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1.4.1877 Erstes Blatt
 
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Sonntag, den 1. April

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A«M- uni AmtsöM für icu Kreis Gießt«

einer neuen Session zu-

Paris, 29.

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PreiZ viertcljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Vereinigten Staaten in eines nordamrricanischen

Srscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expedition: Schulstraße, Lil. ß. Nr. IS.

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holt die demnächstige Einberufung der Kammer' zu gesichert.

bis dahin Stillstand ernste Entscheidung; gedeutet.

der Situation. Andere Blätter erwarten eine durchaus die rasche Abreise Jgnatieff's von Berlin wird schlimm

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Amerika.

« 8)otf, 29. März. Der Consul der Acapulco (Mexico), weither gegen die Mißhandlung

Arankreich.

März. Im Pariser Stadtrath wies der Polizei-Präfect

Hriechenland.

Athen, 29. März. Die Deputirten-Kammer hat den Gesetz-Entwurf wegen Aufstellung einer außerordenllichen Armee-Reserve von 20,000 Mann angenommen. Seitens des Minister-Präsidenten Deligeorgis wurde wieder-

Bürgers Vorstellungen erhoben hatte, wurde am 5. März auf der Straße durch 'Soldaten verhaftet und in's Gefängniß geführt.

Washington, 29. März. Beim Empfang einer Deputation sprach sich Präsident Hayes dahin aus, das Ziel seiner Politik sei, zwischen den ver­schiedenen Parteien und Racen im Süden Beziehungen herbeizuführen, wodurch Frieden und Wohlfahrt gesichert und den Bürgern ohne Intervention der Mili­tärgewalt der erforderliche Schutz gewährt werde. Zugleich äußerte der Präsi­dent die Hoffnung, die Conferenz der Häupter der verschiedenen Parteien weite zu einer Ausgleichung der bestehenden Schwierigkeiten führen; übrigens sei es nicht sein Wunsch, daß irgendwer etwas von seinen Rechten aufgebe.

itttn Tagen in Hießen nd ersuche die geehrten e geschätzten Üuftrdge 'ollen. Durch meine ifl während der Winter- ir nicht möglich meine so zu bedienen, wie ich

tf Mtifleit.

^ra»c» Dienst-

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igt Änjtigt. c« I. Feiertags rconcert.

Odessa, 29. März. Der Ober-Commandant der Pontus-Flotte. Ad­miral Arkaß, hat die Ktiegsbereitschaft sämmtlicher Kriegs-Fahrzeuge angeordnet.

Türkei.

Konstantinopel, 28. März. Die Kammer hat gestern in nicht öffent­licher Sitzung die Adresse als Antwort auf die Thronrede berathen. In der­selben wirb absolut jede Einmischung des Auslands in die inneren Angelegen­beiten der Türkei zurückgewiesen und die Hoffnung ausgesprochen, daß Serbien wegen des ihm gewährten Friedens dankbar sein werde. Ueber den die Ver­handlungen mit Montenegro betr. Punkt ist die Berathung auf morgen vertagt worben.

Konstantinopel, 29. März. In der heutigen Deputirten-Kammer sprachen mehrere Abgeordnete gegen jede Gebiets-Abtretung an Montenegro- Ein darauf bezüglicher Passus wirb in bie Tbron-Abrefse ausgenommen. Die montenegrinischen Abgesanbten werben Samstag nicht abreisen; bie Wie- beraufnahme ber Verhandlungen ist jedoch nicht wahrscheinlich, da fein Tbeil Zugeständnisse machen will. Heute findet ein außerordentlicher Minister­rath statt.

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eine an ihn gestellte Interpellation wegen ber Verhaftungen gelegentlich ber von Victor Hugo und Louis Blanc veranstalteten Versammlung zurück. Der Budget-Ausschuß delegirte bie Abgg. Dutilleul unb Girarb zur Besichtigung der Arsenale und Kriegs-Vorräthe.

England

London, 29. März. Ein friedliches Arrangement ist wahrscheinlich. Wie verlautet, ist die britische Regierung entschloffen, daS Protokoll zu unterzeichnen.

London, 30. März. Der seitherige Gesandte in Madrid, Layard, ist provisorisch während der Abwesenheit Elliot's mit ber Leitung ber Botschaft in Konstantinopel betraut worben.

Belgien.

Brüssel, 29. März, Abenbs. Das JournalNorb" enthält einen Artikel, worin ausgeführt wirb, daß eine gleichzeitige Demobilisirung Rußlands unb der Türkei ebensowenig zulässig erscheine, wie die vorgängige Abrüstung Rußlands, wenn nicht sichere Garantieen geboten würden, daß sich die Pforte den Entscheidungen Europas füge; letzteres sei jedoch in dem Augenblick, wo bU Pforte den Frieden mit Montenegro verweigere, und Angesichts der jüngsten Exceffe kaum als möglich anzusehen.

Außland.

Petersburg, 29. März. Den neuesten Telgrammen aus London zu­folge ist ein schließliches Einvernehmen der beiden Mächte in Bezug auf das Protokoll mehr alS wahrscheinlich. Die Uebereinstimmung tritt mehr und mehr |ti Tage. Die noch zur Erwägung stehenden Punkte betreffen secundäre Fra­gen. Die montenegrinischen Abgesandten haben keine Ordre erhalten, abzureisen.

Deutschland.

Berlin. Bischof Ketteler von Mainz veröffentlicht in derGermania" eine längere Erwiderung auf eine tadelnde Besprechung, welche dieNordd. Allg. Ztg." seiner jüngsten Schrift:Die tatsächliche Einführung des bekennt- Mßlosen Protestantismus in der katholischen Kirche" hat angedeihen lasten. Der Schluß der Erwiderung wendet sich gegen die Bemerkung des letzgenannten Blattes, die Ketteler'sche Schrift beweise, daß ber UltramontanismuS weniger als jemals baran benfe, bie Versöhnung unter ben Bebingungen zu suchen, itnter welchen allein ber Staat sie gewähren könne, ohne seine Souverä» netät zu verleugnen.Das ist entgegnet ber Bischof wieber einer Jener Truggebanken, bie uns immer wieber entgegengeschleubert werben. Wir leugnen richt die Souveränetät des Staats, wir haben uns ihr immer unterworfen. Was wir leugnen, was wir bekämpfen, ist eine Souveränetät des Staates, lie über sein Gebiet hinausgeht. Wir behaupten, daß der Glaube an eine göttliche Offenbarung bie Anerkennung einer unbedingten Souveränetät des Staates aussckließt, und daß neben einer unbedingten Staats-Souveränetät eine göttlich^' Offenbarung unmöglich ist, ohne bie Offenbarung selbst ber Will­kür wechselnder Regierungen zu unterwerfen. Wir behaupten, baß bie Zu- muthung, auch in Glaubenssachen eine Souveränetät bes Staates anzuerkennen, mcht mehr und weniger einschkießt, als ben Glauben an eine göttliche Offen­barung überhaupt aufzugeben. Es ist baher eine reine Verfälschung unserer Anschauungen, wenn uns immer von Neuem vorgeworfen wirb, daß wir bie ©oiweränetat bes Staates überhaupt in Abrebe stellen."

Berlin, 26. März. Der Magistrat hat ben Beschluß ber Stabtver- vrbneten bezüglich ber Gebenk-Feier Jacoby's mit ber Motivirung verworfen, derselbe trage einen bemonstrativen Charakter gegen bie Monarchie.

Hesterreich.

Wien, 29. März. DiePolit. Corresp." meldet aus London von 6 tute: Nach verläßlichen Nachrichten hat ber gestrige Cabinets - Conseil die Gegenvorschläge Rußlanbs im Wesentlichen angenommen. Die Hauptschwierig­keit in Bezug auf die Abrüstungs-Frage ist vrincipiell als beseitigt zu betrach­ten. Die Berathungen wegen Redigirung des Protokolls sind im Zuge.

In Bestätigung ihres Londoner Telegramms wird derPolit. Correfp." telegraphisch aus Petersburg von heute gemeldet: Auf die kategorische Auf­forderung des russischen Cabinets an die englische Regierung, binnen 5 Tagen ihre Antwort bezüglich der Protokoll-Frage zu ertheilen, hat der gestern statt- gehabte Ministerrath in London seine Geneigtheit ausgesprochen, das Protokoll unter Acceptirung ber russischen Fassung zu signiren und bie Abrüstungs-Frage fallen zu laffen.

Wien, 29. März. DieWiener Abenbpost" schreibt, Rußlanb werbe nach Eintreffen Jgnatieff's tu Petersburg weitere Eröffnungen in Lonbon machen;

Lskal-Stotiz.

Gießen, 31. März. Sie haben sich tm vergangenen Winter in Ihre» geschätzten Blatte so warm der Standvögel angenommen, indem Sie häufig mildthätige Menschen zur Fütterung derselben auffvrderten, und Sie versagen gewiß auch darum den jetzt nach und nach wiederkehrenden Singvögeln Ihre Stimme nicht. In der Thierwelt find es vor Allem die Singvögel, welche tm Frühlinge unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken, indem sie unser Ohr mit ihrem lieblichen Gesänge ergötzen. Die meisten Singvögel verweilen nur während der milden Jahreszeit bei unS, und bringen den Winter in wärmeren Ländern zu, sind also Zugvögel. Hinsichlich ihrer Nahrung sind sie IhcilS Körner-, theils Insektenfresser, ihre Jungen füttern sie aber stets nur mit Insekte». Dadurch werden sie außerordentlich nützlich; ja auch die Körnerfresser nähren sich mehr von dem Samen der Unkräuter, als von nutzbaren Sämereien. Wir erwähnen dabei nur den Distelfink (Stieglitz). Es ist daher in jeder Hinsicht unverantwortlich unb schändlich, wenn die Singvögel verfolgt und ausgerottet werden. Jeder Gattung ist von der AllweiSheit des Schöpfers ihre besondere Aufgabe gestellt hinsichtlich der Ver­tilgung solcher Insekten, deren zu große Vermehrung dem Haushalte der Natur nack- theilig sein würde. Selbst die Spatzen, »die doch Ktrschbäume, Weinberge, Weizen- und Erbscnfelder unverschämt genug plündern, stiften mehr Nutzen als Schaden, indem sie im Frühlinge theils für sich, theils für ihre Jungen eine Menge sehr schädliche, die Baumblüthen ur.d das junge Laub zerstörender Insekten verbrauchen; daher verscheucht sie ein verständiger Landwirth unb Gärtner wohl, aber er vertilgt sie nicht. Die Ler­chen benutzen ^9 freie Feld zu ihrem Jagdrevier; die Bachstelzen gehen den Insekten und Würmern auf der Erde nach, folgen daher gerne dem pflügenden Landmanne; die Nachtigallen, Roth- und Blaukehlchen, Grasmücken und viele andere säubern die Ge­büsche; dem Zaunkönige ist keine Hecke zu dicht; die Fliegenschnäpper schnappen flie­gende Insekten hinweg; die Schwalben durchsegeln die Luft, um tm Fluge das umher­schwärmende Ungeziefer zu verschlingen; Goldhähnchen, Meisen und andere lesen die Schmetterlingseier von den Bäumen ab; der Staar weiß die unter Pflanzen verbor­genen Schnecken geschickt hervorzuholen.

Die Menge der Insekten, welche von den Singvögeln vertilgt werden, ist un­glaublich groß. Nach Berechnungen bewährter Männer verbraucht jeder Insektenfresser selbst in der Gefangenschaft, also bei sehr wenig Bewegung, täglich so viel Nahrung, als er selbst wiegt, im Freien gewiß viel mehr. Nun wiegt z. B. eine Meise von mitt­lerer Größe ungefähr 3/4 Loth, soviel bedarf sie.wenigstens zum täglichen Lebensunter­halte. Es gehören aber 15000 Schmetterlingseier, welche die Hauptnahrung ber Meise» bilden, zu diesem Gewichte. Der Nutzen der Jnsektenfreffer ist demnach unendlich groß, und wir bitten daher dringend alle Freunde der Natur dieselben auf mögliche Weise in ihren Schutz zu nehmen, und namentlich bitten wir die Herrn Lehrer bei rbren Schü­lern dahin zu wirken, daß dieselben immer mehr unb mehr von der Nützlichkeit dieser Vögel überzeugt werden. Böse Jungen, welche Felder, Wiesen u. Wälder durchstreifen, um Vogelnester zu zerstören, verdicnen die härtesten Strafen, und selbst diese, welche nur Vogelnester aufsuchen, müssen strengstens getadelt werden, denn sie ängstigen unb stören unsere überaus nützlichen Geschöpfe in ihren Wohnungen. Freuen soll es uns nun, wenn es uns vergönnt ist durch diese wenigen Zeilen Einiges zum Schutze unserer lieblichen unb nützlichen Sänger beigetragen zu haben.

fcWtr ÄSflS d^ung ist bestens «- Riu die achtbaren tze- Itbtnft ein

_A. Saalfeld.

htunqsvoll a (hgdbarbt, 1rin auä M/yj. Junge, welcher l'uft werden, W Unter? )ermnnn Tcricke.

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arten Militär-, spe- ufmännischen Beruf, ioe höhere Schulen, oter ein EM" * ,nehmen aber beh^ert