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L an bem obiqa aurnrung des beftki c- stattflnden. Loosk lebe Karl Volkmar (1723
igs-Comite. — _
Verein, inds8‘/2Uhr: WlRg.
Vcreinsjahr 1876/77
Vorstand.
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Kinheim
jowie bei 8. Reuter, (1725
meiner Mutter, B nach kurzem
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Faber.
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W * Zweites Sonntag, den 1. April 88W.
Aiskip- iai Amtsblatt für bk« Kreis Gießen.
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Expedition: S ch ulstraß e. Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
A o t i t i s ch e r T h e i l.
Deutschland.
Berlin, 28. März. General Jgnatieff unb Gemahlin sind heute Mittag halb 3 Uhr von Wien hier eingetroffen. Jgnatieff begab sich unmittelbar nach seiner Ankunft zu einer Confereuz mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck in^s auswärtige Amt.
— General Jgnatieff hat heute Nachmittag länger als eine Stunde mit Fürst Bismarck Berathung gehabt und nebst seiner Gemahlin bei diesem gespeist. Heute Abend tritt derselbe seine Rückreise nach Petersburg an. — Die Mittheilungen eines Wiener Blattes über den Interview eines Journalisten mit General Jgnatieff werden von competenter Seite als in den meisten Punkten nicht richtig bezeichnet.
Hesterreich.
Wien, 28. März. Ein Mitglied der Redaction der „Presse", welches gestern mit General Jgnatieff ein Interview hatte, berichtet darüber Folgendes: Jgnatieff erklärte, er habe Auftrag gehabt, den Cabinetten die Frage vorzulegen, ob die orientalische Frage eine europäische oder ausschließlich russische sein solle. In London habe er kein dem wahren Frieden förderliches Verständ- niß gesunden. Englands Politik möchte Etwas, was es im Grunde genommen doch nicht erreichen will, nämlich den europäischen Frieden. „In London wird jetzt nicht die Politik des englischen Volkes oder Landes gemacht." Sollte es zum Kriege kommen, so würde England die größte Schuld an deffen Consequenzen tragen. Rußland verfolge keine Eroberungs-Politik, muffe aber auf bindenden, Erfolg versprechenden Garantieen bestehen. Selbst angenommen, Rußland wolle wirklich einen Eroberungs-Krieg führen, so sei denn doch die Abstinenz-Politik nicht das Mittel, um einer eventuellen russischen Annexion vorzubeugen. Bezüglich des Drei-Kaiser-Bündniffes habe er (Jgnatieff) gleichfalls Auftrag erhalten, für Rußland Klarheit in die politische Situation zu bringen. * Bisher habe das Drei-Kaiser-Bündniß nur in negativer Form seine Bestimmung zu erfüllen gesucht, aber es könne schon bisher das große Verdienst beanspruchen, für alle Fälle den europäischen Krieg verhindert zu haben. Rußland könne die Lasten der Mobilisation auf die Dauer nicht ertragen, auch die letzten Ereignisse in der Türkei drängten zur Entscheidung. Midhat Pascha wurde von Jgnatieff als „Blagueur" bezeichnet; seit deffen Sturz glaubten die Mohamedaner thun zu können, was sie wollten. Auch die Interessen Oesterreich-Ungarns erheischten eine baldige Lösung der schwebenden Frage.
— Die „Presse" meldet von heute: Das Ober-Landesgericht hat dem Recurse der Südbahn-Gesellschaft gegen die Seitens des Handelsgerichts verfügte Bestellung eines Curators für die Zprocentigen Prioritäten Berücksichti- gu g zu Theil werden lassen und die Bestellung des Curators aufgehoben, da es sich hier nicht um ein gemeinschaftliches Recht handle, zu deffen Geltendmachung ein Kurator erforderlich sei, vielmehr jeder einzelne Prioritäten-Besitzer Klage anstellen könne.
Schweiz.
Bern, 28. März. Die Bundes-Versammlung hat das Gesetz über das Stimmrecht angenommen. Die Ultramontanen stimmten dagegen. Die Session der Bundes-Versammlung ist damit geschloffen.
Basel, 28. März. Einem Telegramm der „Vasl. Nachr." aus Rom zufolge wäre der Papst von einer Lähmung der unteren Gliedmaßen und der Augenlider betroffen und sei seine Umgebung über sein Zustand in großer Besorgniß.
Irankreich.
Pari-, 28. März. Prinz Napoleon unternimmt während der Ferien eine Reise nach Ajaccio. Es werden bei dieser Gelegenheit Festlichkeiten und eine politische Rede desselben erwartet. Emil Ollivier ist in Konstantinopel angekommen. Decazes verbleibt wegen der orientalischen Angelegenheit während der Ferien in Paris. Angeblich sind wegen des definitiven Scheiterns der AnlehenS-Versuche Rußlands die Aussichten friedlicher geworden.
PariS, 28. März. Der Antrag, wonach die Amortisations-Quote von jährlich 150 Mill. Frcs. behufs Rückzahlung der Schuld des Staates an die Bank von Frankreich herabgesetzt werden soll, ist von der Budget-Commission der Deputirten-Kammer abgelehnt worden.
England
London, 28. März. Das Verbot der Vieh-Einfuhr ist auch für die Provenienzen von Holland und Belgien ausgedehnt.
London, 29. März. Der „Morning Post" zufolge wären die Aussichten auf eine friedliche Lösung der schwebenden Fragen nicht ungünstig, als die Verhandlungen über das Protokoll fortgesetzt werden sollen. Die neuen Vorschläge Rußlands wurden Seitens der englischen Regierung in Erwägung gezogen, daher sei eine befriedigende Ausgleichung der bestehenden Meinungs- Verschiedenheiten noch immer möglich.
— Wie nach Privat-Mittheilungen verlautet, mache Rußland im gegenwärtigen Stadium der^Verhandlungen die Demobiltsirung seiner Armee von
der vorgängigen Demobilisirung der türkischen Truppen abhängig und dringe auf die Herstellung des Friedens mit Montenegro, indem es sich vorbehalte, die Demobilisirung zu suspendiren, falls unvorhergesehene Ereignisse in der Türkei dies erheischen sollten. An dem gestrigen Ministerrathe haben sämmt- liche Minister theilgenommen.
Belgien.
Brüssel, 27. März. Der „Nord" äußert lebhafte Zweifel bezüglich der Richtigkeit der Mittheilnng des „Daily Telegraph" von der Wiederaufnahme Der Protokoll-Verhandlungen in London auf der Basis der sofortigen Abrüstung Rußlands.
Italien
Nom, 29. März. Die klerikalen Blätter stellen auf das Bestimmteste in Abrede, daß das jüngst veröffentlichte Circular des Cardinal-Staatssecretärs Simeonis an die Bischöfe existire.
Türkei.
Konstantinopel, 27. März. Die montenegrinischen Friedens-Unter- Händler erhielten zwar noch nicht die Anweisung, von hier abzureisen, jedoch auch nicht die Ermächtigung, die von Montenegro geforderten Friedens-Bedingungen zu ermäßigen.
Rumänien
Bukarest, 29. März. Im Senat interpellirte Apostoleam die Regierung über die Finanzlage. Sein Antrag auf ein Tadels-Votum wurde mit 28 gegen 17 Stimmen abgelehnt. — Die Kammer beschloß auf Antrag des Präsidenten, den Anklage-Bericht gegen die Ex-Minister am Samstag zu berathen.
Amerika.
Washington, 27. März. Der Schatzsecretär Sherman hat wiederum 10 Mill. 5.20er Bonds zur Rückzahlung gekündigt.
Lokal-Notiz.
Gießen, 30. März. (Jahresbericht des hiesigen Turnvereins pro 1876). Ende vorigen Jahres hielt der hiesige Turnverein seine alljährige Generalversammlung eb. Der erste Sprecher, weicher die Versammlung eröffnete, dankte, NamenS des Vereins, für die zahlreiche Betheiligung und erstattete hierauf umfassenden Bericht Über den Bestand unb das turnerische Wirken des Vereins, seines Kapital-Vermögens uns der seitherigen Leitung seiner Geschäfte. Laut vorjähriger Generalversammlung betrug die Zahl der Mitglieder: 252 ordentliche und 90 außerordentliche. Heute beträgt die Zahl: 273 ordentliche und 76 außerordentliche. Also eine Zunahme ron 22 ordentlichen und Abnahme von 14 außerordentlichen Mitgliedern. Die Einnahmen betrugen laut vorjähriger Rechnung: 2028 99 H. Die Ausgaben: 1908 JC 95 so daß ein
Kassenoorrath für dieses Jahr verblieb von 120 4 Kapital-Vermögen besitzt der
Verein 6171 43 H. Außerdem steht ihm, aus dem Gewinn eines fett 1864 bestehen
den Processes, noch ein Zuschuß von ungefähr 3382 bevor. Die eigentliche Leitung und Verwaltung deö Vereins wurde durch 27 Vorstandssitzungen, 4 ordentlichen und 3 außerordentlichen Hauptversammlungen geregelt. Alle Vorftandsoerhandlungen und Beschlüsse wurden in den jeweiligen Hauptversammlungen bekannt gemacht, und am Schlüsse einer jeden Hauptversammlung auch deren Beschlüsse durch Verlesung der Protokolls zur allseitigen Kenntniß gebracht. Ebenso wurden iw denselben die Referate der vom Verein zu den verschiedenen Gau- und Kreis-Tagen gesandten Vertreter entgegen genommen. Die turnerischen Hebungen, — unter Leitung unseres tüchtigen, für alles Turnwesen warm fühlenden, ersten Turnwarts, jetzigen Vertreters und TurnwartS des Gaues Hessen, ließen auch in diesem Jahre nichts zu wünschen übrig, und wurden durch viele Preise bei auswärtigen Festen hinlänglich anerkannt und gewürdigt. Erhielt doch Gießen bei dem stark besuchten Kreisfest zu Darmstadt im Jahre 1875, sechs Preise (darunter den zweiten). Bei dem Gaufest zu Friedberg desselben Jahres 11 Preise (darunter den ersten.) Ebenso im vorigen Jahr bei dem Gaufeste zu Nauheim 10 Preise, worunter ebenfalls wieder der Erste sich befand. Auch wurden im Laufe des JahreS verschiedene von dem ersten Turnwart veranstaltete Turnfahrten unternommen, und am 11. Juni das für den Verein so denkwürdige 29jährige Stiftungsfest, auf der unweit Gießen romantisch gelegenen Badenburg mit Schau- und PreiS- Turnen in schönster und erhebendster Weise abgehalten. Summa Summarum: Der Verein kann und darf auf dieses nunmehr verflossene Jahr mit Stolz zurückschauen auf frshe» Muthes in die Zukunft blicken. Zum Vorstand für 1877 wurde« erwählt: PH. Uhl, erster Sprecher; K- Müller, zweiter Sprecher; Dr. E. Löwe, erster Schrtftwart; Aug. Weidig, zweiter Schriftwart; K. Demuth, erster Turnwart; K- Köhler, zweiter Turn- wart; Ch. Platz, Gegenschreiber; H- Schaffftädt, Zeugwart; H. Plank, W- Wenzel, K- Wiegand, Beisitzer. Rechner des Vereins blieb auch für 1877 ß. Stohr, ein alt bewährtes Mitglied.
Mittheilung
Französische Mühlsteine werden hiermit den Herren Mühlbesitzern aus der Fabrik aus Nordhausen zu entnehmen empfohlen, wo ihnen die drei- bis fünffache Dauer derselben gegen die Accord-, oder gar der feilen französischen Herstellung garantirt wird- Das beste Existtrende bietet denn auch wirklich das größte aller Lager, das größer ist, als die einzelnen Lagervorräthe der Bruchbesitzer in Frankreich und dem alle Brüche steuern, namentlich die von SÜd-Frankreich, die das feurige, starke Gestein liefern. Wir empfehlen so aus Uederzeugung und aus Dankbarkeit für unsere in einer ungekannten M a h l tüchtigkeit uns erfreuenden und die größtmögliche Dauer versprechenden Steine, nachdem wir Alle der meist aus Frankreich bezogenen Mühlsteine nach nur kurzer Benutzung verlustig gingen. Wendekind's Fabrik bietet uns in Nordhausen bequem die Prüfung unserer Mühlsteine ohne Decke und im Rohbau. Und dazu rathen wir. Man weiß seine guten Steine dann auch von der inneren Sorgfalt und Güte, also der wohlthätigen Beständigkeit.
Die Namen der Einsender und Referenzen sind in der Exp. d. Ztg. zu erfahren.


