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Anzeige-iti AMlntt fit den Kreis Gießen.

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Wien :h.

Weber.

Violin-SolO) von

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Expeditionr Schulftraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher H h e i t. Bekanntmachung.

Der Htlnd eines hiesigen Einwohners, welcher mehrere Tage frei herumgelaufen ist und vermuthlich andere Hunde gebissen hat, ist unter Anzeichen erkrankt und verendet, welche ihn der Hundswuth verdächtig machen.

Es ist daher die größte Vorsicht geboten und wird auf Grund des Art. 261 des Polizei-Strafgesetzes für die Stadt Gießen verordnet:

.Alle Hunde in der Stadt Gießen sind bis auf Weiteres in den Hofraithen in sicherem Gewahrsam zu halten. Ausnahmen sind nur gestattet, wenn Hunde mit einem da- Beißen vollständig verhindernden Maulkorb versehen sind. .

Das Aufsichtspersonal ist angewiesen, sein Augenmerk streng darauf zu richten, daß die Drahtmaulkörbe geeignet co nstruirt sind und genau schließen. Schlechte, unge­eignete Maulkörbe werden sofort weggenommen und neben der verwirkten Strafe auf Kosten der Eigenthümer der Hunde durch bessere ersetzt werden.

Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Wasenmeister angewiesen ist, die ohne geeignete Maulkörbe herumlaufenden Husche blnzufangen und wenn die­selben nicht binnen 24 Stunden gegen Entrichtung einer Gebühr für das Einfangm, Aufbewahren und Abliefern reclamirt werden, zu tödten. Selbstverständlich wird dancven eine volizeigericbtliche Verfolgung stattfinden. , vc w

Weiter wird auf die Art. 259 und 260 des Polizei-Strafgesetzes hingewiesen, wonach der Polizeiverwaltungsbehörde alsbald Anzeige zu machen ist, wenn bei einem Hunde Anzeichen der Tollwuth beobachtet werden oder ein Hund von einem der Tollwuth verdächtigen Hund gebissen worden ist.

Gießen, 8. December. 1876.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

v. R 3 d e r. _____________________

-------------------------------------- Gießen, deü 2. Dec. 1876^

Betreffend: Darstellung über den Zustand der Schulen, hier Verwendung des Geldbetrags der Schul« strafen für unerlaubte Versäumnisse. . / ~

Die Großherzogllche Krels-Schul-Comnnfflon Meßen

an die Schulvorstande des Kreises.

Behufs tabellarischer Darstellung feien wir sogleich nach Schluß der Schulen vor Weihnachten Ihren Berichten darüber entgegen, In iebre Sawin»' -er

Geldbetrag der Schulstrafen für unerlaubte Versäumnisse in den Jahren 1875 und 187^gewesen ist, und wie derselbe verwendet worden Ift, -refp. verwendet werden soll.

vr. H o f f m a n n, Regierungsratb.___

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ie beiden Geizigen', ann.

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Aeutschkand.

Berlin, 6. December. DasFrkftr. Journ." schreibt:Ein Alp ist mit den telegraphisch gemeldeten wiederholte» Aeußerungen Bismarck's über die auswärtige Politik des deutschen Reiches von der Seele des deutschen Volkes genommen. Die Erklärungen des Reichskanzlers, so wie sie aus dem Munde der Ohrenzeugen in die Oeffentlichkeit gelangt sind, entsprechen in der Haupt­sache dem, was als politischer Wunsch, hervorgegangen gleichmäßig aus geschicht­licher Sympathie und aus dem Bewußtsein der wahren Jnteresien Deuschlands, in der öffentlichen Stimmung schon so lange und so unzweideutig sich «ussprach. War es unumgänglich, durch mehr oder minder dircct beeinflußte Organe die öffentliche Meinung auf Irrwege zu sühren und zu den mißliebigsten Ver- muthungen zu verleiten? Mit der Klarheit über die Ziele ist das Vertrauen in die Wege dahin eingekehrt, jenes b-wußtvolle, so zu sagen mitverantwortliche Vertrauen des Volkes, in dem ein wahrhaft großer und genialer Staatsmann di- nie versiegende Quelle seiner Erfolge sprudeln sieht."

Berlin, 6. December. In der heutigen Sitzung des Reichstages stellten Abgeordneter Scipio und Genoffen ihre Interpellation betreffs der Mißstände auf dem Rhein-Strom innerhalb des bayerisch-hessischen Gebiets, bezw. Ab­stellung derselben durch die Reichs-Regierung, welcher verfassungsgemäß das Recht der Aufsicht hierüber zustehe. In Erwiderung der Interpellation erklärte Minister Hofmann, die Reichs-Regierung habe bisher von den berührten W ständen nichts gewußt, werde sich jedoch sofort informiren und, soweit ersorder- lich Abhülfe schaffen. In der der Interpellation folgenden Debatte, an welcher stckBamberaer, Windthorst, Dohrn, ». Bunsen und Gerwig beiheiligten, wurde vornehmlich di- Errichtung -in-s R-ichs-Schifffahrts-Amtes in den Vordergrund aestellt. Bei der hierauf folgenden zweiten Lesung deS Reichshaushalts-Etats für das erste Quartal 1877 wurden sämmtliche an die Budget-Commission gewiesenen Positionen genehmigt, mit Ausnahme der Forderung wegen Neubau eines Casermments für zwei nach Dresden zu verlegende Escadrons des kömg lick sächsischen Garde-Reiter-Regiments; dieser Posten soll zur nochmaligen Be- rathung an die Commission zurückgehen. Bei dem Kapitel, betr. das Munzwesen, sprach sich Bamberger gegen die weitere Ausprägung von Kupfer-, Nickel- und Silbermünzen, insbesondere auch silberner Füns-Mark-Stucke aus. BundeS- Commissar Michaelis entgegnete, diese Ausprägung beruhe auf Besch ussen des Reichstaaes, werde indeß nur noch bis zu einem gewissen Betrage fortgesetzt. Was die Ausprägung goldener Fünf-Mark-Stücke anlange, so werde dem Hause demnächst eine bezügliche Vorlage gemacht »erden. Fortsetzung der Berathung morgen. 6 December. In militärischen Kreisen verlautet, daß bet Aus­bruch des russisch-türkischen Krieges das fünfte (Posen'sche) Armee-Corps in Kriegs-Bereitschaft gesetzt wird.

Hesterreich.

Wie«, 5. D-c-mber. Wi- die Morgenblätter aus Prag berichten, sand gestern an der Universität wieder ein großer Ezceß statt. Di« deutschen Stu-

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deuten wollten Prof. Woltmann wegen des letzten Scandals Ovationen brin­gen , die czechischen Studenten wollten dies verhindern. Woltmann ließ am schwarzen Bret anschlagen, daß er seinen auf 6 Uhr Abends angekündigten Vortrag nicht halten werde. Trotzdem sammelten sich in der Aula 600 czechische Studenten an; die Agitatoren aus den Czechenclubs pfiffen, johlten und riefen PereaL. In Folge einer Aufforderung des Rectors drängte die Menge in den Universitätshof und auf die Straße zurück, worauf die Sicherheitswache ein­schritt und Verhaftungen vornahm.

Wien, 6. December. Nach Meldungen der hiesigen Abendblätter haben heute in Prag abermalige Excesse von Studirenden der Universität stattgefun­den, so daß die Polizei einzuschreiten genöthigt war. In einem Aufrufe des Rectors der Universität werden für den Wiederholungsfall die schärfsten Maß­regeln angedroht. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest, daß seit dem vor einigen Tagen begangenen Selbstmorde des dortigen Banquiers Jaques Poumay nicht nur die Zahlungsfähigkeit des Hauses Poumay, sondern auch noch überdies der Besitz eines Vermögens von mehr als zwei Millionen con- statirt sei.

Wien, 7. December. Am nächsten Samstag beginnen die Besprechun­gen der Botschafter in Konstantinopel. Die Vor-Conferenz wird ohne Theil- nahme der Pforte am Dienstag eröffnet. Polnische Emigranten sind massenhaft in die türkische Armee eingetreten. Die österreischische Gold-Rente wird nächstens emittirt. Das Cabinet Auersperg soll heizte im Reichsrath die Ver- trauens-Frage stellen wollen.

Wien, 7. December. Die serbische Polizei befreite gewaltsam 59 bul­garische Schüblinge vom österreichischen Donau-DampferRadetzky." Oester­reich fordert Satisfaction, die Donau-Monitors gehen nach Semli«. Die Gerüchte, Oesterreich werde die Occupation Bosniens baldigst vornehmen, stnd bisher unbeglaubigt. , . ,

Prag, 6. December. Die Zusammenrottungen m und vor der Univer- sität haben zwar gegen Abend größeren Umfang genommen, doch ist keine ernst­liche Ruhestörung zu beklagen. Di- Zugänge des Universitäts-G-Häudes waren von Polizei besetzt, welche auch jede weitere Ansammlung hmtanhielt.

Pesth, 6. December.Hon" schreibt aus competenter Quelle: Di' beiden Regierungen überreichten ihre Entlassungs-Gesuche nicht förmlich, aber ihr Verbleiben im Amte hängt von der in einigen Tagen zu gewärtigenden Entscheidung des Monarchen ab.

Ragusa, 6. December, Abends. Die Demarcations-Commffsion unter­zieht noch die Einwendungen Mukhtar Paschas gegen das Demarcations-Ela- borat ihrer Prüfung, wird dieselben jedoch voraussichtlich als mtlitärtsch unbe­gründet zurückweisen.

ArarrLreich.

Pari», 4. December. Heute wurde die katholische Fakultät der Lite­ratur zu AngerS durch eine Meffe des heiligen Geistes eröffnet, nach welcher die Profefforen sich öffentlich zumGlaubensbekenntniß Pius' IX." bekannten.