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Erscheint täglich mit Ausnahme deS MorrtergK. Expeditiottr Schulstraße, At. B. Nr. 18.

PreiA vierteljährlich 2 N^ark 20 Pf. mit Arinaerlohn.

Durch die Poft de-ogen vierteljährlich 1 Mar? ffo Pf.

nsten.

25 Pf. an

»n Wolle,

' Damen

M. 1.50.

Gießen, am 12. September 1876.

Bet reffend: Die Einsendung der Waisenbüchsengelder für 1875/76.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Mendorf a. d. Lda., Beltershain, Bettenhausen, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Klein-Linden, Londorf, Lumda, Nieder-Besstngen, Obbornhofen, Odenhausen, Rüddingshausen, Saasen, Staufenberg, Steinbach und Weickartshain.

Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Verfügung vom 1. I. Mts. in Nr. 205 des Anzeigers, binnen drei Tagen.

____________________________________________ v. Röder.____________________

Bekanntmachung.

Der Glasermeister Heinrich Keck hat um die Erlaubniß zur Aufstellung einer Dampfmaschine auf feiner am Neuenwegerthor in Giehen gelegenen Be­sitzung angesucht.

Etwaige Einwendungen gegen dieses Vorhaben sind binnen 8 Tagen bei der unterzeichneten Behörde, bei welcher auch Plan und Beschreibung der Dampfmaschine ic. eingesehen werden können, bei Meidung des Ausschlusses vorzubringen. (4733

Gießen, am 12. September 1876.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder.

jetzt nur pelt M, (4720

Gefundene G e g e n st ä n d e:

1 Cigarrenspitze, 1 Säbelscheide, 1 silberner Ring mit Goldplättchen, 1 Brille, 1 Hufeisen, 1 Unterrock und 1 weißleinenes Tuch, 1'Päckchen Leinwand, 1 Wechsel­stempelmarke, 2 Portemonnaies, 1 Schirmchen, 5 Spalten Holz.

Zugelaufen: ein schwarzer Dachshund mit gelben Füßen.

Gießen, am 12. September 1876.

Großherzogliche Polizeioerwaltung Gießen.

__________________________ Fresenius.

politischer H h e i t.

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Darmstadt, 9. Septbr. Auf Anregung des Handelsvereins ist eine Vereinigung von Geschäftsleuten zu dem Zwecke projectirt,um gegenüber den, namentlich in der Lebensmittel-Branche, häufig vorkommenden Fälschungen, solche Maßregeln zu vereinbaren, welche geeignet find, die Polizeibehörde in der von ihr auszuübenden Controle zu unterstützen und dadurch einen wirksa­meren Schutz des Publikums zu ermöglichen." Es wäre wünschenswerth, wenn das Beispiel überall Nachahmung fände.

Darmstadt, 10. Septbr. Der den Ständen zugegangene Gesetz-Ent­wurf in Betreff der Besteuerung der Bergwerke bestimmt in Art. 1, daß die Regolitätsabgabe von Bergbauproducten, soweit sie noch besteht, mit Wirkung vom 1. Juli 1876 an aufgehoben ist. Der Bergbau auf die in Art. 1 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 bezeichneten Mineralien unterliegt nach Art. 2, außer den übrigen bestehenden Steuern, einer Grubenfeldabgabe, welche nach Art. 3 des Gesetz-Entwurfes für jeden vollen Hektar eines verliehenen Grubenfeldes auf 8 Pfennige festgesetzt wird. Bruchtheile der Hektar-Maßein­heit werden nicht berechnet, dagegen aber wird der Minimalsteuersatz von 3 Mark für kleinere Grubenfelder angenommen. Nach Art. 4 wird die Gru­benfeldabgabe vom Jahre 1877 an für alles bis Ende 1876 verliehene Berg- werkseigenthnm erhoben und ist mit. Anfang jedes Kalenderjahres fällig. Reklamationen gegen die Grubenfeldabgabe sind innerhalb einer unerstrecklichen Frist von zwei Monaten nach erfolgter Anforderung bei der oberen Bergbehörde anzubringen, dürfen jedoch die Zahlung der angeforderten Abgabe nicht auf­halten. Die Grubenfeldabgaben genießen nach Art. 6 des Entwurfes das Vor­zugsrecht der directen Steuern und werden im Ausstand bleibende Beträge derselben nach den Vorschriften für die Beitreibung der directen Stenern beigetrieben.

Berlin, 10. Septbr. Sämmtliche Morgenblätter bringen übereinstim­mend folgende Mittheilung:Die vom Staatsgerichtshof beschlossene Verneh-. mung des Ex-Präsidenten der französischen Republik, Herrn Thiers, in dem Landesverraths-Processe gegen den Grafen Arnim hat in der Preffe schon viel Staub aufgewirbelt. Schließlich war nachgelassen worden, daß Herr Thiers durch Requisition französischer Gerichte unter Zuziehung des Angeklagten, resp eines seiner Vertheidiger, vernommen werde. soeben in letzter Stunde hat die Ober-Staatsanwaltschaft gegen die commiffarische Vernehmung protestirt, und zwar als unerheblich, weil der Zeuge nicht über Thatsachen, sondern nur über llrtheile vernommen werden solle. Der Staatsgerichtshof hat bis jetzt über diesen neuesten Protest einen Beschluß nicht gefaßt. Derselbe wird aber in den nächsten Tagen nicht allein wegen dieses Punktes, sondern auch zur Berathung über die neuesten Anträge der Vertheidigung zu einer geheimen Sitzung zu- sammentreten."

Berlin, 12. Septbr. General-Feldmarschall v. Manteuffel ist, wie der Reichs-Anz." meldet, gestern Nachmittag von Varzin hierher znrückgekehrt. DieKreuz-Ztg." will wiffen, er sei heute früh nach Merseburg weitergeretst.

Fulda, 9. Septbr. Daß wir hier in der Stadt des heil. Bonifacius

bisher noch kein Wunder hatten, war eigentlich schon an sich ein Wunder. Nun aber wird wohl in der nächsten Zeit diesem Mangel abgeholfen werden. In dem Klostergebäude auf dem Frauenberge will man in tiefdunkler Mitternacht ein hell erleuchtetes Fenster schon zu wiederholten Malen bemerkt haben, wel­ches in lateinischen Ziffern die Jahreszahl 1877, mit drei Ausrufungszeichen versehen, tragen soll. Zwar hat man den Entdeckern dieses Wunders clericaler- seits verboten, etwas davon weiter zu erzählen, indeß verbreitet sich ja Alles Mirakulose durch Geheimthuerei am schnellsten, und so ist auch dieses Wunder schon in aller Leute Munde.

Erfurt, 9. Septbr., 5 Uhr. Heute Morgen um 11 Uhr ist die Gar­tenbau-Ausstellung eröffnet worden. Die Kaiserin Augusta ist soeben auf dem Ausstellungsplatze angekommen und mit Jubel empfangen worden. Sie äußerte ihre höchste Zufriedenheit. Das Wetter ist besser als am Morgen. Die Rück­fahrt der Kaiserin nach Merseburg ist auf 5 Uhr festgesetzt.

Straßburg, 6. Septbr. Diesen Morgen um 7 Uhr wurden viele Familienväter, deren Söhne einen Entlasiungsschetn erhalten, oder nach erfolg­ter Emancipation für Frankreich optirt, oder auch ein drittes Bürgerrecht er­langt hatten und sich gegenwärtig in Straßburg befanden, um daselbst ihre Ferien zuzubringen, auf 9 Uhr auf die Polizei geladen, wo man ihnen anzeigte, ihre Kinder hätten binnen drei Tagen das Gebiet von Elsaß-Lothringen zu verlaffen. (W. St.-A.)

Oesterreich

Wien, 12. Septbr. Zwischen den Cabinetten ist ein Jdeen-Austausch über eine Revision des Pariser Vertrags cingeleitet. Mehrere Stellen deffelben sollen eine Abänderung erfahren. England beabsichtigt nochmals den An­trag auf eine Waffenruhe in Konstantinopel zu stellen; die übrigen Großmächte sollen diesen Schritt unterstützen. In Belgrad wurde gestern der Namenstag des Czars demonstrativ gefeiert.

Pefih, 10. Sepibr. Alle Mächte haben einmüthig den Waffenstill­stand auf einen Monat und die Ausdehnung desselben auf Bosnien und die Herzegowina empfohlen.

ArarrLreich.

Paris, 10. Septbr. Bei der militärischen Meffe, welche Ducrot für sein Armee-Corps veranstaltete, hielt der Bischof von Nevers eine donnernde Rede gegen die Republikaner, in der es u. A. hieß:Danken wir zuerst dem tapfern General, der, nachdem er den äußern Feind bekämpft, sich nicht fürch­tete, gegen den inner« Feind zu marschiren. Mögen sie kommen, diese frechen Reformatoren, und mögen sie mit «schrecken gewahren, was unser Frankreich noch ist." Schließlich erscholl es :Wenn eure Enkel auch über eure Laufbahn gefragt werden, so könnt ihr mit edlem Stolz sagen: Am 3. September 1876 waren wir ans dem Berg Beuvray und wohnten der militärischen Messe bei." Nach den eingelaufenen Berichten ist die Getreideärnte in Frankreich eine gute in 42, eine mittelmäßige in 39, eine schlechte in 5 Departements.

Wie Berichte aus Neu-Caledonien melden, ist der Marine-Infanterie«