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der internationalen Grenzen herbeizusühren. Sollten Englands Bemühungen fruchtlos sein, so werde es für keine der kämpfenden Mächte Partei nehmen, sondern abwarten, was die Zukunft bringen wird.

Aelgierr.

Brüssel, 22. November. DerNord" bespricht die Depesche des russischen Botschafters Lord Loftus an den Minister Derby aus Palla vom 2. Novbr. und findet es auffallend, daß Beaconsfield acht Tage nach den Aeußerungen des russischen Kaisers gegen Loftus noch die bekannte Rede in Guildhall halten konnte. Es sei auch seltsam, daß oben erwähnte Depesche zwanzig Tage lang der Oeffentlichkeit vorenthalten worden. DerNord" er­wähnt noch das von österreichischen Blättern publicirte russische Conferenz- Programm, und bezeichnet es bis auf einige Abweichungen den thatsächlichen Intentionen Rußlands entsprechend. Rußland werde natürlich für die Annahme seines Programms eintreten, halte es indeffen nicht für durchaus unabänderlich, namentlich gelte dies von der Occupations-Frage.

Schwei».

Bafel, 22. November. Die Gotthards-Commission hat heute Morgens die letzte Sitzung gehalten; für die Ausführung des gesummten ursprünglichen Bau-Programms berechnete sie 72 Mill. Franken Mehrkosten, die jedoch auf 54 Mill, reducirt werden können, wofern die beiden nördlichen und eine süd­liche Zufahrt (Pino Linie) weggelaffen. Das Gutachten der Commission geht an den Bundesrath, der die Vorlage für die internationale Conferenz ausar- betten wird.

Ztußland.

Petersburg, 22. November. DieIntern. Telegr.-Agentur" meldet aus Semlin vom 22. Novbr.: Das serbische Ministerium hat gestern seine Entlastung gegeben. Fürst Milan hat dieselbe noch nicht angenommen. Die Minister beharren aber dabei. Der Grund der Demission ist noch unbekannt.

Riga, 22. November. Obwohl das Fahrwaster der Düna bei Boldera bereits mit dünnem Eis bedeckt ist, bleibt dasselbe doch noch für Dampfer, welche die Eisdecke durchbrechen, passirbar. Ebenso ist die Pastage bei Domesnees noch frei. Dagegen ist der übrige Lauf der Düna fest gefroren.

Türkei.

Konstantinopel, 22. November. Der türkische Botschafter in Berlin, Edhem Pascha, ist zum zweiten Bevollmächtigten bei der Conferenz ernannt worden.

Nrrrnänieu.

Bukarest, 22. November. Der Senat hat ebenfalls die von ihm be­schlossene Adrefle aus die Thronrede dem Fürsten überreicht, welche gleich der von der Deputirten-Kammer votirten, auf Einhaltung der Neutralität Gewicht legt. Der Fürst hat in demselben Sinne auf die Adreste geantwortet. Die Depu­tirten-Kammer hat die geforderten 4 Mill. Lei für Vervollständigung der Aus­rüstung des Heeres, insbesondere für Munition, bewilligt.

Lskal-MotiK.

Gießen, 25. Noo. Gleichwie im vorigen Jahre erlauben wir uns unseren Lesern aus dem soeben erschienenen Ja h r es b e rt ch t d er hiesigen H andelskammer pro 1 8 7 5 das Wtssenswertheste mitzutheilen. In Bemg aus die allgemeine Ge- sckäftslage bemerkt der Eingang zum Berichte das Folgende :

Die Hoffnung auf eine Besserung der allgemeinen Geschäftslage hat sich leider nicht erfüllt, dieselbe ist vielmehr im Allgemeinen gegenüber dem Jahre 1874 mit wenigen Ausnahmen keine günstigere geworden, und ist die Veränderung m den meisten Geschäftszweigen eine so bedeutende, daß wir in vielen Fällen nur wiederholen müssen, was wir in unserem vorjährigen Berichte gesagt. ,

Auf den meisten Gebiete« des Handels und der Industrie lastet noch heute eine Stagnation, deren unerwartet lange Dauer tief empfunden wird und deren Ende sich zur Zeit noch nicht abseben läßt. Wenn auch die Verhältnisse Gießens im Allgemeinen noch als günstige bezeichnet werden können, so vermag diese Thatsache doch den viel­seitigen Klagen nicht ihre Bedeutung zu nehmen. In vielen Branchen hat die Menge der Bestellungen nachgelassen, und der Rückgang des Bedarfs bereitet fortwährend der Industrie große Schwierigkeiten, wenn auch die Lage der Arbeiter an unserem Platze poch eine sehr befriedigende ist, weil dieselben bis jetzt ohne wesentliche Lohnminderung fast ausnahmslos vollständig beschäftigt sind.

Den ersten Theil von Abschnitt I bett : Gutachten, Ansichten, Wunsche, über­springend, der für das größere Publikum ohne wesentlichen Werth sein dürfte und dem Handelsstande, durch den Bericht selbst zu Gebote steht, wenden wir uns zu dem 2. Theile bett.: Oraane des Handels und der Industrie. In demselben ersehen wir, daß die Handelskammer im Lause des Jahres 1875 16 Sitzungen abhielt. Bet der am 21. December v. I. vorgenommenen Ergänzungswahl der Mitglieder der Handelskammer wurden, die in Folge des Dienstalters und beziehungsweise durch das Loos zum Aus­scheiden bestimmten Mitglieder wiedergewählt

Das Creditwesen betreffend, so herßt es in dem Berichte:

Das in Deutschland übliche Borg- und Creditsystem hat in der Neuzeit vielfach in der Presse, in Vereinen und Handelskammern seinewohlberechttgte Geißelung erfahren, und sind eine Reihe von Vorschlägen zu dessen Einschränkung und Neuge­staltung gemacht worden, welche jedoch zum großen Tyeil wegen der Verschiedenheiten des Gebräuchlichen nicht zur allgemeinen Einführung geeignet sind. Dem Vorschläge im Kleinverkehr ausschließlich Baarzahlung, und im Großhandel nur Accept-Tredtt einzuführen, können wir aus dem einfachen Grunde nicht zustimmen, weil eine gesetzliche

Feststellung solcher Systeme eben so wenig, wie eine allgemeine Uebereinkunft möglich sein würde, dahingegen wäre es zu begrüßen, wenn für den Kleinverkehr die gesetzliche Verjährungsfrist von 2 Jahren auf 1 Jahr herabgesetzt würde, während im Groß­handel die Abkürzung und günstigere Gestaltung des Borgsystems, deren Vortheile wir im Uebrigen vollkommen anerkennen, der freien Verständige ng der Interessenten über­lassen bleiben muß.

Die Unterrichtsanstalten anlangend, bemerkt der Bericht:

») zur Realschule. In den Verhältnissen der Realschule hat sich seit dem vorausgegangenen Jahre nichts Wesentliches geändert, uud können wir insbesondere, was die Leistungen der Anstalt betrifft, lediglich das in unserm vorjährigen Bericht Gesagte bestätigen.

Die Frequenz der Anstalt hat wieder erheblich zusienommen und beträgt die gegenwärtige Schülerzahl 532.

b) Fortbildungs sch ulen. Auf Grund des Art. 16 des Votksschulgesetzes sind im verflossenen Winterhalbjahr inden meisten Gemeinden unseres Großherwgthums Fortbildungsschulen für die männliche Jugend errichtetworden. Der Unterricht begann int November und dauerte bis Ende März. Zu dieser Zeit unterrichtete die hiesige Fortbildungsschule 160 Schüler von 14 bis 17 Jahren in 4 Klassen. Junge Kaufleute betheiligten sich am Unterricht in der ersten Klasse 10, in der zweiten Klasse 1, in der dritten Klasse 3, im Ganzen demnach 14.

o) Handwerkerschulen. Die Verhältnisse dieser Schulen haben sich im Jahre 1875 nicht wesentlich gegen das Vorjahr geändert-

Aus den Notizen über Verkehrsausialteu Heden wir hervor: a) Po ftweseu Bezüglich der Personenpostverbindung zwischen Mücke und Ulrichstein berichteten wir unter dem 27. October an die Kaiserliche Oberpostdirection in Darmstadt, daß die bestehende Einrichtung derselben nur den Interessen der Bewohner des Vogelsbergetz, nicht aber denjenigen unseres Bezirks und der Provinz im Allgemeinen Rechnung trage, weil die ersteren täglich zweimal von Ulrichstein nach Gießen und zurück ge­langen könnten, während die letzteren, um die Zwecke ihrer Reise zu erfüllen, wegen der ungünstigen Rückfahrt der zweiten Post von Ulrichstein, unmittelbar nach Ankunft des ersten, den Postwagen überhaupt nicht benutzen könnten. Es wurde hierauf, was wir dankbar anerkennen, von der Oberpostdirection die unsere Wünsche annähernd befriedigende Verbesserung eingeführt, daß die zweite Post von Ulrichstein statt Vor­mittags 11 Uhr um 1 Uhr 50 Minuten Nachmittags zum Abschluß an den um 3 Uhr 47 Minuten von Fulda eintreff enten Zug abgelassen wird. Es bleibt indeß für die Interessen des betheiligten Publikums höchst wünschenswerth, daß der Abgang der zweiten Post von Ulrichstein zu einer noch späteren Stunde, etwa um 4 Uhr Nach­mittags, zum Anschluß an die beiden Abends die Station Mücke passirenden Züge stattfinden möchte

Wir können nickt umhin, hier einer Beschränkung zu erwähnen, welche den Geldverkehr mit den Postanstalten wesentlich erschwert, ohne daß ein Bedürsniß für diese Einrichtung vorliegt. Nach einer Anordnung des Generalpostmeisters werden bei den verschiedenen Oberpostdirectionsbezirken neben den Noten der Reichsbank nur noch diejenigen von Privatbanken zugelassen, welche ihren Sitz in den betreffenden Be­zirken haben, obgleich sämmtliche Noten derjenigen Banken, welche sich dem $ 43 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 unterworfen haben, in ganz Deutschland nicht nur umlaufsberechtigt sind, sondern auch an sammtlichen Reichsbankstellen, deren Sitz sich in den Städten von über 80000 Einowhnern befindet, in Zahlung genommen werden müssen. Es wäre hiernach höchst wünschenswerth, wenn diese Verfügung zurück ie- nommen und durch Annahme dieser Noten bet allen Postämtern der Geldverkehr im Allgemeinen erleichtert würde, weil dich ohne irgend welchen Nachtheil und große Mühewaltung für die Post geschehen könnte.

b) Telegraphen wes e n. Durch Verordnung vom 24. Januar 1876 b.-tr. Abänderungen und Ergänzungen der Telegraphenordnung vom 21. Juni 1872 ift ein neuer Depeschentarif in's Leben getreten, nach welchem oh ie Rücksicht auf die Ent- sernung eine '.Arundtaxe von 20 Pfennigen und 5 Pfennige für jedes Wort erhoben werden Wenn wir auch anerkennen, daß durch Aufhebung des Zonensystems eine zweckmäßige Vereinfachung eingetreten ist, so ist andererseits doch für den Handels­und Gewerbestand die Vertheuerung auf kurze Entfernungen sehr nachtheilig, welchem Umstande die bayerische Telegraphenverwaltung durch die Einrichtung Rechnung getragen t)nt, daß sie die Taxe für jedes Wort im internen Verkehr Bayerns und im Wechsel- oerkehr zwischen Bayern und Würtemberg auf 3 Pfennige ermäßigte, welche Erleichte­rung für den ganzen deutschen Telegraphermerkehr um so wünschenswertster wäre, da der Ausfall an dem Einkommen für die einzelne Depesche durch die vermehrte Be­nutzung der Anstalt nicht allein ausgeglichen, sondern die Gesammteinnahme zweifelsohne vermehrt roüibe. ______________________________(Fortsetzung folgt.)

DerVLahrer Hinkende" ist wieder da, ein guter, alter Bekannter! Man weiß ja seine Art, wie er Ernstes und Unterhaltendes, nützliche Mittheilungen und lustige Geschichten im bunten Kranze bringt So ist auch der neue Jahrgang 1877. Man blättert und lieft mit Behagen darin und findet auf jeder Seite, was einen ergötzt und interessirt." (Pfälzischer Kurier/,

Frischdacker ) u Gießen.

Sonntag, den 26. November 1876. D. RM tufl Nathhaus. Ehr. Faß am Wallthor. E. Noll in der Löwenaasse.

Kirchliche Anzeigen

der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag, den 26 November.

(Feier des Todtenfestes in der Friedhofskapelle.)

Morgens: Pfarrvtcar Schöner.

Nachmittags: Mitprediger Dr. Buchhold.

(Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 26. November bis 2. December besorgt Pfarrverwalter Schlosser.

Nächsten Sonntag als am 1. Advent wird das'heil. Abendmahl gefeiert werden.

Besondere Bekanntmachung.

Beffkniliche Bekanntmachung.

Albert Kohlheier II. von hier ist hmte als (Kurator über den unter (Suratei gestellten Albert Bender dahier ver­pflichtet worden; es wird büß mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß alle von Albert Bender ohne Zustimmung ge nannten Eurators abgeschlossene Rechtsge­schäfte ungültig sind.

Hvngen, am 15. November 1876. (5984

Großherzogliches Landgericht Hungen.

Cellarius.

Allgemeiner Anzeiger.

Submission.

6096) Die Anlieferung von circa 120 Cubikm., theils kantiges, theils rundes Bauholz, das Verzimmern und Richten desselben; ferner die Anlieferung und Aufbringung von 1000 Quadratmeter Dachschalen, soll an qualifickrte Unternehmer vergeben werden. Zeichnungen nebst Holzoerzeichniffen liegen beim Unterzeichneten zur Einsicht offen. Offerten werden bis zum 1. December er.

erbeten.

28eHlar, den 21. November 1876.

L. Weygand.

Kaufmännischer Verein Frankfurt a. M.

Unser Bureau, das die Herren Chefs kostenfrei bedient, vermittelte im abgel Jahre (auch Nichtmitgliedern) Über 1000 Commis- und LehrltngSftellen. (3765

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