gnüge, keineswegs dem russischen Programme. — Dieselbe^ Correspondenz meldet telegraphisch aus Belgrad: Der rasche Schluß der Skupschttna nach Annahme der Friedens-Grundlagen war nicht bloS dem Gesetz entsprechend, sondern auch ein Gebot der politischen Nothwendigkeit, um etwaige für das Land und die Regierung verhäugnißvolle Extravaganzen hintanzuhalten. In den letzten Tagen sind mehrere Socialisten verhaftet worden.
Wie«, 28. Februar. Das „Tagebl." meldet aus Belgrad: Gegen alles Erwarten ist die Mehrheit der Skupschtina für die Fortsetzung des Krie- geS, besonders die Abgeordneten der Grenzkreise Alexinatz, Knjaschewatz, Sait- schar, Negotin, Kruschewatz, Valjewo, Uschitza und Loschnitza. Die dortigen und die Neusatzer Omladinisten üben einen starken Druck auf die bäuerlichen Abgeordneten. — Der „Presse" zufolge ist in den letzten Tagen die 8. Cavalle- rie-DivisWn des 8. russischen Armee-Corps von Alaki bei Mogilew südlich gegen den Pruth und der Armeetrain gegen die rumänische Grenze vorgeschoben.
Wie«, 1. März. Bei Berathung des Gesetz-Entwurfs, betr. die Regelung des Verhältnisses der garantirten Eisenbahnen entschied sich der Eisenbahn- Ausschuß des Abgeordnetenhauses im Princip dabin. daß das fragliche Gesetz auch auf die jetzt bestehenden Betriebskosten-Ausfälle Anwendung finden solle. Zuvor war vom Handels-Minister erklärt worden, die Regierung habe be- schloffen, ihre Eisenbahn-Vorlagen Angesichts der Wünsche der Bevölkerung und der Petitionen der Handels-Kammern ausrechtzuerhalten.
Schweiz.
Bafel, 28. Februar. Gestern war in Bern die Commission für die Pariser Welt-Ausstellung versammelt. Dieselbe nahm den bezüglichen Ent wurf des Obersten Mieter an und stellte dem entsprechend an den Bundesrath das Ersuchen, einen Eredtt von 375,000 Frcs. für die Betheiligung an der Ausstellung anzuweisen.
ArauLreich.
Paris, 28. Februar. Die einigen Zeitungen telegraphisch zugegangene Nachricht von einem Wechsel im Großvezirat und dem Rücktritt des Scheik ül Islam wird auch von Seiten der hiesigen Vertretung der Pforte als unwahr bezeichnet.
Paris, 28. Februar. Frankreich besitzt gegenwärtig 79 .Schullehrer- Seminare und 16 Normalschulen für Lehrerinnen. Da diese Anstalten offenbar nicht hinreichend sind, möchte der Minister des öffentlichen Unterrichts, daß in jedem Departement eine solche Schule für beide Geschlechter errichtet würde, und hat sich vorgenommen, die Departemental-Räthe zu Bewilligungen für die erste Einrichtung zu veranlaffen.
Versailles, 28 Februar. Die Linke, das linke Centrum und die Gruppe um Gambetta haben in ihren heutigen Partei-Versammlungen einstimmig beschlossen, der Regierung die Ermächtigung zur gerichtlichen Verfolgung Caffagnac's zu ertheilen. Wahrscheinlich wird die Angelegenheit in der auf mörgen anberaumten Sitzung zur Verhandlung kommen.
KngllU».
Londo«, 28. Februar. Nach hier eingegangenen Privat-Meldungen aus Wien hätte sich die Pforte an die Großmächte mit der Erklärung gewendet, daß sie zur Ausführung des Reform-Werkes eine Frist von drei Jahren beanspruche. Gleichzeitig habe die Pforte die Verpflichtung übernommen, falls nach Ablauf jener Frist das Reform-Werk als mißlungen angesehen werde, die Seitens der Conferenz vorgeschlagenen Garantieen anzunehmen.
— In der Sitzung' des Unterhauses erklärte der Staatssecretär des auswärtigen Amtes, Bourke, auf eine Anfrage von Wolff: Die Regierung habe keine Bestätigung des in der heutigen zweiten Ausgabe der „Times" enthaltenen Programms aus Petersburg erhalten, wonach in einer gestern stattgehabten außerordentlichen Sitzung des Minister-Rathes unter dem Vorsitz des Kaisers von Rußland beschloffen sein solle, die Armee zu demobilisiren, sobald der Friede zwischen der Türkei, Serbien und Montenegro unterzeichnet worden sei. Auch der hiesige russische Botschafter, Graf Schuwaloff, habe bis heute Nachmittag keine derartige Mitthetlnng empfangen.
London, 28. Februar. Dem „Reuter'schen Bureau" wird heute au8 Washington gemeldet: Der Schatz-Secretär hat die Einlösung von 6 Mill. Dollars 5.20er Bonds angekündigt.
Türkei.
Konstantinopel, 28. Februar. Der Waffenstillstand mit Montenegro ist behufs Weiterführung der Friedens-Verhandlungen formell um zwanzig Tage verlängert und sind entsprechende Weisungen erlaffen worden. Die montenegrinischen Friedens-Abgesandten werden am Freitag hier erwartet.
— Der Minister des Auswärtigen hat gestern an die Vertreter der Pforte im Auslande eine Depesche gerichtet, worin dieselben von Neuem verständigt werden, daß alle in auswärtigen Zeitungen fortdauernd umlaufenden Gerüchte von der Krankheit des Sultans, von einem bevorstehenden Wechsel im Großvezirat und von der angeblich unruhigen Haltung der Bevölkerung von Konstantinopel jeder Begründung entbehren.
Ko«stanti«opel, 28 Februar. Nachdem nunmehr sowohl von der Skupschtina wie auch vom türkischen Minister-Rathe die Friedens-Bedingungen angenommen worden sind, wird morgen Mittag die Unterzeichnung des Proto- olls erfolgen.
Rumänien
Bukarest, 1. März. Im „Amtsblatt" werden die provisorischen Handels-Verträge veröffentlicht, welche für die Zeit bis zum 12. Mai mit Frankreich, England, Italien, der Schweiz und den Niederlanden abgeschloffen wurden.
Amerika.
Washington, 28. Febr. In der heutigen gemeinschaftlichen Sitzung der beiden Häuser des Congreffes wurde beschloffen, die Wahl-Stimmen von Nord- und Süd-Carolina für Hayes, diejenigen von Tenneffee und Texas für Tilden zu zählen.
Frisch bä ckrr ju Gießen.
Sonntag, den 4. März 1877. Ludwig Kr oneberg in der Marktstraße. Hermann Vogt auf dem Seltersweg. Gustav Eger auf dem Lindenplatz.
Kirchliche Anzeigen
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag am 4. März.
Morgens: Pfarrverwalter Schlosser. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner.
(Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4.—10. März besorgt Pfarreroerwalter Schlosser.)
Temperatur in Gießen.
Februar 1877:
Höchste...................4-9,5 • R.
Mittlere................... 4-3 52 „
Mittel früherer Jahre..............4-0,52 „
Niedrigste..................—4,7 „
Niederschlag an 24 Tagen............3,09 Par. Zoll.
Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 13 Tagen . . . 1,38
Allen Kranken Krafr und Gefunoheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Heilnahrung:
Revalesciere
Seit 30 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen <r-efundheitS- speife widerstanden und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ob j/ebidn und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-. Brust-, Lungen-, Leber-, Drüien . chleimbaut-, Athem-. Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Aitbm nuften, Unverdaulichkeit. Verstopfung, Diarrbörn, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hl,mor boiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutausstetgen, Ohrenbrausen, Hebelte t un' brechen se bst während der Schwange schait, Diadeketz, Melancholie, Ab 'aaerun 'Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Rayium.: für Säuglinge schon vr.i er Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug aus 80,000 E.ri , aten über Genesungen, die aller Medicur widerstanden, worunier Certtficatc vor Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. Eampüe , Professor Dr. D6dö, Dr. Ure, Gräfin Castlcstuart, Marquise de Br4han, und vielt!« mderen hochgestellten Personen, wird franco nur Verlangen e'ngemndt.
Abgekürzter Auszug aus 80,000 Certificatcn.
Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank Die Revalesciere hat mein 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.
I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine des Iles.
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Revalescifere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert batten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ick mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubi.eit gänzlich bergestellt.
62845. Pfarrer Boilet von Ecrainville. Von Asthma mit häufigen Erstickungen, völlig b.u gestellt. ,
»0416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden hergestellt. .
Nr. 64210. Marquise von Brähan von 7 jähriger Leberkrankheit, Schlaflosigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Köll r, K. Militär Verwalter, Großwardein, von Lungen- und Lustrobren-Katorrh., Koplschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handei - Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von BruNübel und Neroenzerrüttun-
Nr. 65715. Fräulein de Montlouis, von Unoerdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.
Nr. 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.
D'.e Revalesciere ist viermal so naheoaft als Fletsch und erspart bet Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis 'n anderen Mitteln und Speisen.
Preise der Revalesciere */j Pfd. 1 80 H, 1 Pfd 3 JL 50 2 Pfd. 5 70
12 Pfd. 28 JL 50 H
Revalesciere Chocolat6e 12 Tassen 1 JL 80 24 Tassen 3 5Ö H, 48 Tassen
Kervien.
Belgrad, 28. Februar, Mittags. Die große Skupschtina hat soeben die mit der Pforte vereinbarten Friedens-Grundlagen angenommen und ist, nachdem ihre Aufgabe hiermit beendigt worden, wieder geschloffen.
5 jl 70 u- f w.
Revalescifere Biscuites 1 Pfd. 3 50 H, 2 Pfd. 5 70
Zu beziehen durch Du Barry u. Co in Berlin W., 28-29 Passage lKaise, Gallerte) und bei vielen gute*1 Apatbekern Droguen-, Speceret- und Deltcateffenbändle un ganzen Londe, in Gicstrn bei 4? Schwager.(632
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
1154) Die Straßenbaupläne über die Schießgärten, den Krof- dorferweg und deren Umgebung liegen zu Jedermanns Einsicht 14 Tage lang dahier offen.
Gießen, den 28. Februar 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
A. Brarnm.
Ocffentlichk Aufforderung.
Das Vermögen des Theodor Dietz von Nieder Obmen ist überschuldet. Dessen Gläubiger werden behuiS Anmeldung ihrer Forderungen und zum Versuch eine- Arrangements auf
Samstag den 10 März, NormirtagS 9 Uhr, unter dem Anfügen geladen, daß von den nicht erschienene» beziehungsweise nicht ge
hörig vertretenen Gläubigern veittttt zu den Beschlüssen der Mehrheit unterstellt wird. (1194
Gründer«, den 28. Februar 1877.
Großh. Landgericht Grünberg. Sellbeim, Jttmann, Landrichter. Landg. Assessor.
1056t 80 — 100,000 schone Backsteine billig zu verkaufen. Bet wem? sagt die Exped. d. Bitt».


