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Gießener Anzeigers empfehle ich

Weitere Verordnung bringt die Ernennung des Stabes der griechischen Armee und der Befehlshaber der verschiedenen Brigaden, Regimenter und Bataillone.

8ehlff*bericltt. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz tu Gießen.

Newyork, 4. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschtff Rhein, Capt. H. C- Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 2l. Juli von Bremen und am 24. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachm- wohlbehalten hier angekommen.

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^Darmstadt, 2 August. Aus Hernshetm kommt die Mittheilung, daß gestern Abend dortsilbst ca. 30 Hauser niederbrannten. Als diese Nachricht von dort abgina war der Brand noch nicht gelöscht-

Revanche. Kanzleibote:Aber warum kann ich Ihnen denn gar nichts recht thun; und so barsch behandeln Sie mich!" Assessor:Ja sehen Sie, Ihnen geht es letzt gerade so wie mir, als ich Einjahrig-Freiwilliger und Sie mein Feldwebel waren."

.. r 1 GedankenmalereiWarum sind Sie so nachdenklich geworden, seit der Bankier mit seiner liebenswürdigen Tochter dort unter den Bäumen sitzt?Ach ich male mir im Geiste das Glück aus, wenn der Bankier mein Schwiegervater selig wäre!" T ~ Mittel gegen Regenwürmer. Regenwürmer sind nach einer Mittheilung des Journal d agncultur pratique auf eine einfache Weise zu vertreiben, indem Topfpflanzen, die von ihnen leiden, mit Wasser begossen werden, welches ungefähr zum zehnten Theil mit der geriebenen Frucht der Rostkasianien (Aesculus Hippocastanum) vermischt ist, was das alsogletche Heroorkriechen und Absteroen der Regenwürmer bewirkt. Auch bei trockenen Früchten geht die giftige Wirkung nicht verloren. Dasselbe Journal macht wiederholt aus die Wirkung des Tavaksaftes aufmerksam, der mit Wasser vermischt gegen Engerlinge und Blattläuse sowohl bet Obstbäumen als bei Gemüsepflanzen an­zuwenden sei.

lEine der schamlosesten Ausbeutungen) schreibt dasN. B. Taget».' besonders der ärmeren Classen, dürfte wohl unstreitig der seitens der Herren Materialisten erst in neuerer Zeit in Aufnahme gekommene Mißbrauch sein, bet dem Verkauf der unentbehrlichsten Haushaltungsartikel, als Kaffee, Zucker, Thee, Reis rc. die äußere Um­hüllung oder Papterdüte mitzuwiegen. Bisher bediente sich der Kaufmann bei dem Abwiegen seiner Colonialwaaren einer Handwagschale, um die abgewogenen Gegen- llände alsdann m eine geklebte oder gedrehte Papterdüte zu schütten, die er als ein selbstverständliches Requisit zugab. Heute natürlich ist das ganz anderes. Die Handwagschalen sind verschwunden, an ihre Stelle sind Tafelwagen getreten, welche auf der größeren Platte ein Halbgeländer besitzen, um auf diese Weise das Mitwtegen der starken Papterdüte zu erleichtern. Wie bedeutend ein derartiger schamloser Kunst­griff für die Taschen der Kaufleute ist, wird man aus nachstehender Rechnung leicht ersehen. Bekanntlich wiegt der gebrannte Kaffee, einer der bedeutendsten Consumarttkel, bet gleicher Menge nur halb so viel wie der rohe Kaffee, daher der Kaufmann zum Etnpacken eines halben Pfundes einer Düte bedarf, worin ein ganzes Pfund roher Kaffee Platz hat. Nun ist gewiß, daß nur in den seltensten Fällen eine solche Düte weniger wie 10 Gramm im Gewicht hat, wodurch also der Kaufmann, da er in neuester Zeit diese Papierdüte mitwiegt, statt der verlangten 250 Gramm Vr Pfund gebrann­ten Kaffee in Wirklichkeit nur 240 Gramm Kaffee und 10 Gramm Papier verkauft, mithin sich 10 Gramm Papier für Kaffee bezahlen läßt. Da nun der billigste Kaffee mindestens 1.50 per Pfund kostet, so haben diese Herrn bet dem Verkauf von 200 Vr-Psunde 200 x 10 Gramm = 4 Pfund Papier als Kaffee mit 6 bezahlt ge­nommen, während 200 Stück Papierdüten sich doch höchstens auf 60 bis 70 Pf. stellen können. Was diese Manipulation noch verwerflicher macht, ist, daß sie nur die ärmere Classi betrifft. Ob ein derartiger Kunstgriff, welcher hart an die Grenze des Betrugs streift, gesetzlich erlaubt? Und wer wollte es im bejahenden Falle dem Kaufmann verbieten, statt eine Dute von 10 Gramm Schwere eine solche von 20 Gr. Schwere mitzuwiegen? Ist dieses jedoch nicht erlaubt, dann dürfte es für die Behörden gewiß die höchste Zeit sein, gegen ein solches ungesetzliches Verfahren einzuschreiten.

Friedberg, 2. August. Daß ein Realschüler Wachteln ausbrütet, dürfte wohl als naturytstorisches Umcum dastehen. Die Sache ereignete sich hier jedoch in Wirk­lichkeit und wir wollen unseren Lesern das komische Eretgniß nicht vorenthalten, selbst auf die Gefahr hin, daß die Collegen von der Presse, ja selbst die Setzer entsetzt auf­schreien: Hu, welch' sauere Gurke! Realschüler Waller von Dorheim nahm heute Morgen unterwegs ein Wachtelei mit, um es seinem Lehrer hier für die Sammlung zu übergeben. Damit es ihm nun nicht aus der Hand falle, steckte er es vorsichtig unter fein Hemd auf die bloße Brust. Hier muß wohl die Schaale trotz deS vorsichtigen Tragens etwas lädirt gewesen sein, die Wärme des Körpers wirkte auch etwas mit, genug, als er hier ankam, fing die junge Wachtel aus dem Ei zu entschlüpfen. Als der Lehrer die Schulstube betrat, tönte es ihm von allen Seiten entgegen: Herr W.... der Walter hat eine Wichtel auSgebrÜtet! Das Thierchen wurde seitens des Lehrers getodtet. da keine Möglichkeit da war, einen so jungen Vogel aufzufüttern. Die Sache selbst wurde uns von dem betreffenden Lehrer und dem Director der hiesigen Real­schule mitgetheilt und sind wir ausdrücklich autorisirt, die beiden Herren als Quelle für die Richtigkeit des Vorkommnisses anzugeben. (Oberh. Anz.)

Der orientalische Krieg.

Konstantinopel, 2 August, Abends. In einem Telegramm Sulei- >nan Pascha's über die am 31. Juli ftattgehabte Wieder-Einnahme von Eski­sagra wird noch ferner gemeldet: Als die Ruffen nach heftigem Kampf unter großen Verlusten verjagt waren, hatten die in die Stadt eingerückten türkischen Truppen noch einen Kampf gegen die bulgarischen Einwohner zu bestehen, welche sich in die Häuser und Kirchen flüchteten, durch die Fenster auf die Truppen schoffen und sich auf's Aeußerste vertheidigten. Gerüchtweise verlautet, Sulei­man Pascha stände im Begriff, Kazanlyk anzugreifen. Aus der Umgebung von Rasgrad kommt die Kunde von einem günstigen Gefechte.

London, 3. August.Reuter's Bureau" meldet aus Erzerum vom 2. August: Das russische Centrum unter General Loris - Melikoff, durch 14 Bataillone Infanterie und 3 Feldbatterien verstärkt, hat die Offensive er­griffen und ist seit zwei Tagen mit dem Feinde in fortgesetztem Kampfe be­griffen. Das Corps des Generals Tergukasoff ist durch 5 Bataillone In­fanterie, ein Dragoner-Regiment und eine Batterie verstärkt. Eine russische Abtheilung marschtrt gegen Pennek.

Konstantinopel, 3. August. Shakir Pascha ist zum Divisions- G.'neral ernannt worden und übernimmt das Commando über das bisher von Reuf Pascha befehligte Armee-Corps. Letzterer geht nach Konstantinopel. Die ini- Dorfe Atly bei Tschirpan angesammelten aufständischen Bulgaren wur­den gelobtet, 55 gefangen. Der Gouverneur von Pilippopel signalisirt tue Ausbreitung des Aufstands an mehreren Punkten, besonders in Carlowa und Aktschekilina. Die entsendeten Truppen befreiten zunächst die muselmännische Bevölkerung und belagerten sodann die beiden Orte, worauf die Insurgenten sich unterwarfen und die Waffen auslieferten. Ein Telegramm Suleiman Pascha's schätzt den Verlust der Ruffen und Bulgaren bei Eskisagra auf 2000 Todte. Zahlreiche Bulgaren wurden gefangen. Der Verlust der Tür­ken betrug 171 Todte und 566 Verwundete. Eskisagra wurde in Folge der Beschießung durch eine Feuersbrunst zur Hälfte zerstört. Ein Telegramm Mehemed Ali's vom 1. d. bestätigt die Meldung von dem für die Türken gün­stigen Avantgarden-Gefecht bei Rasgrad. Wie versichert wird, concentriren die Ruffen eine Armee an der Donau, welche in zwei Corps getheilt wird; eines d^ser Corps würde bei Plewna, Nikopolis und Sistowa, das andere entlang der Jantra operiren.

Bukarest, 3. August. Die Kanonade zwischen Rahowa und Beket dauert fort. Auf sämmtlichen Bahnen der Moldau und der großen Walachei isi der Personen- und Güter-Verkehr wegen Truppen-Transporten eingestellt. ®er Minister-Präsident Bratiano kehrt heute aus Dem rumänischen Haupt­quartier zurück.

Wien, 4. August. DasTageblatt" enthält folgende Meldungen: Aus Bukarest. Die Türken haben Rahowa wieder besetzt und daselbst Batte­rien errichtet, aus welchen sie ein anhaltendes Feuer auf die rumänischen Posi­tionen bei Beket eröffnet haben. Aus Belgrad. Die Skupschtina hat gestern die Ge^mittel zur Aufstellung eine Observations-Corps an der Grenze bewilligt.

Wien, 4. August. Meldungen desTageblatts": Rasgrad, 3. Aug. Adil Pascha besetzte, von Lowtscha kommend, Selvi bei Tirnowa ohne Kampf. 4000 albanesische Reiter trafen zur Verstärkung der Armee Osman Pascha's in Plewna an.

Wien, 4. August. Aus Schumla wird gemeldet: Die Ruffen räumen die Dobrudscha, das dortige Corps ist zur Verstärkung der Haupt-Armee bei Sistowa bestimmt. Adil Pascha besetzte Servin, Osman Pascha's Vorhut rückl gegen Tirnowa vor. Die türkische Armee sucht ihre Siege auszubeuten. Die Nachrichten aus Serbien haben hier in Wien einen schlechten Eindruck ge­macht. DasFremden-Blatt" erklärt, die serbischen Rüstungen müßten Oester­reichs militärische Maßnahmen beschleunigen. DieNeue Fr. Pr." widerlegt in Folge besonderer Ermächtigung die gehässigen Ausstreuungen über Midhat Pascha; sie constatirt, daß eine Aussöhnung des Sultans mit Midhat erfolgt fei; der Sultan sei nun seinerseits bemüht, Mahmud Damat und Midhat mit einander zu versöhnen.

Bukarest, 4. August. Aus Tirnowa wird gemeldet, daß Berichten des Generals Gurko zufolge, die Türken vor der Räumung der Städte und Dörfer die Christen umbringen oder sogar lebendig begraben. Im Hauptquartier treffen täglich Gefangene ein, welche im Balkan gemacht wurden.

Petersburg, 4. August. Heute wurde ein kaiserlicher Ukas über die Berufung von 188,600 Landwehrmännern erster Classe veröffentlicht. Der Ukas, welcher vom Kaiser Bleja am 22. Juli unterschrieben wurde, rief hier allgemeinen Enthusiasmus hervor.

Wien, 4. August. DiePolit. Corresp." meldet aus Petersburg vom 1 4. d. : In Folge eines aus dem Hauptquartier der Operations-Armee in Bul- ! garien eingetroffenen kaiserlichen Ukas wird die unverzügliche Mobilisirung des ' gesammten Garde-Corps und mehrerer Ärmee-Divistonen angeordnet. Der i größere Theil des Garde-Corps und einige Armee-Divisionen müssen sofort zur Operations-Armee nach Bulgarien stoßen, der übrige Theil der neumobilifirten 1 Truppen geht zur Verstärkung der kaukasischen Armee ab.

Konstantinopel, 4. August. Die Pforte forderte die Chefs der ( christlichen Gemeinden auf, eine aus Christen bestehende Miliz zu organisiren, > welche gemeinschaftlich mit der Gensd'armerie die öffentliche Sicherheit aufrecht- $ erhalten soll. Zwischen Mukhtar Pascha und den Russen in Klein-Asien ' ^at sich ein Kampf entsponnen. Die Ruffen erhielten Verstärkungen und sollen die Offensive wieder ergriffen haben. Von der Donau liegen keine Nach- < rieten über neue Kämpfe vor. Reuf Pascha ist heute in Konstantinopel emgetroffen. *

Lokal-Notiz.

Wir lassen nachstehend das Protocoll der Stadtverordneten- Sitzung vom 26. Juli 1877 folgen:

11 $£r "gelegte Nivellementplan für die projectirte Straße vor dem an der iiebinigt301 ^Cn ^a^or un& Neuenweg erbaut werdenden Justizgebäude wurde ge- ~ , n2, Cin zwischen der Stadt und Herrn GeorgKonradSimon abgeschlossener ««r zur Rei ü en sand -B a hnh of sft r e abgetretenes Gelände für den Preis von v pro DÄlafter wurde genehmigt.

hpr Theo d o r Lony will an seinem, ehemals Werner'schen Hause am Ecke

bailIi^Cr?CrÖ1.nb^n9cn vornehmen, bet welcher Gelegenheit eine Gradelegung der an demselben herführendcn s. g. Reichensand-BahnhofSstraße an dieser

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Stelle zu erzielen ist, wenn der in dieselbe vorspringende Theil deS an die Stadtbach grenzenden Anbaus beseitigt wird. Es ist daher beschlossen worden, demHrn. Theo d or Lony für den hier fraglichen Streifen seines Eigenthums eine Vergütung von 2500 zu osseriren

- 4,. B°up.eluchc der Herrn Julius Bach, August Montanus und Fr.

Jutzt erhielten Billigung und sollen befürwortet werden, dagegen soll dem Gesuch des Herrn Peter Hudeler, welcher daS früher Nolti'sche HauS in der Brandgasse um­zubauen beabsichtigt, nicht stattgegeben werden, wenn er nicht die ihm bezeichneten Linien nach der Brand« und Lindengasse hin einhält.

rc , Gerhard Klingelhöfer hat ein Gartenhaus in den Eichgärten ohne

Crlaubnm wohnlich eingerichtet und sucht, da ihm die Entfernung der Feuerungsan- lage in demselben ausgegeben worden ist, um Belassung 'derselben nach. Sein desfall- siges der Stadloerordneteli-Versammlung zur Äeußerung vorgelegtes Gesuch konnte mcht unterstützt werden, well es sich um Ausführung eines in allen Instanzen abge­schlagenes Bauwesen handelt. 6

6. Gegen die Herren K. Schneider und K. Steinmüller von Heuchelheim wurden, weil sie, trotzdem ihnen die Erlaubniß zur Errichtung eines Hintergebäudes auf dem Hamm versagt worden und den Bau doch errichtet haben, je 30 Strafe Ä?"nnn"pin- lk'.4?"ch die Entfernung des fraglichen Baues ausgesprochen, ^fürwortet werdm @C $ Um Straferlaß und um Belassung des Baues soll nicht

7. Ein Gesuch der Actienbrauerei Gießen um Erlaubniß zur Anlage von Pich- osen wurde genehmigt. ° v w

® D-m Gesuch- d-s Herrn Victor Wendelin Böitinger °°n Herbstein UM Ausnahme als Burger der Stadt Gießen wurde ftattgegeben V

>TO. , 0- Die Erbauung des Schlachthauses auf die in Aussicht genommene städtische Wiese unterhalb der Lahnbrucke am Hamm macht die Correctur der Lahn auf eine k^ze Strecke nothig und wurde der darüber oorgelegte Plan angenommen, für welchen auch die höhere Genehmigung erwirkt werden soll.

10. Zur Errichtung von 2 Grabdenkmälern auf dem hiesigen Friedhof nach den oorgclkgken Planen wurde Zustimmung ertheilt..

Glestcn, 6 August. Unser seitheriger Kreisrath und Prooinzialdirektor Herr o. Roder hat bereits seine neue Stellung als Prov.-Direktor der Provinz Rheinhessen in Mainz angetreten. Unser neuer KretSrsth und Prov.-Direktor Herr vr kma n n weilt ebenfalls schon in unfern Mauern und hat feine Geschäfte unterm 2. dsS. Über­nommen.

Bei

Sr 'N ö- S «ich

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Die Annoncen-Expedttion Th. Dietrich Ss Co^in'Caffel^über- ?,rompf< Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpretsen. (Alleinige Jnseraten-Annahme s. d.Casseler L.ageeposr. )