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Sonntag, den 23. Juli
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post brzogen vierteljährlich L Mark S- Pf.
Vorstand.
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Vorstand.
uno Minim, MM »rlche den Silbeipreis bestimmen.
iraumente fanden bei den Sachverständigen Eingang und verstärkten die Ueber- - Imigung, datz Deutschland Elle anwenden müsse, um sich von der in da«
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Vorstand.
Erscheint täglich mit Ausnahm« de» Monta^S. Expeditionr Schulstraße, Sit. 8. Nr. 18.
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Schwanken gerathenen Silberwährung auf den festen Boden der Goldwährung hinüber zu retten. Waren wir diesem guten Rathe nicht gefolgt, hatten nur nicht die reine Goldwährung im Princip eingeführt und uns gleichzeitig einen Porrath von anderthalb Milliarden in Gold hingelegt, so wrirden wir jetzt allen Nachtheilen einer schwankenden Valuta ausgesetzt sein. Glucklicherweife i,Ute sich Deutschland, sobald es bemerkte, daß Silber ausgefegt wurde, auf die Seite des Besens und bewahrte sich die Möglichkeit, ein reines Münzwesen
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Darmstadt, 21. Juli. Zwischen den Regisrung-n von Hessen und Preußen ist jüngst im Wege gegen,eiüger Erklärung eine Vereinbarung des Jn- t alts getroffen worden, daß die dem Königreich Preußen angehörigen Kinder, ivelche sich im Großherzogthum Hessen aufhalten und die dem Großherzogthum Hessen angehörige» Kinder, welche sich in Preußen aushalten, nach Maßgabe der im Lande dis Ansenthalts bestehenden Gesetze wie Inländer zumBesuch der Schulen herangezvgen werden sollen, und zwar nicht nur zum Besuch er eigentlichen Elementarschulen, sondern, wo daneben eine sog. Sonntags- ober Fortbildungsschule mit obligatorischem Charakter besteht, auch zum Bestach dieser. Kinder jedoch, welche sich durch ein Zeugniß ber zuständigen heimtjchen Schulbehörde, für Hesien des Vorsitzenden des Schulvorstandes, für Preußen des Lehrers und Local-Schulinspectors, bez«. Vorsitzenden des Schulvorstandes, darüber answeisen, daß sie der Schulpflicht, wie sie nach der Gckhs-bung normirt ist, vollständig Genüge geleistet haben, sind vom ferneren ^ulbesuch zu entbinden, auch wenn das am Orte ihres Aufenthalts geltende Gesetz eine größere Ausdehnulig des obligatorischen Unterrichts vorschreibt.
Darmstadt, 21. Juli. Die Einnahmen aus dem Beirieb der hiesigen Münze sind, nach sorgfältiger amtlicher Aufstellung, auf 205,700 Mk. veranschlagt. Diesem Voranschlag liegt jedoch die höchste Leistungs-Fähigkeit der drei im Gang befindlichen Präg-Maschinen zu Grunde. Mit Rücksicht .darauf, daß auch Unterbrechungen in dem Betrieb der Maschinen vorkommen können, und in Betracht des Umstandes, daß die Festsetzung der Ausrnrrnzungen nach den Münz-Metallen, Sorten und Quantitäten nicht von den Bestimmungen der Großh. Regierung abhängt, rechnet die letztere als sickere E'nnahme nur 150,000 Mk., welcher Einnahme die Ausmünzung von etwa 5 000^000 Mk. in Gold 10 000,000 Mk. in Silber, 300,000 Mk. in Nickel und 60,000 Mk.
Bis vor einigen Jahren war man in Deutschland der Ansicht, daß Sil ber im Allgemeinen einer steigenden Conjunctnr unterliege. Es wird >m Jahre 1869 gewesen sein, daß ein um unsere Münz- und Bankverhältnisse verdienter Mann/ der frühere Reichstags-Abgeordnete Augsburg in Verden, zum ersten Male den Nachweis antrat, daß Silber im^ Preise fall e n^ tnüsi( e-, Seine
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Darmstadt, 21. Juli. Am 25. Juli wird die erste Kammer zusammentreten, um das Budget zu berathen. .
Berlin, 20. Juli. Fürst Bismarck scheint feinen Aufenthalt m xiffm- gen, der bisher höchst günstig auf sein Gesarnmt-Befinden ebenso wie auf sem locales Hebet gewirkt hat, über die frühere Absicht hinaus noch -'ne kurze Zeit fortsetzen zu wollen. Während früher die Abreife auf den 18. d. Mts. festgesetzt war, scheint jetzt Bestimmung darüber noch nicht getroffen zu sein.
6 Todtnau, 20. Juli. (Großherzogthum Baden, Kreis Lörrach.) Durch eine große Feuersbrunst sind hier 88 Häuser verzehrt worden und 248Fam^ lien des Obtackcs beraubt. Auch die Kirche und das Rathhaus befinden sich unter den verbrannten Gebäuden. Das Feuer brach in der Fabrik von Zieg er
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Der Preisfall des Silbers.
Es liegt schon eine tenbentiöfe Auffaffung darin, wenn man den Preisrückgang des Silbers eine „Entwerthung" nennt. Wenn die Preise der Woh- miaen, die Preise von Brod', Fleisch, Leder und Eisen zuruckgehen, so spricht man höchstens in den Kreisen der Speculanteu von einer Entwerthung ; tn ben Kreisen der Consumenten freut man sich darüber, daß Wohnungen, Brod, Md) Eisen „wohlfeiler" geworden feien. Warum will man bei Beurthei lunq der Silberconjunctur von dieser Gepflogenheit abgehen? Silber kann in Meren Mengen als bisher, kann darum wohlfeiler hergestellt werden als bisher und wird darum zu niedrigerem Preise verkauft. Die technische Verwend- kckeit des Silbers, seine Brauchbarkeit für Silber-Schmiedearbeiten, für vdotographische Zwecke ist durch diese Preisbewegung in keiner Weise geändert. Ein Unglück mag der Preisrückgang für denjenigen sein, der einen großen Sil- bkworrath auf Lager hat, wie auch der Rückgang der Eisenpreise diejenigen bknochtheiligt hat, die Eisen in großen Quantitäten feil hatten. Für die Menschheit ist aber das Fallen des Silberpreises kein Nachtheil. Carey, der jetzt so viel genannte National-Oeconom, spricht gelegentlich einmal das große L-ort, jeder Culturfortschritt beruhe auf einer partiellen Entwerthung. Auch he Entwerthung des Silbers dient einem Culturfortschritt. Wenn Silber auf il seines früheren Werthes zurückgeht, so kann derjenige, welcher früher nur jirei silberne Löffel in feinem Besitze haben konnte, in Zukunft sich deren drei
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Wenn wir die Auslassungen der Tagespresse durchmustern, so begegnen mit zwei verschiedenen Vorwürfen gegen die Staats-Regierung, welche geradezi! entgegengesetzter Natur sind. Von der einen Seite wirft man der Regierung ' üot daß sie das entbehrlich gewordene Silber nicht schneller verkauft habe Ikß sie in der verkehrten Hoffnung, für dasselbe einen höheren Preis zu erzie- Im, den Verkauf verzögert habe und sich nun einer fortdauernd fallenden Con- iiinctur gegenüber sehe. Dieser Vorwurf ist factisch nicht ganz unbegründet, eher bei Weitem nicht von der Erheblichkeit, die man ihm bewußt. Von der ! anderen Seite aber macht man der Regierung daraus einen Vorwurf, daß sie I nicht dem Falle« des Silberpreises dadurch Einhalt zu thnn versucht habe, daß [ fie statt der reinen Goldwährung die Doppelwährung eingeführt. Und dieser i Vorwurf ist unbeschreiblich unverständig. Ob man Silber für Munzzwecke braucht oder nicht braucht, ob man es monetisirt oder demonetisirt, ob man | he Nachfrage danach erhöht oder vermindert, das hat allerdings emen gewiffen ' Einfluß auf den Preis desselben, aber wir sollen uns nickt vermessen, ! einem durch elementare Gewalten veranlaßten Fall desselben uns entgegen^ Men. Zur Zeit Karls des Großen stank> Gold zu Silber wie 1:8 un M
| Malter wie 1 : 10; zu Anfang dieses Jahrhunderts meinte man das Verhal - «iß auf ewige Zeiten wie 1 : 1&V» ftstst-ll-n j« können; heute steht es w 1 ° 192/ unb feine menschliche Willkür wird es verhindern können, daß die l&erenV inständ^emFottschreiten bleibt. Frankreich hat den Keim zu em er k schweren Krisis gelegt, indem es an der Doppelwährung, die es thatsachllcl) nicht aufrecht erhalten kann, gegen den Rath der^msicht'gen Pane
k m Vriutio sestbielt. ^e tiefer der Silberpreis sinkt, desto mehr i|t bei 11110 I ta8 Gefühl der Freude berechtigt, daß wir den größte» The« unseres Bedarje I an Gold zu einem noch mäßigen Preise beschafft Haven.
und Thoma aus. m c Ä
München, 21. Juli. Kammer der Abgeordneten. Berathung des Militär-Etats. Referent Dr. Frankenburger bezeichnet ein jüngst colportirtes Gerücht, als habe der Kriegs-Mmister die Vorlegung der Nachweisungen verweigert, als absurd. In der Discussion wurde die Verwaltung des Etats nicht bemängelt. Der Kriegs-Minister sichert dem von dem Abg. v. Stauffen- berq ausgesprochenen Wunsche nach einer mehr rationellen, die Gesundheit stärkenden Beköstigung der Soldaten möglichste Bedachtnahme zu. Der Antrag des Ausschusses, die Krone um die Anordnung zu bitten, daß der Pferdebedars für die bayerische Armee thunlichst und unbeschadet der Leistungsfähigkeit der Armee iu Bayern selber angekauft werde, wurde einstimmig ang^ommen. Die Gesammt-Ziffer des genehmigten Militär-Etats ist 41,446,222 Mk.
Wien, 20. Juli. Die „Pvlit. Corresp." meldet ans der Herzegowina In Folge der Zusammenziehung starker türkischer Streitkräfte oberhalb ® (1 und des Widerstandes, welchen die Montenegriner bei den B ockhänsern vor Nevesinje und Mrtokia finden, ist die Gefahr eines montenegrinischen Angriffes aus Mostar vorläufig beseitigt. Die Garnison von .Trebnij->st durch .wer Bataillone verstärk! und Alles für einen feindlichen Angriff vorbereitet.
Mit»» 21 °tuli. Dem Telegr.-Corresp.-Bureau zufolge wurde em der Staats-Eisenbahn.Gesellschaft ängehörendcs D°mpsb°°^ wclches mit P-rsia- glere» b>jetzt war, aus der Fahrt stromanswärts
von serbischen Wachen mit einem ernstlichen Angriff bedroht. 2°dvchhlten herbe geeilter serbischer Major die Wachen von, Feuern ab und verhütete so ‘ das sonst unvermeidliche Unglück. I» Folg- dessen ward der österreichische ' General-Cvnsul Fürst Wrede beanftragt, an die serbische Jwg.ernng die Forde- ' jUna ui rich en, daß sämmtliche serbische Wachtposten am Donau-Ufer gänzlich 1 eingezogen würden ^dies' nm so mehr, als es ja der österreichischen Jntcrven- ' tion zu danken sei, daß t ie Türken sich verpflichteten, nut ihrer Donau-Flot,>ll° nicht über die Timok-Mündung hinaus zu operwen. Die serbisch- Regierung ‘ hat sich daraufhin beeilt, die Einziehung sämmtlicher Wachtposten -'M Donau- Ufer über das eiserne Thor hinaus zu verfügen. Im Falle die serbische Re- gierung auf die österreichische» Forderungen nicht eingegangen wäre, wurde o,e ernsteste Repression eingetreten sein.
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Falsch, wie der Satz, daß die Entwerthung des Silbers an sich ein Unglück fei, ist auch der andere Satz, daß diese Entwerthung durch Maßnahmen ! btr deutschen Regierung hervorgerufen sei. Deutschland spielt auf dem Markt i für Edelmetalle eine noch immer so untergeordnete Rolle, daß seine Matznah men aus den Preis der Edelmetalle nur eine geringe Einwirkung anszuuben i vermögen. Die Production von Silber in Nordamerika nimmt zu; die Con- ii (unition von Silber in Indien nimmt ab. Das sind die beiden Factoren,


