3 Jahren leicht erklärlich, umsomehr da sie nur auf den 9anbbau anacwiesen sind, weil Handwerke und Industrien hier noch in ber Wiege liegen.
Girna 40__50 000 sind zurückgekehrt nach Europa; nur Wenige nui hier er-
mnrhenem Selbe* die größte Mehrzahl hatte kaum bie Mittel ihre Rückpasfage zu be- ^Äen^^mid^vieft' haben^diefe an Bord ber Segel- unb Dampfschiffe abgearbeitet; so nnnebme daß im Ganzen mehr Geld bei ihrer Ankunft hier in s Land kam, als fk bei ihrer Rückkehr wieder von hier nach Europa brachten. Aus diese Weise ist 5 , selbst schon die Zahl der Einwanderer in den letzten Jahren bedeutend.
Man spricht hier von Einwanderung ber deutschen Golontften, welche Rußland «ei lasse-! wollen und es sollte mir sehr lieb sein, wenn ihnen diese Warnung noch recht-
Mittel 899
Bei den Maisversuchen waren die Reinlichkeitsziffern folgende: Hollefreund. Ellenberger.
Zl l l a e m e i n e r Anzeiger.
3918) Weg«» an der Hauptrohrle.tung.vorzunehmenden Arbeiten kann am 14 , 17 19. «nd 21. d»eses Monats i„ den Mittagsstunden von 12 br» 2 Uhr fern Aus "t die Stadt geleitet werden und bitten wir dtezenigen Consnmen ten, welche während des Tages (s»as gebrauchen, ihre C i • richtungen hiernach treffen zu wollen.
Giessener Gaswerk.
Aeilgevolenes.
3905) 200,000 gut gebrannte Backsteine sii d billig zu verkaufen bei
Jacob Krock, Wirth, H e u ch elheim-______
3914) Dir neuesten,
besten Spar Koebherde
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H. Ulrich,
Garkfeld A 114.
3882) Ein Ha-ifen Mist ist zu verkaufen bet Bäcker Kuhn, auf dem Kreuz.
Schmetterlings Netze, Schmetterlings-Kasten, Spannbretter,
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Wilh- Balser.
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