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Freitag, den 18. Februar.

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Kießener MHeiger

AMM- unh AmtsAatt für den Kreis Gießen.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition r Schulst ratze, Lit. B. Nr. 18.

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Pr'cis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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geinbe zu seinem rücksichtslosen Vorgehen die

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Posen, 14. Februar. Graf Ledochowsku scheint seine Thätigkeit aus der Ferne beginnen zu wollen. Dies erhellt aus einem an denKuryer Pozn." gerichteten und von diesem an der Spitze veröffentlichten Briefe, in welchem er sicht Mtecislaus, Cardinal-Erzbischof von Posen und Gnesen" unterzeichnet. Derselbe enthält übrigens im Wesentlichen nur Danksagungen für bewiesene Theilnahme und schließt:

Es hat Gott gefallen, mir die Freude zu versagen, während meiner Ab­reise von Ostrowo so viele mir zugeneigte Personen, welche dorr aus allen Gegenden deS Großherzogthums versammelt waren, zu sehen; mag auch diese traurige Erfahrung, wie alle früheren von uns erduldeten Schmerzen, dazu dienen, uns in der Hoffnung zu erheben, im Glauben zu stärken und euren und meinen Entschluß, unfern heiligen Verpflichtungen gegen Gott und Kirche treu zu bleiben, zu potenziren.

Hradysch in Mähren, 9. Februar 1876.

Alle bis jetzt über den ferneren Reiseplan Ledochowsky's verbreitet gewe­senen Gerüchte und Ansichten haben sich nicht bestätigt. Für's Erste sitzt er noch ruhig bei seinem Bruder Anton in Hradysch. Wie übrigens diePolit. Corresp." berichtet, ist in Rom ein Courier Ledochowsky's angelangt, wel cher vom Vatikan Instructionen wegenseines Einzuges in Rom" einholen soll.

Aus Baden, 15. Februar. Der Bnndesraths - Ausschuß hat dem Wunsche Badens nach Belastung bezw. Wiedereinführung des Drei- statt des Fünfpfcnnig-Tarifs für Ortsbriefe in Baden nicht zugestimmt.

Von dem altkatholischen Kirchenvorstand in Pforzheim wurde an sämmtliche altkatholische Gemeinden ein Antrag bezüglich der Aufhebung des Cölibats versendet. Derselbe soll von den einzelnen Gemeinden begutachtet, der diesjährigen Synode unterbreitet werden. Von verschiedenen Seiten wird gemeldet, daß die Trauung des früheren katholischen Geistlichen, Professors Oster in Villingen, mit einer Vürgerstochter von Baden demnächst in Offen­burg stattfinden werde; derBad. Landesbote" hört nun auch von einem an­dern Heiraths - Candidaten: Ein katholischer Militärgeistlicher in Baden soll auf Anfrage bei der höchsten Militärbehörde, ob er seine Stelle behalten werde, wenn er heirathe, eine bejahende Antwort erhalten haben.

Aus Bayern, 15. Februar. Der katholische Volksverein München nahm in einer stattgehabten Versammlung drei Resolutionen an, worin die gegenseitige Befehdung clericaler Organe unter sich, speciell zwischen dem Neuen bayer. Volksbl." und derLandshuter Zeitung" gerügt, ersteres Blatt w Schutz genommen und über die gemäßigte katholische Preste folgendes charak­teristische Verbiet gefällt wurde:Der katholische Volksverein verwirft, so billig er ein maß- und zielloses Dareinschlagen billigen könnte, doch ganz ent­schieden jenes vielfach beliebte und gepriesene System, das unter der Firma: Gemäßigt" im Grunde nur die Faulheit und Dummheit eines saft- und kraft- 1 lofen Philistertums birgt und einen bitteren und gewaltigen Feind, wie er 1 «em katholischen Volke gegenüber steht, mit halben Maßregeln und vermeint- i klugem Nachgeben unschädlich machen zu wollen sich den Anschein gibt, in -

Wien, 16. Februar. Besuche ihrer Schwester

der That aber nur jenem Wege bahnt."

Oesterreich.

Die Kaiserin von Oesterreich wird Anfangs März nach England reisen.

Italien.

Darmstadt, 15. Februar. Für Errichtung eines neuen Gymnasial- Gebäudes in Büdingen ist in dem Hauptvoranschlag für 1876/78 die Summe von 157,000 Mark vorgesehen. In einer besonderen Vorlage hat nun Großh. Ministerium des Innern Pläne und Voranschlag zu diesem Bauwesen der zwei­ten Kammer der Stände vorgelegt. An dieselben ergeht das Ansuchen: für den Posten 3 der Anlage 1a des Voranschlags der außerordentlichen Ausgaben für die Finanzperiode 1876/78 den Betrag von 150,000 Mark zu bewilligen.

Berlin, 15. Februar. Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute ohne Debatte in erster und zweiter Lesung das Gesetz, betr. die Verwendung der in Folge der Abtretung der preußischen Bank an das Reich verfügbar gewordenen Gelder, und verwies hierauf den Gesetz-Entwurf über den höheren Verwaltungs­dienst an eine Commission von 14 Mitgliedern, den Entwurf der Wege-Ord- nung an eine Commission von 28 Mitgliedern. Bei der Debatte über das Gesetz, betr. den höheren Verwaltungsdienst, bemerkte Camphausen in Entgeg­nung auf eine Aeußerung des Abg. Windthorst (Bielefeld), an dem ernstlichen Willen der Negierung, das Gesetz in thatsächliche Wirksamkeit treten zu lasten, dürfe nicht gezweifelt werden; die Regierung hoffe, daß hiermit en; gutes Gesetz zu Stande komme. Am Schluffe der Sitzung kündigte Abg. v. Denzin einen Antrag hinsichtlich des von der Untersuchungs-Commission über das Eisenbahn -Concessions- Wesen erstatteten Berichts an. Uebermorgen soll die Berathung über den Etat stattfinden.

Berlin, 15. Februar. DerPost" zufolge hat sich das Staats- Ministerium in einer Sitzung, welche Samstag den 12. d. Mts. stattfand, mit der Abtretung der preußischen Bahnen und des Aufsichtsrechts über dieselben, an das Deutsche Reich einverstanden erklärt. Vor der Ausarbeitung der be­züglichen Landtags-Vorlage habe jedoch noch ein Vortrag bei dem Kaiser stattzufinden.

Spanien.

Madrid, 15 Februar. General Ouesada meldete der Regierung, daß aus Biscaya vertrieben und die Berge von Elguetas besetzt ; habe. König Alphous wird in Vittoria erwartet. $

' !?,ZEbruar. Der König hat heute die Cortes in Person

' 3" der Eröffnungsrede heißt es: Der übelberathene Prinz Don

' zur völligen Ohnmacht gebracht und kann nichts mehr erreichen.

1 3ch werde mich sofort auf den Kriegsschauplatz begeben, um meinerseits zur Wiederherstellung des Friedens beizutragen. Die Red- bezeichnet die Beziehun­gen zu den auswärtigen Mächten als durchweg fre.iiidliche; auch die Verhand- luugen mit den Verewigten Staaten seien freundschaftlicher Natur; ferner hoffe ' 7 af pr°wpte und befriedigende Lösung der Verhandlungen mit dem Va- « kV ^gierung werde eine genaue Darlegung der durch die Verhältnisse de« Landes so erheblich erschwerten Finanzlage zur Kenntuiß der Cortes bringen. Der bald in Aussicht stehende Friede werde allein im Stande sein, dem Lande neue Hulfsquellen zu verschaffen. Die Thronrede schließt mit einem Appell an den Patriotismus der Cortes, der es ermöglichen werde, das Budget in's Gleichgewicht zu bringen und alle Gläubiger so weit wie möglich zu befriedi. gen ohne jedoch die Entwickelung der Hülfsquellen des Landes zu vernach- Wn: C'iba betreffend sagt die Thronrede: Unsere Ehre und unser Recht sind bedroht, ja compromittirt. 32,000 Mann Truppen wurden in jüngster 3nt dorthin geschickt. Der verheerende Krieg verhinderte nickt die Befreiung v»n 76,000 Sklaven. Wir werden die Integrität Cubas behaupten und dem ganzen Reiche die Segnungen der Civilisation und der Gerechtigkeit sichern. Wn sehen hier die Vertreter aller Nationen des Reiches. Biscaya, Alava, fast ganz Navarra sind unterworfen. Der Carlismus ist innerhalb der höchsten Berge der Pyrenäen eingeschloffen. Die Jnsurrection auf Cuba wird jeden Tag ohnmächtiger. Meine kurze und schwierige Negierung war nicht ohne Nutzen für das öffentliche Wohl. Die Anstrengungen Spaniens, feinen Platz tn der Welt zu behaupten, beweisen, was es erst sein wird, wenn es seine Kräfte nicht mehr mit unfruchtbaren Agitationen vergeuden wird. Der Himmel gebe, daß wir bald den Lohn ernten für unsere schmerzlichen Opfer" Der König wurde beim Eintreten in den Cortes-Saal begrüßt. Mehrere Stellen seiner Rede wurden mit wärmstem Beifalle ausgenommen, besonders bieieniae von der Befreiung von 76,000 Sclaven. 1

Madrid, 15. Februar. General Ouesada hat am 13. d. MtS. einen ^tißen Erfolg gegen die Carlisten gehabt, indem er ihnen die Position von Elgueta entriß, während General Loma El^oibar am Deva-Flusse nahm und Moriones Zumaya besetzte. Die Carlisten sind jetzt aus der Provinz Biscaya und von der cantabrischen Küste verträngt und concenlriren sich in den höchsten Bergen von Navarra.

B-rsagliere, Liberi«, Capitale und Voce della Berit« wurden ?9 bologk, weil sie die Rede abdruckten, welche der General Gari- baldi bei der Einweihung des Denkmals vor Porta St. Pancrazio hielt. - Sella ist am 11. d. Mts., Abends, nach Wien abgereist.

Zäelgien.

l5' I'6 3n der Repräsentanten-Kammer interpellirte Waffe,ge (Rechte) die Regierung wegen der am letzten Sonntag stattaehabten Ruhestörungen m Mecheln. Der Minister des Innern verhieß in der Beant- nwtm'g der Interpellation eine strenge Bestrafung der Schuldigen; er muffe ob-r erst die näheren Berichte darüber abwarten. Kerwyn (Rechte) bezeichnete die liberalen indirect als Urheber der Ruhestörungen und wurde hierdurch eine Ä' horvorgernfe», bei welcher der Deputirte van Humbcck die »ück» ^bhaft angreift. Nach Schluß dieser Debatte wurde die internationale Zucker Convention mit 64 gegen 23 Stimmen angenommen.

England.

London, 15. Februar. Die gestrige Volksverfarninluna in Ereierhall zutu Protest gegen den Sclavenerlaß war sehr zahlreich besucht. Der Haüpt-

Anwesend" btI a6flC°rbnete 8arocct» Mitglieder des Unterhauses waren

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