1876
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Anseige- und AmisMt fir den Kreis Gießen.
Preis ->i-rt-ljLhrlich 2 Marl 20 «ßf. mit Bringerlohn.
Expedition! Echulstr-ß-, Lit. s. Nr. 18.Durch di- Post bezogen viertcljährlich r Mart W Pf.
Gießen, den 20. Juni 1876.
Büchner, Kreisschulinspector.
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Shawl und ein Paar schwarze Zeugschuhe abgeliefert, welche Gegenstände höchst wahrscheinlich bei Gelegenheit einer in ..corgens. ms eck am 6. Psmgstfeiertaa stattgehabten Tanzmusik gestohlen worden sind. Der unbekannte Eigenthümer dieser Gegenstände, oder wer sonst über dieselben Auskunft zu Itorftnnh Wen vermag, wird hiermit aufgefordert, solche baldigst bei uns zu geben.
^vrytanu. Gießen, den 16. Juni 1876.
Großherzogliche Polizeioerwaltung Gießen. Fre s e n t u s.
Nr. 14 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. l. Mts., enthält:
(Nr- 1136.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrath. Vom 13. Juni 1876. Greßen, den 20. Juni 1876.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
_______ v. Röder.
Lehrer-Confer e n z
brr Bereinigten Konferenz-Bezirke Gießen, Groß-Linden, Lollar in Gießen: Mittwoch den 28. Juni, Anfang Nachmittags 2 Uhr im Eaf- Master. («lein.)
Lehrer-Conferenz
des Conferenzbezirkes Grünberg: Donnerstag den 29. Juni, Anfang 10 Uhr.
Verein.-
Stückkohlen von jii von Zeche Colm!l ka Tiefbau zu 9a jl 1875 für ben $iip
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irksturnfest zu gr mns-Diener W
Der Pariser Vertrag.
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r Eabinet (und auch diese Präsu ,, lUW'ten Vermuthungen) verständigt
85 Psg. pr. RaMtt - [j wird, wie im , sowie an khos aus dem^nr!
nicht den am wenigsten bedeutungsvollen Theil, schlechthin gestrichen hat, ohne daß es einer der Signatairmächte beigefallen wäre, daraus einen Casus belli abzuleiten. Ueberhaupt ist eine Garantie, bezüglich welcher, wie Lord Derby selbst zugiebt, jede einzelne Macht sich das Recht Vorbehalten hat, die Umstände jeden speciellen Falles zn prüfen, bevor sie die Existenz einer sie bindenden Verpflichtung anerkennt, naturgemäß nicht von besonders dauerhafter Art. Lord Derby hat hierfür selbst einen merkenswerthen Belag geliefert in der Interpretation, welche er der von ihm selbst im Jahre 1868 für England unterzeichneten Neutralität Luxemburgs gegeben. Endlich darf auch nicht übersehen werden, daß in den zwanzig langen Jahren, welche seit 1856 verflossen sind, sich die politische Stellung sowohl Oesterreichs, wie Frankreichs so sehr verändert hat, daß eine vordem geschehene gemeinsame Unterzeichnung jenes Vertrages keineswegs so leicht ein einmüthiges Zusammengehen dieser Mächte in der Gegenwart verbürgt. Darüber wird Lord Derby selber kaum im Zweifel sein. Oesterreich-Ungarns finanzielle, wirthschaftliche und politische Lage fordert die Wahrung des Friedens so dringend, wie dies kaum bet irgend einem andern Staate der Fall ist: die habsburgische Monarchie sieht nirgends einen Preis für kriegerische Actionen winken, sie hat genug mit der Erhaltung und inneren Kräftigung ihres Besitzstandes zu thun, von welchem der eine oder der andere Theil in einem internationalen Krieg immer gefährdet ist. Auch Frankreich ist heute weniger kriegslustig, als je zuvor, und, so zurückhaltend im Allgemeinen seine bisherige Politik während der neuesten Verwickelungen gewesen, so steht es doch außer allem Zweifel, daß es gegenwärtig nur ungerne sich zu irgend einer Action drängen lassen würde.
Das wären denn somit die Erwägungen, welche die materielle Bedeutung der für die Signatairmächte aus dem Pariser Tractate fließenden Verpflichtungen auf ihr richtiges und bescheidenes Maß zurückzuführen geeignet sind. Es hat mit diesen Verpflichtungen in der That entsetzlich wenig auf sich. Und wenn die emphatische Berufung auf den Vertrag von 1856, die wir zum Aus- gangspunkre unserer Betrachtung genommen, in irgend einem Organe der englischen Presse — wäre es auch selbst das leitende Blatt, die „Times"-— als Leitartikel prangte, so würden wir in ihr kaum mehr als ein Alles in Allem doch unschuldiges Säbelgeraffel oder eine ziemlich gleichgültige Darlegung sub- jectiver Austastung erkennen. Eine andere Bedeutung aber gewinnt dieselbe Berufung, wenn sie, wie im gegebenen Falle, von dem Minister-Präsidenten selbst an öffentlicher und osficieller Stelle ausgesprochen wird. Sie gewinnt Inhalt und Kraft, weil Lord Derby sie im Oberhause angewendet und damit als einen organischen Theil des Actionsprogramms, welches die britische Regierung in der türkischen Verwickelung zu befolgen Willens ist, offenbart hat. Die Allianz der Westmächte gegen Rußland wieder herzustellen und noch dazu Oesterreich-Ungarn für dieselbe zu gewinnen, mag eine nicht leicht lösliche Aufgabe sein. Aber, wenn dieses weiter gesteckte Ziel sich auch nickt erreichen läßt, so ist England für seinen Theil allein gewillt, sich Rußland auf deffen Wegen in der türkischen Angelegenheit allüberall entgenzustellen. Man scheint in London — und das wäre ein Zeichen staatsmännischer Einsicht — sich bewußt zu sein, daß die central-asiatische Frage, welche für England eine Lebensfrage bildet, untrennbar mit der sog. orientalischen Frage verbunden ist. Der unlösbare Zwiespalt zwischen England und Rußland wird emmal, sei es in Mittelasien, sei es an den beiden Seiten der Dardanellen, ausgekämpft werden. Aber, wenn, worauf neuerdings mehrfach hingewiesen, der moskowitiscke Staat gegenwärtig weder militärisch, noch finanziell im Stande ist,' sich auf weitaussebende kriegerische Unternehmungen gegen Halbwegs ebenbürtige Gegner einzulassen, dann wird uns der internationale Friede gerade durch die energische
Gleich nach der Meldung von dem Ministermorde in Konstantinopel ist London eine nicht weniger überraschende und unseres Erachtens jedenfalls
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■ vcM4umvi^, die Übrigen Mächte aber völlig igno- M p durch den einfachen Act einseitiger Erklärung den auf die Neutrali- y ‘ Schwarzen Meeres bezüglichen Theil des Pariser Tractates, gewiß
! ö1 lü wie so trägt der Ministermord in Stambul immer nur einen, wie
l möchten, localen Charakter. Der Schwerpunkt der orientalischen "egt, was oft genug hervorgehoben, außerhalb der Türkei, in den Be- gesM Mgen der europäischen Großmächte. Und da erzwingen sich denn die neue- ' Erklärungen, welche der Staatssecretär des Aeußern, Lord Derby, im bri-
G« Oberhause, also mit dem vollen Willen und Bewußtsein der höchsten 4 Wtlichkeit, abgegeben, eine außerordentliche Aufmerksamkeit. England, L dreich und Frankreich — so wird die Stellung des britischen Cabinets zu .Wentalischen Frage präcisirt — haben sich durch den Pariser Vertrag von verpflichtet, sowohl gemeinschaftlich, als auch jede Regierung für sich, / . I Abhängigkeit und Integrität des ottomantschen Reiches zu garantiren.
Jiienoit 2 des Vertrages sei ausgesprochen, daß jede Verletzung der Vertrags-
91 Mnuingen als Casus belli angesehen werden würde und daß die Mächte
LE"uverzüglich mit der Pforte zu Rathe gehen würden über die nöthigen ■' um den Vertrag unverletzt und unmodificirt aufrecht zu erhalten. Es >"ler gewiffen Umständen die Pflicht der Mächte zu interveniren. Der N lege zwar keiner der Signatairmächte die Verpflichtung auf, zwischen -k Bfoite und ihren Vasallen-Staaten zu interveniren, aber er garantire un-
die Integrität der Türkei gegen Angriffe von Außen her.
■ Damit ist nun an sich nichts Neues mitgetheilt. Was Lord Derby aus pariser Vertrage mitgetheilt, war seit zwanzig Jahren weltbekannt und Em Staatsrechtscompendien zu lesen. Das formelle Recht stand geschrie- Ubtt es darf hinzugefügt werden, daß man ihm nur eine sehr beschränkte ^i'llr Tragweite beimaß und in solcher Auffaffung durch die Geschichte der ^letzten Decennien nur bestärkt werden konnte. Es ist unvergessen, daß im Winter 1870 auf 187 i Rußland, nachdem es sich einzig mit dem Cabinet (und auch diese Präsumtion beruht nur auf wenngleich wohl-
ijr bleiben. (E
® cu,c »vcniyti uoerrascyenve uno unseres isracyrens jedensalls NUSfcyUff. Misch viel bedeutsamere Mittheilung gekommen; es ist dies die Erklärung Lord im englischen Oberhause. Wir sprechen damit dem blutigen Vorgänge in r türkischen Hauptstadt nicht jede politische Tragweite ab. In dem neuen Cabinet Will Morte bildeten Midhat Pascha und Huffein Avni Pascha ja die schroffsten
’ Wsütze; jener ist der Repräsentant des Jungtürkenthums, Avni Pascha dagegew
^i das Haupt der alttürkischen Partei. Dieser Gegensatz ist durch die wohl- -(tTäü§teT Weis- mrten Revolverschüffe des Circassiers Hassan ausgeglichen. Die Jungtürken j.jiM vor Al 6in jetzt die Alleinherrschaft und es bleibt sich politisch hierbei ziemlich gleich- Vuub W in ' ^8' ob Ue Softabewegung sich ebenso blutig, wie begonnen, fortgesetzt hat, 11 oder die osficielle Lesart von einem Act der Privatrache irgend welche Be- rooellen und M ! ^ung besitzt. Jedenfalls ist Midhat Pascha jetzt seines letzten ebenbürtigen W^ers entledigt und hat freie Hand, seine Reformbestrebungen zu verwirk- . (tnQlf 25 Pf W. Ob die Experimente an dem spröden und morschen Materral gelingen, cTßeht allerdings auf einer anderen Seite. Unmöglich ist es nicht, daß nut ' /vxtS einflußreichsten Alttürken, der, soweit die finanziellen Mittel es
c Trenn flnuinreMetal, stets wider die Insurgenten die Waffengewalt bis aufs Aeußerste S'iderke, eine schwächere Politik der Pforte gegen die Aufständischen beginnt, firtwbitioit ,cHinblick auf das schlagbereite Serbien für die Türkei erst recht ge- onttnch vecm ^^ll ausschaut. ' ' »


