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tinb ihrem Gusse nach zum größten Theil früheren Jahrzehnten angehören, tief in Schatten stellen. Der Sieger, höchst erfreut über die,e kostbaren Geschütze, beschloß, dieselben seiner Armee zu übergeben und dafür mehrere alte abessynische Kanonen, die für die moderne Kriegführung nicht viel taugen, zu veräußern. Er trug dieselben zwei Häuptlingen der Somali, die im Westen der Stadt Berberah Hausen, an, und dieselben erklärten sich bereit, fünf Stück davon zu übernehmen Als Gegenpreis boten sie dafür dem Kaiser von Abessynien schöne Somaliiklavinnen, die von den Orientalien sehr gesucht werden, an, und zwar für jeden Feuerschlund je drei. Kaiser Kassai ging auf dieses romantische Angebot ein und vor einigen Tagen ist nun ein Schiff aus dem Hafen von Berberah ausgelaufen, das die für diesen Beherrscher bestimmten Somali- sklavinnen, fünfzehn an der Zahl, an Bord halte. Bei dem Umstande nun, daß die Völker Europas eine allgemeine Ausrüstung verlangen, dürfte es für dieselben sehr erwünscht fein, zu erfahren, daß die Somali gern bereit sind, ausgemusterte Kanonen für junge Sklaoinnen umzutauschen."
Ischl. Von hier wird der „Linzer Tagespost" geschrieben: „Am 29. v. M. Nachmittags passirte der Kaiser von Oesterreich, von seinem Adjutanten begleitet, die sogenannte Rettenbach-Wildniß in dem Momente, als ein etwa vierjähriger Knabe, welcher auf eine ganz unaufgeklärte Weise an einem steilen Abhang hinangeklettert war, in die schwindelnde Tiefe stürzte. Auf das Geschrei des Kindes setzte der Kaiser als gewandter Gebirgsjäger über einen etwa fünf Meter breiten Felsenriff, erfaßte mit sicherer Hand das an einer Wurzel Über oem Abgrunde hangende Kind und ließ es durch den mittlerweile herbeigeeilten Adjutanten in die Rettenbachmühle führen, wo sich die Mutter des Kindes, ein Salinen-Arbeitcrweib, befand. Der Kaiser ertheilte der vor ihm auf die Kniee stürzenden Mutter einen strengen Verweis über die mangelhafte Beaufsichtigung ihres Kindes."
— (Preß-Expreßtaube.) In England hat die Brieftaube eine äußerst eigentyüm- liche Anwendung im Dienst der Tagespresse. Die allgemeine Jagd nach den neuesten Nachrichten führte die Zeitungsreporter auf den glücklichen Gedanken, die Brieftauben zur Uebersendung ihrer Correspondenz an die Zeitungsredactionen zu benutzen. Bei jeder Redaction wird ein Taubenschlag unterhalten, der mit gutdressirten Posttauben besetzt ist, welche von allen ständig stationirtm Reportern gesandt werden, und wenn nöthig, täglich Correspondenzen bringen. L>ehr interessant ist es zu sehen, wie in Gerichtssälen, bei öffentlichen Meetings rc. Blatt für Blatt der Correspondenz mit den Tauben durch das Fenster fliegt. Wenn die Taube ihres Hauses in oas Flugloch trifft, setzt sie dadurch eine Glocke in Bewegung, welche in das Reoactionszimmer führt und nicht eher zu schellen aufhört, bis die Depesche der Taube abgenommen wird. I i England wird auch die belgische Taube gebraucht, welche die englische an Schnelligkeit übertrifft Zur Zucht werden nur solche Tauben verwendet, welche nicht weniger als 300 englische Meilen geflogen sind und dadurch ihre Güte dew esen haben. D'ese Vorstht in der Wahl des Zuchtm'aterials, verständige und aufmerksame Pflege erzielte jene schöne Posttaube, welche unter dem Namen „Preß Expreßtaube" b-kannt ist Diese kleine Taube fliegt ohne besondere Anstrengung 500 englische Meilen in ebenso viel Minuten Zeit.
— Ein aufregender Vorfall hat sich am 8. Juli in der südamerikanischen Stadt Eorrientes (Montevideo) ereignet. Um 10 Uhr Aoends klopften zwei vermum nte und maskirte Männer an der Thüre eines reichen Bürgers der Stadt. Er öffnete, und ehe tr Zeit zur Besinnung hatte, wurde er mit Dolchen niedergestoßen. Die Mörder drangen darauf ins Haus ein, begegneten der 15 jährigen Tochter des Ermordeten und verlangten unter Drohungen den Schlüssel zu seinem Geldschrank. Das Mädchen, dem die Räuber die Hände gebunden hatten, um jeden weiteren Widerstand unmöglich zu machen, ging ihnen voran, führte sie aber nicht zum Geldkasten, sondern zum Waffen- schranke ihres Vaters, befreite sich mit gewaltiger Kraftanstrengung von ihren Banden, rih einen Revolver aus einer Schublade und schoß die beiden Eindringlinge nieder, die auf solches nicht gefaßt waren. Dann floh sie auf die Straße und suchte Hilfe bei dem Bezirksbeamten und dem Polizei-Jnspector des Ortes. Keiner von beiden war zu Hause, und so blieb ihr nichts übrig, als die Nachbarn herbeizurufen: einer von diesen, muthiger als die Uebrigen, nahm den beiden Leichen die Masken vom Gesicht, unb da stellte sich heraus, daß der Polizei-Jnspector und der Bezirksbeamte die Raubmörder waren-
Jur Beachtung!
Wer im vorigen Jahre in Garten oder Feld ein Stück mit Wirsing, Weißkraut, Winterkohs u. s. w. bestellt hatte, wird sich noch mit Schmerzen und Wehmuth der Verheerungen erinnern, welche die ungewöhnlich zahlreich auftretenden grauen Raupen des Kohlweißlings anrtchteten. Wo heute noch die üppigsten Kohlpflanzen prangten und die schönsten Häupter zu liefern versprachen, sah man nach wenigen Tagen nur dürre abgefressene Gerippe gen Himmel ragen und nach abermals wenigen Tagen waren auch diese wohl noch der Freßgier der Rauben zum Opfer gefallen, so daß nur kurze Stümpfe noch die Stelle bezeichneten, wo nicht lange zuvor saftiges Grün das Auge erfreut hatte. Der Versuch, die Raupen abzulesen und zu vertilgen, erwies sich als ohnmächtig; chatte man morgens Früh ein Beet gesäubert, so waren bis Mittag oder spätestens Abend die Pflanzen doch schon wieder durch Zuzug von andern Beeten, die man den Raupen preisgegeben hatte, überfluthet; bis zu 221) Stück wurden von einer einzigen Pflanze abgelesen und nach wenigen Stunden war eine gleiche Anzahl beschäftigt, das Zerstörungswerk der getödteten Vorgänger fortzufetzen.
Durch die günstige Entwickelung der Raupen des vorigen war die Furcht vor einer ähnlichen Calamität in diesem Jahre nur allzu berechtigt; und in der That, seit einigen Tagen umschwärmen, wie im vorigen Jahre, Hunderte von weißen Schmetterlingen unsere Kohlpflanzen. Nur zu genau wissen wir, zu welchem Zweck. Besieht man die Blätter der Kohlpflanzen, besonders Weißkraut, Blumenkohl und Winterkohl, auf der Rückseite etwas genauer, so findet man hier und da etwa erbsen- bis pfenntggroße gelbe Flecke, die sich bei genauerem Zuschauen als zahlreiche kleine längliche Körperchen von Eiform, in unter sich geraden Reihen neben einander gestellt mit der Spitze am Blatt angeheftet, erweisen — es sind die Eier der weißen Schmetterlinge, aus welchen nach wenigen Tagen die winzig kleinen Räupchen ausschlüpfen und die sofort ibren Appetit beweisen.
Nur ein einziges Mittel gibt cs für uns, die Plage der Raupen uns fern zu halten, und ein einfaches dazu, und durchaus kostenloses. Man gehe seine Kohlpflanzen Stück für Stück durch und betrachte sich die Blätter auf der Rückseite; man biege mit einer Hand ein Blatt nach dem andern nach der Mitte zu, und wo man dann ein solches Häufchen gelber Eier ieht, zerdrücke man es, so zerstört man mit einem Fingerdruck bis zu hundert und mehr Raupen auf einmal. Aber ohne zu säumen gehe man an's Werk, die Gefahr ist schon auf der Thürschwelle; Verfasser hat gestern auf fast allen Weißkrautpflanzen diese Eiernester bis zu 22 Stück auf einer einzigen angetroffen und in Den Nestern bis zu 109 Eiern. Rechne sich ein Jeder selbst aus, welche Unzahl von Raupen hieraus voraussichtlich entstanden wäre. Die Mühe ist gering — in einer halben Stunde wird man bequem 100 Pflanzen absuchen können — der Lohn ist ein reicher. Wiederholt man diese Beschäftigung alle zwei Tage gründlich, so ist fast absolute Sicherheit geboten, daß man von der abscheulichen Plage befreit bleiben wird.
Sobald man die weißen Schmetterlinge nicht mehr die Anpflanzungen so zahlreich umkreisen sieht, ist auch die größte Gefahr vorüber und man wird Die Eiernester dann auch schon eltener finden.
Rothkraut und früher Wirsing scheinen vorläufig von den Schmetterlingen weniger geliebt zu werden als Lagerplätze für ihre Verderben bringende Brut, und man braucht diese Pflanzen nur einmal zu Durchsuchen, um sich zu überzeugen, daß keine Eier daran sind, dagegen besonders beliebt ist Weißkraut, Blumen-, Winter- und Rosenkohl.
Doch nochmals sei Jeder ermahnt, ohne Verzug nachzusehen, wenn er es nicht später zu seinem eigenen Schaden bitter bereuen will.
Eingesandt.
Wir verfehlen nicht, auf das heute Abend stattfindende Concert des Kriegervereins zur Feier der Schlacht bei Graoelotte aufmerksam zu machen. In Anbetracht, daß der Verein mit dieser Feier zugleich den Zweck verbindet, seine durch Wassersfluth geschädigten Kameraden am Rhein zu unterstützen, und aus diesem Grunde sogar von den eigenen Mitgliedern Eintrittsgeld erhebt, wünschen wir ihm^eine hübsche Einnahme und hoffen, daß dieselbe nicht geschmälert werde durch das am Sonntag stattfindende Concert in demselben Lokale.
Unseres Erachtens kann man durch letzeres ebensowohl die Erinnerung' an die Schlachten bei Zülpich. Bulls Run oder Königsgrätz feiern, als an die bei Gravelotte; das Gefühl bei dem Gedanken „Heute vor 6 Jahren" wird weder durch 500 Gas- lammen, noch durch Pelotonfeuer oder Tambourcorps hervorgerufen.
Bekanntmachung.
Bom 1. October ds. Js. ab werden für V» Beförderung von Leichen, Fahrzeugen, Itbenben Thieren u- s. w. auf den diesseitigen Bahnlinien, sowie in allen Verkehren unb Verbanden, an welchen diesseitige Stationen betheiligt sind, erhöhte Trans- lortpreife in Kraft treten, über welche das habere bei unserer Ober-Güter-Jnspcction ju erfahren ist.
Gießen, den 15. August 1876. (4337
Die Großherzogliche Direktion
der Oberhessischen Eisenbahnen.
________Mohn.__________
Versteigerung
von Pflasterarbeit.
Oec Aufbruch und die Plasterung der chassirten Fahrbahn der Staatsstraße vor btm Seltersthor tn Gießen auf 18° Meter Lange, ausschließlich Lieferung der Materia- Qtn zu 2164 Mrk. 60 Pfg. veranschlagt, fol Montag den 21 d. Mts., Vormittags 10 Uhr, im Bramm'schen Wirthslocal dahier an den Wenigstnehmenden versteigert wtden.
Voranschlag und Bedingungen liegen in toierm Geschäftslokal zur Einsicht offen.
Gießen, am 15. August 1876.
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.
In Vertretung: (4324
Schäcker, Kreisbauaufseher.
—Versteigerung?-
3435) Montag den 21. August, Mittags 2 Uhr,
Wb mit der von mir angezeigten Versteige- Mg fortgefahren und kommen Möbel, tktt u. Weißzeug, Gold- u. Silber- sachen vor.__F- E- Pimper.
AeUgevotenes.
Neues Grün-Korn
wieder eingetroffrn bei
1 J< ML Schulhof*
Wen grün Horn
| getroffen bei (4277
I. A. Busch Söhne.
Allgemeiner Anzeiger.
Bengalisches Feuer in allen Farben, in Hülsen abgefaßt, vorräthig bei
4314) L. Müller, Mäusburg.
Neslle’s Kiitdermehl, per Büchse 1 M 25 Pf., empfehlen 4307) Hcin) erUng öc Tribus. Maschinenöl, feinstes, für Näh. maschine« und für technische Zwecke. Bulkanöl, feinst amerikanisches, für Dampfbetrieb.
Wagenfett, in Vi und 2 Pfd. Kisten, sowie in Vs, i/\ und V2 Ctr. Kübeln, empfiehlt en dötail, und bei Abnahme größerer Qantitälen zu Fabrikpreisen.
L. Müller,
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Weiße Vorhänge aller Art, Rouleaux, Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder Decorations Arbeit in geschmackvollster Ausführung, bei (881 ________Th. Brück, Kanzleiberg. B 1. Zur Desinfektion empfiehlt Carbolsäure, flüssig, Chlorkalk und Eisenvitriol (3098
_____L. Müller auf der Mäusburg. 4278) Geräucherte srische Blasenschinken, „ Cervelatwurst treffen jede Woche ein und empfehlen solche auch im Anschnitt, sowie Gothaer Winterrervetatwurst und Wrstphälischen Schinken.
J. A. Busch Söhne.
SaUcylsäure, chemisch rein, „ Mundwasser, per Flacon
60 Pfg-, „ Zahnpulver, bestes unb
angenehmstes Reinigungsmittel der Zähne, in Schachteln & 40 u. 60 Pfg-, empfiehlt 3097) L- Müller auf der Mäusburg.
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G g. Wil h. Wei dig, Markt 8.
Thürfüllungen^ Gartenbänke,
Fliegen-Hoh, -Papier & Fliegen-Leim
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Erlaube mir, meine Bade-Anstalt in empfehlende Erinnerung zu bringen.
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4285) Der zweite Stock meines Hause« ist zu vermiethen und bis November zu be= ziehen. I. Leun, Wallthorstraße 138-
4272) Ein großes möblirtes Zimmer zu vermiethen. Dr. Weber.


