Vertheilung der Portefeuilles im neuen Eabinet: Coudostaooios lehnte das Justiz-Portefeuille ab und übernahm das des Äeußern; in Folge dessen übernahm Kumunduros die Portefeuilles des Innern und der Justiz.
Konstantinopel, 2. Mai. Die verschiedenen Telegramme über die Wiedereinnshme von Arvahan rühren nicht von militärischen Befehlshabern »er; die Einnahme des Platzes kann daher nicht als gewiß angesehen werden.
Vermischtes.
Aegypten.
die aufständischen Districte begeben.
—2,5 * K.
+8 35 ,
+ 10,29 ,
+ 19,0 , 2,16 Par. Zoll. 1,97
ßauterbadj, 31. Mat. Nachdem die zu Gießen abgehaltene Generalversammlung des Oberhessischen Obst- und GartenbauoereinS beschlossen hat, in diesem Jahr eine Obst-, Gemüse- und Blumenausstellung zu Lauterbach zu veranstalten, versammelten sich gestern die Mitglieder des zu diesem Zweck in's Leben getretenen Comite'S im hiesi+n Rathhou?saale, um, unter dem Vorsitze des Präsidenten obigen Vereins, Grafen Friedrich zu SolmS Laubach, über die Ausdehnung und Einrichtung der AuS> tellung zu berathen. Es wurde beschlossen, daß die Ausstellung am 22., 23. und 24. September l. I. un hiesigen Casinogebäude, welches die Casinogesellschast hierfür zur Verfügung zu stellen die Güte hatte, stattfinden solle, alsdann wurde zur Beralhung eines Programms geschritten, dessen Veröffentlichung demnächst zu erwarten steht, und schließlich die Wahl von Preisrichtern vollzogen. Wir hoffen, daß die Ausstellung eine lebhafte Bctheiligung finden wird und wünschen dem Unternehmen den besten Erfolg.
Dortmund, 26. Mat. (Kindesmord ) Heute Nachmittag um 5 Uhr ist hier Lepoldstraße 78 in der nördlichen Vorstadt eine entsetzliche That geschehen. Der Kessel- schmied Hacke hat sein eigenes Kind, einen Knaben von vier Jahren mit einem Beil erschlagen. Er hat das Kind an die Wand gestellt und dann mit kaltem Blute in horizontaler Richtung den schlag auf die Stirn geführt, so daß der ganze Schädel ausktaffle. Zwei andere Kinder haben sich bei dem schauderhaften Anblick eiligst entfernt, sonst hätte der Unhold ihnen dasselbe Schicksal bereitet. Auf den Ruf der Nachbarn eilten der Polizet-Wachtmeister und ein Schutzmann, die sich in der Nähe befanden, herbei, um den Mörder zu verhaften- Bet ihrem Eintritte in das zu ebener Erde gelegene Zimmer sprang derselbe aber zum Fenster hinaus, wurde indeß von dem Schutzmann und einer mittlerweile stark angeschwollenen Menschenmenge verfolgt und eingeholt. Der Wachtmeister hatte sich unterdessen des unglücklichen Kindes angenommen, das aber, indem er noch damit beschäftigt war, ihm das Blut abzuwaschen, unter seinen Händen starb. Der unnatürliche Vater, in dessen Tasche sich ein Strick vorsand, wurde ins Gefängniß abgesührt, konnte aber auf dem Wege dahin nur mit Mühe vor der Wuth der ihn begleitenden Menge durch mehrere noch hinzugekommene Poltzelmannschaften gerettet werden. (Essener Ztg.)
Cob lenz, 30. Mat. Auf dem Moselweißer Felde fanden gestern Nachmittag sehr interessante Versuche mit zweien von der Firma Bernhard Loeb in Berlin gelieferten Palei+Gasipritzen start- Der ganze Apparat hat dieselbe Einrichtung und Füllung wie der bereits bekannte Extmkteur und unterscheidet sich von demselben nur dadurch, daß die zur Entwickelung der Kohlensäure verwandte Schwefelsäure sich in einer mittelst Bleiplatte verschlossenen Metzallstascke befindet und erst unmittelbar vor dem Gebrauche durch einen oben angebrachten Hebel, der ein Stilet durch die Bleiplalte treibt, mit der Füllung in Verbindung tritt- Der tragbare Apparat besteht aus einem auf 15 Atmosphären Druck geprüften Cylinder von Eisenblech und wird gefüllt mit 70 Pfd- Wasser, 3 Pfd- doppelkohlensauerm Natron und 1 Pfd- Schwefelsäure. Bei dem beabsichtigten Gebrauche drückt der betreffende Mann den oben bezeichneten Hebel nieder, hängt die Spritze wie einen Tornister über den Rücken und setzt sie durch Aufdrehen eines Krahnens in Thätigkeit- Der erste Versuch wurde angestellt an einem Hausen gespaltenen Holzes, das mit Theer getränkt und mit Petroleum übergossen war. Das Löschen gelang in wenigen Minuten. Ber dem zweiten Versuch handelte es sich um die Löschung einer in eine 50 Fuß lange und über 2 Fuß breite Bodenvertiefung gebrachte Mischung von Hobelspänen und Theer, die nach dem Entzünden eine furchtbare Gluth entwickelte. In l'/r Minuten war der letzte Funke gelöscht und die Spritze erst etwa bis zu einem Drittel geleert. Nach dem Wiederanzünden der Masse, das nur langsam von Statten ging, gelang die Löschung in noch kürzerer Zeit. Ein zweiter Haufen theergetränkten Scheitholzes wurde mit dem vor den Augen des zahlreich v.r- fammelten Publikums wieder gefüllten Apparaten ebenfalls in wenig Augenblicken gelöscht- Die Versuche dürften den Beweis geliefert haben, daß diese Patent Gasspritzen bei Ausbruch eines Feuers von außerordentlichem Nutzen sein können, und ihre Anschaffung sich demgemäß für Theater oder andere Gebäude, die der Gefahr einer in ihnen entstehenden Feuersbrunst stark ausgesetzt sind, sehr empfiehlt- Füllung und Handhabung sind einfach und leicht, auch beträgt der Preis nur ca. 150 JL
Athen, 2. Juni. In der Deputtrten-Kammer wurde vom Minister- Präsidenten Kumunduros das Programm des neuen Cabinets dargelegt; das' selbe umfaßt auch die Verdoppelung des Armee-Bestandes, sowie die Einreihung der Reserven und Freiwilligen, wodurch die Aufnahme einer Anleihe und die Erhöhung der Steuern nothwendig werden würde.
Kairo, 1. Juni. Durch Berichte aus Khartum wird das Gerücht von einer Revolution in Darfur bestätigt; Gordon Pascha werde sich demnächst in
Dänemark.
Kopenhagen, 1- Juni. Der Führer der Linken, I. A. Hansen, ist gestorben.
SchlffBbericht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd aimnor^ 3J?at. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschisf Berlin, Capt. C- Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 11- Mai von Bremen und am 14. Mai von Southampton abgegangen war,' ist heute wohlbehalten hier angekommen.
Die Berlin wird am 2. Juni zurückexpedirt.
New york, 1. Juni- (Per transatlantischen Telegraph.) DaS Postdampfschiff Weser, Capt. F. v- Bülow, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 19. Mal von Bremen und am 22. Mai von Southampton abgegangen war, ist heute 2 Uhr Nachm- wohlbehalien hier angekommen.
Belgien.
Brüssel, 1- Juni. In der Deputirten-Kammer kündigte Frere-Orban für Dienstag eine Interpellation an hinsichtlich der vom hiesigen päpstlichen Nuntius jüngst an frühere päpstliche Zuaven gehaltenen Ansprache.
Kolland.
Haag, 2. Juni. In dem Befinden der Königin ist einige Besierung eingetreten.
Dringende Ditte
an alle Forstleute und Iagdbeständer.
Zu bei; wichtigsten Aufgaben der Thierfchutz-Vereine gehört unstreitig der Vogelschutz. Es soll derselbe jedoch nicht nur darin bestehen, daß man die nützlichen Vögel hegt und ihnen Gelegenheit zum Nisten bietet, sondern man muß auch dafür sorgen, daß dieselben in Ruhe und F.'kden ihre Jungen aufziehen können. .
Dies kann aber nur geschehen, wenn man die Feinde derselben vermindert. Solche Feinde der Singvögel sind aber die Katzen und namentlich die Glftern. Wer einmal diesen Vogel in seinem Thun beobachtet hat, wie er früh Morgens alle Gebüsche und Bäume nach Nestern durchsucht, wer gesehen, wie er die durch das L-chreicn ber Jungen, ober datz Ab- und Zufliegen der Alten gefundenen Nester plündert, die darin enthaltenen Eier und Jungen verzehrt, der wird mit uns überetnfttmmen, wenn wir sagen: Die Elster ist der schädlichste Feind der Singvogel.
Leider ist dieser Vogel in vielen Gegenden noch sehr häufig und weiß sich derselbe durch seine Scvlauheit gar oft allen Nachstellungen zu entziehen. Am leichtesten kommt man ihm befanntliff) am Neste bei, indem man in dasselbe schießt und hierdurch nicht allein die alten Vögel tobtet, sondern auch die im Neste vorhandene Brut. Di nun gerade jetzt die Elfter brütet, eben auch durch das Zerstören zahlreicher Nester den größten Schaden anrichtet, so ersuchen wir alle Forstleute und Jagdbeständer dringend die Elstern, wo es irgend möglich ist, zu vertreiben oder zu todten.
Der Nutzen einer solchen Maßregel wird nicht ausbleiben und die gefiederten Sänger in Wald und Feld w^rd-n hie ihnen gewidmete Fürsorge reichlich lohnen.
Das Bureau deS Thierschutz-BereinS
tür das Groyherzogthum Hessen.
Aecht kölnisches Wasser
von Jean Maria Farina.
Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers empfehle JO iu M. 13,70 per Dutzend, M- 6,85 per Halde- Dutzend, sowie in ganzen und halben Fläschchen zu M- 1,28 und 68 Pfg. gehorsamst-
Johann Maria Karina in Kölr.
Der orientalische Krieg.
Wien, 1- Juni. Ein Telegramm der „Preffe" aus Bukarest bestätigt, daß vom Donnerstag Nachmittag bis Freitag früh bei Sulina von einem russischen Monitor, der die Einfahrt in die Sulina-Mündung erzwingen wollte, eine heftige Kanonade unterhalten wurde.
— Der „Polit. Corresp." wird aus Bukarest vom 31. Mai telegraphtrt: Im Laufe dieser Woche bezieht das neunte russische Armeecorps ein Lager bei Dulafti unweit Bukarest, welches mit 25,000 Mann belegt werden soll. Der Kaiser von Rußland wird voraussichtlich am 6. Juni Abends in Plojesti eintreffen, falls bis dahin die Eisenbahnlinien wieder practicabel sind. Das kaiserliche Hoflager wird im fürstlichen Sommerpalais Cotroceni aufgeschlagen werden.
Petersburg, 1. Juni. Aus Tiflis vom 31. Mai wird gemeldet: Am frühen Morgen des 29. Mai bewegte sich türkische Kavallerie von Sagan- lua nach Kars zu. General Loris -Melikoff schickte am selbigen Tage Abends eine starke Eolonne unter dem Befehl des Generals, Fürsten Tschwatschanwadse, nach Ardas. Nahe bei Begli wurden die Türken von drei Seiten zugleich atv gegriffen und gänzlich geschlagen. Die Ruffen erbeuteten 2 Berg-Geschütze, 4 Munitionskarren, 2 Feldzeichen und machten viele Gefangene, darunter einen Stabsofficier der regulären Truppen. Der russische Verlust belief sich auf 6 Todte uiiD 30 Verwundete, der türkische allein an Todten über 100. Im Handgemenge that sich ganz besonders das Nischnei - Nowgorod schc Regiment hervor.
Vigo, 1. Juni. Das russische Panzerschiff „Petropawlowsk" ist auf der Fahrt von Carthagena nach Cherbourg hier angekommen.
Bukarest, 1. Juni. Die Beschuldigung des türkischen Hülss-Comitos, daß die rumänischen Batterien das Widdiner Hospital bombardirt hätten, wird von Seiten Rumäniens kategorisch dementirt. Das Feuer der rumänischen Batterien wurde von den Obersten Gaillard und Doctoroff geleitet und war lediglich gegen die Citadelle, die Forts und gegen daS türkische Lager gerichtet. Die Berichterstatter der verschiedenen Nationen wohnten dem Bombardement bei und könnten bezeugen, daß die türkische Behauptung grundlos ist.
Wien, 2. Juni. Dem „Tageblatt" wird aus Belgrad gemeldet: Wie verlautet, würde der Fürst den Kaiser von Rußland nicht in Rumänien begrüßen, sondern sich durch Martnowitsch vertreten lasten. Das Piomr-Corps ist bereit, sich nach der türkischen Grenze in Marsch zu setzen. Die Türken haben eine größere Anzahl Truppen nach Trawnik gesendet. Es geht das Gerücht von einem bedeutenden Gefecht zwischen den Türken und den Aufständischen bei Ltvno- Demselben Blatte wird aus Turn-Severin berichtet: der Monitor „Leitha"' ist in Orsowa eingetroffen.
Wien, 2. Juni. Die „Deutsche Zeitung" bringt folgendes Telegramm aus Bukarest vom I.Juni: Mehrere russische Monitors versuchten beute Nacht die Einfahrt in die Donau bei Sulina zu forciren, wurden aber nach einem achtstündigen Geschützkampfe mit türkischen Monitors und Strandbatterien zurückgewiesen.
Temperatur in Gießen.
Mat 1877:
Niederste Mittlere Mittel früherer Jahre Höchste ..................
Niederschlag an 17 Tagen . ..........
Nieberschlag im Mittel früherer Jabre an 14 Taaen . . . Die Peoetdtion ist jetzt um etwa 12 Tape ve, zögert.
^fallen
Rom, 1. Juni. Der Papst empfing gestern zahlreiche Pilger. — I» dem demnächst abzuhaltenden Consistorium werden die Erzbischöfe von Wien und Agram, sowie ein französischer und ein italienischer Geistlicher zu Cardl- nälen ernannt werden. - Der Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses, v. Bennigsen, wurde vom Kronprinzen Humbert empfangen und reiste Abends nach Neapel ab. f . ,
Nom, 1. Juni. Der Minister deS Auswärtigen, Melegart, gab am 31. Mai zu Ehren des Präsidenten des preußischen Landtags, B. Bennigsen, ein Diner, an dem der Botschafter v. Keudell, die Präsidenten beider Kammern und die Minister Theil nahmen.
Rom, 2. Juni. Die Deputirten-Kammer hat dem Anträge zugestnnmt, am 3. Mai aus Anlaß des 30. Jahrestages der Veröffentlichung ber Verfassung eine Dank- und Glückwunsch-Adresse an den König zu richten.
Rumänien
Bukarest, 2. Juni. Die Deputirten-Kammer hat mit Einstimmigkeit dem Gesetz-Entwurf wegen Emission von 30 Mill. Lei Hypothekar-Noten, welche durch Domänen-Güter im Werthe von 60 Millionen garantirt werden sollen, ihre Genehmigung ertheilt.
Hriechentund.


