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Preise der iij/Ü Pf, 12 Pfl
Revalescifc M 5,70 Pf. u.
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Türkei.
Ragusa, 15. März. Wassa Effendi ist heute von hier über Stagn nach Mostar abgereist.
Amerika.
Montevideo, 14. März. Der Director Latorre sandte an den brasilianischen Minister des Aeußern eine Depesche, in welcher er erklärte, daß er besonderen Werth darauf lege, gute Beziehungen zu Uruguay und Brasilien zu unterhalten.
Landwirthschaftliches.
Schweinefütterung. Vergleichende Versuche über den Nutzen der Salz- zugaben zum Futter der Schweine geben nach der „land- und forstw. Ztg. für W * folgende Resultate! Vier Schweine in gleichem Futterzustande, von gleichem Gewicht und Geschlecht, Kastraten von etwa 200 Pfd. Gewicht, wurden am 1. November in die Maft gebracht und mit gleichen Quantitäten Kartoffelschlempe angefüttert, für 1 Paar mit 2 Loth etngesalzen, für 1 Paar ungesalzen. Anfangs fraßen die Thiele mit gleicher Gier, nach 8 Tagen war die größere Freßlust schon entschieden auf der Salzsette, auf welcher nach 14 Tagen mit 2 Loth Salzzugabe pro Stück vorgegangen wurde. Nach 4 Monaten wurden die zwei Schweine zu 359 Pfd. das Stück verkauft Die beiden andern wogen nur 300 Pfd. pro Stück und erreichten das Gewicht erst 5 Wochen später. Wiederholte Versuche haben fast dasselbe Resultat geliefert. Auch den Fasselschweinen wird je nach dem Alter das Futter mit Vr-'l Loth gewürzt. In der Tragezeit erhalten die Mutterschweine am Besten nur wenig Salz. In den heißen
Wumänien.
Bukarest, 15. März. Die Negierung hat den Senat aufgelöst und alsbaldige Neuwahlen angeordnet. Im Frühjahr soll eine außerordentliche Session stattfinden.
Schweden.
Stockholm, 10. März. Der Antrag de« »bg. Uhr, Bett, die führung der Civilehe für die Mitglieder der Staatskirche, wurde gestern der zweiten stammer nach kurzer Debatte und in Uebereinstimmung mit Bericht des Gisetz-Ausschuffe« ohne Abstimmung abgelehnt.
Arankreich.
Vermischt«».
Frankfurt, 13. März. Dieser Tage wurde ein Storch wegen Diebstahls empfindlich bestraft. Er hatte es bequem gesunden, sein in der Nähe der Zeil befindliches Nest mit Material auszubessern, welches er der benachbarten Wohnung eines anderen Storchenpaares entnehm, anstatt sich solches auswärts zu sammeln Dabet wurde er von dein Eigenthümer des geplünderten Nestes überrascht und durch einige wuchtige Schnabelhiebe so arg zugerichtet, daß er mit zerschmettertem Flügel in den Hof der Katharinenschule herabstürzte. Dort wurde dem Verletzten ein Nothverband angelegt, worauf er dem zoologischen Garten zu unfreiwilligem Aufenthalt überwiesen wurde und dort seiner Heilung entgegensieht. Die Storchwitlwe hat den diebischen Gatten schon mehrfach im Gefängniß besucht.
Caub, 13 März. Die Räumungsarbeiten gehen sehr langsam vorwärts, theilweise des beschränkten Raumes, theilweise auch der geringen Arbeiterzahl wegen. Die sicb freiwillig zur Mithülfe Anbietenden werden zurückgewiesen und dieses erregt die größte Erbitterung. Unserem gewöhnlichen Unterthanenverstande will eS nicht etn- lcuchten, daß die Arbeiten nicht rationell von oben, von den Hintergebäuden des „Adler* und „Grünewald" aus mit aller Energie und Benutzung aller sich darbietenden Arbeitskraft betrieben werden. Wenn der Hof des „Adlers" zur Ablagerung deS Schuttes benutzt würde, „da das Weiterschaffen des letzteren ein Haupthinderniß bietet, so würde es einestheils möglich, zu den verschütteten Räumen zu gelangen, gleichzeitig aber auch den unteren Soutterainmauern mehr Widerlager geschaffen Auch Seitens unserer Bergleute ift man bezüglich der RettungSarbeiten etwas anderer Meinung als das Commando der Pioniere; dieselben hielten es nach ihren Erfahrungen für geboten und möglich, du'ch Anlage eines Schachte? von Oden zu den Verschütteten zu gelangen; doch der commandirende Osficier war gegentheiliger Ansicht und führte dies zu bedenklichen Auftritten, so daß der Offizier feine Leute zur Waffe greifen ließ, während die aufgeregten Bergleute die drohendste Haltung annahmen und nur der Energie und drm besonnenen Vorgehen des Obersteigers und Etgenthümers des „Erdstollen" ist es zu danken, daß der drohende Confl'kt, welcher bei der herrschenden Mißstimmung leicht die bedenklichsten Folgen haben mußte, abgewandt wurde, indem die genannten Herren ihre Bergleute zurück an ihre Arbeit in ihre „Gruben" sandten. — Wir wollen uns kein Urtheil in dieser Sache erlauben, doch sachkundige Fachleute wie unsere Bergleute verdienen hier wenigstens das nämliche Vertrauen als ein Soldat. Daß die Arbeiter von unten unter allen Umständen da- Unglück eher vergrößern, sieht aber jeder Laie nach eigener Anschauung ein, und wäre eine Inangriffnahme von Oben sogleich erfolgt, dann konnte eine ungeheure Anzahl Arbeiter und Retter, die sich ja gleich freiwillig einstellten, wohl in einigen Stunden mehr erreichen, als die Arbeit der paar Pioniere, bis heute — man bedenke 50 Mann Pioniere — die noch nicht einmal Alle energisch thätig sind. Dies ist die Meinung der ganzen Bevölkerung. Der von anderer Seite so eifrig v.-rsicherten Unmöglichkeit, noch Lebende unter dem Schutte zu finden — nur wieder der kleine Beweis — daß sogar ein Kanarienvogel unversehrt heute. herausgeholt wurde. Die, wie ich höre, bereits angeordnete Abtragung der obersten Spitze des RutschkegelS nach dem Blücherthale zu ist keinesfalls als eine Beförderung des Rettungswerkes anzusehen und wenn in der bisherigen Weife fortgefahren wird, gehen Monate darüber bis man zur eigentlichen Unglücksstätte gelangt. Dem Einwand gegenüber, daß bei einem anderen Vorgehen auch die Arbeiter in Lebensgefahr kommen könnten, ist nur darauf hinzuwetsen, daß bei jedem Brande, Unglücksfällen in Bergwerken, Ueberschwemmung auch die Rettenden sich der Gefahr aussetzen. Glaubt man aber hierzu nicht commandiren zu können, so lasse man die sich freiwillig und aufopfernd bietende Hand zu. Dies für heute! Die 8. Pioniere (C-blcvz) sind heute per Telegraph schon wieder abberufen worden. (N. v-1
— Anno 1546 um diese Zeit müssen die Wasser in Wittenberg, Halle und dort-
und der Freiheit sei!
Versailles, 15. März. Der Minister des Innern, Ricard, ist zum unabsetzbaren Senator gewählt worden.
England.
London, 13. März. Der Lord-Oberrichter Lord Coleridge erklärte heute in seiner Ansprache an die Grand-Jury zu Maidstone, die Assisenanklage gegen den Capitän Kuhn von der „Franconia" wegen fahrlässiger Tödtung werde wahrscheinlich vom Kron-Advocaten im Auftrage der Regierung geführt und der Proceß voraussichtlich nach London verlegt werden. Jede Sache habe ihre zwei Seiten, bemerkte er, und er werde daher nur mit äußerster Vorsicht hierüber sprechen, aber unzweifelhaft sei doch, daß grobe Fahrlässigkeit von Setten des Capitäns der „Franconia" vorliege, der allen Regeln zufolge hätte auswetchen sollen.
London, 15. März. Die Angabe, daß der König von Abessinien bei dem Angriff auf die ägyptische Stellung gefallen sei, hat sich nicht bestätigt. Nach den Reuterffchen Depeschen sowohl wie nach den telegraphischen Berichten von Special - Correspondenten der „Times" und der „Daily News" hat das abessinische Heer einen großen Verlust erlitten, der Großvezir des Königs Johann ist gefallen, und der letztere hat nach der Schlacht in einem eigenhändigen Schreiben an den ägyptischen Prinzen Hassun um Frieden gebeten.
Rußland.
Petersburg, 14. März. Die Nachricht, daß in Folge Ausbruchs von Feindseligkeiten zwischen Japan und Korea und Blokade der Häfen von Korea durch die Japanesen russischerseits beschloffen worden sei, das russische Geschwader in den ostasiatischen Gewässern zu verstärken, wird von unterrichteter Seite für durchaus unbegründet erklärt. Es liegen im Gegentheil authentische Mittheilungen vor, daß die Verhältnisse zwischen beiden Staaten sich friedlich gestalten.
Paris, 15. März. Das Hochwasser der Seine übersteigt dasjenige 1872. Die Jnvaliden-Brücke ist bedroht und der Verkehr auf derselben gesperrt. Die an den Ufern angerichteten Schäden sind sehr bedeutend. Sub- scriptionen zu Gunsten der Ueberschwemmten sind in Anregung gebracht.
Paris, 15. März. Es bestätigt sich, daß der Sultan eine Geldsen du«g von 65,000 Pfd. Sterl., die für die Armee bestimmt war, mit Beschlag belegt und für sich verwandt hat. Berichte aus Konstantinopel erwähnen ähnliche Fälle und fügen hinzu, die Praxis sei bereits eingeführt, daß, wenn der Sultan Geld vorräthig wisse, er seinen Wunsch, dasselbe persönlich zu besitzen, durch ein Bataillon Soldaten überbringen lasse.
Paris, 15. März. Die Gemahlin des Präsidenten Mac Mahon hat die überschwemmten Ortschaften Bercy, Jvry und andere in der Nähe von Paris besucht und Unterstützungen an nothleidende Einwohner vertheilt.
Versailles, 14. März, 7 Uhr 40 Min., Abends. Die heute verlesene Erklärung des neuen Ministeriums wurde in beiden Kammern, namentlich im Senat, günstig ausgenommen. Im Senate brachte der Kriegs-Minister General Cissey den Gesetz-Entwurf, betr. die Armee-Verwaltung, ein; für denselben wurde die Dringlichkeit angenommen. Die Wahlen des Herzogs v. Bro- glie und des Admirals La Ronciöre le Noury wurden für gültig erklärt. Morgen wird der Senat einen unabsetzbaren Senator an Stelle des verstorbenen Larochette wählen. Falls Ricard, welcher hierfür in Aussicht genommen
ist, unterliegen sollte, würde derselbe seine Demission als Minister des Innern nehmen. In der Deputirten-Kammer wurde Faye (Republikaner) mit 236 Stimmen gegen 185, welche der von Gambetta unterstützte Gent (radikal) erhielt, zum Quästor erwählt. Präsident Grevy hielt eine Ansprache an das Haus, deren Inhalt in dem Ausspruch gipfelte: die Versammlung müsse den Beweis liefern, daß die Republik die Regierung der Ordnung, de's Friedens
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Urlauben aufgehört; England ist nur auf dem einen Wege über Emden zu «rreicben Die Linie nach Hamburg ist nicht unterbrachen (über Hamburg wird iekt auch mit Köln verkehrt), wohl aber der weitere Verkehr mit Dänemark. Wie der Neich«-Anz.", dem wir diese Aufstellung entnehmen, mittheilt, sind totort alle" Maßregeln ergriffen worden, um die Linien wieder betriebsfähig zu macken Leider rückt von Schottland her ein neues Barvmeter.Minimum nach Deutschland vor und droht die eben aufgerichteten Stangen wieder umzuwerfen, die kaum geflickten Drähte zu zerreißen. Gerade unter solchen Umständen ist «s erfreulich daß endlich der Anfang zu der Herstellung unterirdischer Leitungen gemacht worden ist. Der „Reichs-Anz." meldet darüber: „Fast in dem- feiben Augenblicke, in welchem wir durch die Verwüstungen, die der hestige Sturm der vergangenen Nacht in den meisten Telegraphenlinien an,«richtet hat, von allen wichtigeren Verbindungen abgeschnitten sind, vollzieht sich ein Ereig- mß deffen Wirkungen darauf berechnet sind, uns in der Folge vor einet solchen Kalamität zu schützen. Bei Halle ist am heutigen Tage in aller Stille der erste Spatenstich zur Herstellung der unterirdischen Telegraphenlinre Berlin-Halle geschehen.
Berlin, 15. März. Im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung erledigte das Abgeordnetenhaus den Etat des Cultus-Ministeriums bis zum Tit. 15, Capitel 125. In einer Abend. Sitzung soll die Berathung dieses Etats fort- gesetzt werden. s£Q0Tgeng. Der Rhein ist seit gestern Nachmittag
hier mehrere Zoll-gefallen, auch von weiter oberhalb bis Mainz und Mannheim hinauf wird ein Fallen desselben gemeldet. Unterhalb Düffeldorf und Ruhrort ist derselbe wenig gestiegen. Auch die Mosel fällt; dagegen ist der Main wieder stark gestiegen.
herum wohl auch schlimm gehaust haben; denn Dr. Marti« Luther, der auf der Reise war, schreibt an seine Käthe wie folgt:
Gnade und Friede im Herrn! Liebe Kätbe, wir sind heute um 8 Uhr zu Halle angekommen, aber nach Eisleben nicht gefahren, denn es begegnete unS eine große Wassertäufertn mit Wasserwogen und großen Eisschollen, die das Land bedeckte; die bräuete uns mit der Wassertaufe; so konnten wir auch nicht wieder zurückkommen von wegen der Mulde, mußten also zu Halle zwischen den Wassern stille liegen, nicht daß uns darnach durstete, zu trinken, sondern nahmen gut Torgauer Bier und guten rheinischen Wein dafür, damit labeten und trösteten wir uns derweil, ob die Saale wollte wieder auszürnen. Denn weil die Leute und Fuhrmeister, auch wir selbst zaghaft waren, haben wir uns nicht wollen in das Wasser begeben und Gott versuchen, denn der Teufel ist uns gram und wohnet im Wasser, und ist besser verwahret denn beklaget, und ist ohne Roth, daß wir dem Papst sammt seinen Schuppen eine Narrenfreud machen sollten. Ich hätte nicht gemetnet, daß die Saale eine solche Sode machen könnte, daß sie über Steinwege und Alles so rumpeln sollte. Jetzo nicht mehr; dann betet für uns und seit fromm; ich halte, wärest Du hier gewesen, Du hättest uns auch also zu thun gerathen, so hätten wir Deinem Rathe auch einmal gefolgt. Hiermit Gott befohlen, Amen. Zu Halle am St. Paulus Bekehrungstage Anno 1546. Meiner freundlichen lieben Käthen Lutherin zu Wittenberg zu Händen. MartinuS Luther, D.
— (Zeichen der Zeit.) Noth lehrt Beten, Stehlen und noch andere Dinge; die herrschende Geldnoth hat neuerdings auch außergewöhnliche Offerten herbeigeführt, wie dies aus folgendem, in einem Berliner Blatte veröffentlichten Inserate heroorgehl. Dasselbe lautet: „Bitte! Bitte! Ein j. Ehepaar, d. b. Ständen angeh., das sich in Geldnoth bef., wünscht sein einziges, zehn Monate altes Kind, wirklich schönes Mädchen, für eine entsprechende Summe Geldes, um sich damit zu retten, zu verschenken. Adr. erb. unt- R 50 poste rest. Dönhossplatz". — Wenn schon die Eltern für Geld ihr „wirklich schönes" Töchterchen „verschenken", dann bietet auch wohl ein in Verlegenheit gerathener Gatte seine Frau öffentlich zum Verkauf auS.
Weitersh ain, 15. März. Auf Ihr Begehren in Nr. 62 d. Blattes, beehren wir uns, Sie zu benachrichtigen, daß in der Nacht vom 12. auf den 13. ein starker Orkan hierorts gewüthet, welcher unberechenbare Schäden angerichtet an Sebaimn und Obstbäumen; selbst in hiesigem Gemeindewald ist der Schaden auf 3000 Festmeter Holz berechnet, was entwurzelt und umgeschlagen ist, darunter Stämme von über 60 Zentimeter Durchm., so auch viele Obststämme dieser Stärke.
Southampton, 15. März. Das Postbampfschiff des Nordb. Lloyd Hermann, Capt- G. Reichmann, ist heute Mittag hier wohlbehalten von Newyork ange- kommen und hat um 3 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 81 Passagiere.
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