unb 80 Pferde. Derselbe zerstörte auch die Brücke bei Radomirzi und die von den Türken Kergestellte Telegraphen-Linie. Am 2. d. wurde die Brücke bei dem Dorfe Tscherwenbreg verbrannt. Heute fuhren unsere Batterien fort, Plewna zu beschießen. Weiter nichts Neues. — Bei der Rustschuker Colonne haben blos Vorposten-Gefechte stattgefunden. An der Straße nach Osman- Bazar und im Balkan ist Alles ruhig.
Konstantinopel, 5. October. Mukhtar Pascha meldet vom 4. d.: Heute wurde der große gandar, den die Russen verlassen hatten, von Rached Pascha wieder besetzt- Einige zurückgebliebene Vorposten leisteten nur schwachen Widerstand. Die Colonnen unter Rached Pascha sind sodann weiter vorgerückt und greisen gegenwärtig den Feind an, welcher bei Perkid Atchakale am Kars-Flusie und auf den Höhen von Rabat eine concentrirte Stellung einnimmt. Die Kavallerie Oöman's bei Szbotan ist zum Corps bei Kiziltepe abmarschirt, um die muthmaßliche Rückzugö-Linie der Rusten auf Harabel zu bedrohen. Der Kampf dauert fort. Die russischen Verluste der letzten drei Tage sind bedeutend.
Bukarest, 6. October. Wegen der ungesunden Lage von Gorni-Studen ist die Verlegung des Hauptquartiers nach dem höher gelegenen Sistowa in Au-sicht genommen. Am 5. d. ist das Regiment Moskau (Nr. 65) hier durchgezogen. Fürst Emil Wittgenstein ist vom Hauptquartier in Bukarest einge- troffen und kehrt demnächst dahln zurück. Bratiano wird hier erwartet.
Ragusa, 6. October. Der Fürst von Montenegro ordnete einen Waffenstillstand bis zum 11. October an. — Der Angriff auf Kolasin und Spuz steht bevor.
Wien, 6. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest vom heutigen Tage: Vom russischen Hauptquartier ist Befehl an das Kriegsministerium ergangen, unverweilt ein neues Armee-Corps zu mobilisiren und nach Bulgarien abzusenden. Das Garde-Eorps wird am 12. d. vollständig aus dem Kriegsschauplätze angelangt sein. — Gestern fand ein außerordentlicher Minister-Conseil statt, wozu Bratiano aus dem Hauptquartier eintras. Wie verlautet, soll es sich um die Einberufung der rumänischen Kammern handeln.
Wien, 6. October, Abends. Meldungen des „Neuen Wiener Tagebl." aus Triest: Nach Berichten aus Janina ist in Theffalien gegenwärtig ein drittes türkisches Corps unter Abdi Pascha in der Concentration begriffen. Die türkisch-griechische Grenze wird stark befestigt. — Aus Athen: Gestern mar- schirte eine Abtheilung Freiwilliger nach Lamia ab. Die Negierung beabsichtigt, eine National-Anleche von 30 Mill. Drachmen auszuschreiben.
Konstantinopel, 6. October. Reuf Pascha meldet aus Schipka Ein Infanterie-Bataillon mit einer Abtheilung Kavallerie recognoscirte gegen den Engpaß Hain und schlug ein russisch-bulgarisches Detachement zurück. — Suleiman Pascha meldet vom 4. d.: Ein Angriff russischer Kavallerie aus türkische Vorposten bei Turadere unweit Karlowtk wurde zurückgewiesen.
Konstantinopel, 7. October. Die „Agence Havas" meldet: Metze« rncd Ali Pascha wird das Commando der gegen Montenegro operirenden Armee übernehmen. Die letzten Reserven sind einberufen worden.
Petersburg, 7. October. Amtlich wird aus Gorni-Etuden vom 6. d. gemeldet: Gestern ist Großfürst Nikolaus aus der Umgegend von Plewna wieder hier eingetroffen. Aus allen Punkten herrscht Ruhe. Es ist kaltes Regenwetter eingetreten.
London, 7. October. Heber die am 2. d. auf dem asiatischen Kriegsschauplatz stattgehabten Kämpfe sind aus Erzerum, 5. d., noch folgende weitere Meldungen hier eingetroffen: Die Ruffen richteten ihren Angriff gegen den linken Flügel Mukhtar Pascha's, welcher bei Danilar durch Mehcmed, bei Kiziltepe durch Omar, bei Aladjadagh durch Huffein Chefket gedeckt war. Nachdem der große Aanilar-Berg von den Türken anfgegkben und durch die Ruffen besetzt worden war, wurden drei Sturm-Angriffe der letzteren auf den zweiten Berg von den Türken zurückgewiesen. Die Generale Hadji Rasched, Kiazi und Fazli unterstützten Mehemed und deckten deflen Rückzug von dem großen Ianilar Berg. Der Angriff einer russischen Abtheilung auf Aladjadagh ward nach 5 Stunden dauerndem hartnäckigem Gefecht abgewiesen. Zwei Abtheilungen unterhielten den Kampf bei Danilar und Kiziltepe noch bis 7 Uhr Abends. Fazli trug eine Wunde am Bein davon. Die Kanonade dauerte mit Unterbrechungen bis zum 3. d., Abends 10 Uhr fort. Beide Theile haben ihre Positionen behauptet.
Vermischtes.
Wetzlar. Zn der Zeit vom Sonntag dm 14. bis Mittwoch den X7. October wird vom landw. Verein im römischen Kaiser hierseldst eine Obst- und Äemüie Ausstellung Dcranitalict- Dieselbe ist dem Publikum an ven genannten Tagen von Vormittags 10 Uhr bis Nachmittag 4 Uhr unentgeltlich geöffnet, und wird namentlich einen großen Theil derjenigen Ovstsorten umfassen, von we-chen junge Stämmchen m der vor mehreren Jahren hier errichteten Kreisdaumschule käufl'ch zu haben sind.
Marlenschloß, 8. Okt. In Ihrem Blatte No. 233 vom 7 Octobcr er. bringen Sie folgenden Artikel: .Gießen, 6. Oktober. Wie die „N- H. V Bl " aus guter Quelle hören, sind die auffallenden Massmerkrankungen, welche plötzlich in dem Lan- deszuchthaus aufgetreten, auf Grünspan-verg-ftuna leichteren Grades zurückzuführrn. Es soll nämlich Kartoffel-Salat in kupfernen Gesäßen zubereitct und längere Zett in denselben stehen gelassen worden sein.-
Wie schon oft hat auch hier die Presse sich herbeigelassen, in etwas leichtfertiger (71- Weise bas Publicum mit Unwahrheiten zu unterhalten, denn:
1. Befindet sich in der Menageküche des Landeszuchthauses zu Marienschloß nicht ein einziges kupfernes Gefäß, die Zubereitung der Speisen geschieht durchweg — und ohne Ausnahme — in gußeisernen Kessel und Kroppen.
2. Deuten die Symptome der Krankheit durchaus nicht auf eine Grünspan-Vergiftung hin und endlich
3. Ist noch nicht der geringste Anhaltspunkt ermittelt worden, welcher für eine Vergiftung der Elkrankten überhaupt sprechen könnte.
Mainz, 6. Ott. In der heutigen Polizeigerichtssitzung wurde ein Metzger, welcher sich mit d-m fogen. Bindemittel bei seiner Wurstfabrikation zu vertraut gemacht hatte, zu einer Geldbuße von 120 oerurthcilt. — Der Dieb, welcher in Darmstadt einen Uhrendiebstahl ausgeführt hatte, wurde, Dank der Thätigkeit unserer Schutzmann- ichaft, bei einem hiesigen Pfandleiher erwischt, als er die Flüchte seines Schaffens um- ktzell wollte.
Stuttgart, 3 Okt. Auch die schlimmsten Befürchtungen sind durch die trau« rigen Tatsachen übertroffen worden — der Frost vom 27. Sept, verschonte selbst die besten Lugen nicht. Die Weinberge sehen trostlos aus und ist der Schaden relativ viel größer aks 1856 unb 1864, weil der Weingärtner mit Recht auf reichlichen und guten Ertrag hoffen durfte. Der Ausfall unseres engen Heimathlandes wird mit v'erzig Millionen eher zu nieder als zu hoch gegriffen fein.
— (Der Krieg und die Liede.) Ein ans Preußen gebürtiger, In Prag ansässiger Kaufmann war mit der Tochter des ehemaligen BankbirektorS S. verlobt. Wie die» zu geschehen pflegt, so waren auch da Schwiegervater und zukünftiger Schwiegersohn nicht immer in Harmonie, und zwar war es inbesondere die Verschiedenheit der politischen Gesinnungen in Beziehung auf den russisch-türkischen Krieg, welche öfters zu scharfen Disputen zwischen beiden führte. Die Braut, Unheil fürchtend, bat darum den Bräutigam inständigst, doch ja von Allem eher als vom Kriege zu sprechen. Er gab nach. Da kamen Plewna und die Kämpfe um den Schipka-Paß. Nun konnte er nicht mehr an sich halten und ein Wort gab daS andere, die beiden pol tisch.n Antagonisten ge riethen zum Schrecken der liebenden Braut fest aneinander. Die gefürchtete Folge ließ nicht lange auf sich warten. Der ehemalige Bankdirektor schrieb dem jungen Russen- sreund, daß er ihm, der sich in seinen Ausdrücken nicht einmal der zukünftigen Gattin zuliebe mäßigen könne, das Wohl seiner Tochter nicht anvertrauen wolle, und der Abgewiesene replicirte, daß er der Sohn eine? Mannes nicht werden könne, der daS Glück seines Kindes der Verschiedenheit in politischen Ansichten zum Opfer bringe. Die Braut war trostlos. Der bekümmerte Vater empfand Mitglied und erklärte der Tochter: Wenn er (der Bräutigam) mir Beweise bringt, daß die Türken Verwundete umbringen, dann mag er wieder kommen. Die Braut theilte dies sofort dem Geliebten mit, und dieser setzt sich sofort hin und schreibt einen sehr beweglichen, rührenden, seine Lage schildernden Brief an das — Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten in Berlin. Nach kaum einer Woche traf die erwünschte Antwort ein, und kein Geringerer als Lothar Bucher war auf derselben unterschrieben. In dieser Antwort war nämlich auf das Beftttnmteste versichert, daß das türkische Militär, und zwar auch daS reguläre, auf den Schlachtfeldern bi: russischen Verwundeten tödte. Das Auswärtige Amt in Berlin verfüge nicht blos über jene Beweise, welche Major v. Liegnitz eingeschickt, sondern auch über solche von der Botschaft in Constantinopel. Der Brief schließt mit dem Wunsche, die eingeschickte Anwort möge dem Adressaten in der unliebsamen Affaire von Nutzen sein. DaS czechische Blatt »Nar. Lilly", dem wir diese Historie entnehmen, schließt dieselbe mit der Versicherung, daß in Folge jener Antwort der Friede zwischen Schwiegervater unb Schwiegersohn wiederhergellellt ist unb daß dem Herrn Lothar Bucher demnächst wohl eine E nladung zum Hochzeitsfest jenes Paares aus Prag zugehen düifie.
— Nach einer Mittheilung der „N. E. Kirchenzeitung" haben die rheinhessischen Freiprotestanten einen Prediger aus Sachsen für jährlich 3600 JC gewonnen. Sie mußten auch die Ueberzugskosten mit 700 übernehmen. Diese für ein Jahr zu zahlenden 4300 repräfentiren einen Gehalt, wie ihn die dienstältesten Geistlichen Hessens, die in die 1. Gehaltsclasse eingereiht sind, beziehen. Dies hat unter den Freiprotestanten eine Steuerauflage nithig gemacht, welche die der Landeskirche weit übertreffen soll.
___ Handel und Verkehr.
Gießen, 9. Oct. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd.
1—1.10, Hühnereier, per Stück 7 H, Käse, per Stück 6-11 A Käsematte, per ötücf3 H, Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 22^, Tauben, das Paar 55 A, Hühn«, per Stück 60 Hahnen per St. 55 H, Enten per St. 1 JL 50 Kartoffeln 100 Kilo
A. Brennholz:
Scheith. Prügelh. Stockh. ReiStz. Raummeter Wellen
Nadel 259 792 361 7810
B. Bau-, Werk- und Vtutzholzr 310 Nadelstämme mit 90,17 Festmtr. 151 Nadelstangen „ 11,01
Die Zusammeickunst ist auf der Licher Chaussee an der fünften Schneiße.
Gießen, den 9. October 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
5649) A Bramm.
Aeilgeöolenes.
5624) Mehrere Korbe voll sehr schöne dicke Aepfel (Kaiserkronen) sind zu verkaufen.
Marburgerstraße Nr. 160
Allgemeiner
Anzeiger.
27 H
n
nach den einzelnen Anschlagstiteln
5627)
€\ H . Dietx
2)
soll im Gießener Stadtwalde, in dem
Districte Wald-Hut, «Holz versteigert werden:
nachverzeichnetes
zwar:
4129
9228
976
1766
c) Asphalt-Arbeiten,
d) Steinmetz-Arbeiten, sollen im Wege öffentlicher Submission a bis d getrennt verdungen werden.
Qualificirte Unternehmer wollen
5629) In unserem Firmen-Register sind heute folgende Einträge vollzogen worden:
1) Jacob Wagner von Boppard, jetzt zu Gießen wohnhaft und Johann Georg Gschwendner von Worgl in Tyrol, betreiben dahier seit 1. v. M unter der Firma Gschwendner 8s Wagner ein kaufmännisches Geschäft.
5610) Die Schuldner des Heinrich Battenfeld dahier können die schuldigen Beträge in den nächsten 8 Tagen noch kostenfrei an den unterzeichneten Massenverwalter bezahlen.
Gießen, den 8. October 1877.
M. Pilger, Sonnenstraße B- 77.
Versteigerung. Holz-Verfteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 15. October 1877, von Morgens 9 Uhr an,
LouiS Huhn au Gießen betreibt daselbst feil 1. Juni I. I unter der Firma LouiS Huhn eine Handlung mit Braun- unb Steinkohlen, Holz unb CoakS.
Pferde Zecken
in allen Größen empfiehlt
Gießen, ben 3. October 1877. GroßherzoglicheS Stadtgericht Gießen.
Bo tti che r.
Bekanntmachung.
Diejenigen Steigerer, welche aus dem hiesigen Gemeinbewalb, District Bruch, noch Holz abzufahren haben, werben hiermit oufgeforbert, solches dis zum 20. d. M. abzufahren, widrigenfalls Anzeige gegen bie Säumigen erfolgt.
Wiederholt wird hierbei bemerkt, daß bie Abfuhr bes HolzeS über den früher beftan denen Weg (Steinbacher Gemeindewiese) verboten ist.
Hausen, am 5. October 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. 5571) Dern.
Gießen, den J>. October 1877.
GroßherzoglicheS Garnison - Lazareth.
Submission.
Umbau rines Garnison-Lazarelhs ?u Gießen.
5591) Die zum Neubau eines Garnison - Lazarcths zu Gießen zunächst erforderlichen Fundamentirungs-Arbeiten, unb
ihre Offerten frankirt unb gehörig ver- fiegelt, sowie mit entsprechenber Aufschrift versehen bis zu bem auf
Montag ben IS d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, im Geschästslocale des unterzeichneten Garnison - Lazareths (Seltersweg) anberaumten Termin abgeben. Kosten-Anschläge, Zeichnungen und Bebingungen liegen im vorbezeichneten Locale zur Einsicht auS; desgleichen können Copien derselben auf dem Bauburean des Garnison-Baumeisters Gummel zu Gießen (Marburgerstraße A. 166) emgesehen werden, woselbst auch nähere Auskunft ertheilt wird.
41 „
ii
a) Erd- unb Maurer-Arbeiten, veranschlagt zu b) Maurer-Materialien
5625) Sechs gebrauchte Oefen und zwei Sparherde werden billig abgegeben bei ____________Nattmarin 3C Weidtg.
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fowie einen 2 Kessel, verfall
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