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Freitag, den 28. Januar

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Kichener Anzeiger

An^ge- und Auiisdlatt für den Kreis «ich».

Von HamburgRiesa

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Verkehre an den Hauptstationen sein:

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Mk. 3,50 pro 50 Kilo.

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(Fortsetzung folgt.)

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0,49. 2,96, 1,47

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. (Expedition r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

in Wirklichkeit sind

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Gerl Haas.

: Mk. 2,34, 0,32, 0,49, 2,96, 1.47.

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Hch. Schmidt, Lehm, Dallthorftraüe. '

Aentfchtand.

Darmstadt, 27. Januar. Es steht nunmehr fest, daß Ministerisl- Director v. Starck dem Finanzausschuß zweiter Kammer gegenüber erklärt bat, daß er bereit sei auf einen desfallsigen Beschluß der Kammer Vorlage wegen Verlegung des Polytechnikums nach Gießen zu machen, und daß tie Mehrheit Ausschusses einem solchen Schritte günstig gestimmt ist.

Berlin, 25. Januar. Ueber die Stellung des Staatsministeriums und des Fürsten Bismarck zur Eisenbahn-Frage erfährt diePost", daß es sich zu­nächst nur um ein grundsätzliches Aussprechen betreffs der Uebertragung der preußischen Saatsbahnen und der staatlichen Hoheitsrechte über die Privatbah­nen an das Reich handle. Im Fall das Staatsministerium zusttmmen sollte, würde dasselbe dem Könige eine Vorlage für den Landtag unterbreiten, welche nur im Allgemeinen für die Staatsregterung die Ermächtigung zu Unterhand­lungen mit dem Reich verlangen würde.

Berlin, 25. Januar. Der Reichstag genehmigte in erster und zweiter Lesung den Nachtrags-Etat, betr. die Mehrsorderung für den Botschafterposten in Nom und die Weltausstellung in Philadelphia, ferner in dritter Lesung den Gesetz-Entwurf, betr. die Verlängerung des Mandats der Reichsjustiz-Commis­sion und die Uebersicht der ordentlichen Einnahmen und Ausgaben des Reichs pro 1874. Bei der Berathung der Petition des Journalistentags, betr. den Zeugnißzwang, wobei der Referent für den Commissions-Antrag, solche an die Reichsjustiz-Commission zu verweisen, eintrat, vertagte sich sodann das Haus bis morgen.,

Berlin, 25. Januar. Man versichert, daß mehrere Negierungen, als ihnen das amerikanische Rundschreiben wegen CubaS vorgelesen wurde, ohne daß die amerikanischen Gesandten wenigstens damals Abschrift davon zurück­ließen , ihre Antwort nach vorgängiger Verständigung untereinander und mit Spanien sich vorbehielten.

Berlin, 25. Januar. Fünf lange Jahre haben nickt hingereicht, die nervöse Exaltation und den Deutschenhaß in Frankreich so zu dämpfen, daß nicht immer noch wieder die seltsamsten Eruptionen solcher, wir möchten sagen, kindischen Leidenschaft zu verzeichnen wären. Uns wird hierfür heute eine ecla- tantes Beispiel mitgetheilt: Dem Hauptmann v. Griesheim vom ersten Garde- Regiment ist dieser Tage die Herausforderung eines französischen Officiers zugegangen, welche keine andere Ursache des beabsichtigten Duells kennt als die nationale Antipathie." Gleichzeitig hat man dem genannten preußischen Haupt­mann angezeigt, daß noch dreißig andere Briefe gleichen Inhalts unterwegs seien. Herr v. Griesheim hat das wunderliche Schriftstück seinem Regiments- Commandeur Übermacht und wird im weiteren Verfolg der Sache von deutscher Seite bei dem auswärtigen Amte in Frankreich die bescheidene Anfrage gestellt werden, wie derartige Aeußerungen eines politischen Fanatismus überall von activen französischen Officieren möglich seien. Unseres Erachtens muß es mit der Reorganisation der französischen Armee traurig stehen, wenn Dienst und Disciplin den Officieren gestatten, nach der Glorie vonDuellen wegen natio­naler Antipathie" zu streben.

Berlin, 26. Januar. Der Reichstag setzte heute die Berathung über die Petition des Journalistentags, betreffend den Zeugniß-Zwang, fort und nahm fast einstimmig den Antrag der Commission auf Überweisung der Peti­tion an die Reichs-Justiz-Commissio» an, nachdem der Director des Reichs- Justiz-Amts, Arnsberg, sich mit den den Commissions-Antrag befürwortenden Ausführungen Laskers einverstanden erklärt und Sonnemann seinen weiter ge­benden Antrag behufs Erzielung eines möglichst einstimmigen Votums des j Reichstages zurückgezogen hatte.

RiesaDresden DresdenBodenbach BodenbachBrünn BrünnWien

sie in Wirklichkeit sind: Mk. 2,28,

Die Tarifwtrtbschaft der deutschen Eisenbahnen und die volkswirtbscbaftlichen Aufgaben der Eisenbahn­gesetzgebung.

(Fortsetzung.)

Eine oberflächliche Beurtheilung sah in jeder solchen durch die Concur- renz dem zu höheren Sätzen führenden Principe abgerungenen Concession einen reinen Gewinn für das Publikum. In Wahrheit ist jedoch dieser Gewinn nur Schein, denn um für gewissen Verkehr die Preise niedriger stellen zu können, als sie der Regel nach sein sollten, müssen die Eisenbahnen zu ihrer Schadlos­haltung für andere die Preise höher halten, als sie eigentlich zu sein brauchten. Das Publikum als Ganzes hat sonach bei der ganzen Manipulation gar keinen Gewinn. Was ihm in die eine Tasche zugesteckt wird, hat man ihm vorher aus der andern genommen. Was es an Durchgangsfrachten erspart, muß es an Localfrachten mehr zahlen.

Dabei muß man jedoch eine sebr schlintme Consequenz mit in den Kauf nehmen : die Zerstörung aller natürlichen Lagenverhältnisse, auf welche die wech­selseitigen Beziehungen der Städte und Länder zu einander gebaut sind und welche zu den Lebensbedingungen der Bevölkerungen derselben gehören. Es ist leicht gesagt, daß in heutiger Zeit des allgemeinen Wechsels nichts historisch Gewordenes Anspruch auf absolute Dauer habe, aber es ist geradezu unmög­lich, zu sagen, wie irgend Jemand sich geneigt finden lassen soll, sein Vermö­gen in ein Unternehmen zu stecken, seine Arbeitskraft für einen bestimmten Beruf auszubilden, wen» er feiner Zukunftsaussicht irgend welche Dauer zu- schreiben darf. Ohne Menschenalter lange Schonung ist fein Waldbau möglich. Selbst die landwirthschaftlichen Pachte werden, in Erkenntniß der Thatsache, daß nützliche Verwendungen sich nichr im Handumdrehen bezahlt machen, ratio­neller Weise auf eine längere Reihe von Jahren erstreckt. Genau dasselbe gilt aber auch zum erfolgreichen Betriebe von Handel und Gewerbe. Ohne conse- quente Werkfortsetzung ist höchstens ein verderblicher Raubbau möglich, bei dem sich Einzelne bereichern mögen, der Gesammtwohlstand aber rückwärts geht. Zu solider Ertragsfähigkeit gelangen industrielle und commercielle Anlagen und Veranstaltungen nur durch längeren Bestand, und den können sie nicht gewin­nen, wenn die Bedingungen, unter welchen sie auf dem allgemeinen Markte concurriren und die Transportpreise bilden davon einen wesentlichen Theil im Handumdrehen zu ihren Ungunften verändert werden- Nicht die abso­lute, sondern die relative Höhe der Kosten entscheidet über die Concurrenzfähig- keit. Darum wirkt das Differenzialfrachtsystem so nachtheilig auf letztere, weil es die erstere alterirt. Darum werden außer dem Handel, der, weil die Transportkosten der Maaren für ihn den Haupttheil der Spesen ausmachen, zuerst wehklagend auftrat, nachgerade alle Zweige der Volkswirthschast in den zurückgesetzten Ländern (den Ackerbau eingeschlossen) allarmirt und reclamiren gegen die Fortdauer eines Systems, das sie für ihren Bestand fürchten läßt.

Es handelt sich bei den Differenzialfrachten nicht etwa um Uebelstände und Ungleichheiten, die zwar an sich beklagenswerth sind, in ihrer Wirkung aber sich insofern einigermaßen dadurch aufheben, daß in einer Beziehung Dieser, in anderer Beziehung Jener prägravirt, resp. in Vortheil gesetzt wird. Die Entstehung jener abnormen Frachtsätze bringt es vielmehr mit sich, daß sie vor­zugsweise für gewisse Gattungen von Orten wirksam werden, einerseits für die Städte ersten Ranges, an deren großem Markte womöglich alle Transportunter­nehmungen Theil haben möchten, und sodann für diejenigen Plätze, welche als natürliche Endpunkte deS Eisenbahnverkehrs nicht durch noch weiter hinausgreifende Durchgangsfrachten um etwa errungene Vortheile gebracht werden können, also vornehmlich die Seeplätze. In diesen einerseits und den Weltmärkten anderer­seits, sofern diese nicht ohnehin in die nämliche Kategorie gehören, den ganzen Verkehr, den Hande! und soweit sie nicht an den Boden gebunden ist, auch die Industrie zu centralisiren: daS ist die schließliche Wirkung der Differen- zialfrachtsähe.

Sachsen, als reines Binnenland, al- ein Land, dessen bedeutendste Städte mit Berlin, Wien, Paris keineswegs in Parallele gestellt werden können, muß durch dieses System nothwendig relativ immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden.

Wenige Beispiele genügen zur Erläuterung:

1 a. Die Durchgangsfracht auf Stückgüter der Normalklaffe im direkten Verkehr beträgt von Hamburg über Dresden nach Wien Mk 4,00 pro 50 Kilo. Zur Gleichstellung des Binnenhandels müßten die Frachten sein:

Von HamburgDresden Mk. 1,80, statt daß sie in Wirklichkeit sind: Mk. 2,62, DresdenWien 2,20, ,, 2,85.

Mk. 4, pro 50 Kilo. Mk. 5,47.

1 b. Weiter müßten auf dieser Route die Frachtsätze auf folgenden Haupt­stationen oder Etappenplätzen sein:

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DresdenBodenbach 0,25, BodenbachBrünn 1,40, BrünnWien 0,60,

. . Mk. 7,20.

In unserer haarscharf rechnenden Zeit genügen solche Differenzen, um früher stattgefundene Concurrenzfähigkeit zu vernichten und jede fernere Mitwer-

2. Die Durchgangsfracht ist ferner im birecten Verkehr 2Bien Mk. 3,50 pro 50 Kilo. Dabei müßten die Frachtsätze Transportgut beim unterbrochenen Von StettinDresden Mk. 1,25,