der Allerhöchsten Zufriedenheit mit besten langjähriger, treuer Dienstsührung, sowie mit der Berechtigung, die Uniform der Hosofficianten forttragen zu dürfen, am 24. Jan. die Hosköchin Katharine Degent wegen geschwächter Gesundheit unter Bezmgung der Allerhöchsten Zufriedenheit mit deren langjähriger, guter Dienstsührung in den Ruhestand zu versetzen.
12. Eoncurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die mit einem Theologen zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Butzbach mit einem jähr- liehen Gehalt von 1371 JL 43 welcher sich durch von 5 zu 5 Jahren eintretende Alterszulagen bis zum Betrage von 171429 H erhöhen kann; die für diesmal mit einem seminaristisch gebildeten Lehrer zu besetzende zweite Gemetnde-Schulstelle zu Zwingenberg mit einem jährlichen Gehalt von 838 32 ; die erste Gemeinde-Schulstelle zu Groß-Linden, im Kreise Gießen, mit
einem jährlichen Gehalt von 857 12
Darmstadt, 5. Februar. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde, nach Ankündigung neuer Einläufe, von welchen wir den Antrag Kugler ans Einrichtung einer Güter-Station in Egelsbach und den Antrag Kugler und Weber wegen schleunigster Vorlage von Bau-Ordnungen für die stabte hervorheben , zunächst die Interpellation Hirschhorn, betr. die Ausführung des Reichs-Eivilehegesetzes, vom Ministerialrath Hallwachs dahin beantwortet, daß die Anordnung des Ministeriums, wonach in den rechtsrheinischen Provinzen die Eheschließenden vor der Trauung auch fernerhin Erklärung darüber abzugeben haben, ob sie Ehe-Pakten errichten oder auf das geltende Land-Recht Heirathen wollen, widrigenfalls ihnen die nöthige Bescheinigung nicht ertheilt werde, nicht im Widerspruch mit § 38 des Gesetzes stehe. In der hierauf folgenden Debatte sprachen sich die Abgg. Hirschhorn, v. Rabenau, Königer, Schröcer, Dumont und Weber entschieden gegen diese Auffassung aus, während Abg. Maurer, Ministerialrath Hallwachs und Ministerial-Präsident Kempfs die erstere Ansicht vertheidtgten. Letzterer sagte übrigens eine wiederholte Prüfung der Frage zu, falls demnächst ein Antrag hierauf gestellt werde. Nunmehr wurde in die zweite Berathung des Gesetzes über die Volksschullehrer-Gebalte eingerreten. Von dem Abg. v. Wedekind (Darmstadt) und Genossen sind zu den drei ersten Artikeln Anträge gestellt, welche zwischen den den Lehrern ungünstigeren Bestimmungen der zweiten Lesung und denen der Regierungsvorlage, bezw. des Ausschusses, vermitteln sollen; außerdem sind eine Reihe sonstiger Anträge etugrbracht. Nach längerer Debatte ergibt die namentliche Abstimmung zu Art. 1, daß 25 Stimmen für das Verbleiben bei dem Beschluffe der ersten Lesung, nur 19 für die günstigeren Bestimmungen sind. Im letzteren Sinne stimmten: Ällmann, Dittmar, Falk, Hörz, Hallwachs, Heinzerling, Hirschhorn, Jöckel, Jost (Heppenheim), Königer, Martin, Maurer, Matty, Scriba, Keller, Usinger. v. Wedekind (Darmstadt), Welcker, Wolsskehl, im ersteren: Büchner, Conradi, Dumont, Eüenberger, Frank, Heidei reich, Jost (Allertshofen), Kugler, List, Möllinger, Pfannstiel, v. Rabenau, Stnrmfels, Schmalbach, Schröder, Schulze, Stephan (Osthofen und Heßlach), Theobald, Wadsack, Weber, v. Wedekind (Hiltersklingen), Weith, Wolz, Weyrauch. Die übrigen Artikel wurden wesentlich im Sinne der ersten Lesung angenommen.
Berlin, 5. Februar. In der heutigen Sitzung des Herrenhauses wurde der Gesetz-Entwurf über die Aufhebung des Lehens-Verbandes im Geltungsbereiche des ostpreußischen Rechtes nach den vom Grasen Lippe gestellten Anträgen angenommen. Demnächst folgte die Interpellation des Grasen Schulcnberg- Beezendorf: welche Schritte die Negierung zu thun beabsichtige, um dem Anträge des hannoverschen Provinzial-Landtages wegen Aufhebung der über das Vermögen des Königs Georg verhängten Sequestration Folge zu geben. Nach- dem Fürst Bismarck erklärt hatte, die Regierung sei bereit, die Interpellation sofort zu beantworten, begründete Graf Schulenburg dieselbe in ausführlichster Weise, indem er zugleich für die Sache des Königs Georg eintrat. Hierauf erwiderte der Regierungs - Commissär Tiedemann, die Regierung erachte zwar den jetzigen Zustand als einen provisorischen und wünsche deffen baldiges Aufhören, erachte indeffen den Zeitpunkt dazu noch nicht für gekommen. Die Regierung verstehe wohl den Antrag des hannoverschen Provinzial-Landtages, nicht aber den Standpunkt von dem aus der Antrag hier im Hause reprodu- ctrt werde. Sie halte den jetzigen Zustand aufrecht im allgemeinen großen preußischen Jutereffe; die Agitationen der Welfen-Partei dauerten fort und würden sich noch steigern, wenn die Mittel dazu geboten würden. Nach Verlesung einer Reihe von Zeitungs-Artikeln und anderen Kundgebungen schloß der Commiffär mit folgenden Ausführungen: Durch alle diese Aeußerungen geht die Tendenz, Hannover als selbstständigen Staat unter der Herrschaft der W'l- feil herzustellen. Die Regierung sprach mit der Bewilligung der Dotation für König Georg zugleich die Hoffnung aus, die Dotation werde nicht zu Machinationen gegen Preußen führen; darin habe sich dieselbe einmal getäuscht, und wolle man keine zweite Täuschung erfahren. Sie wünsche gleich dem hannoverschen Landtag die Herstellung des Friedens und werde, wenn König Georg die Hand entgegenrciche, selbige ergreifen, sobald die nöthtgen Bürgschaften gegeben würden für Einhaltung der Versprechungen. So lange aber die Welfen-Partei fortwährend Krieg gegen Preußen schüre und durch Hetzartikel Haß gegen diese Macht anzufachen suche, so lange werde die Regierung die in ihre Hand gelegte Macht nicht fahren lasten. — Nächste Sitzung morgen.
— Gegenüber mehrfach verbreiteten Nachrichten, daß zwischen dem deutschen Reich und den Tonga-Inseln ein Vertrag über Abtretung eines Hafen« abgcschlosten sei, erklärt der „Reichs-Auz." : Es ist richtig, daß am 1. Novem ber 1876 ein Freundschafts-Vertrag abgeschlossen worden ist, der Deutschland dort die Rechte der meistbegünstigten Nation einräumt. Um den zum Schutze der deutschen Jntereffen in der Südsee verkehrenden deutschen Kriegsschiffen die Beschaffung ihres Kohlenbedarfs zu ermöglichen, sicherte der König von Tonga gleichzeitig, unter voller Wahrung der Landeshoheit, das Recht zur Benutzung von Terrain für eine Kohlenstation auf der Vävao-Gruppe zu. Von Abtretung eines Hafens oder der Landeshoheit über einen solchen war keine Rede. Solche Angaben sind ebenso unbegründet, wie die zeitweilig i» Kurs gesetzten Nachrichten über angebliche Absichten Deutschlands auf Anlegung von Colonieen in fremden Welttbeilen.
— Der bekannte Statistiker Dr. Otto Hübner ist gestern früh hierselbst gestorben.
Berlin, 6. F bruar. Das Herrenhaus hat heute vier kleinere, von dem Abgeordnetenhaus bereits genehmigte Gesetz-Entwürfe unverändert angenommen und bie seitherigen Mitglieder der statistischen Central-Eommission und der Staatsschulden-Commission wiedergewählt.
Hesterreich.
Wien, 5. Februar. Der „Preste" zufolge wäre die Antwort der Pforte aus das Ansuchen Serbiens, betr. die Zurücknahme ter Garantie-Forderungen noch nicht erfolgt. — Das Consortium, welches die neue Goldrente übernommen, hat den effectiven Goldbetrag für 40 Millionen Gulden Goldrente in die Staatskaste eingezahlt.
Wien, 5. Februar. Jgnatieff bleibt drei Tage in Wien. Er soll eine Audienz beim Kaiser nehmen. Bezügliche specielle Instructionen sind bei No.vi- koff eingetroffen..
Pesth. Das antirussische Manifest der kroatischen Universitäts-Jugend in Agram hat in Ungarn einen großen Eindruck hervorgerufen, um so mehr, da diese Kundgebung ganz unverhofft kam und man hier auf diese ungarfreund- liche Gesinnung der Kroaten gar nicht gefaßt war. Bekanntlich hatt.- der Moskauer Universitäts-Proseffor Majkov in einem russischen Blatte die Kroaten als Feinde der „slavischen Idee" und der türkischen Slaven bezeichnet. Diesem Angriffe gilt die Antwort der Agramer Jugend, sie bildet eine entschiedene Verurtheilung der Bestrebungen Rußlands. Bezüglich der von Rußland angeblich unterstützten Zukunftspläne der Serben erklären die Kroaten, daß eher die Samojeden über „alle Reuffcn" herrschen werden, als die Serben über die mohamed. Kroaten der Türkei. Die „Humanitäts-Heuchelei" Rußland- wird mit den Worten abgefertigt: „Der Zustand der türkischen Christen ist zwar ein trauriger, aber vielleicht ein besserer, als der, in welchem die Unterthanen Rußlands leben. Man könnte nur dann glauben, daß Rußland da- Loos der türkischen Christen verbeffern will, wenn es erst die Lage seiner eigenen Unterthanen verbessert hätte." Diese Kundgebung fand in Kroatien lauten Widerhall, und es läßt sich nicht leugnen, daß dieser Absagebrief der jungen Generation Kroatiens für die Zukunft Ungarns ein Ereigniß von einiger Bedeutung ist.
KranLreiH.
Paris, 5. Februar. Der „Temps" bringt die Nachricht, die russische Regierung habe Befehl ertheilt, daß 150,000 Reservisten auf Kischenew in Marsch gesetzt werden und daselbst vor dem 1. März eintreffen sollten. — Laut Depeschen aus Jassy hat sich dort und in Urgheni eine russische Militär- Commission niedeigelaffen, welche mit Vorbereitungen zum Transport von Lebensmitteln auf den rumänischen Eisenbahnen beauftragt ist. Ein russisches Magazin soll in Jaffy selbst errichtet werden. Die russische Armee am Pruth soll auf 400,000 Mann gebracht werden, worunter 100,000 Mann Reserve. — Die Türken bilden dem Vernehmen nach ein Lager von 50,000 Mann in Silistria.
— Das „Journal des D6bats" kann seinen Verdruß nicht mehr verbergen, daß die Ausstellung von 1878 im In- und Auslande mehr und mehr auf ganz unerwartete Hinderniffe und Abneigungen stößt. Von England erwartet das Organ des Finanz Ministers, daß die kürzlich erfolgte Ernennung der königlichen Commission „allen böswilligen Erfindungen ein Ende machen werde." Bei.den auswärtigen Blättern, die nicht für daS Unternehmen wirken, ist es Helle „Schadenfreude", bei den französischen, welche die Bemerkungen auswärtiger Blätter abdrucken, ist es der pure „Neid" auf den Glanz, welche der Republik aus der Weltausstellung erwachsen könne. Besonders den Bouapar- tistcn wird dieser unpatriotijche Neid in's Gewiffen geschoben: „Die versteckten Angriffe auf die Ausstellung werden dem Ruhme Frankreichs im Auslande schaden," lautet der Schluß dieser Polemik, über die sich nur sagen läßt, daß ihre Argumente ächt französisch sind.
Paris, 5. Februar. Marquis Salisbury ist auf der Durchreise nach London hier eingetroffen. — In einem Artikel des „Moniteur" heißt es über die russische Circular-Depesche: dieselbe scheine das Mißtrauen und die pessimistischen Anschauungen der „Times" nicht zu rechtfertigen. Die orientalische Frage müsse eine europäische blechen, deshalb erwüchsen aus derselben auch für Rußland keine Verantwortlichkeit oder sonstige Pflichten, welche von denen der übrigen Staaten verschieden seien. Die Depesche verletze nicht irgend welches durch die Conferenz festgestelltes Princip.
— Nach einer Depesche der „Agence Havas" aus Ragusa hätte der Fürst von Montenegro sich gegenüber der Pforte bereit erklärt, birecte Verhandlungen über den Friedensschluß einzngehen.
Paris, 6. Februar. Da- „Echo universel" bringt eine Correspondenz aus Rom, welche gefährliche Umtriebe Rouher's in Florenz und Rom signali- sirt, nämlich zu Gunsten der Candidatur des Cardinals Bonaparte aus den päpstlichen Stuhl.
Petersburg, 4. Februar. Der heutige „Regier.-Anz." bringt genaue Daten über den Gesundheitszustand der Süd-Armee, aus denen sich ergibt, daß von 180,000 Mann nur 1889 erkrankten, mithin nur 1 pCt. des Bestandes; diese Ziffer sei als eine ungünstige nicht anzusehen; eS bleibe nur zu wünschen, daß auch künftig das Procenkverhältniß der Erkrankungen nicht zunehme.
-rirkei.
Konstantinopel, 6. Februar. Nach der feierlichen Verlesung des Hat, welcher die Ernennung Edhem PaschaS zum Großvezir enthält, wurden noch folgende weitere Ernennungen verkündigt: Ali Pascha zum Gouverneur' von Adrianopel, Ahmet Vifik Effendi zum Präsidenten der Depatirten-Kamnier, Kurschid Pascha zum Musteschar des Großoezirats und Ohanes Lakis zum Musteschar des Unterrichts-Ministeriums.
— Midhat Pascha wurde durch einen Adjutanten des Sultans in'S Palais berufen und von dort sofort an Bord der kaiserlichen Jacht „Jzzedin" gebracht, welche sogleich in das mittelländische Meer absnhr, um Midhat Pascha außerhalb des türkischen Gebiets zu bringen. Man glaubt, Midhat werde in Syra gelandet werden.
Lolkal-Notij.
Gießen, 7. Februar. Auszug au« dem Sitzungsprotokoll der Stadwerordneten- Versammlung am 1. Februar 187 7.
* Von Gr. Kreisbauamt Gießen kam ein an Gr. Bürgermeisterei gerichtete« Schreiben zur Vorlage, in welchem dasselbe anführt, daß es für die Stellung de« im Frühjahr in Ausführung zu bringenden neuen UniversitätSgebüudrS jetzt schon zu wissen nothwendig hade, ob etwa wie unter Anderem tn Vorschlag gekommen, »or demselben da« Liebtgßdenkmal aufgestellt werden solle. In diesem Falle müßte nämlich da« Gebäude einen größeren Abstand von der Straße erhalten u. s. w- und der diesen Abstand
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