Ausgabe 
19.12.1876
 
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Dienstag, den ?9. December

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Kießener Mnzeigcr

Artige- ist AiüisMt sm den Kreis Kießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Msrrtags. Peeis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Ex-edition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark LS Pf.

Amtlicher Hheit.

Betreffend: Die Taubstummen-Statistik im

Großherzogthum Hessen. , ,

Das Großherzogltche Krelsamt Gießen

an die Schulvorstände des Kreises

mit Ausnahme von Albach, Birklar, Hausen, Muschenheim und Steinbach.

Wir erinnern Sie an die baldige Einsendung der in rubricirtem Betreff zu erstattenden Berichte.

I. V- d. K.

Dr. Hoffmann, Regierungsrath.

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Gießen, 13. December 1876.

Deutschland.

Darmstadt, 16. December. Am 19. d. Mts. wird der Gesetzgebungs- Ausschuß der zweiten Kammer zu einer Reihe von Sitzungen zusammentreten, um über den vor Kurzem an die Stände gelangten Gesetz-Entwurf, betr. den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen kleinen Kinder, und die von der ersten Kammer zur Gesinde-Ordnung gefaßten abweichenden Beschlüsse zu be- rathkn, sowie die Schlnß-Redaction der Berichte über das Gesetz, betr. die Ge­halte der Volks-Schullehrer, den Antrag Möllingens, betr. die Zuziehung der ganzen Einkcmmensteuer-Capitalien bei Feststellung der Communalsteuer, und den WebeNschen Anirag in Betreff der Kirchensteuer vorzunebmen.

Berlin, 14. December. Was nicht Alles gefeiert nird! Vorgestern wurde in Belgrad der Jahrestag der ersten serbischen Erhebung gefeiert. Die Fesipredigt, welcher der Fürst Milan beiwohnte, besprach die Notwendigkeit einer Erneuerung des Krieges, welcher, beiläufig bemerkt, Serbien 21,000 Mann an Todten und Kampfunfähigen gekostet hat. Noch heute zählt man 3800 Kranke und Verwundete. Härter noch lasten die Folgen des Krieges auf Mon­tenegro, Es kann kaum in friedlichen Zeiten seine 120,000 Einwohner ernäh- ikn, und jetzt tst dort Hungersnoth ausgebrochen, der durch die Absendung von drei Schiffen mit Mehl von Odessa nach Cattaro aus nur 4 bis 5 Wochen gesteuert wird. Daß Serbien und Montenegro aus eigene Hand keinen Krieg mit der Türkei führen können, hat sich hinlänglich gezeigt. Wenn von Erneue­rung des Krieges die Rede ist, so kann nur ein Krieg Rußlands mit der Türkei gemeint sein, und an diesen glaubt man in jenen Gegenden allgemein und be­zeichnet schon den Tag der Wasserweihe, 6./18. Januar, als denjenigen, wo die Russen über die Donau gehen würden. Auch Rumänien rüstet, und da es seiner Lage nach nicht gegen Rußland sein kann, so muß man vermuthen, daß die Rumänen ebenfalls ein russisches Hülfscorps bilden sollen. Bei alledem werden die Rusten im Kriegsfälle keine leichte Aufgabe haben.

Wie derNeuen Fr. Pr." von hier telegraphirt wird, hat der öster­reichische Botschafter Graf Karolyi dem Fürsten Bismarck im Auftrage des Grafen Andrasty den Dank destelben für die in der vielbesprochenen Rede für Oesterreich-Ungarn bekundete Sympathie ausgedrückt

Berlin, 15. December. Auf der Tagesordnung der heutigen Reichs- tags-Sitzung stand zuvörderst die Interpellation von Schulze-Delitzsch über die Lage der Arbeiten für das Civilgesetzbuch, den Zeitpunkt, wann die bezügliche Gesetzvorlage zu erwarten sei, und ob nicht wenigstens bald über das Hypo- ihekenwesen ein Special-Gesetz zu ermöglichen sein möchte. Die Beantwortung Seitens des Directors des Reichsjustizamts ging dahin, die Commission für Ausarbeitung des Civilgesetzbuchs werde demnächst einen Bericht veröffentlichen, wonach die Fertigstellung der Entwürfe zu den einzelnen Theisen der Codification binnen Jahresfrist, und die Vereinigung derselben zu dem Gesammt-Gesetzbuche binnen weiterer Frist eines Jahres ausführbar sei. Der Termin der Einbrin­gung der bezüglichen Gesetzvorlage im Reichstag sei jetzt noch nicht zu bestim­men, ein vorheriges Special'-Gesetz über das Hypothekenwesen aber aus inneren Gründen nicht räthlich, zumal bei dem Bestehen der bezüglichen Landes gesetze ein Nothstand auf diesem Gebiete nicht obwalte. Sodann wurde bei der zweiten Lesung der Vorlage, betr. die Telegraphen-Anleihe, die für das erste Quartal des nächsten Jahres erforderliche Rate von zwei Millionen bewilligt, unter Beifügung einer Resolution, wodurch der Reichskanzler um Aufhebung der Gebührenfreiheit für Telegramme ersucht wird. Ebenso wurden genehmigt und zwar in dritter Lesung: der Gesetz-Entwurf wegen Abänderung eimger Reichstags'Wahlkreise unter Wiederherstellung der Regierungs-Vorlage, und der Etat für Elsaß Lothringen ; letzterer unverändert. Es folgte nunmehr die dritte Berathung des Reichs-Haushalts-Etats für das erste Quartal 1877, welche mit einer kurzen General-Debatte eing-leitet ward. Reichensperger äußerte den Wunsch auf Vorlegung eines Blaubuchs über die auswärtige Politik; Frühauf erbat Auskunft über die Thätigkeit des Reichs-Gesundheits-Amtes, welche vom Bundes-Commissär Michaelis alsbald erthei't wurde; Kapp brachte die Ange legenheit betreffs der zu Antwerpen in hülflosem Zustande sich befindenden deutschen Auswanderer zur Sprache, worauf vom Tische des Bundesraths er-

lärt wurde, die eingeleitete Untersuchung schwebe noch. Demnächst wurden die ordentlichen Einnahmen und einmaligen Ausgaben bewilligt; im Anschluß daran wurden ferner genehmigt: ein Antrag Wehrerpfennig's aus alljährliche Vorle­gung einer Uebersicht über die Stempelsteuer - Erträge in den Einzel-Staaten, und ein Antrag Richter's, die Aveisa an Zöllen und Verbrauchs-Steuern, woran alle Bundesstaaten theilnehmen, um 100,000 Mk. zu erhöhen. Da Windthorst die Angelegenheit der Beschlagnahme von Briesen mit der Hand­schrift des Grafen Ledochowski abermals zur Sprache brachte, erklärte der General-Postmeister, die bezügliche Requisition sei eine ordnungsmäßige gewesen, Genaueres indeß erst nach Abschluß der Uniersuchung mittheilbar. Ein Antrag Liebknechts auf Einsetzung einer Untersuchungs Commission wegen Verletzung des Brief-Geheimnisses sand zwar nicht genügende Unterstützung, führte jedoch zu einer weiteren Debatte, an welcher sich der General - Postmeister, v. Schor- lemer-Alst, Windthoist und Lasker betbeiligten. Hierauf genehmigte das Haus den ganzen Etat nebst dem Etats-Gesetz unverändert nach den Beschlüffen zweiter Lesung. Morgen werden noch verschiedene kleinere Vorlagen zur Be­rathung kommen.

Berlin, 16. December. Ein neuer kaiserlicher Ukas des Czaren Alexan­der bewilligt, wie wir erfahren, allen inactiven Osficieren und Beamten, welche sich entschließen, wieder in die Armee einzulreten, das Reisegeld von ihrem Wohn­orte an. In den militärischen Kreisen Rußlands ist dieser Ukas nicht unbeachtet geblieben, denn man erblickt in demselben eine deulliche Aufforderung, in mög­lichst weiten Kreisen von dieser Bewilligung Gebrauch zu machen.

Berlin, 16. December. Die Annahme der Justiz-Gesetze steht bevor. Die National-Liberalen fragten bei Bismarck, Leonhardt und Friedberg an, wie eine Verständigung möglich. Das Schwurgericht für Preßvergehen fällt, der Zeugniß-Zwang bleibt, als Aequivalent gibt der Bundesralh in Betreff des Competenz-Streites nach. Ueber die übrigen achtzehn Bedenken ist einheitlich als untrennbar abzustimmen.

Hesterreich.

Wien, 15. December. DerAbendpost" schreibt man aus Peters­burg vom 11. d. Mts.: Die dem Krieg abgeneigte russische Bevölkerung würde eine friedliche Beilegung der Orient-Frage freudig begrüßen. Gortschakoff be­trachte die Besetzung der Dulgarei nicht als alleiniges Garantiemittel und würde gern jeden andern zu demselben Ziele führenden Vorschlag annehmen; auch sei Marinovics erklärt worden, daß Serbien sich begnügen müsse, wenn es mit dem Status quo ante Frieden erlange. Das Fehlen eines Vertreters der preußischen Armee bei dem diesjährigen Georgsfeste sei ausgefallen.

Wien, 15. December. Die bisherigen Sitzungen der Vor-Conferenz in Konstantinopel haben, wie von unterrichteter Seite verlautet, blos den Frie­dens-Bedingungen zwischen der Türkei einerseits und Serbien und Montenegro andererseits gegolten, worüber die Einigung erzielt ist. Heute steht ein schwie­rigerer Punkt, die bulgarische Angelegenheit, auf der Tagesordnung.

DiePolit. Corresp." meldet aus Athen, die dort angeseffenen Epi­roten , Theffalier und Macedonier hätten die Ansarbeitung eines Memorandums über die Zustände der griechischen Provinzen der Türkei beschlosten, welches der Conferenz zu Konstantinopel durch eine Deputation übergeben werden solle.

Das Abgeordnetenhaus berietb heute über den Etat des Handels­ministeriums und genehmigte denselben nach den Ausschuß-Anträgen. Der Han- delsminister erklärte hierbei, er erachte nunmehr den Zeitpunkt zur Uebernahme der garantirten Bahnen in den Staats-Betrieb für gekommen.

Wien, 16. D^ember. Ueber die Entführung des Ex-Sultans Murad meldet diePolit. Corresp." interessante Einzelnheiten, die einen seltsamen Ein­blick in die türkische Wirtschaft gewähren.

In das Geheimniß des Complottes waren mehrere Damen des Haus­haltes Murad's und auch desten Mutter eingeweiht. Dagegen hatte der un­glückliche Murad auch nicht entfernt eine Ahnung von dem Spiele, welches mit seiner Person beabsichtigt wurde. Die Verschwörer, als Frauenzimmer verkleide^ passirten ungehindert das Palais Tscheragan und hielten dort mit den genannten Frauen ihre Conventikel. Durch eine ehemalige Favoritin Sultan Murad'K