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Dienstag, den 9. October
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P»eiS vierteq»hrlich 1 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn.
Durch die Post öezs-rn vierteljährlich 2 Mart 54 Pf.
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' Vorstand.
Zur allgemeinen politischen Lage.
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Balser.
Kopenhagen, 4. October. Der von Folkething wegen gesetzwidrigen
Verfahrens bet Aufführung des neuen Theater-Gebäudes angeklagte frühere 'Cultus-Minister Hall und Worsaae sind heute vom Reichsgerichte fretgesprocheu
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Vorschläge machen soll.
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äßigten Preisen rg, III. Rang 20 Pfg
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worden. Die Staatskaffe trägt die Kosten. . _ ,, ,,,
Kopenhagen, 5. October. In der heutigen Sitzung des Folkethmgs wurde mit Einstimmigkeit ein Antrag des Führers der Linken angelwnunen, wonach das Budget für das laufende Finanzjahr einer Commission von 15 Mitgliedern überwiesen wird, welche mit dem Ministerium über die Form der Vorlage des provisorischen Budgets verhandeln und für den Fall, daß letzteres, wie die Linke vorausjetzt, abgelehnt wird, hinsichtlich des definitiven Budgets
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verbindet und selbst Oesterreich, auf deffen Beistand man in Rom bekanntlich nächst Frankreich am meisten hofft, auf die gegnerische Seite treibt. Der Friede der Welt scheint daher Irotz aller Wolken, die den politischen Horizont augenblicklich verdunkeln, nicht so gefährdet zu sein, daß man sich um die Erhaltung desselben übermäßig zu ängstigen brauchte.
AranLreich.
Paris, 4. October. Das Manifest der Linken des Senats weist den Angriff gegen die letzte Kammer zurück und bebt hervor, daß dieselbe lediglich die Republik eonsolidiren und die nltramontane Agitation unterdrücken wollte, welche für die Institutionen des Landes und den öffentlichen Frieden höchst gefährlich geworden seien. Das seien die einzigen Beschwerden, die den Grund zu der Auflösung der Kammer gegeben. Die Lage sei schwierig, die Zukunft Frankreichs stehe auf dem Spiel. Das Land sei berufen, zu entscheiden, ob die Regierung ein persönliches Regiment unter klerikaler Beeinflussung sein solle, Oder ob daS Land es verstehe, sich selbst zu regieren. Im ersteren Falle seien die Freiheiten von 1789 bedroht, die innere Ordnung und der äußere ^rieben gefährdet; im zweiten Falle werde die Republik consolidirt, Ruhe und Vertrauen wiederhergestellt und der Frieden befestigt werden, den unter den jetzigen Ver-
KeuLschtand.
Berlin, 5. October. Der „Reichs-Anz." publicirt die königliche Ver- Ordnung, betr. die Einberufung des Landtags zum 21. October. Otr „Rordd. Allg. Ztg." zufolge wird bem Landtage sofort nach der Eröffnung der Etat vorgelegt, neben welchem in der gegebenen Frist von 8 Wochen eine Anzahl mehr oder minder wichtiger Vorlagen in Commissionen oder im Plenum beratben werden könne. Die Meldungen betreffs weiterer Beratbungen des Landtages im Januar oder nach Schluß des Reichstages beruhten auf bloßen Vermulhungen. .
Berlin, 6. October. Der Cultus-Minister hat die Vorstellung der Crefelder Katholiken, er möge den Beschluß der dortigen Stadt-Vertretung, die Volksschulen in paritätische umzuwanbeln, verwerfen, abgewiesen.
Oesterreich.
Wien, 4. October. Meldung des „Neuen Wiener Tagebl." aus Belgrad : Die Miliz erhielt Ordre, am 8. Octbr. in die festgesetzten Lager einzurücken und sodann mit der stehenden Armee an die Grenze abzumarschiren. Größere Partien neu angrkaufter Chassepot-Gewehre sind hier angelangt.
Wien, 5. October. Die „Polit. Corresp." bringt eine Depesche aus Athen vom 5. October, wonach der König demnächst zur Jnspicirung der griechischen Truppen an der linkischen Grenze geht. — Die Entscheidung wegen des Minister. Präsidiums ist neuerlich vertagt. — Nach einer Depesche der „Polit. Corresp." aus Belgrad vom 5. October sind die Corps-Commandanten Nicolic und Alimpic mit ihrem Stabe abgegangen. Beurlaubte Officiere wurden einberufen und die Miliz des ersten Aufgebots in den Grenz-Dchncten zu 25tägigen Lager-Uebungen aufgeboten. Eine Brigade ist an den Timok abgegangen. Die Türken verschanzen sich in Zwornik und Bjelina.
Aänemark.
Erscheint täPttch mit AuSuabm« bet Montags. Schu»str«tze, Ltt. B. Nr. 18.
Europa sieht gegenwärtig den Dingen, welche sich sowohl im Osten wie im Westen deS ErdtheilS oorberciren, mit gespannter Erwartung entgegen. Auf dem Kriegsschauplatz in Bulgarien läßt freilich die Entscheidungs-Schlacht so lange auf sich warten, daß nun fast vermuthen möchte, es werbe zu einer solchen gar nicht mehr kommen, dre Russen würden sich vielmehr demnächst in ihre Winterquartiere zurückziehen und Friedens - Verhandlungen ihr Ohr l<ihen. Bei unbefangener Erwägung der Verhältiusie müffen derartige Vermuthnngen indeß durchaus ungerechtfertigt erscheinen. Die Russen haben doch ihre Verstärkungen gewiß nicht herangezogen, um nach Ankunft derselben stille zu liegen oder gar über die Donau zuruckzugehen; noch weniger würde es die russische Regierung bei der hocherregten Stimmung ihres Volkes wagen können, den Versuch zur Erreichung des vorgesteckten Zieles schon sitzt als vergeblich aufzugeben. Auch auf türkischer Seite ist augenblicklich zu Friedens-Verhandlungen nicht die mindeste Lust vorhanden. Soll doch der Sultan dem österreichische» Botschafter geradezu erklärt haben, er werde nicht auf Friedensoorsckläge eingehen , bevor die Russen gänzlich aus dem türkischen Gebiet vertrieben feien. Der Gedanke an Friedensvermittlung findet daher, so freudig er auch von der wirthschastlicheu Welt begrüßt werden würde, bei den neutralen Mächten, selbst bei England, augenblicklich keinen Beifall. Man sieht vielmehr in unterrichteten Kreisen für die nächste Zeit einer energischen Wiederaufnahme der kriegerischen Action entgegen, man erwartet dieselbe um so sicherer, da sowohl Serbien neuerdings wirklich Ernst macht, in die Action einzutreten, als auch Griechenland seine Rüstungen ununterbrochen fortsetzt und noch jüngsthin in einer energischen Note an England erklärt hat, es werde sich durch alle Drohungen der Pforte nicht abhalten lasten, feine Interessen wahrzunehmen.
Mag nun die erwartete militälische Entscheidung ausfallen wie sie wolle, in Europa bricht sich mittlerweile immer allgemeiner die Ueberzengung Bahn, daß die Ursache beständiger Unruhe, welche in der türkischen Mißregierung liegt, endlich einmal gründlich hinweggeschafft werden müsse. Oesterreich scheint nachgerade entschlossen, für den Fall, daß Rußland in dem bevorstehenden Waffengang unterliegen sollte, die Neuordnung der Dinge im Orient selbst in die Hand zu nehmen. Das Fortbestehen des Drei-Kaiser-Bündnisses und zumal die engen Beziehungen zwischen der deutschen und der österreichischen Regierung, welche seit den letzten Aeußerungen der Minister in den Parlamenten zu Wien und Pesth keinem Zweifel mehr unterliegen, beseitigen auch die Besorg- niß, daß eine neue Wendung der orientalischen Frage den Weltfrieden stören könne. Daß Deutschland eine Lösung dieser Frage unter Oesterreichs Führung willkommen heißen würde, versteht sich von selbst, ebenso würde England mit einer solchen Wendung der Dinge wohl einverstanden sein.
Mit nicht minder gespannter Erwartung blickt der Politiker indeß gegenwärtig auf den Westen Europas. Man fühlt es instinctiv, daß von dem Lause der Dinge in Frankreich und in Rom der Friede der Welt fast noch mehr abhängt, als von den Schlachten in Bulgarien. In bem Wahlkampfe, den Frankreich durchmacht, handelt es sich nicht um die Sache der Freiheit und des Friedens für dies Volk allein, sondern für die ganze Völkerfanulie Europas. Denn die offene Unterstützung, welche die Ultramontanen in- und außerhalb Frankreichs der Regierung des Marschalls Mac Mahon leihen, beweist, daß der Vatican das französische Schwert zur Durchführung feiner bekannten Pläne zu benutzen gedenkt. Dazu kommt, daß der Augenblick immer näher heranrückt, in dem es sich entscheiden soll, ob ein neuer „Unfehlbarer die frevlerischen Agitationen zur Störung des Weltfriedens fortsetzen oder ein- stellen wird. Glücklicherweise scheint indeß auch hier die natürliche Entwicklung der Dinge dafür zu sorgen, daß die Bäume nicht in den Himmel hiveinwachsen. Frankreich dürfte, mag der Wahlkampf' ausfallen, wie er will, wahrend der nächsten Zeit genug mit sich selbst zu thun haben, um sich vor Revolution und Bürgerkrieg zu bewahren. Und der Vatican hat mit dem Versuch, m -lolen eine Erhebung hervorzurufen, im Widerspruch mit seiner sonstigen Klugheit gerade denjenigen Schritt gethan, der seine Feinde um so enger mit einander
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^iner eigenen . eifrigstes Be- f Preise das Halten.
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Vorstellungen.
von v 4* 0 12/ V t»,
Gießen am 5. October 1877.
Betreffend: Die polizeiliche Aufsicht über Zuzüge und Wegzüge.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großher^oqUchen Bürqermeistereien des Kreises.
Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß die Bestimmungen des Gesetzes vom 4. December 1874, die polizeiliche Aufsicht über Zuzüge und Wegzüge betreffend, (Regierungs-Blatt Nr. 60) sehr mangelhaft befolgt und nur feiten Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz zur Anze^e gebracht werden
Wir finden uns deßbalb veranlaßt, Ihnen die pünktliche Befolgung der Vorschriften des Ausschreibens Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 12. December 1874 (Amtsblatt Nr. 26), wovon Ihnen ein Exemplar zu Anfang des Jahres 1875 zugestellt wurde, zur Pflicht^zri machen.
Eine strenge Handhabung dieser Vorschriften ist sowohl wegen der Steuerregulirung und der nothigen polizeilichen Aufsicht überhaupt, als auch noch insbesondere wegen späteren Unterstützungs-Anspruchs an die Gemeinden sehr nöthig.
Dr. Boekmann. ________________
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