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Dienstag, den 18. Juli

1826.

Kießener Mcheiger

A«M' uni AmtsblM fir dkll Kreis Gieße«.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Expedition: Schul st raße, Lil. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 8 Mark 50 Pf.

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11 Uhr statt-

Loudon, 13. Juli. Der König von Griechenland kam gestern in der f?kihe hier an, wurde von dem Prinzen und der Prinzessin von Wales, sowie dänischen Gesandten auf dem Bahnhofe empfangen und begab sich noch im . hife des Vormittags zur Königin nach Windsor. Dort wurde er mit dem ! ^imband-Orden bekleidet. Nach London zurückgekehrt, besuchte er Nachmittags I N dem Prinzen und der Prinzessin von Wales das Polo-Wettspiel in Hur«

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ArauLreich.

Paris, 15. Juli. Nach Privatnachrichten, welche derAgence Havas" »itgetheilt sind, wären die Strafen der aus Anlaß der Mordthaten in Sa- lvnichi Verurtheilten erhöht worden; gegen den Polizei-Chef wäre Degradation

Serbien.

Belgrad, 14. Juli, Abends. (Amtliche Meldung.) Die türkischen Verickte aus Serajevo über Kämpfe bei Novibazar entbehren der Begründung; Oberst Czolakantics verharrt in verschanzter Stellung von Novibazar. Ferner wird constatirt, daß die serbischen Truppen fast allenthalben auf türkischem Gebiete stehen, während dagegen die Türken aüf keinem Punkte in serbisches Gebiet eingedrungen sind.

Türkei.

Konstantinopel. Nach einer Meldung des WienerTelegr.-Corresp.- Bureaus" hätte die österreichische Regierung außer Klek auch sämmtliche Häfen an der dalmatischen Küste für jede Art Kriegscontrebande sowohl den Türken, wie den Montenegrinern gegenüber gesperrt. Diepreußischen Osficiere", welche im serbischen Hauptquartier etngetroffen sein sollen, stehen natürlich in keinem activen Dienstverhältniß, sondern sind entweder verabschiedet oder als invalid entlassene Ossiciere, deren Drang nach Abenteuern sie treibt, dem Für­sten Milan ihre Dienste zu stellen. Die deutsche Regierung steht dieser Bethei­ligung ehemaliger deutscher Osficiere an dem Kampfe gegen die Türkei durchaus fern. General Tschernajeff hat nach Petersburg an das Damen-Comit6 zur Unterstützung slavischer Familien ein (imGolos" abgedrucktes) Telegramm gerichtet, worin er um schleunige Hülse für die Serben bittet, da die Sanitäts- Abtheilung der ganzen serbischen Armee sich in durchaus mangelhaftem Zustande befindet und sowohl an Aerzten als Arzneien und jeglichen Hülfsmitteln großen Mangel leidet.

Aus Widdin, 8. Juli, berichtet diePolit. Corresp." :Eine An­zahl harmloser bulgarischer Bauern war von der türkischen Behörde in Lohn genommen, um das Gepäck einer landenden Truppenabtheilung zu Wagen nach Adliö zu befördern. Die Bauern, welche zerstreut auf einem größeren Platze der Ankunft des türkischen Truppenschiffes harrten, eilten auf das ihnen gege-

Außland.

Brody, 13. Juli. Auf Grund eines alten Ukases, welcher den Juden in Rußland den Aufenthalt im Grenzrayon untersagt, sind aus Radziwilow Angehörige des österreichischen Staates, welche dort seit vielen Jahren leben, polizeilich aus­gewiesen worden. Sie rufen nun die Hülfe der österreichischen Regierung an.

Rumänien.

Bukarest, 15. Juli. In der Deputirten-Kammer beantragte der Abg. Ghergel im Namen von 80 Deputaten, das vorige Ministerium in Anklage- Zustand zu versetzen.

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9 Uhr präcch

^Deutscher Kaiser" übernahm zahlreiche Passagiere. Das verunglückte Schiff iK wird baldigst wieder flott werden.

I Karlsruhe, 15. Juli. Heute wurde der Landtag im Auftrage des |l Troßherzogs vom Staats-Minister Jolly geschloffen.

H HeüerreitL.

Wien, 15. Juli. DasTelegr.-Corresp.-Bureau" meldet aus Tuagno: ' Die Insurgenten griffen vorgestern die Türken zwischen Duca und Ranjevoselo m und warfen dieselben gegen Nepun zurück, wo sich ein heftiges Geschützfeuer Mwickelte. Nack einem dreistündigen Kampfe zogen sich die Insurgenten gegen Hradac zurück. Beide Theile erlitten große Verluste. Auch Montenegriner »ahmen an dem Kampfe Theil. Peco Pavlovics und Mussic sind am 13. Juli mit 4000 Mann bei Dubnavitza Oltaja eingetroffen.

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m 16. Mai

Loudon, 14 Juli. Beim Empfange von zwei Deputationen, welche sich zu Gunsten der Nicht-Jnterventions-Politik aussprachen, hielt Lord Derby höchst friedliche Reden: England halte an der Politik der Nicht-Intervention fest, ausgenommen wenn es sich um gute Dienste für den Frieden handle; auch die anderen Großmächte seien friedlich glsinnt ; er befürchte nickt die Aus- dehnuna des Krieges auf Europa.

London, 15. Juli. Tie ihrem Haupt-Inhalte nach schon mitgetheilte Ansprache Lord Derbys an die Deputationen, welche eine neutrale Haltung Englands befürworteten, lautete folgendermaßen: Die Regierung sei für strikte Neutralität, es sei denn, daß befreundete Mächte daö Ende des Kampfes be­schleunigen wollten. England habe dem Berliner Memorandum nur aus dem Grunde nicht zugestimmt, weil es glaubte, daß dasselbe keinen Erfolg haben werde. Tic Flotte sei nach der Besika Bai gesendet worden, weil die Vertre­ter der Mächte in Konstantinopel einstimmig Schutz für Nichtcombattanten für wünschenswerth erklärten. Frankreich und Italien würden nichts thun, was eine Friedensstörung herbeiführen könnte; Deutschland habe gar kein directes Interesse im Orient; England betrachte einen europäischen Krieg als das größte Unglück; Oesterreich wünsche in seinem eigenen Interesse die Erhaltung des Friedens. In Rußland bestehe zwar eine starke slavische Partei, jedoch sei der Kaiser von Rußland der aufrichtigste Freund des Friedens. Bei der Zu­sammenkunft von Reichstädt sei die Politik der Nicht-Intervention vereinbart, welche eine Mediation, die von allen Mächten unternommen würde, nicht aus­schließe : wenn Gelegenheit zur Mediation gegeben sei, werde England mit eben solchem Nachdrucke, wie die anderen Mächte, zur Erhaltung der Eintracht der Mächre beitragen.

London, 15. Juli. Gestern sprang der Kessel des Panzer-Schiffes Thunderer", dabei kamen 25 Personen um's Leben, 56 wurden verwundet. DerMorning Poft" zufolge kehrt das Canal-Geschwader vorläufig nicht nach England zurück, sondern begibt sich nach Gibraltar, wo es weitere Befehle abwartet.

London, 15. Juli. Vorige Nacht und diesen Morgen starben noch mehrere Verwundete vomThunderer." Die Anzahl der Todten beträgt bis jetzt 31.

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Berlin, 14. Juli. DerReichs-Anz." meldet:In einer der näch- ften Reichstags^ Sessionen wird der Entwurf eines Leichenschaugesetzes vorgelegt werden. Dasselbe hat den Zweck, die noch immer vorhandene Möglichkeit des Lebendigbegrabenwerdens zu beseitigen, die Entdeckung von Verbrechen gegen das Leben möglichst zu sichern, die Behörden in den Stand zu setzen, beim ' Auftreten ansteckender Krankheiten rechtzeitig durch geeignete Maßregeln die Weiterverbreitung zu verhüten und die Grundlage zu bilden für eine praktisch und wissenschaftlich verwerthbare Mortalitäts-Statistik, ohne welche die Medi- cinal-Polizei an die Lösung der wichtigsten hygienischen Fragen nicht herantre- ten kann. In Deutschland besteht die zwangsweise Leichenschau auf Grund ge­nügender Bestimmungen nur in einem Theile Bayerns, in Sachsen, Baden und in der Provinz Hessen-Nassau, während in dem übrigen Theile Deutschlands ganz unzureichende Vorschriften in Geltung sind. Es bedarf der von der Com- mijsion zur Vorbereitung einer Rcichs-Medicinal-Statistik entworfene, von dem Ausschuß des Bundesraths für Handel und Verkehr bereits im Wesentlichen | zweckentsprechend erachtete Entwurf eines Leichenschaugesetzes nur noch einer Durcharbeitung Seitens des Reichs-Gesundheitsamtes, um dem Bundesrathe und dem Reichstage vorgelegt werden zu können."

Köln, 15. Juli. Das DampfschiffFriede" erlitt oberhalb Köln

n Nnger Tuch« klegeuheiten.

I! Die Klagen englischer Industrieller, daß sie wegen der hohen Löhne 1^ ber geringen Arbeitszeit nicht in gewünschter Weise mit dem Auslande ^curriren könnten, sind nicht neu; ähnliche Klagen kann man seit Jahren Ro gut in Deutschland, Frankreich und überhaupt allenthalben hören. Neu eigenthümlick ist indeß der Umstand, daß jetzt hier auch Klagen über Con- kimz des Auslandes in Bezug auf eigenartig englische Artikel laut werden. D>vird aus Birmingham gemeldet, daß dort eine französische Fabrik eine Wtur von Eiscnwaaren errichtet hat und solche Artikel in großen Mengen Preisen absetzt, mit denen die einheimische Industrie nicht concurriren kann. Miches wird von amerikanischen Fabriken gemeldet.

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itnb 15jährige Zwangs-Arbeit, gegen einen Fregatten-Capitän Degradation und 10jährige Haft verhängt. Der Banquier Hermann Oppenheim ist gestern jtjtoiben.

Paris, 15. Juli. Sadik Pascha überreichte heute dem Marschall Mac Liahon die officielle Notification von der Thronbesteigung des Sultans Murad Ost den neuen Beglaubigungs-Schreiben.

Versailles, 14. Juli. In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kam- wt stellte der Deputirte Casse seine Interpellation über die klerikalen Beein- jhi[jungen bei der Wahl de Mun's. Gambetta beantragte, indem er eine ein» lchnde Behandlung der durch die Untersuchung über jene Wahl angeregten fisgen vorbehielt, die Resultate der Untersuchung dem Minister Dufaure zu ibmveisen. Nachdem Letzterer sich hiermit einverstanden erklärt hatte, wurde lei Antrag Gambetta's von der Kammer genehmigt, worauf Casse seine Jn- U v.- Matton zurückzog. Hierauf erfolgte die einstimmige Annahme des Gesetz- Wwurfs über die Welt-Ausstellung von 1878.

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