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AWge- rnrä AmtsdlM für äsen Kreis Gießen.
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montirgö» Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
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Die Gksckäfte der StMidetzbcamten werden für bie Gemeinde Bersrod mit Winnerod von dem Grobher^oolich-n Bürsermeister in Bersrod resp. dem Beigeordneten doseibst. für die Gemeinde Treis an der Lumda zur Zeit von dem Beigeordneten daselbst und in allen übrigen Gemeinden des Landaerichtsbezirks Gießen von den Großherzogllchen Bürgeimcistern resp. den Beigeordneten dieser Gemeinden versehen, was andurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird
Gießen, den 14. Februar 1876.
Großherzogliche« Landgericht Gießcn.
_____________________________ Erdmann.
politisch
Aeutschkand.
Aus Hessen, 16. Februar. Bisher bestand in Heffen rücksichtlich der Eisenbahn-Verhältmsse die Anomalie, daß, während die Main Neckar- und Main-Weser-Bahn dem Ressort des Ministeriums der Finanzen zugewiesen waren, die Bahnen der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft und die Oberhessischen Bahnen unter dem Ministerium des Innern standen. Wie aus guter Quelle verlautet, sollen von jetzt an alle Eisenbahnen ohne Ausnahme dem Finanz-Ministerium unterstellt werden, was im Interesse gleichmäßiger Behandlung nur als entsprechend erkannt werden kann, zumal im Hinblick aus den vom Staat beabsichtigten Kauf der Oberhessischen Bahnen.
Mainz, 16. Februar. Die heute hierher berufene, nicht sehr zahlreich besuchte Versammlung des Vereins der deutschen Katholiken hat dessen Auflö sung beschlossen und mit der Anlegung des Vermögens und dessen Verwendung eine Commission betraut. Wie man vernimmt, ist der ultramontane „Wahl- Verein" der Erbe der Activa und Passiva, sowie auch theilweise der Zwecke des Vereins. Ein Hoch auf den Papst, desien Segen, Ablaß und Gebet den Verein nickt gerettet hat, war Lie letzte gemeinsame That.
Berlin, 16. Februar. Die Nachricht, Graf Arnim habe um freies Geleit gebeten, um seinen schwer erkrankten Sohn besuchen zu können, wird von der „Kreuz-Ztg." aus zuverlässiger Quelle dahin berichtigt, „daß'"in den ersten Tagen der drohendsten Gefahr nicht Graf Arnim, sondern die Schwiegermutter desselben, die Gräfin Arnim-Boitzenburg, sich aus eigenem Antriebe, obschon vergeblich, dafür verwandt hatte, daß Graf Arnim ungehindert bis hierher reisen könne und nicht am Sterbebette seines Sohnes verhaftet würde." Graf Arnim habe, unbekümmert um die ihm drohende Verhaftung, nach Berlin kommen wollen und sei von der Ausführung dieses Entschlusies nur durch seine ärztlichen Rathgeber abgehalten worden, die eine derartige Reise für lebensgefährlich erklärt hätten. In dem Zustand des jungen Arnim sei jetzt übrigens eine Besserung eingetreten.
Berlin, 16. Februar. Graf Harry von Arnim ist von häuslichem Unglück schwer heimgesucht. Während der Krankheit seines Sohnes hier in Berlin ist ihm in Italien auck eine Tochter bedenklich erkrankt.
Berlin, 16. Februar. In einer Besprechung der Schrift des Abg. Reichensperger über den Culturkampf bezeugt die „Prov.-Corresp." ihre freudige Anerkennung der Friedeusstimmung, aus welcher die Schrift offenbar hervorging, wenn sckon die darin bezeichneten Friedenswege schwerlich zum Ziele führen würden. Eine praktische Bedeutung und tatsächliche Folgen werde frei lich diese Schrift, sowie alle Friedensneigungen nur dann haben können, wenn sie sich auf den allein möglichen Boden der wirklichen Anerkennung der neuen gesetzlichen Zustände stellen. Zum Schluß wiederholt das Blatt die schon früher ausgesprochene Versicherung, die Regierung werde mit Freuden sich der Nothwendigkeit überhoben sehen, die Schärfe der ihr durch die neuen Gesetze gebotenen Waffen zu gebrauchen, sobald die katholische Geistlichkeit sich that- sächlich auf den Boden der Achtung und Befolgung der Staatsgesetze stelle und den Anspruch aufgebe, neben der Staats-Souveränetät eine fremde Souverä netät aufzurichten in Dingen, die mit dem inneren Glaubensleben und den Heils-Aufgaben der Kirche nichts zu thun haben.
Berlin, 16 Februar. Die mecklenburger Verfassungs-Angelegenheit ist wieder vollständig eingeschlafen. Die Malchinesen hoffen nach wie vor ihr Ländchen, wo Bismarck nix tau seggen hett, wie mit einer chinesischen Mauer abgesperrt zu erhalten. Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin weilt zum Besuch in Petersburg, wo er durch die Unvorsichtigkeit eines nicht ausweichen den Droschkenkutschers eine ziemlich arge Verletzung im Gesicht erhalten hat.
— Die „Magd. Ztg." schreibt: „Ueber die mehrerwähnte Angelegenheit betreffs der Herausforderung eines Officiers des 1. Garde-Regiments durch einen französischen Officier (?) wird aus Paris gemeldet, daß der betr. Capl- tän nicht mehr der activen Armee angehört und als ein sehr exaltirter und un- iurechnungsfähiger Mensch bekannt ist, dem im letzten Kriege selbst von der Regierung in Tours ein gewünschtes Commando nicht bewilligt wurde. Die stanzösische Armee hat jede Verantwortung für das Auftreten des betr. Officiers 'lbgelehnt und die französische Regierung hat gleich nach dem Bekanntwerden des Vorganges durch die Botschaft in Berlin, ohne daß eine Reclamation deut-
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scherseits erfolgt war, den Fall entschuldigen und als die That eines Ueber- spannten bezeichnen lasten."
Köln, 17. Februar. In Folge der gewaltigen Regengüffe, welche in den letzten Tagen statkfauden, sind auf der Strecke der Rheinischen Eisenbahn von hier nach Aachen Abrutschungen entstanden, wodurch dieselbe einstweilen unfahrbar geworden ist. Der Verkehr nach Belgien wird vorläufig über die Linie Aachen-Gladbach geleitet.
Karlsruhe, 17. Februar. Der Dichter Scheffel ist laut Meldung des „Bad. Staats-Anz." vom Großherzog in den Adelstand erhoben worden.
München, 16. Februar. Der Widerstand der Clericalen gegen die Einführung der Eivilehe hat notorisch bis zum letzten Momente angehalten; als über das Gesetz in Kraft getreten war, hörte der offene Widerstand aus. Es war dem protestantischen Clerus Vorbehalten, den ersten Mann zu stellen, der wegen Mißachtung des Reichsgesetzes vor das Gericht berufen werden mußte. Das königl. Stadt- und Landgericht Schwabach hat den k. Pfarrer Pausch von Rohr, weil derselbe im Monate Januar d. I. drei Paare getraut hat, welche die Ehe noch nicht vor dem Standesbeamten geschloffen hatten, zu 50 Mark Geldstrafe verurtheilt. Vom Staatsanwalt waren mit Rücksicht darauf, daß der Angeschuldigte nach der zweiten Trauung vom königl. Bezirksamte auf das Gesetzwidrige seiner Handlungsweise noch besonders aufmerksam gemacht worden ist und daraufhin noch ein drittes Paar getraut hat, 150 Mark Geldstrafe beantragt.
— In Ingolstadt hat sich ein Unterofficier des 10. Infanterie-Regiments, in Bamberg ein Soldat des 5. Infanterie-Regiments erschossen.
Oesterreich.
Wien, 14. Februar. Das Landesgericht beschloß Anklage gegen den schriftsteller Levysohn wegen Vergehens der Aufwiegelung, begangen durch einen „offenen Brief an den Minister Fürsten Auersberg." Die angedrohte Strafe beträgt 1 bis 6 Monate Gefängniß (unter Vorbehalt des Nürnberaer Stadtrechts).
B>ien, 16. Februar. Die „Neue freie Presse" veröffentlicht eine Erklärung des österreichischen Episcopats über den im Reichsrathe verhandelten Klostergesetz-Entwurf, in welcher es die Hoffnung ausspricht, daß das Klostergesetz nicht zu Stande kommen werde. Sollte es jedoch in dieser vertrauensvollen Erwartung getäuscht werden, so müßte es pflichtgemäß gegen das Gesetz Verwahrung einlegen.
EVien, 16. Februar. Der Finanzminister brachte heute im Abgeordnetenhause einen Gesetz-Entwurf ein, betr. die Ausgabe in Gold verzinslicher Renten-Obligationen für die im Reichsrathe vertretenen Länder.
Wien, 16. Februar. Der „Neuen Fr. Pr." zufolge soll die Negierung durch den„ heute im Abgeordnetenhause eingebrachten Gesetz-Entwurf ermächtigt werden, für die zu Eisenbahnzwecken erforderlichen Ausgaben und behufs Deckung des restlichen Deficits 49 Mill. Gulden durch Ausgabe von 4procentigen Gold- renteu-Titeln zu beschaffen.
Pesth, 16. Februar. Das Unterhaus hat den Gesetz-Entwurf über Jnartikulirung der Verdienste Franz Deak's in die Gesetzbücher des Landes und Errichtung eines Monuments zu Ehren des Verstorbenen angenommen.
Melgien.
Brüssel, 16. Februar. Die Anklage-Kammer verwies die Administratoren der Langrand-Dumonceauffchen Gesellschaften vor das Zuchtpolizeigericht. Die Repräsentanten-Kammer dürfte somit die Ermächtigung zur Verfolgung mehrerer clericaler Abgeordneter zu ertheilen haben.
England.
London, 15. Februar. Seit den letzten acht Tagen wird aus Indien nur sehr wenig von Feuerwerken und Festbällen zu Ehren des Prinzen von Wales berichtet. Der Thronfolger gibt sich ganz dem Jagdvergnügen hin, und zwar einem solchen von höchster Gattung, der Tigerjagd. Wie ein langer telegraphischer Berickt der „Times" aus dem Jagdlager des Prinzen schließen läßt (von den Größenverhältnissen eines solchen Lagers mögen nachfolgende Zahlen eine Vorstellung geben: 200 Elephanten, 550 Kamele, 120 Pferde,


