Italien.
Rom. Man schreibt der „Perseveranza" : „Als der Kaiser Wilhelm „och in Mailand war, drückte er eines Tages gegen die Kronprinzessin Margarethe den lebhaften Wunsch aus, ihr Bild in größerem Maßstabe zu besitzen. Die Prinzessin versprach es mit der ihr eigenen Liebenswürdigkeit und sendete ihm vor wenigen Tagen in der That ihr von einem vorzüglichen Künstler gemalte«, lebensgroßes Portrait in einem pracktvollen Rahmen. Kaiser Wilhelm schickte gleich nach Empfang des anmuthigen Geschenkes folgendes Telegramm: „An Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Italien. Für die Erhörnng meiner Bitte, Ihr Bild zu besitzen, drücke ich Ihnen im höchsten Grade meinen freundlichsten Dank für das prachtvolle, große Portrait aus, weiches mir eine der angenehmsten Ueberraschungen bereitet hat und wofür ich Ihnen, eingedenk der in Mailand zugebrachten unvergeßlichen Tage, dankbar die Hand küsse."
England.
London, 6. Februar. Der Prinz von Wales kam am 4. d. Mts.. Abends, in Jeypore an und hielt mit großem orientalischem Pomp seinen Ein- zug in die Stadt. Der Prinz und der Maharadschah saßen zusammen au einem reichgeschmückten Elephanten, der von Fackelträgern umgeben war. Die Stadt war mit venetianischen Masten und Flaggen geschmückt. Dichte Men schenmassen füllten die Straßen und begrüßten den Sohn der „Kaiserin von Indien" mit großem Enthusiasmus.
— Das Kanvnenboot „Cherub" wird in Kurzem in Harwich stationir werden. Diese Maßregel ist augenscheinlich ein Resultat des Schiffbruches des „Deutschland", da das Book aller Wahrscheinlichkeit nach Schiffen in bedrängter Lage Beistand leisten dürfte, wenn dies nothwcndig sein sollte.
Rumänien.
Nürnberg, 7. Februar. Der Gruben - Strike in Stockheim ist bc.n- digt. Die Mehrzahl der Arbeiter ist mit einer Herabsetzung des Lohnes um 10 pCt. zusrieben. Die Gensd'armerie-Berstärkung ist abgezogen.
Stuttgart, 8. Februar. Wie dein „Schw. Merkur" aus Rom geschrieben wird, erhielt Cardinal Hohenlohe sofort nach seiner Ankunft die Mit- theilnng, daß der Papst ihn am andern Tage empfangen wolle. Bei diesem Empfange blieb Hohenlohe zwei Stunden im Cabinet des Papstes ohne Anwesenheit einer dritten Person. Der deutsche Botschafter v. Keudell hat dem Cardinal Hohenlohe schon wiederholt Besuche gemacht.
Kossand.
Haag, 7. Februar. Nach einem hier eingegangenen Telegramm ans Atschin vom 1. d. Mts. setzten die holländischen Truppen ihre Operationen gegen den District Molin fort. Die Campongs Daro und Ohlesoe wurden nach heftigem Widerstande genommen; der Häuptling des Campong Daro hat seine Unterwerfung angeboten. ,
Frankreich.
Paris, 8. Februar. Eine den Zeitungen zugegangene amtliche Mittheilung bezeichnet die umlaufenden Gerüchte über angebliche Mobilisirung eines Armee-Corps zu Manöver-Zwecken als ffder Begründung entbebrend und fügt hinzu, jene Gerüchte seien offenbar lediglich in speculativer Absicht erfunden; den Zeitungen, welche die Gerüchte verbreitet hätten, stehe gerichtliche Verfolgung in Aussicht.
Lille, 7. Februar. Gambetta sprach gestern dahier vor einer Wablcr- Versammlung. Er bemerkte u. Ä.: die erwählten Senatoren seien der großen Mehrzahl nach gemäßigte Anhänger der Repnblik, so wie man es wünschen müffe, um den Zaum herzustellen, welcher für demokratische Republiken unumgänglich nöthig sei.
guter Pflege befindet. Leider ist ci bis jetzt den uinsasiendsten Maßregeln der Polizei mcht gelungen, der Verbrecherin habhaft zu werden
Mainz, 3. Fcbr. In der verflossenen Nacht fanden einige Männer im Mün- sterthorbogen auf dem Heimwege vom Garten,elde einen Herrn in cmcm Zustande, welcher anfänglich bedenklich erschien, heute jedoch glücklicherweise durch ärztliche Hülfe beseitigt ist; der fragliche Herr war nämlich, als er im Münsterbogen angekommen war, von dem träumerischen Wahn befangen, als ob er zu Haute fei,. in welchem Wahne er sich entkleidete und — zu Bette legte. Allem die Fedruartemperotur machte ihre Rechte geltend und der gute Mann war bereits halb erstarrt; man erkannte ihn zum Glücke und bl achte ihn schleunigst nach Hause, wo er zwar jetzt außer Gefahr chwebt, aber gewiß noch manchmal an das „Nachtlager vom Münstenhorbogen" >enk<n wird.
Heidelberg, 2. Febr. «Der in Fol?,e eines Hundebisses an der Tollwuth e krankte junge Mann ist heute Morgen durch den Tod von seinen schrecklichen Leiden befreit worden.
Seelow, Proo. Brandenburg, 27. Jan. Ein schönes Schauspiel wurde den hiesigen Bewohnern heute Mittag geboten Bei dem Eisenbahnbau auf der Strecke Wriezen-Frankfurt a. O- hat oer Bauunternehmer Mudia auf seiner Strecke von hier nach Friedeisdorf einen starken Lehmflötz Behufs leichterer Lösung des Bodens gesprengt. Hierzu wurde ein Stollen von 41 Meter Länge unter den Berg e-ngelrieben, mit 7 Se tenminen versehen und letztere mit 20 Gentner Pulver geladen. Punkt 12 Uhr wurden diese Ladungen elektrisch gezündet, und ein großartiger Anblick bot sich oen Zuschauern dar: der ganze Berg b.wegte sich unter dumpfem Knall mit bedeutender Eld^schütterung, die Oberfläche hob sich etwa 2 Fuß hoch und klappie wieder in sich zutaiumen. Das Ganze war das Werk eines Augenblickes, und ist die Sprengilng als eine wirklich gelungene zu betrachten.
Ikemel, 1. Febr W'e der K. H. Ztg. mitgetheilt wird, circulirt in Stadt und Kieis Memel eine Petition an die Frau Kronprinzessin des Inhalts: „Es wolle Ew. Königl. Hoheit gnädigft gefallen, die Feststellung deutscher Moden in höchstdero Königl Hand zu nehmen. Ew Königliche Hoheit werden sich sehr bald überzeugen, daß diese Moden sofort für Deutschland allein maßgebend jein, sowie diesem unserem theuren Vaterlande Tausende an Frauenleben und Millionen an Reichsmark erhalten bleiben werden "
— Ein Sonntagsjäger, der niemals traf, erzählte immer viel von feinen großen Thaten auf der Jagd. „Hören Sie," sagte Jemand zu ihm, „geben Sie mir einen Thaler und ich will den ganzen Tag Ihr Hase fein!"
Aus Berchtesgaden wird berichtet, daß der Königssee ganz zugefroren und für Schtttschuhfahrer und Schlittenfahrer profitabel ist. Der Schiffmerster hält Holz- schlitten mit je einem Holzknecht bereit, welcher in % Stunden bie Besucher über die Eisfläche nach St- Bartl.olmä fahren, wo um halb 2 Uhr täglich 150 Hirsche gefüttert weiden.
Nürnberg. (Messieurs Fränkische et Kurier.) Wir erhielten heute — so berichtet der Frk. Kur vsm 3. d. — zwei Kreuznandsendungen aus Paris; beide enthalten je eine Broschüre des bekannten Politikers und Chokoladefabrikanten Menier über bte Capitalfteuer. Die Adressen beider Kreuzbände wolln wir der Heiterkeit unsere- Leser nicht voreuthalten: die Eine lautet: „Monsieur Fränkische, Joumaliste ä Nuremberg (Bavibre);“ bie zweite lautet: „Monsieur Kurier, Journaliste a Nuremberg (Bavibre).“ Auf diese Weise konnte die politische Weisheit des Herrn Menier mcht verfehlen, in unsere Hände zu gelangen.
Hof, 2. Febr. (Dynamit-Explosion). Gestern früh zwischen 8 und 9 Uhr Unb an b<r neuen im Bau begriffenen Bahntrace der Fichtelgebirgsbahn zwischen Fattigau und Schwarzbach eine Dynamit Explosion statt. Wie es scheint, haben die Bahnarbeiter die F ühstückszcit benutzt, um in einer an der Bahn befindlichen Arbetterbude Dynamitpatronen zu trocknen. Plötzlich ertönte eine heftige Detonation, das Häuschen flog in die Luft; einer Frau wurde die Brust, einer anderen der halbe Kopf, einem Arbeiter das Gesicht weggerissen, acht weitere Personen, darunter zwei Kinder, leicht verwundet.
New-York. (Eine wunderliche Trauung). In New-Jersey kam kürzlich ein Brautpaar zur Trauung, der fungirende Priester aber gerieth in keine geringe Verwirrung, als er bei der religiösen Funktion den Bräutigam gefragt hatte, ob er gewillt sei, die als Braut anwesende Dame zu seiner Ehegattin zu nehmen, und darauf der Bräutigam sich nachdenklich den Kopf kratzte, und erroieberte: „Hm, nun ich will wohl, aber ihre Schwester wäre mir lieber!" Die Trauung wurde erst vollzogen, nachdem man durch allerlei Autzeina. dersctzungen zu dem Schlüsse gekommen war, daß — „bie Schwester eben nicht zu haben sei."
New-York (Amerikanische Seifensieder-Concurrenz.) Ein Seifensieder in New-York liefe an den Ufern des Hudson's viele Meilen aufwärts von der amerikanischen Metropole an jedem Felsen mit Riesenlettern anfchreiben: „Gebraucht Smith'S Seife." Sein Concurrent, Namens Jones, dachte lange nach, wie er diese Concurrenz unschädlich machen könnte, bis er endlich einen Maler mietfreie, der längs der ganzen Stromstrecke unter die erwähnte Aufforderung mit noch größeren Lettern schreiben mußte: „wenn Ihr die von Jones nicht bekommen könnt-.
Bukarest, 8. Februar. Die Kammer hat die Vorlage des Kriegs- Ministers betreffs Bewilligung eines außerordentlichen Credits zur Ausrüstung der Armee mit folgenden Modificationen angenommen: Im Ganzen werden 4 Millionen bewilligt; zu deren Aufbringung soll keine Anleihe contrahirt werden, es sollen vielmehr 3 Millionen dem vor längerer Zeit dem Kriegs-Minister bereits bewilligten Bauten-Fonds entnommen und eine Million aus der Con- signations'Kasse entlehnt «erden. Im Laufe der Debatte gab der Minister nochmals die Versicherung ab, daß di« Regierung eine durchaus friedfertige Politik verfolge und strenge Neutralität einhalte.
Wki.
KrusterrtbLZropel, 7. Februar. Wie verlautet, hat die Pforte ihre verschiedenen Botschafter durch ein Rundschreiben davon in Kenntniß gesetzt, daß die Botschaft« der drei Nordmächte die Andraffy'schen Reformvorschläge in Konstantinopel mitgetheilt und die Botschafter sämmtlicher Garantiemächte denselben ihr« volle und ganze Unterstützung gewährt hätten. Die hauptsächlichen Punkte der Reformvorschlüge find in dem Rundschreiben zusammengefaßt.
Griechenland.
7. Februar. Brailas Armenis ist zum Gesandten in Petersburg ernannt tw*«n und gestern dahin abgereist. — Ein königliches Decret ordnet den Schluß der Session der Sammer an, nachdem die Beschlußfähigkeit derselben bisher nicht zu Erreichen gewesen.
Lokal-Srotiz.
Wikße«, 9. Febr. Bei dem jetzigen tiefen Schnee dürfte eine erneuerte Bitte und Mahnung, ben hungernden Vögeln Futter zu streuen, wohl am Platze sein.
Literarische-.
Die beiden neuesten Nummern der Jllustrirten Frauen-Zeitung (vierteljährl. Abonnements-Preis 2 M. 50 Pf.) enthalten: I. Die Moden-Nummer (5): Ball- und Geschäfts Toiletten, Haus- oder Morgenkleider, hohe und ausgeschnittene Taillen, Pelerinenmäntelchen zu Theater- ober Concert-Toiletten, Schleier, Craoaten, Kragen nebst Unterärmeln; Anzüge für kleine Mädchen, Hauskleid für größere Mädchen, und Schlafrock für Knaben; Decken (russische Stickerei), Rückenkissen, Betttasche, aufgemachtes Bett nebst Matraze, Kissen, Kissenbezüge, Steppdecke rc., Ständer mit Handtüchern; Verschiedene Garnituren für Bettwäsche und Handtücher, gehäkelte und gestrickte Einsätze, Tülldurchzug und Weißitickereien mit 71 Abbildungen um einer Beilage mit 14 Schnittmustern, verschiedenen Stickereioorzeichnungen und NamenS- d)iffren II. Die UnterhaltungS-Nummer (6): Die Liebenden auf Tamsel. Eine Geschichte von Edmund Hoefer. Fortsetzung. — nieder der Heimkehr. (Lutz früheren Jahren) Von Emanuel Gcibell 3. — Jrn Berliner Thiergarten. Von W- von Dün- deim- VIII. Mit sechs Bildern von Georg Engelhardt und Hermann LüderS. — Die Frauen des schwarzen Berges. Von W- H Roscher Mit dem Bilde Montenegrinerin von Eh- Soubre. — Etwas über deutsche Familiennamen. Von Karl Janicke. Schluß- — Das Deutsche Hilfshaus für bat gebildete weibliche Geschlecht in Berlin. Von A. Distel. — Verschiedene-: Literarisches rc. — Wirthschaftltches: M'ttagSessen nach französischen Recepten. — Briefmappe. — Frauen-Gedenktage.
Eingesandt.
Glaubwürdiger Mittheilung gemäß soll in hiesigem Pripatkreise ein interessante- Tbema in Form eines Vortrags behandelt worden sein: ,Dic Fauftidee in der Weisheit Salomonis." Würde der Herr Verfasser nicht vielleicht geneigt fein, diese jedenfalls an merkwürdigen Gedanken reiche Arbeit zum Gemeingut der Menschheit zu machen. Dars man dem vernehmen trauen, so wären noch weitere Arbetten zu er» warten, von welchen wir nur zwei, die uns genannt wurden, erwähnen wollen: Ariadne und Diogenes, eine gymnoplaftische Para lelle, und S a p p h ö im Verh ältniß zur Quadratur deS Zirkels. Die Bestätigung bleibt ab- zuwarten.
Vermischtes.
Krofdorf, 5. Febr. In der Nacht vom 1- auf den 2. d. M. wurde ein hiesiger Bursche «ährend eines in einer Spmnstubc ausgebrochenen Streites, von einem Anderen mittelst eines Messerstiche« derart verletzt, daß an dem Aufkommen des Verwundeten gezweifelt wird. (Nack un- gewordener Mittheilung ist derselbe in der Nacht »om 8- zum 9. gestorben. D- N i
Darmstadt, 6. Febr. Der Kellner einer hiesigen, in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Restauration sah gestern ein Frauenzimmer mit einem Kinde bin Abtritt des Hauses betreten und kurze Zeit darauf bemerkte er, wie sich die Person in größter Eile ohne das Kind entfernte. Böses ahnend, Ifreilte er seine Wahrnehmungen mehreren anrojenben Gästen mit und schon wurde von anderer Seite das Schreien eines Kindes in der Abtrittsgrube vernommen. Sofort war ein Artillerist bereit in bie Grube zu steigen und brachte ein in ein Tuch geschlagenes, etwa 3 Tage altes Kind, einen schönen, kräftigen Jungen an's Tageslicht, der sich nunmehr im städtischen Hospital in
Eine 5l1}t(rinn Ex-mplare wurden in nicht ganz zwei Jahren von dem bt« halbe vVllUlVIl rühmten Buche: »i». Atry'S Natnrheilmethode abgesetzt, jedenfalls der beste Beweis für bte Gediegenheit desselben. Es darf daher dteS illn- strirte Werkchen mit Recht, selbst den schwerst barnieberliegenben Kranken, dringend als letzter Hoffnungsstrahl empfohlen werden. Zahlreiche unter ähnlichen Titel her- ausgegebene Nachahmungen veranlassen uns indeß, die geehrten Leser darauf aufmerksam tu machen, daß diese Empfehlung sich nur auf das (Auftritte Oriainalwerk der Richter'schen VerlagS-Anstalt in Leipzig bezieht.
Behufs Verminderung von Schreibereien und Jncaffokosten er» suchen wir die geehrten Inserenten dringend, kleittere Inserate bei der Aufgabe gefälligst baar bezahlen zu wollen.
Expedition des Gießener Anzeigers.
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