Samstag, den 22. Juli
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Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montags.
Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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fl,lc ^cbesgabe bbtr Stände, zu vereinigen. Der Finanz-Ausschuß der ersten Kammer beantragt flach seinem soeben im Druck erschienenen Bericht Nichtbeitritt zu diesem Er- jtichen, da seiner Ansicht nach eine Vereinigung beider Kassen wahrscheinlich, A Bürgermeister, che eine Ersparnis zu ermöglichen, nur eine Geschäftsverwirrung zur Folge • on Gimbsheim. Hen und unserm Staatscrcdit gewiß nicht förderlich sein würde. — Weiter
Pnis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark SS» Pf.
Rechte von selbst verloren hat, so lange unter Strafe verboten, bis die Bedingungen des' Gesetzes vom 20. Mai 1874 erfüllt worden sind.
München, 20. Juli. Die Abgeordneten-Kammer erklärte in ihrer heutigen Sitzung die Wahlen der Wahlkreise Weissenburg, Aschaffenburg und Neustadt a. S. für gültig. Bei der Debatte hierüber erklärten Fischer und v. Stauffenberg den Erlaß der bischöflichen Hirtenbriefe zur Beeinfluffung der Wahlen für eine Verletzung des Art. 25 des Wahlgesetzes. Dem Anträge des Abg. v. Schlör auf nunmehrige Behandlung der noch vorliegenden Eisenbahn- Petitionen und -Anträge wurde keine Folge gegeben. Etwa 30 Petitionen in Bezug auf Eisenbahn-Bauten wurden der Staats-Regierung zur Würdigung übergeben. Morgen steht die Berathung des Militär-Etats aus der Tages- Ordnung.
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Hekkerreich.
Wien, 18. Juli. Laut Berichten aus Konstantinopel leidet der Sultan am Delirium tremens.
Wien, 20. Juli. Rumänien und Griechenland haben auf diplomatischem Wege beruhigende Erklärungen über die Aufrechthaltung ihrer Neutralität abgegeben. — Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die Absetzung des Sultans wegen Geistesschwäche und erwiesener Regierungs-Unfähigkeit erscheint unausbleiblich. Man befürchtet eine Katastrophe, und es herrscht bedeutende Aufregung.
Wien, 18. Juli. Das „Neue Wiener Tagebl." theilt mit, daß in der Staatsdruckerci Blanquette des Jnüaltts gedruckt werden, daß der Kaiser die Mobilmachung angeordnet habe, und daß sich die Urlauber stellen sollen. Es ist dies natürlich nur der notwendige Schlußstein der neuen Einrichtung für rasche Mobilisirung der Armee und wenn die Blanquetts erst jetzt gedruckt werden, so kommt dies lediglich daher, daß sie bisher noch nicht gedruckt waren. So bemerkt das „Neue Wiener Tagebl." sehr richtig.
Wien, 18. Juli. Aus Süd-Ungarn wurden im Laufe der letzten Tage mehrere Verhaftungen gemeldet. Nach Allem jedoch, was über die in der Bacska und im Banat herrschende Stimmung neulich in officiöser Weise bekannt wurde, scheinen jene Verhaftungen nicht mit neuen omladinistischen Umtrieben in Zusammenhang zu stehen, sondern die Folge der mit Energie betriebenen gerichtlichen Untersuchungen zu sein.
Salzburg, 19. Juli, Abends. Der deutsche Kaiser ist heute Abend 972 W mit Gefolge eingetroffen und wurde von einem Flügel-Adjutanten des Kaisers von Oesterreich und dem deutschen Botschafter Grafen Stolberg begrüßt. Beiden drückte der Kaiser die Hand und sprach längere Zeit mit Ersterem, worauf er in das Hotel zum Erzherzog Karl fuhr. Am Bahnhofe war eine große Menschenmenge anwesend.
Salzburg, 20. Juli. Heute früh, einige Minuten nach 9 Uhr, fuhr der Kaiser von Oesterreich bei Kaiser Wilhelm in Begleitung des Flügel-Adjutanten v. Salis vor. Die Monarchen begrüßten sich sehr herzlich und zogen sich, nach Vorstellung des beiderseitigen Gefolges, zur Conversation zurück, welche länger als eine halbe Stunde dauerte. Gegen 93/4 Uhr fuhr der Kaiser von Oesterreich in die Residenz zurück; 5 Minuten vor 10 Uhr erwiderte der deutsche Kaiser den Besuch und verweilte eine halbe Stunde bei Franz Joseph. Heute Nachmittag 3 Uhr findet das Diner, um 6 Uhr ein Ausflug nach Hellbrunn statt.
Kraukreich.
Paris, 19. Juli. Herzog Decazes ist zum Großofficter der Ehrenlegion ernannt worden.
Versailles, 19. Juli. Der Senat setzte heute die Berathung über den Gesetz-Entwurf, betr. die Verleihung der Univ.-Grade, fort. Bischof Dupanloup sprach gegen das Gesetz, Jules Simon dafür. Letzterer erklärte, die Republikaner respectirten die Religion, wollten aber keine Eingriffe in die bürgerliche Freiheit.
Berlin, 18. Juli. Die preußischen Universitäten waren im verflosse- Hrn Semester von zusammen 7923 Studirenden besucht, von denen 2143 auf litt, 707 auf Bonn, 1116 auf Breslau, 985 auf Göttingen, 444 aus r-ne der FreM- Meistwald, 870 auf Halle, 202 auf Kiel, 611 aus Königsberg, 401 auf wuchr ich hmmü Marburg, 431 auf Münster und 43 auf Braunsberg fielen. Nicht unintereffant flßifte die Bemerkung sein, daß, während bekanntlich die Frequenz der Berliner rnnn., |1 wfität in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen war, die vorstehende \ einen Zuwachs von 419 gegen das voraufgehende Semester ergiebl. -fe Thatsache fällt um so mehr in's Gewicht, wenn man berücksichtigt, daß dir Gesammtzahl der Studirenden auf den preußischen Universitäten sich gleich- |Oj)lt __Jiltij nur um 234 vermehrt hatte.
England.
London, 18. Juli. Das neuerdings fertiggestellte Panzerschiff „Alexandra" sollte gestern in der Nähe von Chatham eine Fahrt behufs Prüfung seiner Maschinen machen. Letztere sind von der nämlichen Firma wie die des „Thunderer" geliefert, und da ein Thcil der Arbeiter, welche die Maschinen der „Alexandra" bei ihrer Probefahrt hätten bedienen sollen, bei dem beklagenswerthen Unglücksfalle auf dem „Thunderer" getödtet oder verwundet worden sind, mußte die auf gestern angesetzte Maschtnenprobe der „Alexandra" vorläufig unterbleiben. — Der Höchstcommandirende der britischen Armee, Herzog von Cambridge, besichtigte gestern einen Theil der bet Dorking lagernden versuchsweise mobiltsirten Truppen. Trotz der glühenden Sonnenhitze, unter welcher die Revue stattfand, kamen keine erheblichen Erkrankungen durch Sonnenstiche oder dergleichen vor.
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lT f» sollten. Die Darmstadt, 19. Juli. Die zweite Kammer beschloß bei der letzten ^meinten durit Mgetberathung auf Antrag des Finanz-Ausschusses, an die Regierung das nun ln Einer verzwrDrsuchen zu richten, die Staatsschulden-Tilgungskasie mit Ablauf des Jahres 1676 als besondere Behörde aufzuheben und unter geeigneter Verringerung des tb^hikr Mitmens^Wecnrtenpersonals mit der Hauptstaatskaffe, sei es auch als besondere Abthei- ll'ft zur LiisteMß htmg, jedenfalls aber unter gemeinsamer Oberleitung, unbeschadet der Controle
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nthcil an dem Feste bezeugte. Der deutsch geschriebene Brief lautet in der ülk-Uebersetzung aus dem Englischen: „Wilhelm von Gottes Gnaden, Deut- Vorstij0 ftaifer, König von Preußen rc. An den Präsidenten der Vereinigten ianen. Werther und lieber Freund! Es ist Ihnen das Glück zu Theil ge- Mcn, die hundertjährige Wiederkehr des Tages zu feiern, an welchem die lilion, an deren Spitze Sie stehen, in die Reihe der selbstständigen Völker cf—A ^treten ist. Die Hoffnungen ihrer Gründer sind in Folge einer weisen Be- * Kchtigung der geschichtlichen Lehren über die Entwickelung von Nationen und m klaren Blickes in die Zukunft durch ein Emporblühen ohne Gleichen Der» Wicht worden. Es gereicht mir zu um so größerer Freude, Ihnen und der a Manischen Nation bei dieser Gelegenheit meine Glückwünsche ausdrücken zu w.n, als seit dem Freundschaftsbunde, den mein erhabener, in Gott ruhender
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__ . _ T_. ________ _ Der Telegraph hat bereits gemeldet, daß der ;Gesandte in Washington, Baron v. Schlößer, am 4. Juli, dem hun- [linllO)*^ Ätrijährigen Geburtstage der Unabhängigkeits-Erklärung, dem Präsidenten Grant ßerordentliche e^rügenhändiges Schreiben Kaiser Wilhelms übergeben habe. Der Wortlaut schreibens liegt uns jetzt vor. Es wurde am Jubeltage selbst, den von tfhlin aus erhaltenen Instructionen gemäß, durch den Gesandten persönlich b ^emicht und erregte um so freudigeres Aufsehen, als der Kaiser von Deutsch- Nil der einzige europäische Monarch gewesen, der in so sinniger Weise seinen
Ibelin, Malzsabükaiil, hmtragt der Ausschuß der ersten Kammer, die zur Aufbesserung der Pensionen retebluiN. hr vor dem Erlasse der neuen Pensionsgesetze in den Ruhestand versetzten wart), Cchaad Ad, Sactödiener angeforderien jährlichen 50,000 Mk. nicht zu verwilligen, dagegen bk. n Consequenz des früheren Beschlusses, es wolle der Regierung eine Summe
>on Dienheim. ,6n jährlich 25,000 Mk. für die Finanzperiode 1876/78 zur Verfügung gestellt bufant, Müller, K rrden, um daraus Unterstützungen an vor Erlaß der neuen Pensionsgesetze in mdt, Gr. Kreisr^ Nuhestand versetzte Staatsdiener zu gewähren, welche einer solchen nach nbnm. m Verhältnissen bedürftig sind und sich in ihrem früheren Dienstverhältniß
baecrbneler, von Vr Unterstützung würdig bewiesen haben, wobei die Ve^willigung an die Ein- nur innerhalb der von der Regierung in ihrer Proposition bezeichneten nzen stattzufinden hätte.
ii König Friedrich H. mit den Vereinigten Staaten schloß, zwischen Amerika uddDeutjchland eine durch Nichts gestörte Freundschaft herrschte, welche durch j 4 immer mehr wachsende Bedeutung ihrer gegenseitigen Beziehungen und durch immer fruchtbarer werdenden Verkehr auf allen Gebieten des Handels "^rr Wiffenschaften gestärkt und gekräftigt worden ist. Daß die Wohlfahrt (hifm . 'jiji' V Vereinigten Staaten und die Freundschaft der beiden Länder immer mehr Keßkll jst mein aufrichtiger Wunsch und meine zuversichtliche Hoffnung. Emsigen Sie die erneute Versicherung meiner unbegrenzten Hochachtung. ™ Berlin, 9. Juli 1876. gez. Wilhelm, v. Bismarck.
Köln, 19. Juli. Das Vermögen des erzbischöflichen Stuhles zu ist vorgestern durch den Polizei-Präsidenten von König mit Beschlag belegt Im. Das Metropolitan-Kapitel ist vor einigen Tagen zur Wahl eines Erz- Wums-Verwesers aufgefordert worden. Da diese Wahl bei der gegenwärti- ^achlage nicht zu erwarten ist, so wird, wie die „Köln. Ztg." hervorhebt, M Verlauf weiterer 10 Tage ein Regierungsbeamter mit der Verwaltung r mit Beschlag belegten Vermögens beauftragt werden. Die Ausübung aller Fbem bischöflichen Amte verbundenen Rechte und geistlichen Verrichtungen ist Min der ganzen Erzdtöcese Köln, zumal mit der Absetzung des Erzbischofs Hto auch sein Generalvicar Dr. Baudrt die ihm bisher übertragenen
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