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Fassung mit 81 gegen 60 Stmmen angenommen; Jörg, Pfähler, Molitor, Horn und acht andere Ultramontane stimmten mit Ja.

Wien, 19. Juni. In Pesth starb am 15. d. Mts. der Schriftsteller August Rockel, seiner Zeit in Deutschland viel genannt und viel bekannt. Röckel war ursprünglich seines Zeichens Musiker, hat seine Ausbildung in Paris erhalten und bekleidete Ende der vierziger Jahre in Dresden bie Stelle eines Musik-Directors. Der geistig regsame und anregende junge Mann war dort in der guten Gesellschaft und auch bei Hofe sehr wohl gelitten, was ihn eben­sowenig wie seine beiden Freunde, den Architekten Semper, derzeit k. k. Ober- Baurath, und Richard Wagner, hinderte, sich zur Zeit der politischen Bewe­gung einer sehr entschieden fortschrittlichen Richtung anzuschließen und im Sommer 1848 als einer der radicalen Führer in dem sächsischen Landtage eine Rolle zu spielen. Bei dem bekannten Dresdener Mai-Aufstande 1849 war Röckel weniger vorsichtig als seine beiden oben erwähnten Freunde und begab sich nach Niederwerfung des Straßen-Aufstandes anstatt auf die Flucht in die von den Preußen besetzte Stadt, wurde gefangen und nach vielmonatlicher Un­tersuchungshaft zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt. Er saß in Folge dessen über ein Jahrzehnt als Gefangener in Waldheim.

Wien, 21. Juni. Der Kaiser reist heute Abend nach Ischl ab. Aus Pola wird gemeldet, daß die Panzer-FregatteSalamander" und die^Cor- vetteZrinyi" nach Smyrna abgegangen sind, wo das Admiralitäs-Schiff Custozza" bereits angekommen ist. Die CorvetteFriedrich" ist nach einer mehr als zweijährigen Reise in Pola eingelausen.

Araukreich.

Paris, 20. Juni. Auf Veranlassung des Senators Valentin ist in beiden Kammern eine Subscription für die Ueberschwemmten des Elsasses eröffn net worden; dieMpubl. sran^aise" fordert zu allgemeinen Zeichnungen zum Besten von Bevölkerungen auf,welche dieses neuen Unglücks nicht bedurften, von uns ganz besonders theuer und geheiligt zu sein."

Paris, 21. Juni. DerMonde" hatte seinen frommen Lesern empfoh­len, diejenigen Cantone der Schweiz, welche dem gottlosen Altkatholicismus die Thore geöffnet, während der Sommersaison mit keinem Besuche zu beehren, und erklärte, die Sache wäreunter den Freunden der socialen Ordnung und besonders unter den großen katholischen Familien" fest beschlossen. Nur die Cantone Waadt, Wallis, Freiburg, Luzern, Uri, Unrerwalo, Schwyz, Grau­bünden und Appenzell sind nicht in den Bann gethan.

__ DasUnivers", das jetzt ebenfalls eine Sammlung für die Ueber­schwemmten im Elsaß eröffnet, kündigt dieselben mit folgenden Worten an: Diesem Elend zu Hülfe zu kommen, ist für die Franzosen eine Pflicht-, die Jeder begreifen wird, der die Erinnerung und die Liebe für dieses Land Elsaß bewahrt hat, wo man Frankreich so sehr liebt! Deshalb zögern wir nicht, nochmals den unermüdlichen Edelmuth unserer Leser in Anspruch zu nehmen. Dort unten gibt es Katholiken, die gestern noch Franzosen waren und die jetzt leiden. Die Katholiken Frankreichs müssen ihnen eine hülfreiche Hand reichen. Was die Vertheilung der Unterstützungen anbelangt, so ist der natürliche Ver­mittler vollständig angezeigt. Wir werden den Betrag dem Bischof von Straß­burg zustellen." Wie man sieht, wollen also nicht allein die Republikaner, sondern auch die Clericalen aus dem Unglück, welches das Elsaß betroffen, Capital für die politische Agitation schlagen.

Versailles, 21. Juni. Der Senat hat eine Commission zur Prüfung des vom Unterrichts-Minister vorgelegten Gesetz-Entwurfs, bett, die Abänderung des Gesetzes über den höheren Uuterricht, wodurch dem Staate die Verleihung der Grade zurückgegeben wird, erwählt. Nach dem Resultate dieser Wahl ist anzunehmen, daß 6 Commissions-Mitglieder gegen, 3 für die Vorlage stimmen werden, und erregte dies Resultat Sensation. Der Senat hat die Mahl Buffet's bestätigt und den Antrag Schölcher's von der Linken auf Abschaffung der Todesstrafe abgelehnt.

Stafien.

Rom, 22. Juni. Die Eisenbahn-Debatte in der Deputirten-Kammer soll am Freitag beginnen. WieDiritto" in Erfahrung gebracht hat, würden die Führer der Rechten bei der General-Debatte die Betriebsfrage im Einver­nehmen mit dem Ministerium erörtern und hätten auch beschlossen, den Gesetz- Entwurf anzunehmen, vorbehaltlich des Votums gegen Art. 4 bezüglich des Betriebes. Unter den von den Zeitungen genannten Deputirten, die gegen die Baseler Zusatz-Convention zu sprechen beabsichtigen, befinden sich Minghetti und Sella.

Rumänien.

Bukarest, 22. Juni. Es heißt, die serbische Regierung hätte der hie­sigen Regierung das Eintreffen eines besonderen Abgesandten angekündigt.

Türkei.

Konstantinopel, 22. Juni. Der bisherige Gesandte in Rom, Alexan­der Caratheodory Effendi, ist an Stelle von Artin Effendi Dadian zum Staats- Secretär des auswärtigen Amtes ernannt.

Die türkischen Truppen in der Herzegowina erhielten den rückständi­gen Sold von sechs Monaten ausgezahlt.

Kairo, 20. Juni. Heute Morgen fand die feierliche Verlesung des Flrmans statt, durch welchen die Thronbesteigung des Sultans Murad kund- gerhan wird. Die Prinzen, die hohen Würdenträger und die Consuln wohnten der Feierlichkeit an.

Amerika.

Washington, 21. Juni. Hinsichtlich der Auslegung des Auslieferungs- Vertrages mit England in dem Specialfalle des der Fälschung beschuldigten Winslow hat Präsident Grant dem Congreffe eine Botschaft übersenden lassen, worin erklärt wird, daß der Präsident die nunmehr Seitens der englischen Regierung bewirkte Freilassung des betr. Individuums, welches die nordameri­kanische Regierung von England reclamirte, als Bruch des Auslieferungs- Vertrags betrachte und es demgemäß mit der Würde Amerikas für unvereinbar halte, noch fernerhin die Auslieferung eines Flüchtlings zu verlangen oder zu bewilligen; dies werde von nun an, außer auf formellen Wunsch des Con- greffes, nicht mehr geschehen.

Lokal-Notiz.

Gießen, 23. Juni In Nachstehendem geben wir, um Jeden vor Schaden iU schützen, eine Zusammenstellung des umlaussfahigcn, verbotenen, bereits verfallen n und etngewgen werdenden Papiergeldes. Die Noliz ist dem zu Stuttgart erscheinenden Neuen Finanz- und Verloosungsblatt entnommen. Im ganzen Reiche umlaufe fähig sind die Marknoten der 1) Reichs- (preußischen- Bank. 2) Bayerischen No (Hypotheken- und Wechsel-) Bank. 3) Sächsischen Bank zu Dresden. 4) Badischen Bank in Mannheim. 5) Württembergischcn Notenbank in Stuttgart. 6) Bank für Süddeutschland in Darmstadt- 7) Frankfurter Bank in Frankfurt- 8) Hannoverschen Bank in Hannover. 9) Bremer Bank in Bremen. 10) Leipziger Kassenverein in Leimia 11) StädNschen Bank in Breslau. 12) Danziger Privat - Aktien - Bank in Damia 13) Cölner Privatbank in Cöln. 14) Prooinzial-Aktien-Bank des Großh. Posen in Posen. 15) Magdeburger Privatbank in Magdeburg. 16) Commerzbank in ßübfrf 17) Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz.

Verboten sind außerhalb des betr. Landesgebiets die Noten der 1) Braun­schweigischen Bank in Braunschweig. 2) Rostocker Bank in Rostock. 3) Leipztg-DrrS- dener Eisenbahn-Compagnie. 4) Landständischen Bank in Bautzen.

Eingez ogen werden und größtentheils schon verfallen sind: Sämmtliche Thaler- und Gulden-Noten, ferner die Marknoten der 1) Ritterschaftlichen Privatbank in Pommern in Stettin (bereits eingezogen am 15. März 1876). 2) Com- munalständischen Bank für die preuß. Oberlausitz in Görlitz (werden eingez. am 30 Juni 1876). 3) Leipziger Bank in Leipzig (werden eingezogen am 30. Juni 18761 4) Weimarischen Bank in Weimar. 5) Oldenburgischen Landesbank in Oldendura 6) Privatbank in Gotha. 7) Anhalt-Dessauischen Landesbank in Dessau. 8) Geraer Bank in Gera (werden eingez. am 30. Juni 1876). 9) Niedersächsischen Bank in Bückeburg. 10) Lübecker Privatbank in Lübeck.

Ans das Notenrecht verzichtet aber keine Marknoten ausgegeben haben: 1) Dir Bank des Berliner Kassenvereins in Berlin. 2) Die Landgräflich Hess, conceff Landes­bank in Hornburg. 3) Die Mitteldeutsche Creditbank in Meiningen. 4) Die Thürin­gische Bank in Sondershausen.

--Die Leiche eines seit einigen Tagen vermißten Soldaten vom hiesigen Regiment wurde heute Morgen in der Lahn gefunden, lieber das Motiv -um Selbsl- mord hört man verschiedene Urtheile.

Offenbach, 20. Juni. In der gestern Abend abgehaltenen zahlreich besuchten General-Versammlung des hiesigen Turnvereins wurde einstimmig beschlossen, daß in Anbetracht der gegenwärtigen ungünstigen Zeitverhältnisse die Abhaltung des mittel- rheinischen Turnfestes, welches der hiesige Verein übernommen hat und für welches mehrere Tage im Monat August d. I. in Aussicht genommen waren, auf nächste? Jahr verschoben werden soll. Um übrigens die Liebe zur Sache rege zu halten, wird der Verein einige nicht kostspielige gemeinschaftliche Ausflüge machen.

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Die diesjährige Kirsi 8$umen auf dem Triel M Lerchenwäldchen Lutherberg soll

Äoniag den 26.

Nachmittags pi on Ort und Stelle in steigert werden.

Gießen, den 22. Jun Großherzogliche Vürg

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Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag, den 25. Juni.

Morgens: Pfarroerwalter Schlosser.

Nachmittags: Pfarrvtcar Schöner.

(Sonntag den 2. Juli soll das h. Abendmahl gefeiert werden.) (Di- Psarrgcschäst- in der nächsten Woche besorgt Pfarroerwalter Schlosser.)

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Mittwoch den 28.

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Mein Herr! In Folge einer Leberkrankhcit war ich seit sieben Jahren in einem furcht­baren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen cbrr zu schreiben, batte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper schlechte Verdauung, foii= währende Schlaflosigkeit und war in einer steten Nervenaufrequng, die mich hin und her hie: und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ, dabei im höchsten Grade melancholisch 8ltlt Äerzte, sowohl Engländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderuna memn Leiden. In völliger Verzweiflung babe ich Ihre Revalesciere versucht, und jetzt, nachdem td| drei Monate davon gelebt, sage ich dem lieben Gott Dank. Die Revalesciere verdient bd höchste Lob, sie hat mir die Gesundbcü völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, meine gesellschaftliche Stellung wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versichern^ meiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung.

Marquise de Brshan.

Nr. 75,877. Florian Köller, K- K. Milttärverwalter, Großwardetn, von Lungen- mb Luftröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels-Lehranfali Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung. gtmeit

Nr. 65,715. Fräulein de MontlouiS von Unverdaultchkeit, Schlaflosigkeit baielhft

Abmagerung. _ lto n.r&.:. Vuu

Nr. 75,928. Baron Siamo von lOjähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.

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Seit 30 Jabren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheitsspeise widerstanden bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- unb Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsuckt, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfunz, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Waffersucht, Fieber, Schwindel, Blutach steigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selvst während der Schwangerschaft, DiabeteS Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. Ein Auszug aus 80,000 Certificaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certiflcair vom Profeffor Dr. Wurzer, Geh. Meowinalrath Dr. F. W. Benecke, ordentlicber Profeffor bei

Medicin an der Universität Marburg, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Deds, Dr. Ure, Gräfin Eastlestuart, Marquise de Brehan, und vielen andere» aochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.

Abgekürzter Auszug aus 80,000 Certificaten.

Bries von der hochedlen Marquise de Brshan.

Neapel, 17. April 1862.

Fri^chbäcker ?u Gießen.

Sonntag, den 25. Juni 1876. Georg Spieß in der Neustadt, M- M am Markt, H Faß, vorm. G- Busch auf dem Kreuz. ________

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