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Bötticher, Stadtrichter.

Dr. ® tlnter, Stadtgerichts-Assessor.

1) Vormittags 9 Uhr die Lieferung von circa 460 (Str. Lagcrstroh,

2) Vormittags V-10 Uhr die Uebernahme des pro 1877 auSlagernden alten Bctt- strohs.

Die Bedingungen liegen im Geschäfts­zimmer zur Einsicht aus.

Gießen, den 22. September 1876. (4941 Großherzogliche Garnison - Verwaltung.

Bekanntmachung.

Freitag den 29. d. M., sollen in dem Geschäftszimmer der Garni­son-Verwaltung Nahrungsberg im Hause von I B- Singer im Submissions- resp. Ltcitationswege vergeben werden:

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Lokal-Stotiz.

Gießen, 27. Sept. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 14. September wurde Folgendes zur Verhandlung gebracht:

1. Damit das auf dem hiesigen Friedhof befindliche, in Stein gehauene lebensgroße Bild einer Gräfin Berlepsch nicht durch das Wetter zerstört wird, wurde be­schlossen , dasselbe auf Kosten der Stadt in der Friedhofskirche aufstellen zu lassen.

2. Nachdem daS städtische Gelände hinter der ehemals B a st'schen Besitzung einer Versteigerung ausgesetzt worden und Herr Kanzleirath Clemm hierbei Meist­bietender geblieben war, hatte Herr Heinr. Adami der Stadt noch einen Tausch osferirt. Dieser konnte aber nicht annehmbar gefunden werden und deshalb ist die Versteigerung des Geländes ohne den Weg für das von Herrn Kanzleirath (Siemm eingelegte Gebot genehmigt worden. Bezüglich der Ausführungen des Herrn Kanzleirath (Sie mm in seinen beiden Vorträgen vom 31. August und 7. September d. I. in derselben Angelegenheit wurde Uebergang zur Tages­ordnung beschlossen.

3. Zur Auszahlung verschiedener Rechnungen über angeschaffte Lehrmittel für die städtischen Schulen ist Ermächtigung ertheilt und beschlossen worden, dem Herrn v. Gehren für das bewiesene Interesse, welches derselbe durch schenkweise Über­lassung einer Glasglocke und eines Schränkchens mit Mineraliensammlung an die städtischen Schulen bethätigt hat, den Dank der Stadt auSzusprechen.

4. Das von dem Schulvorstand für daS nächste Jahr berechnete Lehrmittelbedürfniß für die städtischen Schulen soll mit 1220 M. in das 1877 r Budget aufge­nommen worden.

5. Auf die Offerte des Herrn Heinrich Bepler, um käufliche Überlassung seines Hauses zum Zwecke der Verbreiterung der Sonnenstraße, wurde nicht einge­gangen.

6. Frau Justizrath Klingelhösfer war durch den zwischen der Stadt und den Reg.-Rath Ebels Erben abgeschlossene Kaufvertrag berechtigt, die Wohnung in dem Hintergebäude der angekauften Besitzung auf dem Asterweg für die bisherige Miethe bis 1. Oktober d. I. fort zu benutzen. Heute wurde beschlossen, die Miethe von diesem Tage ab auf jährlich 350 Mark unter dem Anfügen festzusetzen, daß keine Entschädigung beansprucht werden kann, wenn von dem mitbenutzt werdenden Gelände Thetle für städtische Zwecke verwendet werden sollten.

7. Die an dem Pflaster in der Löwengasse nöthige Verbesserung, veranschlagt zu 60 Mark, soll vorgenommen und die Arbeit aus der Hand vergeben werden.

8. Dem Herrn Kaspar Schomb er wurde die nachgesuchte Ueberbrückung des städtischen Grabens vor seinem Acker am Hohleichweg gestattet.

9. Der Antrag deS Herrn Bürgermeisters, auf dem Grabe des durch seine wohl-

Bekanntmachung.

Die Abhaltung des Liquidationstermins vom 29. d. Mts. in dem Eoncurs derLahnhütte" erfolgt auf dem Rathhause dahier.

Gießen, den 27. September 1876.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

des unnöthigen Blutvergießens, zu Schritten veranlaßt, welche denjenigen Ruß­lands analog find. Die Spannung in der Bevölkerung und die Agitationen der slavischen Comitäs sind die einzigen Unterlagen für die Gerüchte von der angeblichen Kriegsbereitschaft in den Militär-Kreisen Kasan, Charkow und Odessa oder von besonders beschleunigten Vertheidigungs - Arbeiten bei Otschakow oder von der äußerst angestrengten Thätigkeit in den Arsenalen; an Alledem ist nichts Wahres. Der Kaiser bleibt in Livadia, was eine eminent für den Frie­den sprechende Thatsache ist. Für Unterrichtete sind es nicht minder die Beur­laubungen von Personen, denen die Leitung einer in Wirklichkeit besonders an- gespannten Thätigkeit der Arsenale obliegen würde. Trotzdem ist zu constatiren, daß die russischen Hülfs-ComitöS ihre Wirksamkeit immer mehr ausdehnen, und die Zahl der Freiwilligen für Serbien stündlich wächst.

Petersburg, 26. Septbr. Ueber die Privat-Audienz, die der öster­reichische General-Consul, Fürst Wrede, am 23. d. Mts. bei dem Fürsten Milan hatte und worin derselbe über die Ausrufung Milan's zum Könige authentische Aufklärung erbat, erfährt dieIntern. Agentur" aus Belgrad: Fürst Milan erklärte, sein Streben gehe dahin, die Angelegenheit in einer die Gefühle der Armee schonenden Weise zu erledigen, da er deren Unterstützung unbedingt be- nöthige. Er habe den Kriegsminister nach Deligrad abgesendet, um den Gene­ral Tschernajeff von der Undurchführbarkeit der Proclamirung zu überzeugen, doch beharre dieser auf dem Standpunkt, den er selbst und die Armee einnehme. Der Kriegsminister habe die Verhältnisse bei der Armee studirt, nach dessen Rückkehr werde der definitive Entschluß erfolgen. DieIntern. Agentur" mel­det ferner: Der permanente Ausschuß der Skupschtina hat gestern dem Genera Tschernajeff eine Dank Adresse für sein energisches Eingreifen in die kriegerischen Actionen übersendet, zumal da sein Name dazu beigetragen habe, eine große Anzahl seiner Landsleute in die serbischen Reihen zu führen. Aehnliche Dank- Adressen wurden an sämmtliche Unterstützungs-Comttös übersandt.

Serbien.

Belgrad, 23. Septbr. Bei der heute vor dem Konak erfolgten Ueber- gabe der aus Moskau geschenkten Fahne an die russische Legion wurde Fürs Milan von dem Volke mit dem stürmischen Rufe:Zivio Kralj!" (Es lebe der König!) empfangen. Die Truppen riefen nicht.

Mrkei.

Konstantinopel, 25. Septbr. Der gestrige Ministerrath hat be­schlossen , dem Sultan die Verlängerung der Waffenruhe um sechs Tage und den Erlaß bezüglicher Weisungen an die Truppenführer zu empfehlen.

Konstantinopel, 25. Septbr. Wie das hiesigeHavas Bureau" vernimmt, werden die Botschafter morgen der Pforte die Seitens der Mächte festgestellten Friedens-Bedingungen, denen sich auch Rußland im Principe ange- fchlossen habe, mittheilen.

Konstantinopel, 26. Septbr. Die Pforte hat der nach Bulgarien gesandten Commission 1,800,000 Gold-Piaster für die dringendsten Bedürfnisse der Opfer des Aufstandes zur Verfügung gestellt. Zugleich werden Maßregeln für den schleunigen Wiederaufbau der niedergebrannten Dörfer getroffen und wird für Herbeischaffung von Bau-Material gesorgt.

Amerika.

Rew-Nork, 24. Septbr. In Brunswick im Staate Georgia ist das gelbe Fieber ausgebrochen; bis jetzt find etwa 600 Personen daran erkrankt.

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Herr Hofg.-Advocat Dr. Eckst ein hatte die Herstellung der forta-s-ütenl-ndm^s. slr-b- angeregt und nachdem d-ßhalb der £>err StabtbaumeiRre ?e6Brt unb «- flart hatte, daß die Ausführung dieser Arbeit in diesem J^hr- nicht möglich sei' wurde die Aufnahme der Kasten hierfür in das 1877r Budget beschloffem '

eM N gpanitt.

Friedrich Lony sen. ein Denkmal mit entsprec^ndcr Auffchrfft^zu^erriwten ist einstimmig genehmigt worden. «unajrtrt zu errichten,

10. In Gemäßheit des Art- 87 der Städteordnung legte beute der

meister die Rechnung der Stadt Gießen für das Jahr 1875 sowie M? AT waltungsrechcnschaft vor. Es wurde Ueberweisung an die 'ninanidenmott->: beschossen und alt Vorsitzender bet der oorzunehmenden Prüfung Herr Stadt verordneter Hornberger erwählt. ' B v ötaoi.

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Von der Bieber.

In denErzählungen aus dem Hessenlandc von O. Glaubreckt« wirdne in einer schonen Schilderung dar Vaterhaus und die Juqendgcsckickte d-S berükm.,n Kupferstechers I. G. Wille vorgesührt, dessen Wiege auf der Obermühle unwüt Korngsberg gestanden. ES hecht daselbst: * 9 unwett

"Wer von Gi-ßcn aus nach dem Städtchen Königsberg wandert, das mit seiner verfallenen Burgfest- etne der schönsten Punkte deS hessischen Hinterlandes bildet dem kommt von den Bergen herab, über Steine und Erlcnwurzeln springend ein S8ad)ttin -"tgegen, die Bieder geheißen- Das Bächlein weiß viel zu er ählenund miirmdt unb plätschert so lebendig daß die Zeisige, die in den Erlen nisten, sich gern be chaucn und die Forellen sich gern darin baden. Und da es so geschältia unb rastlos ist, so haben an dem Bächlein entlang die Müller eine Mühle hinter der andern erbaut, und das Bächlein thut treffliche Dienste

D>- letzte, von der man schon Königsberg hoch oben auf der Höhe sehen kann und zugleich die größte und schönste, heißt Obermühle. nfer drängen sich bi Berge so enge zusammen daß man meint, sie wollten daS Bächlein aufhalten abcl?a< Kbl^mlTm0 %aum> und indem es zwischen den v-rgwiescn durch-

U«2 C » näuellen zur Sette aufnimmt, treibt es noch di- zweträderige ?^uhle, recht ein Bild davon, was der Mensch auf dem schmalen Wege leisten kann, wenn er nur will und der treibenden Kraft Gottes folgt

In dieser Obermühle wohnte im Anfänge des vorigen Fabrbunderts der WfltDr

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West-; aber über seine Mühle hinaus ging sein Blick nicht- Und das war auch gut

Seine Frau die dem Manne in jeder Hinsicht ähnlich war, hatte ihm mebrere Kmder geschenkt, deren ältestes Johannes hieß. Dieser Hannes wie man Rer tu Lande den Namen -Erzt sollte -inst die Mühle erben und war darum schön mehrere Jahre vor seiner Einsegnung von dem Vater in der Mühle beschäftigt Ab-r der Junge war dem Vater gar nicht recht, er war, wie er oft im Zorne sich au8brücfte, semUngerathcner". Zu bösen Bubenstreichen gabs in der Mühle ^"e Gelegenheit, und die losen Kameraden, die ihn hätten verführen können mahnten zu ferne, und doch war im Sinne des Vaters der Junge wirklich ein Ungerathener." w

DiesemUngerathenen", aus dem der größte Kupferstecher seines Jahrhunderts Zne uiit mehreren Kunstfreunden am

schrfftrautet' $$ ®e^en^afel auf der Obermühle anbringen lassen. Die In-

TO-'.$n b«LCmk5a^JC zuckte d er Kupferstecher Johann Georg W'Ue, K-tter der Ehrenleg on und Mitglied vieler Kunst-Acadcmten, anno L7*®btr ^e!f; mr ftcarb am 8- August 1808 zu Paris. Was Sterbliches an ihm war, liegt in Pantheon in Paris "

n dessen erste Aeußerungen seines Künstlertalentes von

O. Glaubrccht ausführlich mttgetheilt wurden, kam in seinem 10. Lebensjahre nach Gießen, wo er nach eigener Erfindung in Zinn stach. Bei einem Büchsenmacher graoirte er in ©tlber unb Stahl. Durch ben nachmals berühmt gewordenen Kupser- ftedter ®. F. Schmidt kam er über Straßburg 1736 nach Paris. Durch den Maler Jttgaub ward er in der Künstlerwelt bekannt Sein erstes Bild, da? ihm einen Namen machte, war das Bildniß des Marschalls Fouquet de Belleisle, und bald vertrauten Hm die größten französischen Maler ihre Werke zum Stich an. Doch stach er auch «tlber früherer Meister und viele Blatter nach denselben gehören zu den Meisterwerken der Kupferstecherkunst. Die unübertroffene Reinheit seines Grabstiches, die Wiedergabe aCteI19ZÜI}"cen bc§ ^lldunkels, die treue Darstellung der Zeuge bet correcter Zeichnung machten ihn zum ersten Kupferstecher. ° B

Wille war Mitglied der Academien von Paris, Rouen, Augsburg, Wien Berlin Dresden, Stecher de- König- von Frankreich, des deutschen Kaisers und des Königs üon Dänemark. Napoleon I. ernannte ihn zum Ritter der Ehrenlegion. Seine Selbst- bwsraphie gab DuplessiS (Paris 1857, 2 Bände) heraus. Seine Hauptblätter sind: Die wandernden Musikanten nach Dictricy, der Tod Cleopatras nach Netscker ^^I?milienconcert nach Schalken, die holländische Köchin nach Metzu, die hol­ländische Strickerin nach Mieris, die Porträts von Boallonge nach Riaaud Ana- stasta von Hessen-Homburg nach RosIin u. a. m." '

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Zur Aufklärung.

Der Aufsatz von Herrn L. Köhler in Nr. 224 d. Bl. kann seinetn Wortlaut nach nicht anders als im Sinne eines wegwerfenden Angriffs gegen die hiesigen Feuerwehrcorps verstanden werden. Gleichwohl müssen wir nach unserer Kenntniß der Verhältnisse und Personen und nach dem, was uns be- j sonders mitgetheilt wurde, davon ausgehen, daß es die Absicht des Hrn. L. Köhler durchaus nicht war, über uns abzüurtheilen, daß es vielmehr nur an der be­dauerlichen argen Unvollkommenheit seiner Schreibweise lag, wenn die nach andren Seiten hin gemeinte Anklage einen gänzlich verwirrten Ausdruck fand.

Wir hielten uns veranlaßt, diese Erläuterung bekannt zu geben.

Der Gesammtvorstand beider freiwilliger __________Feuerwehren.______________ Landwirthschaftliches.

f0 Dkl schon über den Schmetterling «Kohlweißling« geschrieben worbe- isi' welche Verheerung er angenchtet rc., so möchte ich mir erlauben, noch nachträgli» (twaS zu fdner Vertilgung in diesem Blatte laut werden zu lassen, damit ein Jeder, ber einen Garten ober Acker hat unb auf bemsclben Kohl zieht, von diesem lästige- 3n)eüt verschont oletbt

u f(6r und ohne große Kosten zu betreiben:Man ver­

schaffe stch 2 P b- reinen Pferdemist, schütt- ihn in einen Topf und gieß- 1'/, Site: Wasser dazu, rühre es ordentlich durcheinander unb setze bann Vs Liter Essig zu; mit dem dann noch b-lgefügten 2'/-, Pfd. Chlorkalk gieß- man leicht zwischen dem Kohl- 4 lL^@oII elb e s° dick sein, baß man nicht gießen kann, so setze man alb

^Schritte einen Eßlöffel der Mischung auf ben Boden. - Durch ben eig-nthümli-be'' ®erud6,Chlorkalk mit Pferbemist hervorbringt, wirb ber Kohlweißling vom Selbe abgehalten, kann demnach auch nicht seine Eier an die Blätter der Pflanzer Aen. Der zugesetzte Essig bewirkte eine festere Vereinigung des Pferdemistes und (S6lorfalfe§ unb verhindert das schnelle Verriechen dieser beiden Substanzen. Die so 3uberettete Mischung behält ihre Wirkung nahezu 2 Monate.