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Mittwoch, den 19. Januar
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Erscheint täglich mit Ausnabme des Montags Expedition: Schul st ratze, Lit. B. Nr. 18.
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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London, 14. Januar. Die strikenden Arbeiter der Maschinenbau-Firma Easton u. Anderson zu Enth hinten gestern ein Meeting, wobei sie sich gegen die Anschuldigung verwahrten, als ob durch ihren Strike ein allgemeiner Feldzug gegen das Stücklohn-System eingeleitet werden sollte. Sollte der Verband
n im Sydorn
bergisch-märkischen Personen-Zuges bei Arnsberg wurden zwei Beamte schwer und mehrere leicht verletzt.
... o^“Mc6e"' 16 Januar. Die Herzogin MaHmilian, Schwiegermulter des Kaisers von Oesterreich, ist an der fieberhaften Bronchitis erkrankt. Nach »uU? QU,3e«e6enen ärztlichen Bulletin scheint die Erkrankung nicht unbedenklich. °
sn t n' l7- Sanuar. Die Kaiserin von Oesterreich ist heute zum
Besuch ihrer erkrankten Mutter hier eingetroffen.
Aesterreich.
h,n W/en, 17. Januar. Das Herrenhaus hat da« ganze Klostergese- nach hrHf^'1Qlt8Cn fcCä ^nsschuffes nut wenigen Aenderungen in der zweiten und Mr ^r3 Ceb05 ba# oom Unterhause angenommene Gesetz
über Regelung der Rechtsverhältnisse der Altkatholiken verworfen. *
Arankreich.
Paris, 15. Januar. Das Wetter ist gelinder geworden. Das Ther- mome er ist aus Rull gefallen. Im Süden Frankreichs lauten die Nachrichten ^erst ungünstig. Der Schnee liegt dort überall mehrere Fuß hoch und der Vorkehr ist so schwierig, daß die Gemeindebehörden vieler One ihre Einladungen zu pat erhalten werden, um am nächsten Sonntag zur Wayl d» Delegirten für d,e Senatoren-Wablen schreiten -"können. Perpignan .st durch den Schnee vollständig ,n Blokadeznstand versetzt. Man arbeitet aufs E'fri-ste unedle Eisenbahn wieder frei zu machen. Nach einer Bekannt- "lle Eisenbahnzüge jenseits von Carcassonne einge- pn0/; 6oA c *,p "n furchtbarer Wetter. Der dort sausende etinm „ Q r P°stdampfschiff in Ajaccio -inlaufen konnte,
weggerissen C ^nb ausgetreten und mehrere Brücken wurden
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. ... Pari*, 15. Januar. Die Mimsterkrisi« wurde vertagt, weil der Rück- tritt fron Sah s auch den Rücktritt Dusaure'« und anderer Minister nach sich gezogen hätte. Der Präsident hielt es für gut, die Krisis durch eine Procla- u Ä',°n an,kn Ministern gebilligt wurde, um den poli- Ä" ®abIe.n ff ^Mage zu dienen. Buffet und Say bleiben auf ihrem Posten. Mit seiner Proclamation verfolgte der Marschall den besonderen Zweck, eine RegierungSbasis vor der nächsten Kammer zu schaffen. Buffet steht auf demselben Boden wie der Marschall; da aber zu erwarten ist, daß die Lahlen diesen Boden bedeutend erweitern werden, so will der Marschall-Prä- W"em. ersten Minister gegenüber, der notwendiger Weise in zwei Monaten zurucktreten muß, seine Vorstchtsmaßregeln ergreifen. Man glaubt, daß die Proclamatlon nicht von Buffet, sondern im Privat-Cabinet des Präsidenten 11t ritt cn. rr ,,, vor den Senatoren-
^genüber steh7al7je ^ ^ bie Iibera,en Mmtster sich feindlicher
~ "M°nit-ur" zufolge werden die republikanischen Mitgieder des n Nutional-Versammlung, obgleich sie an dem Inhalte der Botschaft Mac Mahon s nichts auszusetzen finden, Herrn Buffet nächsten Donnerstag wegen dieser Einmischung des Marschalls, welche sie nicht für o«. fassungsmäßig halten, lnterpeüiren.
,^^s, 15. Januar. Die „Röpnblique Franyaise" sagt, die Procla- mation Mac Mahons sei eine Bekräftigung der republikanischen Institutionen Frankreichs Mac Mabon furchte sich nicht, sich Frankreich zu zeigen mit dem Charakter des Präsidenten der Republik.
, Januar. Buffet hat seine Wahl-Instructionen an die Prä
sekten abgesandt. Denselben zufolge wird es nirgends officielle Candidaturen geben; aber überall behalt sich die Negierung das Recht vor, die Männer zu bezeichnen, „welche am besten d?e Grundsätze der Ordnung und des Friedens vertreten, die für das Heil des Landes unvermeidlich sind." Die Bonapar- ttsten und alle Jene, welche die Revision zu einem Hinderniß für den redlichen Versuch nut den neuen Instructionen machen wollen, und die Republikaner, die dleselben gegen die conservativen Männer zu gebrauchen beabsichtigen, wird die Regierung bekämpfen, dagegen ihre Sympathie den Männern bezeugen die dem Lande bereits dienten> und entschlossen sind, fünf Jahre lang die Regierung de- Marschalls, des festen Wächters der republikanischen Verfassung vom 25. Februar, zu unterstützen, und welche nicht von der Rückkehr der von ihnen bevorzugten Regierungsfonn durch einen Umsturz träumen, der ein Unglück sein wurde. — Der Herzog d'Audiffret-Pasquier ist nach der Orne rurückae- kehrt; Gambetta ivird in Marseille erwartet.
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Berlin, 15. Januar. Der Plan, die Eisenbahnen für das Reich zu erwerben, beschäftigt alle Gemüther unb findet eine vorwiegend günstige Beur- theilung. Auch der Kaiser und der Kronprinz sollen für denselben gewonnen sein. Im Publikum stellt man sich den Gang der Angelegenheit zum Theil rascher vor, als er der Natur der Sache nach erfolgen kann. Zunächst wird es sich darum handeln, ob der preußische Landtag dafür zu gewinnen ist, die Staatsbahnen und die gesetzlichen und vertragsmäßigen Rechte, die der Staat an den Privatbahnen besitzt, dem Reiche käuflich zu überlasten. Wenn das Reich von dem Anerbieten Gebrauch macht, dann wird es sich darum handeln, für die Art und Weise der Erwerbung der Privatbahnen eine gerechte und billige Behandlung sestzusMen.
Berlin, 16. Januar. Die Justiz-Commission des Reichstags hat vorgestern den Antrag Herz auf Ueberweisung der Preßvergehen an die Schwur- gerichte trotz lebhafter Bekämpfung Seitens des Präsidenten des Reichsjustizamts, Amsberg, mit großer Majorität angenommen.
Berlin, 16. Januar. Der preußische Landtag ist heute um 11 Uhr im Weißen Saale des königlichen Schlosses durch den Dicepräsidenten des Staats-Ministeriums, Camphauscn, eröffnet worden. Im Ganzen waren etwa 80 Mitglieder des Landtages anwesend. Die Feierlichkeit schloß mit einem enthusiastisch aufgenommenen Hoch des Präsidenten des Herrenhauses auf den Kaiser und Kömg.
Berlin, 16. Januar. Abgeordnetenhaus. Präsident v. Bennigsen eröffnet die Sitzung mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser und König. Darauf wurde die Verloosung der 244 angemeldeten Mitglieder in die Abtheilungen vorgenommen. Die Wahl des Präsidiums ist auf morgen 11 Uhr angesetzt. — Das Herrenhaus hält morgen 11 Uhr die erste Sitzung.
Berlin, 16 Januar. Die bei der Eröffnung des Landtages gehaltene Thronrede gedenkt des auf Handel und Industrie lastenden Druckes und hofft mit höchster Zuoersicht und in nicht ferner Zeit die Ueberwindung der schwierigen Lage von der Arbeitsamkeit und der bewährten Thatkraft des preußischen Volkes. Die Einnahmen des preußischen Staates hätten nicht so hoch wie in, den Vorjahren veranschlagt werden können, reichten aber dennoch aus, um die Verwaltung des Staates in der bisherigen Weise weiter zu führen, auf manchen Gebieten für die Pflege der geistigen Interessen und die Förderung des Wohlstandes bestimmte Fonds neuerding- aaszvwersen und die eingeleiteten großen Unternehmungen des Staatsbauwesens zu fördern. Die Vorlage des Etats werde sofort erfolgen. Als weitere Vorlagen sind bezeichnet: ein Gesetz zur Regelung der Zuständigkeit der neuen Staatsbehörden auf den Gebieten der allgemeinen Landes-Verwaltung und in stetigen Verwaltungs-Sachen, eine Städte-Ordnung für die Ostprovinzen, em Entwurf, betr. die Bildung eines Communal-Verbandes für Berlin und die angrenzenden Gebiete, eine Wege- Ordnung, mehrere Gesetz-Entwürfe zur Uebertragung der in den alten Theilen der Monarchie erprobten Agrar-Gesetzgebung aus die neuen Landestheile, eine Vorlage über die Gründung von Ansiedelungen für die Ostprovinzen, sowie zur Regelung der Rechtsverhältnisse land- und sorstwirthschaftlicher Arbeiter, ein Gesetz zum Schutz der im Besitz von Gemeinden befindlichen Waldungen, eine Vorlage betreffs der landesgesetzlichen Sanctionirung einer Reihe von Bestimmungen der General-Synodal- und Synodal - Ordnung, sowie zur Regelung des Aufsicktsrechts des Staates über die evangelische Kirche und zur Feststellung des Staats-Aufsichtsrechts hinsichtlich der Vermögens-Verwaltung der katholi ichen Diöcesen. Die Thronrede schließt mit dem Wunsche, daß das seitherige vertrauensvolle Zusammenwirken beider Häuser des Landtages mit der Regierung wettere Ergebnisse übereinstimmenden Strebens für die Wohlfahrt des Landes zur Reife bringen möge.
Berlin, 17. Januar. Aus Osficier-Kreisen wirb der „Post" geschrieben : Vor Kurzem verweilten ägyptische Agenten in Berlin, welche beauftragt ivaren, deutsche Officiere für ägyptische Dienste anzuwerben. Es wurde ihnen freie Hin- und Rückfahrt, sowie drei Monat Probezeit bewilligt Nach Beendigung derselbtn sollten sich die Betreffenden über ihr Bleiben zu entscheiden baben; für den Fall, daß sie einwilligten, müßten sie sich auf mindestens drei )ahr verpflichten. Daß der Vicekönig von Aegypten seine Armee durch Acqui- lition deutscher Officiere gut und schnell organisiren würde, ist klar, ob aber jene Agenten einen Erfolg gehabt haben, ist uns nicht bekannt geworden, jeden falls dürfte derselbe nicht groß gewesen sein.
Berlin, 17. Januar. Abgeordnetenhaus. Nach der Constituirung der ^Heilungen erklärt Löwe, seine eventuelle Wiederwahl zum ersten Vice-Präsi Beaten wegen Berufs - Geschäften nicht annehmen zu können. Windtborst sieht deshalb von einem Antrag auf acclamatorische Wiederwahl des Präsidiums ab Unt) beantragt nur die Wiederwahl Benuigsen's durch Acclamation. Dieselbe
"nd wird von Bennigsen acceptirt. Zum ersten Vice-Präsidenten wird । v‘*nel, lum zweiten Bethusy-Huc gewählt. '
Kassel, 17. Januar. Bei einer gestern erfolgten Entgleisung eines


