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Freitag, den 25. Februar.

1896.

o. 49.

Anzeige- uni> Amtsiilatt für Len Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Mts.

politischer

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fn statt.

Deutschland.

Berlin, 22. Februar. DiePost" bezeichnet die Meldung einer hie­sigen Correspondenz, wonach hervorragende Industrielle in einer Audienz bei )cm Handelsminister unter Darlegung ihrer bedrängten Lage um Unterstützung -urch neue Aufträge gebeten hätten, ihrem ganzen Inhalte nach als erfunden. Deshalb entbehre auch, was der Handelsminister angeblich erwidert oder in

ir.

'stand.

|i£tt Aussicht gestellt haben sollte, jeder thatsächlichen Begründung.

V* 6 Berlin, 22. Februar. DerReichs-Anz." ist in den Srand gesetzt,

r ^fr £ummenbie Behauptung desDüsseld. Anz.", daß das Handelsministerium mir öster- - lM Ctdats-Anlebtnreichlschen Fabriken für Eisenbahnbedarf wegen Lieferung von 60 Locomotiven ein mindestens 3-4mls'ür die Staatsbahnen in Unterhandlung stehe, als völlig unzutreffend und jeder l neck vierMnl alljähr-Legründung entbehrend zu bezeichnen. Das Blatt gibt Details über die wenig <5,000,50,000, 30,000/1^6Hc^e Betheiligung des Auslandes an den Lieferungen von Betriebsmaterial für die preußischen Bahnen in früheren Jahren und fügt hinzu, voraussichtlich freie Zukunft geworden;werde noch im Laufe dieses Jahres mit der Bestellung von Betriebsmitteln für Gelegenheit, zudem cindie im Bau befindlichen Staatsbahn-Strecken vorgegangen werden; auch beab- d'ren ist. sichtige die Verwaltung der Oberschlesischen Eisenbahn alsbald den Verding von

Angabe der Größe des^O Locomotiven auszuschreiben.

(433. Berlin, 22. Februar. DenHamb. Nachr." wird aus Kiel, 18. Febr., talieN-Anlaae: gemeldet:Von unseren Kriegsschiffen sind biS jetzt die Panzer-Fregatteli eidelbera. * Kaiser, Deutschland, Friedrich Karl, Preußen und Friedrich der Große mit Q'_______einem Dampfruder versehen, die übrigen größeren Schiffe werden auch in der

frrf, bm 20. $tbruar. Ochsten Zeit ein solches erhalten. Das Dampfruder bietet die großen Vor-

- la;Teilung aus G^-itheile, daß es sich einmal weit schneller von Bord zu Bord legen läßt, also f)tuü'?n, so alterichbte Schnelligkeit des Manövrirens bedeutend erhöht, unfr sodann, daß weit oon ^E^!iveniger Leute zum Handhaben desselben nöthig sind. Während beispielsweise uuna uXbtin fii*' Quf König Wilhelm 16 Mann zur Bedienung des alten Ruderrades notf>= begonnen wordm. wendig sind, welche bei bewegter See nicht einmal ausreichen, wird das Dampf- ren" bezeichnet wird, rill er von einem Manne mit Leichtigkeit gehandhabt. Die Panzer-Fregatte ::r gall, so müßtc^ ^fiönig Wilhelnr hat in letzter Zeit an der Kriegswerfte in Wilhelmshaven neue > >er ElMluß des ^Aylinder erhalten, so daß an die Maschine derselben nunmehr wieder die Höch n^f£erf in einer Veristen Anforderungen gestellt werden können. Bekanntlich trug ein kurz vor dem ' mcht gelungen. troMusbruche ces letzten Krieges entstandener Sprung in einem Cylinder des - .-emcnt mif der MMönig Wilhelm die Hauptschuld an der Unthätigkeit unserer Panzerschiffe wäh-

linder.

Berlin, 23. Febrilar.

In der heutigen Sitzung des Ab,ieordneten-

i. Enorm sm

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Itlgt.

ju nennen-

Hauses beantwortete der Cultusminister Dr. Falk die Interpellation des Abg Windthorst (Bielefeld), wann die Vorlage des Unterrichts-Gesetzes zu erwarten sei, mit einer längeren Darlegung der Schwierigkeit der Vorarbeiten, deren Äbschluß nun aber in nächster Zeit bevorstehe. Der Minister hofft demnach in der nächsten Session das Unterrichts-Gesetz vorlegen zu können; dasselbe solle gleichzeitig mit dem Volksschulwesen auch das höhere Unterrichtswesen regeln.

München, 22. Februar. In der morgigen Sitzung der Abgeordneten-

. ^j.».. relid des Krieges.

"' >-enntni°ntr M Um mehrseitig ausgedrückten Wünschen zu entsprechen, soll vom imtr ^arrbefolbung nm. März ab versuchsweise die Einrichtung getroffen werden, daß der ein Tele- zahlen soll, wahrM^amm überbringende Telegraphenbote auf Verlangen des Emvfängers die r. , etwaige telegraphische Antwort zum Telegraphenamte gleich mir sich zurückaimmt.

9liihDOTt3:£deflramni muß ihm aber innerhalb höchstens 5 Minuten über-

Men auf 1000 ft geben sein ; länger darf er nicht warten. Außer der Gebühr für das Telegramm J-i'i'.'i auf 1200 ft by selbst hat der Bote für den gedachten Dienst den Satz von 10 Pfg. zu eiche- weH'r unsere Beamten 'h&en. Aufg be-Formulare zu Telegrammen führt der Bote mit sich und verab- ui hnlänglicb,.zu ha^ssytgt sie zum Behuf des Antwort-Telegramms unentgeltlich.

bieMbMung ' Berlin, 23. Februar. In der heutigen Sitzung des Abgeordneten-

/ogler rt t. D> *' iheyda,

Kammer wird der Abg. Freitag im Namen der Clericalen die Regierung wegen ihrer Stellung zu der Reichs-Eisenbahn-Frage interpelliren und die Frage stellen, ob die Staats-Regierung unter irgend welchen Umständen die Staats- Eisenbahnen an das Reich abtreten würde.

München, 23. Februar. Sitzung der Kammer der Abgeordneten. Nach geschäftlichen Mittheilungen Seitens des Präsidenten verliest der Abg. Freitag die bekannte Interpellation, betreffend die Eisenbahnen. Minister-Präsident v. Pfretzschner erklärt, dieselbe in einer der nächsten Sitzungen beantworten zu wollen. Nächste Sitzung Freitag. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Präsidiums.

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Hesterreich.

Wien, 22. Februar. DieWiener Abendp." und diePolit. Corresp." veröffentlichen den Wortlaut der Note des Ministers des Auswärtigen, Raschid Pascha, an den österreichischen Botschafter, Grafen Zichy, vom 13. Februar in welcher davon Anzeige gemacht wird, daß von den in der Note Antrassy's vorgeschlagenen fünf Reform-Punkten vier sofort durchgeführt werden sollen; ferner wird in obigen Blättern der Wortlaut der an die Vertreter der Türkei bu den Großmächten hierüber gerichteten Weisungen mitgetheilt.

Arankreich.

Paris, 21. Februar. Paris ist heute in großer Aufregung. Die Nie­derlage Buffel's, der in seinen vier Wahlbezirken durchgefallen, und der Sieg der republikanischen Partei erregten fast überall großen Jubel. Man riß sich um dieFrance", welche die Meldung von Buffet's Niederlage um 11 Uhr Morgens brachte. Die Nachricht wurde mit um so größerer Freude aufge- nommen, als derFigaro" zwei Stunden vorher gemeldet hatte, daß Buffer gewählt sei. Die Börje war flau, da Büffelns Rücktritt nicht länger auf sich warten lassen kann und man sich wieder der alten Furcht hingibt, der Marschall könne sich zu außerordentlichen Maßregeln hinreißen lassen. Es geht schon das Gerücht, daß der Justizminister Dnfaure, der in Maurennes mit bedeutender Mehrheit gewählt worden, Vice-Präsident des Conseils werden würde. Von dem ehemaligen Polizei-Präfekten Renault, den man sicher als Minister des Innern nannte, soll der Marschall aber einstweilen nichts mehr wissen wollen, und entschlossen sein, nicht weiter nach links zu greifen, als bis zur äußersten Rechten des linken Centrums, zu der Dnfaure und Say gehören.

Nachschrift. Die osficiöseCorrespondance Universelle" versichert, daß Buffet heute zwei lange Unterredungen mit Mac Mahon gehabt und daß, im Widerspruch mit den umlaufenden Gerüchten, kein Beschluß betreffs einer Cabi- netsveränderung gefaßt worden.

Paris, 22. Februar. Die Abendblätter vermuthen, Dnfaure werde mit der Neubildung des Cabinets beauftragt werden; es sei aber möglich, daß die Umbildung des Cabinets bis zum Zusammentritt der Kammer vertagt werde.

Paris, 22. Februar. Buffet's Rücktritt ist eine vollzogene Thatsache. Sein Nachfolger wird noch gesucht. Die zuerst verbreitete Nachricht, er werde die Geschäfte noch zeitweilig fortführen, erweckte im Publikum Besorgnisse vor einem Conflict. Dieselben waren jedoch unbegründet. Von Staatsstreichs- Gedanken ist keine Rede. Der Marschall ist entschlossen, sich mit der neuen Mehrheit, wenn auch nicht zu befreunden, so doch zu verständigen.

Paris, 22. Januar. Buffet begab sich, als er erfuhr, daß er auch in Castelsarrasin geschlagen worden, mit Dufeuille zum Marschall, um sein Ent­lassungsgesuch einzureichen. Der Marschall bat ihn zu bleiben, bis er seine Maßregeln ergriffen haben würde. Auf den Rath Buffel's berief hieraiif der Marschall den Justiz-Minister Dnfaure; dieser gab ihm den Rath, das Mini­sterium bis zum Zusammentritt der Kammer am Ruder zu lassen. Buffet wird jedoch schon jetzt nicht mehr das Ministerium des Innern verwalten, sondern einen Urlaub erhalten.

Desjardins, Unterstaals-Secretär im Ministerium des Innern, der ebenfalls nicht gewählt worden, hat mit Buffet sein Entlassiings - Gesuch eingereicht.

Die Stimmung in Paris ist fortwährend sehr gut. Das einzige, was man hier befürchtet und jedenfalls sehr unnöthiger Weise ist, daß sich Mac Mahon von den Clericalen, an deren Spitze der päpstliche Nuncius stcht, zu tollen Streichen verleiten ließe.

Paris, 23. Februar. DemSvleil" zufolge würde das neue Cabinet wahrscheinlich aus folgenden Mitgliedern bestehen: Dnfaure, Vice-Präsidcnt und Justiz-Minister; Leon Renault, Minister des Innern; Pothnan, Marine- Minister ; Decazes, Wallon und Caillanx würden ihre bisherigen Portefeuilles behalten.

Paris, 23. Februar. Ambroise Didot (von der bekanntssn Buchhändler- Firma Didot freies) ist gestorben.

Italien.

Rom, 22. Februar. Die Nachricht, daß General Menabrea mit dem Range als Botschafter für den Londoner Gesandtschafts-Posten bestimmt sei, wird von verschiedenen Zeitungen, wieDiritto",Popolo Romano" und Opinione" bestätigt. Sir Paget wird als britischer Botschafter in seiner Stellung zu Rom verbleiben.

England.

London, 21. Februar. Einem Telegramm derPall Mall Gazette" aus Peking vom 4. d. Mts. zufolge empfing Prinz Kung den Neujahrsbesuch des diplomatischen Corps in großem Staat; sämmtliche Hochbeamte Pekings, gegen 40 Rothknöpfe, waren zugegen. Diese Würdenträger sollten die folgende Woche sämmtlichen Legaiionen die Besuche einzeln erwiedern. Diese Begrüßung bildet eine vollständige Neuerung und man verspricht sich von ihr eine wichtige und wesentliche Verbcsseriing der internationalen Verhältnisse. Das chinesische Neujahr fällt auf den 26. Januar.

Fpanieu.

Madrid. Ueber die Einnahme Estellas meldet ein amtlicher Bericht: Gestern (am 18. d. Mts.) nach einem heißen Kampfe, nahm Primo de Rivera