Zweites Blatt
Sonntag, den 30. April
yo. 1OO
WttWW WWW
lottij'
Anreize- und Amtsblatt für den Kreis Gießen
Deininger.
! Mutigen Verhandlung gegen den Grafen Arnim gefällte Nrtheil, das, wie be-
im SJlld
Der Antrag der
p cn
zur der
ter str '
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlqhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
teils gemeldet, nach dem Anträge des Staatsanwalts auf Dienstentlassung lautet, womit der Verlust der Titel und der Pension verbunden ist, führt aus, \ laß die Disciplinarkammer in, Uebereinstimmung mit dem Reichs-Disciplinar- jof sich nicht für befugt halte, die thatsächlichen Feststellungen des Gerichtes |u revidiren. Es stehe fest, daß Graf Arnim in seiner amtlichen Eigenschaft Etliche diplomatische Actenstücke vorsätzlich bei Seite geschafft habe und schon likftr grobe Verstoß gegen die Dienstverpflichtungen genüge, um einen solchen Diplomaten nicht mehr im diplomatischen Dienste zu verwenden. Dem gegen'
Zu Butzbach wird am 16. Mai d. I. eine Telegraphen-Anstalt mit beschränktem Tagesdienst (vergl. §. 4 der Telegraphenordnuug für das Deutsche Reich) eröffnet
Darmstadt, den 25. April 1876.
tfrfdiemt täglich mit Ausnabme des MontagS. Expedition : Schul st raße, Ltt. B. Nr. 18.
©tfftrmdL
Wien, 27. April. Dem Vernehmen nach ersuchte Tisza gestern den Rillet wiederholt um die Entlastung, die der Kaiser aber verweigerte. Die ^Verhandlungen zwischen den beiden Ministerien dürften länger dauern.
Wien, 27 April. An der heutigen, von dem spanischen Politiker Mmrcoartu angeregten Conferenz über allgemeine Abrüstung nahmen 4 Mitglie-
, (i.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector:
, 2" r «ji^iuntaien mcyl nieyv un viyivmuii|u;vii qu ucnvt
■ ibei seien 0 e anderen Punkte der Anklage untergeordnet. Dcr auuug
! Vertheidigung, die früheren Minister v. Manteuffel und v. Schleinitz, sowie den . v " ’ - 1 Reichskanzler Fürsten v. Bismarck und Lord Granville zu vernehmen, wurde
|| E unerheblich abgelehnt.
Dänemark.
Kopenhagen, 28. April. Durch offenen Brief des Königs wird der Reichstag zu einer außerordentlichen Session auf den 15. Mai einberufen.
Isrankreich.
1 .
Paris, 26. April. Der Khedive soll Truppen geben, um die kleinasiatischen Garnisonen zu besetzen, damit die dortigen türkischen Besatzungen anderweitig verwandt werden können. Wie nun aber die „Patrie" erfahren haben will, weigert sich der Herrscher von Aegypten, dem Sultan diese Truppen zu liefern. Ob diese Nachricht der „Patrie" begründet ist, muß bis auf nähere Bestätigung dahingestellt bleiben. — Der Kriegs-Minister Eistey hat Befehl Einstellung der Anwerbungen für die Fremdenlegion wegen Ueberfüllung Cadres gegeben.
England.
London, 25. April. Wie nahe man in Konstantinopel daran war, dem Fürsten von Mentenegro den Krieg zu erklären, geht u. A. auch aus folgendem Telegramm der „Times" aus Athen vom gestrigen Tage hervor: „Die ottomanische Regierung schwankt bezüglich des Krieges gegen Montenegro. Die Krtegspartet ist stark im Cabinet. Rußland erhebt entschiedenen Einwurf. Aegypten ist um Hülfstruppen angegangen worden, nicht für wirkliche Kriegsdienste, sondern um türkische Garnisonen, in Asien frei zu machen. Zehntausend Aegypter sollen in die letzteren einrücken. Die Truppen sind bis ietzt weder in Skutari noch in Albanien zusammengezogen. Ueberhaupt ist nichts für sofortigen Anfang der Feindseligkeiten bereit.' In Konstantinopel herrscht große Aufregung und Unruhe."
London, 26. April. In Folge des Strikes der Grubenarbeiter in Dorkshire, Derbyshire und Rottinghamjhire, der sich auf mehr als 30 000 Arbeiter erstreckt, hat das Kohlengeschäft so stark gelitten, daß mehrere Esenbahn- Geseüschaften sich veranlaßt gesehen haben, einen großen Theil der von ihnen in den genannten Bezirken beschäftigten Leute zu eutlaffen.
Wurnänien.
Bukarest, 27. April. Der Minister-Präsident Floresco eröffnete heute zuerst die Kammer, dann oen Senat mit kurzen Botschaften des Fürsten. Zugleich entwickelte er das Programm des neuen Cabinets, welches nach Außen in Beobachtung der strengsten Neutralität und Festhalten am Pariser Vertrage, nach Innen in Aufrechthaltung der Ordnung, Sparsamkeit und Versöhnlichkeit besteht.
Dcuffdifanö.
Darmstadt, 27. April. Nach der „Main-Ztg." ist Herr Minister- President Hofmann heute (muß „gestern" heißen) auf telegraphische Weisung zu dem Kaiser befohlen worden und sofort nach Wiesbaden abgerelst. Da der „Rhein. Kur." Herrn Hofmann bereits am 26. d. Mts. in Wiesbaden ange- fotnmen und an der kaiserlichen Tafel Theil nehmen läßt, so dürfte diese Be- rusimg allerdings mit der Nachricht, daß unser Premier zum Nachfolger des Herrn Delbrück bestimmt sei, in Zusammenhang zu bringen fein. Die „Neuen Hesss. Volksbl." lasten Herrn Hofmann sogar gestern eine längere Conferenz bei dem Kaiser gehabt haben und sprechen von Verhandlungen, die er bei seiner neulichen Anwesenheit in Berlin bezüglich jener Candidatur gepflogen habe. Herr Hofmann hat allerdings zu Ostern unerwartet eine Reise nach Berlin unternommen.
Berlin, 27. April. Dem „Reichs-Anz." zufolge erfolgt Delbrück's Entlastung erst am t. Juli.
Berlin, 27. April. Die Ernennung des hessischen Bundes-Bevollmächtigten und Minister-Präsidenten Hofmann zum Nachfolger Delbrück's im Präsidium des Reichskanzler-Amtes steht zuverlässiger Angabe zufolge demnächst bevor.
Berlin, 28. April. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in der heutigen Sitzung nochmals den Gesetz-Entwurf über die Einverleibung von Lauen- buig, welcher gemäß Vorschrift der Verfastung einer zweiten Berathung zu unterziehen war. Auf der Tagesordnung für morgen steht die zweite Lesung bei Vorlage betreffs Übertragung der preußischen Staatsbahnen an das Reich.
Berlin, 28. März. Die Pforte hat nach einem Pariser Telegramm der „Neuen Freien Preste" an ihre diplomatischen Vertreter im Auslande eine tclegrapische Depesche gerichtet, worin sie die Gründe darlegt, welche sie bestimmt haben, den Wünschen der Mächte nachzugeben. Sie stellt die Behauptung auf, daß die Mächte, indem sie die militärische Besetzung Montenegros, welche dem Laufe auf der Balkan-Halbinsel eine andere Richtung gegeben haben wüllde, verhinderten, einen Theil der Verantwortung für die kommenden Er-
eigmste und Verbindlichkeit übernommen haben, ihr Möglichstes zur Herstellung ter Ruhe zu thun. Die Pforte betheuert überdies, daß sie Alles ausbieten werde, um diese von den Mächten unternommene Friedensaufgabe zu erleichtern, zweifelt jedoch an dem Erfolge dieser Bemühungen, wenn die Diplomatie ter Mächte in Zukunft den Aufständischen und deren Mitschuldigen in Cettinje pnt) Belgrad gegenüber nicht energischer wie bisher auftritt.
Potsdam, 27. April. Die hiesige Disciplinar-Kammer erkannte heute in der Disciplinar-Untersuchung gegen Gras Arnim auf Dienstentlastung unter Auferlegung der Kosten.
Potsdam, 27. April. Das von der Disciplinarkammer in der
lüß
der des Herrenhauses und etwa 30 Deputirte Theil. Den Vorsitz führte Fürst Eolloredo. Marcoartu entwickelte in französischer Sprache seine Vorschläge betreffs Organisation eines internationalen Parlaments, welches über Maßregeln zur Organisation eines internationalen Schiedsgerichts und über die Mittel zur Herabminderung des Heeres-Etats in allen Ländern zu berathen hätte. Nach einer eingehenden Debatte nahm die Versammlung fast einstimmig einen Antrag an, welcher die Geneigtheit zur Beschickung einer europäischen Abgeord- neten-Conferenz ausspricht und die Einsetzung eines Comit^s von 9 Mitgliedern für die einschlägigen Fragen vorschlägt. Die Theilnehmer an der Conferenz sind heute Abend zu einem Banket vereinigt.
Wien, 27. April. Die Meldungen hiesiger Zeitungen, daß der russische Geueral-Consul in Ragusa, Ionin, Namens des hiesigen Cabinets mit den Insurgenten unterhandle, ferner, daß der Rücktritt des Statthalters, Feldzeug- meister v. Nodich, in Aussicht stehe, werden für unbegründet erklärt.
Schweiz.
Bern, 28. April. Das eidgenössische Postdepartement erhielt die Ermächtigung zum Abschluß eines Vertrages mit den Niederlanden, betr. Geldsendungen nach den ostindischen Colonieen.
Bern, 28. April. Der Bundesrath hat heute die Errichtung eines Bisthums auf Grund der Verfassungs-Bestimmungen der altkatholischen Synode der Schweiz genehmigt.
ruck 10 Pfench in stets frischer M
Wallach, rraj, ni* Parfümerien -llc Dirndl, ferner £(>iW nicfdn, Haarn-»
LZW.
S»
• ^Mester.» bei .
a ut ka° am j 4 »«hl
^irection.
tiauie.
"«er Million L. welchen nie eine M ?rtenerjeugniffe, ( i
”ie erfolgt längfien« fc
iibme von VerficheriliP i:en gerne bereit. M m Grnnbng.
I. in Groy-BuseL Horn in Griebel, eute in Mda. ? 2 4 in Robheim. . VöwtnBtrg in Stkii: cfmtinn in Gießen.
beaniH
ewNNJi
, gnirfn**'


