Donnerstag, den 21. September
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Anzeige- und Amtsblatt sie den Kreis Gießen.
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halb unterbleibt die (isolirte) russische Action.
Wien, 18. Septbr. Die Meldung des „L....... , u--,-
Milan sei durch die serbische Armee zum König von Serbien ausgerufen, wird von unterrichteter Seite für unbegründet erklärt. Nachrichten aus Belgrads zufolge hat der Fürst auf die Meldung, daß die türkische Negierung den türkischen Truppen-Führern befohlen habe, sich auf die Defensive zu beschränken, «inen gleichen Befehl an die serbischen Befehlshaber erlassen.
Wien, 18. Septbr. Die „Polit. Corresp." meldet: Wenngleich von dem formellen Abschlüsse eines Waffenstillstandes bisher nichts verlautet hat, so ist doch sicher, daß die Pforte (wie bereits gemeldet) die Mächte von der an die Befehlshaber der türkischen Truppen ergangenen Weisung, jede kriegerische Operation einzustellen, vertraulich in Kenntniß gesetzt hat. Dem entsprechend werden (wie ebenfalls schon gemeldet) auch von Seiten Serbiens die Feindseligkeiten eingestellt. Man hofft auf baldigen Abschluß eines förmlichen
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Waffenstillstandes.
Wien, 18. Septbr. Von gut unterrichteter Sette wird mitgetheilt, daß die Pforte den Mächten angezeigt, sie habe ihre Truppen - Kommandanten angewiesen, sich fortan auf die Defensive zu beschränken.
Wien, 19. Septbr. Die „Polit. Corresp." schreibt unter hochofficiö- sem Zeichen : Mit Beziehung auf die Nachricht von der Ausrufung des Fürsten Milan zum König können wir mtttheilen, daß allerdings Seitens der serbischen Truppen eine solche Kundgebung stattgefunden hat, vernehmen jedoch gleichzeitig, daß diese unter dem ersten Eindrücke der Bekanntwerdung der türkischen Friedens-Bedingungen von den serbischen Truppen in's Werk gesetzte Manifestation auch von maßgebender serbischer Stelle aus als bedeutungslos betrachtet rind erklärt worden ist. Nach Versicherung von derselben Seite haben der Fürst und deffen Regierung, indem sie unerschütterlich auf dem Boden der Frie-
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IsranLreich.
Paris, 18. Septbr. Der „Agence Havas" zufolge dattrt der Befehl der Pjorir zur Einstellung der Offensiv-Operationen vom Samstag, den 16.
Hekttreitk.
Wien, 18. Septbr. Oesterreich ist zu gemeinsamer bewaffneter Intervention mit Rußland bereit, falls die Friedens-Versuche scheitern sollten, des-
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Deujlöttand.
Darmstadt, 17. Septbr. Ein von dem Ministerium des Innern an die Kreisämter ergangenes Ausschreiben macht dieselben darauf aufmerksam, daß die feierlichen Einholungen des Bischofs von Mainz ans seinen Firmungs-Reisen, wenn sie mit geordneten und von der Geistlichkeit oder dem Kirche».Vorstande geleiteten Zügen auf den öffentlichen Wegen stattfinden, unter den Begriff „kirchliche Feierlichkeiten" und für dieselben also nach dem 1875 erlassenen Gesetz über die rechtliche Stellung der Kirchen- und Religions-Gemeinschaften im Staate die Genehmigung der Verwaltungs-Behörde einzuholen ist. Sollten diese Züge mit Musik oder Schießen verbunden oder Fackel-Züge veranstaltet werden, ' so ist hierzu die polizeiliche Erlaubmß erforderlich. Das Schießen innerhalb der Städte oder Dörfer ist übrigens absolut zu untersagen.
(Frkftr. Journ.)
Berlin, 18. Septbr. Der „Reichs-Anz." enthält die kaiserliche Verordnung, durch welche der Bundesrath auf den 21. September einberufen wird.
Posen, 19. Septbr. Die „Ostd. Ztg." meldet: Probst Droukowski, welcher von der Regierung vor einigen Monaten zum Probst in Luttom ernannt wurde, ist in Folge directen Auftrages aus Rom am 17. d. Mts. durch Decan Hebanowski in sein Amt kirchlich eingeführt worden.
Köln, 18. Septbr. Der Dirigent des Kölner Männer-Gesang-Vereins, Professor Franz Weber, ist gestorben.
München, 18. Septbr. Der König ernannte den Dekan Enzler zum Bischof von Speyer und ferner den Pater Ambrosius zum Bischof von Würzburg.
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dens-Bestrebungen beharren, jene Demonstration mit Entschiedenheit zurückge- wiesen und derselben selbstverständlich keine weitere Folge gegeben.
Kossand.
Amsterdam, 15. September. Wie München seinerzeit seine Revolution wegen der Vertheuerung des Seidel Bier hatte, so haben wir hier in den letzten Tagen eine förmliche ©mente wegen der diesjährigen Untersagung der Kirmcßfeier erlebt. Man muß hierzulande einer Kirmeß entweder in Amsterdam oder in Rotterdam, wo es noch weit toller zuging, beigewohnt haben, um sich eit.en Begriff von den triftigen Gründen zu machen, welche seit einigen Jahren bereits die größeren Niederländischen Städte bestimmten, sowohl aus Gesund- heits- als aus Moralitätsrücksichten diesen Saturnalien ein Ende zu machen. Der Amsterdamer Mob wollte sich aber nicht damit zufrieden geben, er wollte seine Orgien feiern, und da der Magistrat nicht nachgab, so kam es Montag, nachdem es bereits Sonntag stark gegährt hatte, zum Ausbruch. Gruppen von 6 —800 Personen, theilweise mit Stöcken bewaffnet, durchzogen die Straßen mit wildem Geheul und unter Absingen folgenden Refrains: „Kirmeß muß werden, — Kirmeß muß sein, — Sonst schlagen wir Alles — Kurz und klein." Und endlich ließen es die Ruhestörer nicht mehr bei der bloßen Drohung bewenden. Gegen Uhr Abends begann die durch reichlichen Branntweingenuß iu Wuth versetzte Menge in der Calverstraße, einer sehr engen Straße, wo aber die Hauptläden sich befinden, die Scheiben einzuwerfen und die Häuser theilweise zu demoliren. Die Behörden, welche dem wilden Lärm bisher allzu unthätig zugesehen, hielten jetzt den Moment zum Einschreiten für gekommen. Die Gensd'armerie, Infanterie und Cavallerie wurden gleichzeitig aufgeboten, um dem Treiben der Ruhestörer zu pariren- Es wurden an hundert Arrettrungen vorgenommen. Die ganze Nacht von Montag auf Dienstag waren der Magistrat und die Militär-Behörden in Permanenz im Rathhause. In den meisten Hauptstraßen gibt es keine einzige Gaslaterne mehr. Die kostbarsten Spiegelscheiben, namentlich auf der Zemeugracht, wurden eingeschlagen. Die Stadt wird viele
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Wiener Tageblatts", Fürst Tausende Gulden Schadenersatz zu erlegen haben. Verwundungen kamen vor, '> doch, wie es scheint, keine erheblichen. Ein Pistolenschuß soll auf einen Polizei- ' Agenten gefallen sein, doch ohne ihn zu verwunden. Dienstag Morgens erließ der Bürgermeister eine Proklamation, welche, kraft des Gemeindegesetzes, das Zusammenrotteu von mehr als fünf Personen untersagte und die Bürger zur Ruhe und Ordnung aufforderte. Das Haus des Bürgermeisters auf der Heesengracht lief einen Augenblick große Gefahr, gestürmt zu werde» von einer Rotte mit langen Stöcken bewaffneter Eisenarbeiter, die unter Absingung folgenden Refrains auf das Haus anrückte: „Auf! Auf! Auf! Hängt den Bürgermeister auf!" Gestern noch war die Aufregung sehr groß. Selbst auf der Börse fanden einige Verhaftungen statt- Die Bürgerwehr war unter den Waffen. Doch hat sich seitdem der Mob theilweise beruhigt und heute ist Alles relativ still. Die Kirmeß bleibt nichtsdestoweniger abgeschafft.
Haag, 18. Septbr. In der Thronrede, mit welcher die neue Session der General-Staaten eröffnet wurde, wies der König auf die fortgesetzt freundschaftlichen Beziehungen zu den auswärtigen Mächten, die günstige innere Lage und die stetige Zunahme der Staats-Einnahmen hin. Der Krieg im nördlichen Sumatra sei zwar noch nicht beendigt, aber sonst herrsche in ganz Indien die vollständigste Ruhe. Auch die Beilegung des Zwistes mit Venezuela sei demnächst zu erwarten. Angekündigt wurden Vorlagen über die Reform der Justiz- Gesetzgebung, des Wahl-Gesetzes, des Volksunterrichts-Gesetzes und des
Erscheint täglich mit Hutaohme M Montag», (»xpeditio«r Schulstraß«, Lit. 8. Nr. 18.
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