ammengesetzt, nur ist alS Unterrichts-Minister Carp, als Minister des Aeußern Balacanu. alS Finanz-Minister ©trat eingetreten.
HurLei.
Koustuutiuopel, 11. Februar. Gutem Vernehmen nach bestätigt sich die Nachricht, daß die Pforte die in der Note Andrassy's vorgeschlagenen Reformen definitiv angenommen hat; jedoch will dieselbe den Punkt bezüglich Verwendung der in Bosnien und der Herzegowina aufkommenden direclen Steuern zu Gunsten dieser Provinzen nicht ganz unverändert gutheißen, weil die unverzügliche Ausführung dieses Gedankens als eine Ausnahmemaßregel zum Vor- lheile Bosniens unb der Herzegowina gegenüber den anderen Provinzen des Reiches erscheinen würde. Die Pforte will vielmehr nur zugestehen, daß die zur Ausführung von öffentlichen Arbeiten in Bosnien und der Herzegowina bestimmte Summe erhöht werde. Ein die Ausführung des Projectes anordnendes kaiserliches Jrade wird unverweilt erwartet.
Afrika.
Cairo, 11. Februar. Nach den neuesten Berichten aus Abessinien sind die ägyptischen Truppen bis Gudurati gelangt.
Eingesandt.
Im Jnseratentheile brachte Ihr geschätztes Blatt gestern eine Anfrage rocqeit mehrerer Schulangelegenbetten Da wir der genannten Anstalt gänzlich ferne stehen, so können wir über Nr. 1, — Denunciationen — nicht urtheilen, möchten aber in Betreff der Nummer 2 den geehrten Herrn Einsender darauf aufmerksam machen, datz in einer benachbarten sehr großen Stadt von Seiten der Direction einer der ersten Schulen das Mitbringen von Oost, Butterbrod u. bergt strenge verboten ist. Die Gründe für eine derartige Maßregel sind ebenso vernünftig als einfach zu begreifen. Es fliebt kaum eine Obstsorte nach deren Genuß nicht irgend welche Ueberrefte zu jeweiligen Klagen wegen Verunreinigung des Schulzimmers führen. Brod mit Butter oder Honig hat sehr leicht und sehr oft, wenn auch nur höchst wenig da oder dort ab- fällt, Flecken an und in Büchern und Heften im Gefolge, selbst wenn es die Schüler in extra dafür bestimmten blechernen Kapseln mitbringen, da es ja natürlich nicht darin bleibt. Ein Fettflecken, welchen ein ganz geringe?, auf dem Schultische unbeachtet gelassenes Bröckchen Butter veranlaßt, macht sehr häufig ein schön und sauber geschriebenes Heft unbrauchbar, dessen Verfasser selbst vielleicht gar nichts Eßbares bei sich hatte Die Verfügung, daß nur trockenes Brod oder Wecke mitgebracht werden dürfe«, würde darum durchaus nicht als tadelswerth, sondern als sehr gut und praktisch anzusehen sei.
Ein praktischer Schulmann.
Arankreich.
Paris, 11. Februar. Die mit den Vorstudien für den Tunnel zwischen England und Frankreich beauftragte Commission, die in Paris versammelt war, hat ihre Arbeiten beendigt. Sie einigte sich über alle Punkte und erklärte das'Unternehmen für ausführbar. ,
— Aus Chiselhurst eingetroffenen Nachrichten zufolge ist der Gesundheits- rustand der Kaiserin Engenie ein ziemlich schlechter. Dieselbe leidet an einer täglich wachsenden nervösen Abzespanntheit und muß sich in Folge der zunehmenden Schwäche beim Gehen eines Stockes bedienen. Der Prinz Louis Napoleon soll beabsichtigen, demnächst eine Reise nach Amerika anzutreren.
Paris, 12. Februar. Bei dem Begräbniß der in der Kohlengrube von St. Etienne Verunglückten ereignete sich ein äußerst anstößiger Vorfall. Die 75 Särge waren im Hofe des Hospital- aufgestellt und mit Ausnahme von zehn mit schwarzen Tüchern bedeckt, um sie gegen den Schnee zu beschützen. Die unbedeckten zehn Särge bargen Protestanten; diesen hatte die Hospitalver- waltung das schwarze Tuck verweigert. Erst nach kräftigem Einschreiten des protestantischen Geistlichen und als die Leidtragenden schon anfingen, sich in die Sache zu mischen, wurde nun auch den Särgen, welche Protestanten umschloffen, das schwarze Tuch bewilligt.
England.
London, 11. Februar. Um Unterhaase erwiderte auf eine Anfrage Lord Hartington's der Kanzler der Schatzkammer, Sir Northcote, die Mission Cave's nach Aegvpten sei noch nicht vollendet; er habe aber kein Bedenken, die Eorrespondenz mit dem Khedive über Cave's Ernennung und dessen Instruction bis Montag dem Hause vorzulegen. — Im Oberhause erklärte Lord Derby, er halte es für bester, die von Cave eingegangenen Depeschen vor dessen Rückkehr nach England dem Hause nicht vorzulegen. Lord Cairns brackte eine Bill ein, welche das Oberhaus als höchstes Appellgericht beibehält, aber daS seitherige Verfahren verbessert.
London, 12. Februar. Von zuverlässiger Seite wird gemeldet, daß die Abreise des General-Zahlmeisters Cave bis z«r Ankunft derjenigen britl- schen Beamten in Aegypten verschoben ist, 'welche für Uebernahme bestimmter Aemter bei dem Khedive bestimmt sind. — Die übrigen den Ankauf der Suez Eanal-Actien betr. Documente sind dem Parlamente gestern vorgelegt worden. Dieselben enthalten die Schwierigketten, welche früher dem Kaufe entgegentraten. Im neuen Jahre sind über diesen Gegenstand 170 Schriftstücke gewechselt worden. Ein letzter Anhang enthält die Documente über den Vorschlag des Herrn v. Lesteps aus den Jahren 1871 und 1872 wegen des Verkaufs, den Thiets und Remusat damals gebilligt haben und bezüglich dessen Italien sich bemühte, ein Einverständniß aller See-Mächte herbeizuführen. Die Pforte erklärte indessen, sie werde nicht einmal im Principe den Verkauf der Actien oder eine internationale Verwaltung des Lanals billigen.
Wenn je ein popular-medtcinischeS Werk sich schnell in allen Schichten ber Bevölkerung eingebürgert hat, so ist e§ das berühmte Buch r Dr. Airy'S Naturvetlmcthode. Wie aus den zahlreichen Danksagungen deutlich berooigebt, fanden Tausende Kranke, und darunter Viele, welche angeblich rettungslo- verloren, schnelle und danernde Hilfe. Wir halten es daher für unsere Pflicht, alle Leser auf dies nur 1 Mark kostende, und in fast allen Buchhandlungen vorräthige Werk aufmerksam zu machen.
dankenswerther Bereitwilligkeit Unterstützung für die Schritte zugesagt sei, wellbe der deutsche Gesandte bei der chinesischen Regierung anläßlich des bei Foochow geplünderten deutschen Schroners „Anna" zu thun ermächtigt ist.
ö Straßburg, 10. Februar. Die Universität hat für da« kommende -tahr den Profesior Baumgarten ,um Rector gewählt, den Verfasser der G-. schichte Spaniens in der Hirzel'sch-n Sammlung zur Staatengeschichte der neuesten Zeit. Es wird von diesem Jahr ab der Begum der Rectora.sfunctto^ neu mit dem Jahresfeste der Universität tm Mai zusammenfallen, bis dahin
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fäcfer welcher Straßburg verläßt, um in Göttingen den Historiker Wa,tz zu erleben^ trttt Prof" Schesier-Boichorst, bekannt durch sein- kritischen Unter, suchung'en zur Geschichte der Staufen und dnrch seine Kritik florentinischer Geschichtsquellen.
Hesterreich.
Wien, H. Februar. Der volkswirthschaftliche Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat mit 16 gegen 8 Stimmen die rumänische Handels-Convention angenommen; Seitens der Minorität sind zwei Anträge auf Vertagung resp. auf Ueberaang zur Tagesordnung angemeldet.
Pesth, 12. Februar. Dem „Pesther Lloyd" wird von zuverlässiger Seite die Mittheilung gemacht, daß die Gerüchte, welche eine Besetzung von Bosnien durch österreichisch-ungarische Truppen, als im Plane Andrasiy's gelegen bezeichnen, jeder Begründung entbehren. Ebenso seien die Details, durch welche die Gerüchte unterstützt werden, entweder absolut unwahr, vollständig entstellt, oder tendenziös übertrieben.
Schweiz.
Bern, 12. Februar. Mit Rücksicht darauf, daß über 30 000 (33,729) gültige Unterschriften für das Begehren einer Volks-Abstimmung über da, Banknoten-Gesetz vorliegen, hat der Bundesrath heute den Beschluß gefaßt, die Abstimmung auf Sonntag den 83. April anzuberaumen.
Spanien.
Madrid, 11. Februar. Die Regierungs-Armee hat durch Abgabe einiger Kanonenschüsse auf die Festung Estella ihre Absicht, das Bombardement zu eröffnen, angezeigt; der General Primo de Rivera hat jedoch, ehe mit dem Geschützfeuer weiter vorgegangen wird, noch einen Aufschub bewilligt, nm dem unbewaffneten Theil der Einwohnerschaft Zeit zum Abzüge zu lassen.
Rußland.
Peter-burg, 11. Februar. In einer Besprechung der bei Eröffnung des englischen Parlament- gehaltenen Thronrede erklärt das „Journal de St Petersbourg" seine Zustimmung bezüglich der Ansicht der englischen Regierung, daß sie sich ihre Actions-Freiheit in der orientalischen Frage bewahrt habe; es wird ferner hervorgehoben, daß die orientalische Politik Englands durch den Ankauf der Suez-Canal-Actien eine Modificatio» erfahren habe, und schließlich bemerkt, das Einvernehmen aller Mächte sei das beste Actionsmittel.
Rumänien.
Bukarest, 11. Februar. Der Senat hat dem seitherigen Minister- Präsidenten Catargiu ein Vertrauens-Votum dargebracht und ist Letzterer in Folge dessen wiederum mit der Neubildung de- Cabinets betraut worden. Das neue Cabinet ist bezüglich der Mehrzahl der Portefeuilles wie das frühere zu-
Frankfurt, 9. Febr Für alle Hausbesitzer dürfte der Ausgang eines Prozesses wegen eines Hausschlüssels von Interesse fein. Ein Miether klagte gegen seinen Hausherrn auf Herausgabe eines Hausschlüssels. Letzterer machte verschiedene Einwendungen; er hob namentlich hervor, daß der Miether daS Haus nicht ordnungsmäßig beim Nachhausekommen schließe, mithin die Gefahr des EinschleichenS von Spitzbuben vorliege; dem Kläger die Möglichkeit gegeben sei, auch ohne Hausschlüssel in seine Wohnung, mit Benutzung der Wirthschaftsraumlichkeiten, zu gelangen, und schließlich sei ein Portier angestellt, welcher angewiesen sei, ohne Sperrbatzen jedem Hausbewohner zu öffnen. Das Gericht schloß sich jedoch diesen Einwendungen, Kläger habe genugsam Gelegenheit, ungestört in seine Wohnung zu gelangen nicht an, sondern erkannte, daß der Hausschlüssel ein nothwendiges Requisit sei, dessen Vorenthaltung den Miether in dem freien Gebrauch seines öogis behindere, und verfügte, daß Beklagter dem Kläger innerhalb acht Tagen einen Hausschlüssel zuzustellen habe, andernfalls könne derselbe sich einen solchen auf Kosten seines Miethsherrn anfertigen lassen.
— Man meldete kürzlich aus Paris die Ankunft Joseph Ioung's des zweiten Sohnes des Mormonenpropheten Brigham Aoung, der angeblich nach Europa geflohen sei, weil ihn sein Vater am nämlichen Tage mit 5 Frauen habe verheirathen wollen. Letztere Angabe wird indeß von einer Person, die früher längere Zeit mit Herrn £)oung jun. auf vertrautem Fuße verkehrte, als höchst unwahrscheinlich bezeichnet. „Herr Joseph $ounQÄ, so schreibt der betreffende Gewährsmann, „ift ein Gentlemmn, her wegen ferner eleganten Toumüre und liebenswürdigem Wesen bet Männern und Frauen immer sehr beliebt war, sich aber auch allezeit ior dem schönen Geschlecht ebenso wenig gefürchtet hat, wie vor dem starken- Im Gegentheil muß es wohl als Beweis außerordentlichen MutheS anerkannt werden, wenn dieser junge Mann, — wie er wirklich bereits gethan! — die ganze erste Classe der höheren Töchterschule zu Ulh» heirathcte. Die 5 Frauen, von denen der Pariser Reporter wissen will, müssen entweder alt und häßlich oder — erfunden sein, denn vor 5 hübschen jungen Damen würde Joseph Young nicht davonlaufen.
Mainz, 9. Febr. Vor nicht langer Zeit kaufte ein Fuhrmann aus der Pfalz ein Pferd, welches er schon früher in seiner Eigenschaft alS Fuhrknecht führte und, wie man erfährt, oft mißhandelte. Heute früh, als der mit Wein beladene Wagen desselben an einem Wirthshause in der Holzstraße stand, behandelte der Fuhrmann bei der Futterverabreichung daS Pferd wieder sehr unzart, indem er ihm mit dem Peitschenkolben nach den Augen schlug. Aber mit Blitzesschnelle hatte daS Pferd seinen Quäler mit den scharfen Zähnen an Nase und Kinn gepackt und beide so zugerichtet, haß möglicher Weise an deren Restaurirung die Kunst der geschicktesten Chirurgen scheitern dürfte. (M. Tagbl.)
Dresden. Von glaubwürdiger Seite wird mitgetheilt, daß von dem Gläubiger einer größeren, j^tzt im Concurse befindenden Restaurants der inneren Stadt eine Forderung von 1050 Mark für geliefertes — Pferdefleisch! angemeldet worden ist.
(Falsche Zwanzigmarkscheine.) Am Mittwoch wurden auf dem Bureau der deutschen Bank in Berlin die ersten falschen Zwanzigmarkscheine angehalten. Sie befanden sich unter einer größeren von London kommenden Menge richtiger Zwanzigmarkscheine und waren an dem sehr mangelhaften Wasserzeichen, sowie dem unreinen D'amantdluck ber Strafandrohung leicht erkennbar. Sie wurden sofort der ReichS- hauptbank alt falsche vorgezeigt, daselbst photographirt, mittelst Durchstechens ent- werthet und der Deutschen Bank zurückg geben, welche ihrerseits sie unter Reklamation an das bezügliche Londoner Haus zurückschickte.
— Die falschen Zwanrigmarkscheine, deren Vorkommen wir bereits signalisirten, unterscheiden sich von den echten vornehmlich dadurch, daß in der Zeile „Gesetz vom 11. Juli 1874* hinter der Zahl 11 der Punkt fehlt, der bei den richtigen vorhanden ist. Sonst sind die Falisifikate sehr gut gearbeitet und von den echten nur bei sorgfältigster Prüfung zu unterscheiden.
Herrnstadt, 6. Febr. (Ein furchtsamer Dieb.) In einer der letzten Nächte Ende des vorigen Monats wurden einem Gaftwirth zu Gimmel 675 Mark gestohlen. Nach einer von dem Bestohlenen sofort unternommenen kleinen Reise verbreitete sich daS Gerücht, der Gastwirth sei bei einem Hexenmeister gewesen und habe von diesem die feste Zusicherung erhalten, er werde binnen 3 Tagen den Dieb entlarven. Dieses wohl absichtlich weit und breit kolportirtc Gerücht war von größter Wirkung, denn ; der Dieb, welcher sich nicht gescheut hatte, um zu dem (Selbe zu gelangen, sogar bas Schlafzimmer de- Wirths zu passiren, fürchtete die Macht des Hexenmeisters, und das Gelb wurde vollzählig an einem ber letzten Abende vor ber Hausthür gefunden
i Rostock, 6. Febr Eine seltene Jubilarin ist die Ehefrau deS hiesizen Schuh- macherS Becker, die dieser Tage ihre silberne Hochzeit zum -• zweiten Male feierte.
. Sie hat bereit- mit ihrem Manne erster Ehe dasselbe Fest begangen.
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