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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags» Expedition r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit'Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark S0 Pf.
Amtlicher H H e i k.
Durchschnittspreise im Monat November 1876.
afer Mk.: 19, 84; Heu Mk.: 12,00, und Stroh Mk.: 12,26 per 100 Kilogramm.
Hefeen, den 7. Dec. 18/6. Großherzogliches KreiSamt Gießen,
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die Frage über den türkischen Sclavenhandel der Conserenz in Konstantinopel zu unterbreiten.
Deutschland.
Berlin, 8. December. Gortschakosss Erklärungs-Note ist den russischen Vertretern zugegangen. — Unter Hinweisung auf die unvermeidliche Besetzung Bulgariens wegen der Durchführung der Reformen und Verhütung neuer Greuel soll England selbst der Pforte angerathen haben, einer derartigen Occupation nicht zu widerstreben. — Es gehen Gerüchte von einer österreichischen Besetzung Bosniens und englischen Besetzung Konstantinopels.
Oesterreich.
Anglaud.
Loudon 8. December. Am 12. December wird eine Versammlung der Gläubiger der Dairah-Anleihe staitstnden, der Göscheu ^^° '»en w^d. Der britisch- Antislaveu-V-rein beabsichtigt den Kaisern von Deutschland O st f reich und Rußland, dem König von Italien und MacMahon überreichen, durch welche dieselben ersucht werden, ihre Vertreter anzuweise,,
Petersburg, 8. December. Um von hier aus Schwierigkeiten und Verzögerungen in den Conferenz-Verhandlungen so weit als thunlich zu vermeiden. bat man diesieits Jgnatieff große Actionsfreiheit gelaffen.
Riaa 7. December. Die Riga'sche Telegraphen-Agentur meldet aus Dünaburg daß der Eisenbahn-Güterverkehr nach Wilna und Warschau von morgen ab bis auf Weiteres eingestellt werden wird, und nur noch Personen- züge verkehren.
Türkei.
Konstantinopel, 8. December. Sieben Mitglieder der Conserenz hatten einzeln unter sich mehrere Besprechungen, besonders hatte der Marqms v. Salisbury eine lange Unterredung mit Jgnatieff. Die eigentlichen Pralt- minar-Conferenzen beginnen erst später. Außer Salisbury werden noch andere Bevollmächtigte vom Sultan in Privat-Audienz empfangen werden. Die türkischen Minister und die Botschafter besuchten gestern Salisbury, brr heute Audienz beim Sultan hat. Gestern sand auf der österreichischen Botschaft em diplomatisches Diner statt. Die Vorbesprechungen werden einige Tage dauern. Die Nachricht von der bevorstehenden Ersetzung des türkischen Geschäftsträgers m Berlin, Turkhan Bey, durch den Staatsrath Kian Bey ist unbegründet.
Nrrwänien.
Wien, 6. December. Der „Neuen Fr. Pr." zufolge ist in Russisch- Polen eine neue Recruten-Aushebung bevorstehend. Zur Förderung des russischen Anlehens würden Zwangsmaßregeln angewandt.
Wien, 7. December. Im Abgeordnetenhause wurde heute bie General- Debatte über das Budget geschloffen. Der Finanzminister de Pretis widerlegte in längerer, aber beifällig aufgenommener Rede die im Lause der Debatte gegen die Regierung vorgebrachten Anschuldigungen, indem er eine Besserung der volkswirthschaftlichen Verhältmffe, und daß der österreichische Credit unerschüttert sei, nachweist. Er protestirte entschieden gegen die in der Debatte gefallene Aeußerung, daß eine Zins-Reduction bevorftehe. Bezüglich des Ausgleiches mit Ungarn solle man, bevor man ein Urtheil fälle, erst den Erfolg abwarten. Der Minister v. Lasser erklärte unter lebhaftem Beifall des Hauses, daß gelegentlich der Besprechung des Ausgleiches mit Ungarn und insbesondere der Bank-Frage Seitens der österreichischen und ungarischen Minister m Gegenwart des Monarchen allerdings eine Differenz bezüglich der gemachten Vorbehalte constatirt worden, doch wurde documentarisch sichergestellt, daß von keinem Theile eine tnala fides vorwaltete, sondern von beiden Seiten bona fides vorgegangen wurde.
— In der heutigen Abendsitzung nahm das Abgeordnetenhaus mit allen gegen 7 Stimmen den Budget-Entwurf des Ausschuffes als Grundlage für die Svecial-Debatte an. _ ™ €
__ Die „Polit. Corresp." meldet aus - Scutan : Derwisch Pascha be- drobte die Miridit-n mit Gewalt, um sie zu zwingen, mit der Türkei gemeinsame Sache zu machen. Diese Maßregel brachte eine contraire Wirkung hervor, die Miriditen beschlossen. definitiv mit Montenegro zu gehen.
Wien, 8. December. Die kiesigen Blätter bekunden einmuthig den günstigen Eindruck der jüngsten Erklärungen des Fürsten Bismarck. So schreibt das „Fremden-Blat," : Die offene Anerkennung der Gemeinsamkeit der ^rteresien finde in allen politischen Kreisen den lebhaftesten Widerhall. Mehrseitig wird mit Genugthuung hervorgehoben, daß die Constatrrnng der Existenz des Drei-Kaiser-Bündnifles aus dem Munde Bismarcks eine ’^aSe,'be.^‘b”s legung der Spcculationcn sei, welche auf Zerwurfniffe zwischen den drei Mäch^ ten rechnen. Oesterreichs Politik finde so in der offene» Anerkennung Seitens des mächtigen Nachbarstaates ihre sicherste Gewähr, in der eigenen Kraft des 9leld)f^a6” ^t7en^^'m6®d’ Heute fand kein Studenten-Erceß statt. Wegen der früheren Exceffe wurden 6 Maler-Akademiker und 8 Studenten polizeilich bestraft und einer dem Landesgericht überwiesen.
«S-fik 7. December. Der Vertreter Oesterreichs tn Belgrad ist ange- wiesen wo.den, wegen der Verletzung der diesseitigen Territorial - Hoheit durch die von der serbischen Polizei an Bord des Dampfers „Radetzky vorgenom- mkneu frandlungen energisch Satisfaction von Serbien zu begehren. Zur Unterstützung der Reclamation werden zwei Monitors nach Semliu entsendet. - Die Meldung eines Wiener Blattes, Oesterreich hab- die Occupation Bosniens beschloffen, ist sicherem Vernehmen nach unbegründet.
Raausa 7. December. Die Demarcations-Comnussäre meldeten ihren Reaiernnaen den Abschluß ihrer Ausarbeitungen. Montenegro genehmigte die V p i irn von Niksic aus zwei Monate für 3000 Personen. In der Herzegowina und Bosnien finden stark- türkische Truppen-Bewegungen statt.
Petersburg, 6. December. Nach aus Moskau hier vorliegenden Nachrichten ist der Ober-Commaudirende der ociiv-u Armee, Großsüist Nikolaus Nikolajewitsch, dort von der Bevölkerung enthusiastisch empfangen worden. Der Großfürst b- gab fick nach Begrüßung durch die Spitzen der Militär- und Civil- behörden mit snnem Stabe in das Kloster von Troizka Sergz-w, wo dcr Archimandrit den Großfürsten und den Stab segnete. Daraus begab sich der Großfürst mit dem General Gouvermur, Fürsten Dolgorucki, zur Kathedrale des Erzengels Michael, zum Tschudowa-Kloster und endlich zur Uspenski-Kathe- drale, wo er von der gesammten Geistlichkeit empfangen und von dem Metropoliten gesegnet wurde. Nachdem der Großfürst alsdann den Kreml besucht hatte, fand bei dem Fürsten Dolgorucki ein Frühstuck statt, be, welchem derselbe einen Toast auf den Großfürsten ausbrachte, der mit den Worten schloß^ Es ist eine große Ehre für mich, daß der Feldherr des russischen Kriegsheeres aus meinen Hause zu seinen Waffenthaten auszieht.» Bei der Abfahrt vom Kursker Bahnhofe halte sich eine große Volksmenge eingefunden. - Der Adel des Don'schen Gebietes und der von Tula haben Ergebenhelts-Adreffen an den
Italic».
Florenz, 7. December. Prinz Louis Napoleon besuchte heute den König Victor Emanuel, dieser machte sodann mit dem Prinzen der Kaiserin Eugenie einen 7. December. Der Cardinal Linconti hatte gestern Abend eine
lange Audienz beim Papste und wurde heute officiell von demselben empfangen, worauf er den Eid leistete.
Außland.
Bukarest, 7. December. Unter der Bevölkerung, insbesondere der der Donau-Städie, ist -ine Panique vor der sofort zu -rwartend-n Invasion d-r Türken eing-riff-n; viele Familien flüchten. Das „Romanul brachte gestern und heute berubigende Artikel, in welchen d.e Furcht vor eurer türkischen Invasion als nnbegründet bezeichnet wird, da die Beziehungen Rumäniens und der Türkei die allerbesten seien.
Amerika.
New-Uork, 7. December. Der Republikaner Chamberlain wurde feierlich als Gouverneur von Süd-Carolina -ingefetzt.
Dermiscdte-.
- Laut einer Publikation am schwarzen Brette der Universität Königsberg hat hör nfrthenitfrfaf (^onat btc Burschenschaft ,,A rminia aufgelöst. Man erfahrt, day mehrfache Duelle mit lebensgefährlichen Waffen (Pistolen rc), welche Mttglteder d« genannten Verbindung eingegangcn sind, den Grund dieser strengen discipltnar Ischen Maßregel bilden.


