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nehmung ist um so erfreulicher, als diese Classen für die Lebensversicherung früher weniger zugänglich waren

Die Sterblichkeit blieb wesentlich hinter der Erwartung zurück, und die Verwal­tungskosten sind wie früher auch in diesem Jahre wieder sehr mäßig (5/2% der Jab- reseinnahme). In Folge dessen lieferte die Jahresrechnung einen reinen Ueberschuß von Mk. 1,144,795 39 g.% der Prämien, welche nach statutenmäßiger 5 jähriger Zurückhaltung im Sicherheitsfonds ungeschmälert an die Versicherten zur Ver- theilung gelangen. Die Fonds der DersicherungSbranche stiegen von Mk. 17,196,358 auf Mk. 19,416,485 und ist darunter ein Dividendenfonds von Mk 4,121,905 begriffen der einer Durchschnittsdividende für die nächsten 4 Jahre von über 38% entspricht' In der ersten Hälfte des Jahres 1876 kommen 37% mit Mk 417,029, in der zweiten Hälfte 38% mit Mk. 302849 an die Lebensversicherten zur Vertheilung.

Worms. Darmstädter Blätter führten jüngst die dortige Firma Merk, welche 400 Mk. als Kirchensteuer per Jahr zu zahlen hat, an. Wir können von hier mit einem ähnlichen Beispiel dienen. Aus dem soeben offenliegenden Register sämmtlicher Comunalumlagen ist ersichtlich, daß u. A. die Firma Cornelius Hcyl 438 Mk. und Hr. L. W. Hcyl 446 Mk. 30 Pf. an Kirchensteuer per Jahr zu zahlen hat.

Schmalkalden. Ein hiesiger Metzgermeister hatte Hunde- und ungeborener Kalbfleisch für genießbares Kalbfleisch verkauft. Derselbe wurde vom Kreisgerichte da­hier zu 150 Mark Strafe, 14 Tage Gefängniß und zur Zahlung sämmtlicher Gerichts­kosten verurtdeilt. Ein gewiß mildes Strafmaß für das so sehr mißbrauchte Ver­trauen des Publikums.

* (Ein Küchengewürz.) In Wien starb vor Kurzem ein junger hoffnungsvoller Künstler, dessen Rus bis über Oesterreichs Grenzen gedrungen war. Die Professoren einer deutschen Kunstakademie beschlossen, auf den Sarg des früh verblichenen College» einen Lorbeerkranz nach Sßien zu senden. Der tiorbeerkranz gelingt an die Grenze und wird, wie dieHaussrauen-Zeitung" erzählt, von einem Zollwächter mit fiskali­schem Auge geprüft Daß er versteuert werden müsse, war dem Hüter des Gesetzes sofort klar; aber unter m.lcher Rubrik der zu verzollenden Artikel? Der letzte Zoll inniger Theilnahme, den die fremden Künstler in Gestalt eines Lorbeerkranzes widmen, muß ä tont prix auch ein Finanz-Zollartikel werden, und sollten es auch nur wenige Kreuzer sein, diese ausländische Theilnahme am Schmerze deS Vaterlandes muß be­steuert werden! Und der Mann hat es richtig herausgebracht, wie das zu bewerk­stelligen sei: Der Lorbeerkranz, der das Haupt des todten Künstlers als letzte Ehren­bezeugung schmücken sollte, wurde als Küchengewürz verzollt-

- Aus Bern schreibt man dem Schw. M-: Das Frauenstudium macht in der Schweiz ungeahnte Fortschritte. Jüngst ist von der medtcinischcn Facultät der Hochschule Zürich die dreizehnte Dame nach wohl bestandener Prüfung zum Doctor der Medicin ernannt mord n Unter diesen 13 weiblichen Doctoren, welche binnen ungefähr 10 Jahren von Zürich aus zum Theil in einen schönen Berufskreis übertraten, befinden sich 6 Russinnen, 3 Engländerinnen. 1 Americanerin, 1 Schweizerin und 2 Deutsche. Zwei weibliche Studirende haben sich in Zürich den philosophischen Doctor- hut geholt, und 5 haben mit Erfolg ihre Doplom.Prüfung als Fachlehrerinnen an der Lehramtsschule in Zürich abgelegt. Auch an der Universität studirt eine Anzahl junger Damen, über deren Fleiß und Betragen die Professoren nur Rühmendes sagen.

Die Verlegenheiten des türkischen Schatzes verhindern die Pforte nicht, ihre militärischen Maßnahmen wenigstens stellenweise mit Nachdruck zu verfolgen. So soll, wie die Polit. Corr, schreibt, Herr Krupp in Essen erst kürzlich eine nicht unerhebliche Bestellung auf Geschützrohre Seitens der türkischen Regierung erhalten haben, darunter Rohre zum Preise von 100,000 Thalern (?) per Stück. Da Herr Krupp nach Konstan­tinopel nur gegen baar liefert, so muß dem türkischen Kriegs-Ministerium die Deckung für diesen jedenfalls nicht unbedeutenden Betrag zur Hand gewesen sein.

lieber das Schicksal der im vorigen Jahre zur Auswanderung nach Bra­silien verleiteten Deutschen wird dem R-- u. St.-A. unterm 14. März aus Bahia geschrieben:Im Anschluß an meine Mittheilung vom 8. Januar er. kann ich beute melden, daß auch die letzten, damals noch in Theodoro befindlichen deutschen Ansiedler die Colonie verlassen haben und 67 an der Zahl hier angekommen sind. ES befinden sich nunmehr angeblich noch einige deutsche Colonisten-Familien auf der 10 Meilen von Commandatnba mitten im Urwalde belegenen, von der Colonie Muniz aus bevölkerten Niederlassung Rio Branco. Näheres darüber weiß man nicht, da auS jener Gegend fast nie eine Nachricht hierher gelangt. In Muniz und Theodoro sind jedenfalls keine deutschen Ansiedler mehr, und es hat somit jenes verhängnißvolle Unternehmen der Firma Lobedanz und Co. in Antwerpen seine verdiente Endschaft erreicht, freilich nur äußerlich, denn die 738 deutschen Gräber von nach Muniz und Theodoro mißleiteten Auswanderern und das Elend der decimirt, sich und mittellos nach Europa heimgeschafften Familien dies sind Zeugnisse, welche Generationen hindurch an die Opier der Prospecte jener Firma erinnern und hoffentlich Anderen als Warnung dienen werden. Von den 67 erwähnten letzten Ankömmlingen auS 1 Theodoro haben 50 sich zur Ansiedlung in der Colonie Bluinenau bcfhinmen lassen und sind dorthin eingeschifft worden. Die übrigen 17 verlangen ihre Heimschaffun, nach Europa, und fristen, da sie mittellos und, zum Theil wenigstens, auch arbeite unfähig sind, hier ihr Dasein durch Betteln."

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Türkei.

Konstantinopel, 27. Mai. Chalil Pascha und Sheris Pascha sind zu Ministern ohne Portefeuille ernannt worden. Die meisten ehemaligen Mini­ster befinden sich zur Zeit in Konstantinopel und bilden einen Theil des Mini­sterraths. Derwisch Pascha ist nach Janina entsendet; Souseya ist zum Gouverneur von Angora ernannt worden. Ein Telegramm des Generalissi­mus vom 25. Mai meldet: Die bulgarischen Insurgenten sind vollständig vernichtet, die militärischen Operationen beendet; die Gefangenen werden abge- urtheilt, die aufständischen Dörfer unterwerfen sich.

Salonichi, 27. Mai. Gestern sind wieder 11 Personen wegen des Consuln-Mordes abgenrtheilt worden; davon 2 zum Tode, 9 zu Zuchthaus- strafen. Jcht haben auch die Verhandlungen gegen die Anstifter begonnen.

Spanien.

Madrid, 28. Mai- DerCbronista" zufolge ist durch eine Feuers­brunst im Arsenal von Carthagena die Maschinen-Werkstätte zerstört worden. Der Minister-Präsident Canovas del Castillo erklärte gegenüber den Delegirten der spanischen Staats-Gläubiger, die Lage der Staats-Finanzen nöthige die Negierung, von ihnen Opfer zu verlangen; doch stellte er Reformen in Aus­sicht, durch welche diese Opfer ohne Beeinträchtigung des Staatsschatzes ver­mindert wurden.

Literarisches.

Die beiden neuesten Nummern der Jlluftrirten Frauen-Zeitung (vierteljährl. Abonnementspreis M. 2.50) enthalten: I Die Moden - Nummer (17): Frühjahrs-Promenaden-Toiletten, Ueberkleider, TunicaS, Linonkleider nebst einzelnen Röcken, Hauskleider, Morgenrock. Reise- ober Staubmautel, Reisetasche zum Tragen und Umhängen, Reiseschreibmappe, Kragen und Unterärmel, Sonnenschirm Behanz, Neglige Jacken und Corset. Anzüge für kleine Knaben und Mädchen, Achsel- und Blusenschürzen, Kragen und Manschetten. Kinderwagen als Wiege mit Wiegenschleier und Bettchen nebst Bezügen, Erstlingshemdchen, Jäckchen, Tragbettchen, Wtckelband, Wickeltuch u. s. w- Verschiedene Garnituren zur Kinderwäsche: gehäkelte Einsätze und Spitzen, auch in Filet-Guipüre und TÜlldurchzug. Handtuch mit Stickerei und Spitzen nebst passender Kreuzstichbordüre, mit 83 Abbildungen und einer Beilage mit 17 Schnittmustern, verschiedenen Stickerei-Varzeichnungen und Namenschiffren. II. Tie Unterhaltung? Nummer (18): Fer inand Fretligrath. Ein Wort der Erinnerung von Edmund Höfer. Die Nothhelferin. Novellete von Lewin Schückmz HI Ge­dichte in oberbaierischer Mundart. Von Karl Stieler I. Die Armenier auf San Lazzaro. Von C. Schmidt-Weißenfels. Im Nobelprater zu Wien Von Rex Konody. Die Hausfrau und ihr Reich. Von Aglaia von Enderes. 5. Die Wob- nung. I. Das Zimmer-Aquarium. Von Max Holborn. I. Der Behälter. Vec- schiedenes. Wirthschastliches: Holländisches Mittagessen. Briefmappe. Fraueii- Gedenktage. - Ferner folgende Illustrationen: Kloster San Lazzarv bei Venedig - Dorsschulprüsung. Von August H-yn. - Im Nobelprater zu Wien. Von 23. Katzlck-

Verwischtes.

Der von der LebenSversicherungs- und Ersparniß-Bank in Stutt­gart ausgegebene Rechenschaftsbericht pro 1875 conftatirt auch in diesem Jahre die erfreulichsten Ergebnisse.

Es kamen 3137 Anträge mit Mk. 15,932,290 Versicherungssumme bei derselben ein, und es hob sich der Gesammtversicherungsstand auf 25,645 Personen mit Mk. 102,607,600 und einer Prämieneinnahme von Mk. 3,477,988. Als reiner Zuwachs des letzten Jahres ergeben sich 1,584 Personen mit M- 10,627,876.

Im Hinblick auf die schwierige Geschäftslage ist dieses Ergebniß in hohem Grade befriedigend, insbesondere wenn man berücksichtigt, daß die Verwaltung es verschmäht, das Geschäft durch Gewährung übertriebener Provisionen zu forclren. Der neue Zu­gang kam zum größeren Theil au5 dem Handels- und Gewerbestand; diese Wahr-

Wirthschastliches.

Putzpulver für Silberwaaren. Ein unter dem NamenPariser Putz­pulver" im Handel vorkommendes rosafarbiges Pulver, welches sich zum Poliren von Silber vortrefflich eignet und auch für Gegenstände aus Stahl, Kupfer und Gold ver­wendet werden kann, wobei man mittelst eines mit Spiritus oder Wasser befeuchteten Läppchens den Gegenstand zuvor tüchtig abreibt und ihn mit weichem Leder abtrocknet, besteht nach einer Untersuchung von Th. Wegler, Lehrer an der Gewerbschule in Rothen­burg aus einer Mischung von annaherend 6 Theilen kohlensaurem Magnesia und 1 Theil Polirroth (Eisenoxyd.)

Landwirthschastliches.

Ueber Samenwechsel. Herr Professor Haberland zieht in seinen Beiträge zur Frage über die Aklimattsation der Pflanzen und den Samenwechsel folgende Schluft folgerungen: Waizen, Roggen, Gerste, Lein und Mais entwickeln sich an irgend einen Orte um so rascher aus einer je südlicheren Gegend deren Samen bezogen worden ist. Umgekehrt: Je nördlicher der Ort gelegen, um so später reifen die Pflanzen aus bei von dort bezogenen Samen. Hafer macht eine Ausnahme, insofern die südliche oder nördliche Lage seines Bezugortes keinen wesentlichen Einfluß auf beschleunigtes oder langsameres Wachsthum der Hafersaat auszuüben scheint. Waizen und Mais liefern aus südlichen Gegenden bezogen qualitativ bessere Ernten, als bei ihrem Bezug au8 höheren Breiten. Für Gerste und Hafer empfiehlt sich ein Bezug aus nördlicher ge­legenen Orten, oder aus solchen gleicher geographischer Breite. AuS dem Süden be­zogene Pflanzensamen liefern verhältnißmäßig mehr Körner, weniger Stroh oder Stengel, als solche Pflanzen, die von Samen nördlicher Gegenden abstammen.

Belgien.

Brüssel, 27. Mai. DieJndöpedance belge" meldet aus Wien vom 27. Mai: Die Nachricht, daß die Pforte die Vorschläge der Berliner Con- ferenz abgelehnt habe, fei unbegründet, zumal die Vorschläge der Pforte bisher noch nicht osfictell mitgetheilt worden seien. Die diplomatischen Verhandlungen würden fortgesetzt, und sei anzunehmen, daß England den Vorschlägen nicht entaegentreten werde. ,

' Brüssel, 29. Mai. König Leopold hat sich diesen Morgen in Ostende nach England eingeschifft. Es heißt, seine Reise hänge mit schwebenden euro­päischen Verwickelungen zusammen.

England.

London, 27. Mai. Thatsächlich Neues über die Orientalfrage mangelt. Der Gedanke, Bosnien und die Herzegowina nach dem Muster Rumäniens zu constituiren, findet hier immer mehr Eingang. Die Wochenpreffe befür­wortet ihn als ein Mittel zur Herstellung des Friedens und gegen die gewalt­same Vernichtung des türkischen Reiches.

Das Panzerschiff Sultan, deffen Capitän der Herzog von Edinburg, ist heute nach dem Mittelmeer abgesegelt. Die Abreise des Prinzen fällt zu­sammen mit der öffentlichen Feier des Geburtstages der Königin, welche durch Glockenklang und Victoriaschießen heute Morgen angekündigt wurde. Auch große Truppenschau fand Statt und es wohnte ihr an die Königin von Han­nover mit ihren Kindern (varunter ihr ältester Sohn, der Kronprinz, in neu verliehener englischer Obersten-Uniform), die Großherzogin und Prinz Adolf von Mecklenburg, der Prinz Napoleon u. s. w. Der Prinz von Wales war durch Unpäßlichkeit verhindert. Heute Abend wird, wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, eine große öffentliche Beleuchtung m's Werk gesetzt. Die Heldin des Festes weilt bekanntlich seit voriger Woche auf ihrem schottischen Landsitze Balmoral.

London, 29. Mai. DerTimes" zufolge wurden am Freitag in den Docks von Portsmouth Erhebungen angestellt, um Zeit und Geldmittel festzu- fiellen, welche erforderlich sind, um die Reparaturen mehrerer Kriegsschiffe, zu denen u. a.Thunderer" undInflexible" zählen, zu beendigen. Bei Lloyds wurden am Freitag Versicherungen gegen Kriegsgefahr abgeschloffen.

Plymouth, 29. Mai. Das deutsche Mittelmeer-Geschwader ist gestern Abend wieder in See gegangen.

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SBien 26. Mai. Es bestätigt sich, daß die türkische Regierung neuer­dings in ähnlicher Weise, wie bei Gelegenheit der Andrasiy'schen Note, den Versuch gemacht hat, bei den europäischen Mächten Protest gegen das ihr zugedachte Memorandum einzulegen. Die Mächte betrachten indessen diesen Protest nicht als annehmbar und nicht als definitiv, weil die Pforte von der endgültigen Form des Memorandums noch keine Kenntniß hat und ihr Wider­streben sich nur auf nicht officielle Mitthetlungen gründet.

Arankreich.

Pari», 28. Mai. Der Zustand des kranken Casimir Pürier ist hoffnungslos.^^ Mai. DerAgence Havas" zufolge hat bisher eine offi­cielle Mittheilung der Berliner Konferenz-Vorschläge an die Pforte nicht statt- gesunden weil noch die endgültige Entschließung Englands abgewartet werde. Wie dieAgence Havas" dieser Meldung hinzufügt, hält man in den hiesigen politischen Kreisen an der Hoffnung fest, daß England diejenigen Punkte des Memorandums der Ostmächte, welche es abzeändert zu sehen wünsche, bezeichne, und daß sich hiernach eine Uebereinstimmung aller Pariser Vertragsmächte über ein gemeinsames Vorgehen im Orient erzielen lasten werde.

Statten.

Rom, 27. Mai. Eine Versammlung von Deputirten des Centrums einigte sich auf Ablehnung der Baseler Convention, verschob jedoch eine defini­tive Beschlußfassung, bis die Abänderungen bekannt sind, über die Correnti mit Rothschild verhandeln soll.

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