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nicht zum klaren Ausdruck gelangen lassen. ,

Berlin, 8. Juni. DerReichs-Anz." meldet: In Folge des mit bet Rückkehr von Liegnitz eingetretenen Erkältungs-Zustandes, verbunden mit Heiser­keit, ist der Kaiser genüthigt, das Zimmer zu hüten.

Berlin, 9. Juni. DieNat.-Ztg." veröffentlicht einen ArtikelDer Senat und der europäische Frieden", welcher solgende Ausführungen enthält : Bom Votum des sranzösischen Senats hänge das Schicksal Frankreichs und die Ruhe Europas ab. Der Senat, welcher eigentlich zum Bollwerk der Ver­fassung bestimmt wäre, solle jetzt als Sturmbock gegen die bestehenden Zustände dienen und durch sein Vvtum für die Vergangenheit Handlungen decken, welche das Staunen und die Entrüstung Europas hervorgerufen und für die Zukunft Thatcn vorbereiteu, welche Frankreich in spanisch - mexikanische Zustände hinein drängen und sich drohend zwischen Europa und den Frieden legen würden. Bei Austösung der Dcputirteu-Kammer handle cs sich um die Unterdrückung der öffentlichen Meinung, die Escamotage des Wahlrechts, die Confiscirung Frankreichs und darum, hierzu die Bcistimmuug des Senates zu erhalten. DaS fei zunächst die Sache Frankreichs, aber cs trete jeden Tag deutlicher hervor, daß der Ultramontanismus in seiner nacktesten kriegerischen Gestalt sich in Frankreich der Staatsgewalt zu bemächtigen übernommen babe. Der ^renat solle die Hand der Ultramontaiien mit dem Schwerte des Staates und der Kriegsmacht Frankreichs bewaffnen. Wo die Feinde stünden, das besagten die Reden des Herrschers des Vaticans, sowie der Nuntien in Brüffel und München. Diese Umstände machten das allgemeine Mißtrauen Europas gegenüber den französischen Zuständen erklärlich. Die Einsetzung einer ultramontancn Regie­rung in Frankreich schaffe einen neuen Zustand für die Beziebungen der übrigen Staaten in Frankreich. Die Durchfübrung der neuesten französischem Staats­veränderung würbe keine unmittelbare Confiagration berbciführen, denn zunächst

Schuldienste zu entlasten. , , , .

11. Versetzungen in den Ruhestand. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruljt: am 12. Mai den Schullehrer an der Gemeinde- schule zu Udenheim, Philipp Rectanus, aus sein Nachsuchen und untep Anerken­nung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, am 22. Mal ^"Schullehrer an der Gemeindeschule zu Kriegsheim, Philipp Dörsam, in den Ruhestand zu

Hofkutscher zu ernennen. . x ,

Am 24. Mai wurde dem Adam Kraß aus Kempten daS Patent ac

Geometer 2. Klasse für den Kreis Bingen ertheilt.

10. Dienstentlassungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- anädigst geruht: am 5. Mai den außerordentlichen Professor an der polytech­nischen Schule Dr. Axel Harnack aus sein Nachsuchen nut Wirkung vom 1. October d. I. an vom Dienste, am 17. Mai den Schullehrer an der Ge­meindeschule zu Breungeshain, Heinrich Schaad, auf sein Nachsuchen aus dem

hätten die bedrohten Staaten keine Veranlastung, auch selbst den schlimmsten Absichten gegenüber zum Schwerte zu greifen. Deutschland vor Allem habe tu her bewährten Friedensliebe des Kaisers und der leitenden Staatsmänner die Bürgschaft dafür, daß nur seine eigensten Jnteresten zu Rathe ziehen werde. Der französische Senat finde auf der einen Seite die Mehrheit des französi- chen Volkes, sämmtliche Regierungen Europas, die öffentliche Meinung der gesammten civilisirten Welt und die Sache des allgemeinen Friedens.Wir können nicht glauben, daß er sich der tiefgehenden Bedeutung seines Beschlüsse- verschließen wird. Die Männer aber an der Spitze Frankreichs, welche Frank­reich auf die Bahn der Abenteuer hinausstießen, luden schon dadurch eine jo unermeßliche Verantwortlichkeit auf sich, daß ihren Versicherungen, man werde an diesem oder jenem Punkte Halt machen, kein Gewicht beigemesten wer­den kann."

Arankreich.

Paris, 8. Juni. Der kürzlich verhaftete Präsident des Pariser Ge- meindcraths, Bonnet-Duverdier, ist wegen der den Marschall Mac Mahon beschimpfenden Aeußerungen ju 15 Monat- Gesängniß und 2000 Frcs. Gelt- büße verurtheilt worden.

Belgien.

Brüssel, 8. Juni. In der heutigen Kammer-Sitzung interpellirte Fröre- Orban die Regierung wegen der auf Anftiften des katholischen PsarrerS von Anthäe erfolgten Verhaftung eines protestantischen Geistlichen durch Gensd ar- men. Die Regierung erklärte, es sei über diesen Vorfall eine Untersuchung

! cingeleitet.

Lokal. Noti;.

Gießen, 9. Ju,i. DieDeutsche Reichspost" Frankfurt laßt sich von ihrem hiesigen Correspondenten berichten: (Zum WirthShauslebenE) E s cm unbestreitbare und auch vielfältig pcrügte 'bebenntcber Weise Über­das Wnthbaus- und Kneipleben iut deutschen Vaterlande in beben! dj Alten

Hand genvmmen und namentlich auch die 3ugend, die ja so g traflelt

gegebene Beispiel nachahmt, ergriffen hat, so dah man oft kopfschüttelnd sich fragen

aerubt am 5. Mai dem Schullehrer Johannes Oswald zu Neckar- 1 StU ach e7ne Leerstelle an .den städtischen Schulen zu Darmstadtsdem Schullehrer Karl Fölsing zu Ulrichstein eine Lehrerstelle an tfen städtischen schulen ÄX X .Mbflend) zu Ober-Moos eine Lehrer­

stelle an der Stadtmädchenschule zu Gießen zu übertragen, an dems. Tage dem zur Stelle eines zweiten Hauptlehrers an der Volksschule zu Kürnbach praien- tirten und nornininen Schulamts-Aspiranten Leopold Becker aus Hochstetten, Großh. Badischen Amtes Karlsruhe, für diese Stelle die Allerhöchste Mitherr- schaftliche Bestätigung zu ertheilen; an dems. Tage den Bruckenwärter-Aspiranten Bernhard Dörner aus Oppenheim zum Brückenwärter bei der Schiffbrücke zu Worms zu ernennen; am 13. Mai dem Schullehrer Justus Ploch zu Ober- Breidenbach die erste Gemeinde-Schulstelle zu Groß-Linden, am 14. Mai dem Schullehrer Johann Philipp Reinheimer zu Groß-Bieberau die zweite Gememde- Schulstelle daselbst, dem Schullehrer Friedrich Heinrich Henrici zu Westhofen und dem Schulamts-Aspiranten Friedrich Zkarl August Zwilling aus Siefers­heim, Lehrerstelleu an der städtischen Schule zu Worms, am 9. Mal dem evang. Pfarrer Valentin Schrimpf zu Meiches die evang. P aßstelle ä" Tllbel zu übertragen; am 19. Mai den von dem Fürsten zu Solms-Braunfels auf die Gemeinde-Schulstelle zu Dors-Gill präsentirten Schullehrer Wendelin Graf zu (Sttinaßhaufeu und den von der verwittwetcn Frau Gräfin zu Erbach'Furstcnau

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präsentirten Schullehrer Leonhard Kredel daselbst für diese Stellen zu bestäti­gen am 22. Mai den prov. Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Wimpfen a. B-, Karl Landgraf, die Stelle eines Dirigenten und ersten Lehrers an dieser Anstalt zu übertragen; am 27. Mai den Kutscher Z^^r König!. Hoheit dei Prinzessin Karl, Adam Schuster, unter Uebernahme in den Großh. Hosstall zum

12. Coucurrenzeröffnungen. Erledigt ist: die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Düdelsheim, im Kreise Büdingen, mit einem jährlichen Gehalt von 814 >

29 X Dem Herrn Fürsten zu Psenburg und Büdingen steht das Prascnta- ' tionsrecht zu; die evang. Psarrstelle zu Landenhauscn, im Dekanate Lauterbach, i Dotationsmäßiger Gehalt 1140 JL Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle i steht der Gcsammtfamilie der Freiherrn Riedese! zu Eisenbach zu.

13. Sterbefälle. Gestorben sind: am 19. April der Lehrer Michael Schaffner zu Büttelborn; am 27. April der Schullehrer Christoph Rodemer zu Dauernheim; am 28. April der Oberconsistorialrath Gehcirnerath Friedrich Kritzler zu Darmstadt; am 29. April der Geh. Oberpostrath i- P. Peter Mar­cellin Bauer zu Darmstadt; am 30. April der evang. Pfarrer Kirchenrath Ernst Friedrich Wilhelm Görtz zu Nieder - Florstadt; am 8. Mai der Notar Gustav Adolph Glaubrecht zu Mainz; am 9. Mai der Stabsquartiermeister i. P. Georg Cellarius zu Beffungen. ,

AuS Hessen-Darmstadt. In den 5 Städten des Landes, in wel­chen die Städte-Ordnung im Gegensatz der Landgemeinde-Ordnung gilt, a!,o in Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Worms wurde bei den vor drei Jahren zum erstenmal nach den neuen Vcrwaltungs-Gesetzen stattgehabten Communalwahlen allenthalben nach Bezirken gewählt; nunmehr haben Offen­bach und Worms sich für allgemeine Wahlen entschieden; es wird somit in diesen beiden Städten die Stadtverordneten-Versammlung aufgelost und der ganze Stadtvorstand erneuert. Sonst findet blos eine partielle Erneue­rung der Commiinalvorstände zu je j/3 statt; über die Austretenden entscheide das Loos. In Darmstadt hat sich die deutsche Fortschrittspartei (FraeNon Büchner) für allgemeine Wahlen, der national - liberale hessische Fortschritts­verein, sowie die Stadtverordneten-Versammlung selbst für^ Bezirkswablen ent­schieden. Die für diese Entscheidung geltend gemachten (SrmibC- sind zum Th eil darin zu suchen, daß bei allgemeinen Wahlen politische Parteirücksichten zu sehr in den Vordergrund treten und die hier sehr wohlberechtigten Bezirksintereffen

PeterSbnra, 8. Jnnt. E>» amtliches Telegramm des Groß nrste» Michael vom 7. b. Mts. bestätigt in allen Stücken, daß P-nek nnb Olt, am 2. Juni durch General Komarvff besetzt worden stnd. D.e Tur cn w dcr Stärke von 4000 Mann Infanterie und Artisten-, zogen fich.al« Konaroff von Ardahan her sich näherte, fchlcnmgst g-g°» Erzernm zurnck. D°mf-lbeu Telegramme zufolge ist On- Besetzung Karakllisfas am 4. d. Mts. durch das Corps des Generals Tergukasioff erfolgt. Nikolaus

Plvjcsti, 8. Juni. Der Kaiser von Rußland und Großfürst N>ko aus sind bereits heute nach Bukarest gereist, um dem Fürsten vou Rumänien ihren Besuch abzuftatten, und gedenken am Abend hierher ^"/""zureyren.

Petersburg, 8. Juni. Dcpcsche vom asiatischen Kriegs-Lchauplatze. Die Armee-Abthctlung, di- von Ardahan aufgcbrochen war. °ch>

Kamps besetzt. Pi- Eavallerie legt- den Weg von 115 W-rst m 3b Utnnbr die Infanterie in zwei Tagen zuruck. D>- Türken haben sich a f ® » zurückgezogen. In Pinnck und Oltt wnrden große Borräthe an Getr-lde. Munition und Zelten vorgefunden. Die Bevölkerung nimmt uns ube s ) '"^Konstantinopel, 8. Juni. Ein vom Minister de« Auswärtigen an die B-Vtr-ter der Pforte im Auslande gerichtete« T-l-gramm meldet: Sul-.m-n Pascha hat di- M°u.-n°grin-r auf Den Höhen zwischen O-lata und K stac . schlagen ihre Stellungen nebst dem Fort Krstac eingenommen und Jstsop ent.

Gleichzeitig hat"Ali Saib Pascha mit der Division «on Mutari mehrere wichtiae Positionen besetzt. Hnsiein Pascha hat sich der Verschanzungen von Peniköi, Senk und Doyalato bemächtigt. Ali Pascha blc.

Montenegriner, nahm Achr.k und Bala em, indem -r em.: Stunde^ weit au montenegrinischem Gebiete vordrang. Die Montenegriner erlitten überall groge Verluste. ____________________ _ _____

Wien, 8. Juni. DiePolst. Corresp." veröffentlicht ein Telegramm aus dem montenegrinischen Hauptquartier Ostrog über den am 4. Ium bei Krstac und in der Gegend von Piva stattgebabten Kamps. Danach hätte das von beiden Seiten mit Tapserkeit geführte, den gangen Sag anhaltende G-secht damit geendet, daß die Türken, ungeachtet ihrer Verluste von 3000 Mann, nicht einmal in der Umgebung von Piva vorrückten. Die Monteiregriner haben neuerdings ihre Stellungen längs des Paffes von Krstac bi« Presjeka befestigt. Die Polit. Corresp." bemerkt hierzu: Der Kamps fiel allerdstigs^insosern nicht zu Uiigunsten der Monteiiegriner aus, als -s der Uebermacht «uUiman Pascha's iiicht gelang, die Passage nach Niksic zu formten; t« Weint aiet, ।mB die Montenegriner trotzdem au« einigen Positionen zuruckgedräugt sind, da es in jenem Bericht nicht ausdrücklich heißt, daß st- die P»liston-ii be. Krstac behauptet hätten. fonbern baß sie ben Paß von Krstac b,S Pre^t^a >>-u -

eftiflten. Dieselbe Corrcsponben, melbet aus Biikarest - Der Kaiser vmi Riißlaud. begleitet von bem Großfürst-ivThronfolger. den Großfürsten Wlabimir ,.b Sergei bem Fürsten Gortschakoff. sowie ben Genera en 3g»°M»J'«»- utln trifft heute Mittag 12 Uhr zum Besuche bet fürstlichen Familie hier em. - In Giurgewo iverbim seit gestern von russischer Seite Vorbereitungen zum Bombarb-m-ut von Rustschuk gcttoffeii. Durch D-cret pursten wirb b kriegSrechtlickc B-Haublnug aller Derjenigen angeordnet, welche sich direct ober indirect gegen die Sicherheit der Truppen und deren Operationen vergehen.

DasTageblatt" bringt nachsteheikde Meldungen: Ploi-sti. Vor gestern Nacht wollte ein türkische« Deiachemeut aus Tuturkai in eme Oerlli )= Uchkcit nächst Oltcuitza einbringen, würbe j-boch von einem Kosakenpiket zurück- gewiesen. Vorgestern früh wurde von ben türkischen Batterien bei Tuturkai. um ben Baii von Batterien am Ufer zu becken, bas Feuer eröffnet, welches von einer russischen Batterie alsbalb erwidert mnrU Hierdurch ivurden die türkischen Schauzarb-iter zersprengt und di- türkische Batterie zum Schweige»

Kriechcnland.

Athen 7 Juni. Das neue Ministerium ist nunmehr definitiv zusammen­gesetzt wie folgt: Kunaris Präsidium und Marine Kumunduros Inneres Trikupis Auswärtiges, Deligeorgis Finanzen, Zaimis Justiz, Theodor Deliaums Cnltus, Zirnbrakakis Krieg.

Der orientalische Kriess.