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Berücksichtigung emp'ahl.
Vom Niederrhein. (Aus dem Tagebuche eines weltlichen Kreis-Schul- inspectors.) »Jüngst unterzog ich die obere Mädchenklasse zu N der ersten Revision. Als einige Detailfragen aus dem nach dem vorliegenden Lehrberichte zuletzt behan^el- len Pensum der vaterländischen Geschichte äußerst dürftig beantwortet wurden, beschloß ich, mich auf Hauptfragen zu beschränken. Aber auch hiermit ging es mir nicht besser. Auf meine Frage, wann Preußen ein Königreich geworden, erfolgte anfänglich keine Antwort, so daß ich dieselbe mit dem Zusatze, dies werde und müsse doch ein jedes Schulkind wessen, wiederholte. Statt eine Antwort, gab'S jetzt allgemeine sichtbare peinliche Verlegenheit, welcher schließlich die Lehrerin les war keine Anfängerin mehr) duich die Worte: Herr Jnspector, das weiß ich selbst nicht! ein drastisches Ende machte." Wir haben wohl kaum nöthig hinzuzufügen, daß solche Resultate, wie sie ähnlich in öffentlichen Blättern wiederholt zur Sprache gebracht worden, danach ange- than sind, es begreiflich zu machen, daß die Entfernung der „tüchtigsten" Kreis-Schul- inspectoren und d'e Unterstellung der Schulen unter weltliche Aufsicht eines der wesent« lichsten Bedürfnisse unserer Zeit war (Cref. Z.)
— Wie das berliner „Tagblatt" berichtet, find 40,000 Ctr. alter Kupferdreier von der Reichshauptkasse an die dortige Firma Heckmann verkauft worden. Man hat
Literarisches.
»Joseph v Görres und seine Bedeurung für den Alt-KatholiciSmuS von Aloys Denk, Mainz, Kunze's Nachfolger." Diese zweite Denkschrift des Mainzer Vereins für die katholische Reform-Bewegung erscheint zur guten Stunde, um das von den Ultramontanen gefälschte Bild eines genialen und sinnesfeften Manne» in objec- tiver und durch Thatsachen beglaubigter Darstellung hoffentlich recht vielen Lesern vor- zusühren. Daß die Hetz-Capläne und ihre Genossen die Görres Feier nur als einen Aufwiegler-Kampf in Scene gesetzt haben, ist freilich den unparteiischen Zuschauern klar; aber die wenigsten der Letzteren kennen Görres in seiner wahren Gestalt. Erst seit Kurzem finden wir gediegene Bemühungen, dem betrogenen Volke auch in dieser Beziehung die Augen zu öffnen. Das vorliegende Buch ist auch mit einem lrefflich ausgeführten Bildnisse seines Helden geschmückt.
Asten.
Bombay, 7. Februar. Vier Schiffe des britischen Geschwaders haben
türld.
Konstantinopel, 6. Februar. Die hohe Pforte hat heute ihren Vertretern bei den sechs Großmächten und den sechs Botschaftern oder Gesandten derselben, die bei der türkischen Regierung accreditirt sind, ihre Entscheidung in Betreff der Noir de« Grafen Andraffy in folgender F-ffung mitgetheilt: In Folge der Besprechungen, welche zwischen der Pforte und den Botschaftern der drei Nordmächte bezüglich der Beschwichtigung des Aufstandes in der Herzegowina stattgefunden, hat di« türkische Regierung beschloffen, den insurgirten Districten die in fünf Punkten in der Note des Grafen Andraffy erwähnten Reformen zu gewähren.
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Rußland.
Petersburg, 7. Februar. Das »Journal de St. Petersbourg" wird demnächst einen Artlkel veröffentlichen, welcher die in dem Artikel der „Times" vom 1. Februar über das russische Budget enthaltenen tendenziösen unrichtigen Angaben richttgstellen soll.
Vermischtes.
Darmstadt. Herr Fabrikant Blumenthal hat au5 Anlaß der Feier seiner silbernen Hochzeit der Großh. Bürgermeisterei 2000 Mark mit der Bestimmung übergeben, daß die Zinsen davon zur Unterstützung armer Schüler der städtischen Volksschulen verwendet werden sollen. (Möchte diese hochherzige That auch einmal in unserer Stadt, in welcher doch so viele reiche Fabrikanten leben, Nachahmung finden.)
— Der Primaner Friedrich Emanuel in Frankfurt a. M., ein junger Mann, der früh eine besondere Neigung und Begabung für Geschichtsforschung an den Tag legte, hat, wie daS „B. Fr. Bl " mittheilt, ein interessantes und willkommenes Werk verfaßt Er hat nämlich ein Lexikon des letzten Feldzuges geschrieben und alle irgendwie bemerkenswerthen Namen von Ortschaften oder Persönlichkeiten sammt deren Geschichte, so weit sie Bezug auf den Feldzug hatte, alphabetisch geordnet zu- sammengefügt DaS mit großem Fleiß und mit erstaunlicher Sorgfalt ausgearbeitete Manuscript übersandte der neunzehnjährige Verfasser vor einigen Wochen dem Feldmarschall Moltke. Nach gewissenhafter Prüfung deS Werkes sah sich der Kriegsheld veranlaßt, an den jugendlichen Verfasser ein in den schmeichelhaftesten Worten abgefaßtes Dankschreiben zu richten, worauf nicht nut die Eltern des Verfassers, sondern alle Frankfurter stolz sind. Gleichzeitig bewies aber der Marschall sein Interesse für Herrn Emanuel noch dadurch, daß er an den Geschichtsprofessor des Primaners ein Schreiben richtete, worin er das sichtliche Talent desselben seiner ganz besonderen
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den Befehl erhalten, unverzüglich in die chinesischen Gewäffer abzugehen, um dgS do,rt stfttjqqixte Geschwader zu verstärken. — Die Pocken-Epidemie ist hier lm Steigen Gegriffen.
Arankreich.
Pari-, 4. Februar. Wie verlautet, hat der hiesige türkische Botschafter heute die Meldung erhalten, daß seine Regierung nicht geneigt ist, die Bedingungen der Andraffy'schen Note anzunehmen. Obgleich die Nachricht aus guter Quelle kommt, muß deren Bestätigung jedenfalls abgewartet werden. — Das große Ballfest beim Fürsten Hohenlohe findet am 12. d. Mts. statt — In Folge des Darniederliegens der Geschäfte haben mehrere große Zuckersiedereien im Norden Frankreichs ihre Arbeiten eingestellt.
Paris, 5. Februar. Die Münzcommission hat die Summe de« zu prägenden Silbers beschränkt: für Frankreich auf 60 Millionen, für Griechenland auf 12 Millionen, für Italien, Belgien und die Schweiz zusammen 48 Millionen; es gilt aber für wahrscheinlich, daß die Schweiz nicht einmal von den 8 Millionen, die ihr zugestanden wurden, Gebrauch machen wird. — Andraffy'« Note wird hier sehr viel besprochen; die französischen politischen Kreise und die Pariser Blätter haben jedoch im Ganzen wenig Vertrauen, daß die Insurgenten die Waffen niederlegen werden.
— Der aus Rom -zurückgekehrte Bischof Dupanloup hatte heute eine Unterredung mit den Leitern der katholischen Universität in Paris; er bringt das vom Papst gutgeheißene Programm sür den katholischen Universitäts - Unter- richt mit.
Paris, 6. Februar. Thiers Hai erklärt, daß er eine Candidatur zur Deputirten-Kammer nur für die Stadt Paris annehrneu werde.
St. Etienne, 6. Februar. Von den bei der Gas-Explosion in den Kohlengruben Verunglückten sind bis jetzt 70 Leichen an das Tageslicht geför- dert worden.
1641. Di« seit 14 Jahren wahrgenommene Abnahme der Theologie Studi- ' rende'n dauert, wenn auch in geringerem Maße, fort. . , :
Berlin, 7. Februar. (ReichstagS-Sihung.) Auf die Interpellation des «lfäistschen Deputirten Gerber und Genoffen, ob die Reichs-Regierung in Straß, bura eine gesetzliche Gemeinde-Vertretung Herstellen und derselben den Vertrag über die Grund-Erwerbung der Stadt in Folge des Festungs-Umbaues vor- lesen wolle, erwiderte Ministertal-Director Hertzog: die Regierung werde den Vertrag einer kommunal-Behörde von Straßburg nicht vorlegen, nachdem si- tkn mit der städtischen Aussichts-Behörde abgeschlossen habe; der Burgermeisterei-Verwalter von Straßburg habe allerdings allein eine Verantwortung übernvmmen, welche bisher mit einer gewählten Stadt-Vertretung getheilt worden wäre Di« Notbwendigkrit und Nützlichkeit der Stadterweiterung ser allgemein anerkannt und beruhe keineswegs allein auf strategischen Rücksichten Die 53«; fürchtungen daß die Stadt durch den Vertrag finanziell geschädigt werde, seien gegenüber den daraus erwachsenden Vortheilen ganz haltlos. In der nächsten Zeit «erde die Regierung noch in der Lage sein, eine städtische Vertretung in Straßburg einzusetzen; den zetzigen Zustand sehe sie allerdings nicht als einen dauernden an und werde bereit sein, den normalen Zustand herzu- stellen wenn die Hoffnung gerechtfertigt erschiene, daß die städtischen Wahlen nicht 'm politischen Demonstrationen benutzt würden und Aussicht vorhanden wäre daß nicht solche Personen gewählt werden, die davon ausgehen, daß die Verbindung der Reichslande mit Deutschland. nur ein Provisorium sei. Die Reaieruug hege den Wunsch, daß der Zeitpunkt zur Wiedereinsetzung der städtischen Behörde nicht mehr fern sein möge. Auf Antrag Sonnemanu's knüpft sich hieran eine Besprechung der Interpellation, in deren Verlauf Feldmarschall Moltke betont, daß die Reichsregierung bet Schließung des Vertrags keineswegs einseitig militärische Jntereffen verfolgt habe; die Interessen der Stadt seien dabei von ebenso großem Gewicht gewesen. Auch audere Städte, rote z. B. Stettin, hätten eben solche Opfer gebracht. Straßburg werde in der yolge jedenfalls an Ausdehnung und Bedeutung gewinnen, wie es bereits bisher seit dem Anschluß an Deutschland gewonnen habe. Sodann erledigte das Haus in dem Fortgänge der Sitzung den Verwaltungs-Bericht der Reichsschulden- Commission und die dritte Lesung mehrerer anderen Vorlagen, unter welchen eine Vorlage betr. die Abänderung des Gesetzes über die Verwaltung des Reichs-Jnvaliden-Fonds. Zu dem letzteren wurde der Antrag der Abgg. Rickert, Holder und Wehrenpsenniz, betr. eine in Zukunft aufzustellende Bilanz und die Verwendung der künftighin entbehrlichen Zinsen und Activ-Bestände, ange- nvmmeu Zu der Vorlage, betr. die Errichtung des Reichstags-Gebäudes auf dem Kroll'schen Grundstücke, wurde schließlich der Antrag Lucius angenommen, demzufolge eine aus sieben Gliedern bestehende Commission das Bau-Projcct revidiren und ein geeignetes Terrain in einem central gelegenen Theile der Stadt ermitteln soll. (Morgen Strafgesetz-Novelle.)
Aus Bayern, 5. Februar. Einer verläßlichen Erhebung zufolge cir- culiren in Niederbayern allein noch über 1 Million Gulden alter süddeutscher Münzen. Erfolgt die Umwechslung derselben in Reichsmünze nicht schon in allernächster Zeit, so läßt sich ermeffen, welcher enorme Verlust diesen Thei Bayerns trifft, aber aus eigenem Verschulden. Während in der Pfalz, den drei Franken und theilweise auch in Schwaben auf dem Lande und in den Städten Alles schon nach Mark und Pfennig rechnet, hängt Niederbayern noch zähe an seinen Gulden und Sechskreuzerstücken.
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eS nämlich maßgebenden Ortes für vortheilhafter gehalten, die zur Prägung der neuen Kupfermünzen erforderlichen Metalle (Legirung von Kupfer und Zinn) in Blöcken ein- znkaufen, als die alten Dreier einzuschmelzen und dann wieder zu verarbeiten. Mit jenen 40,000 Gentnern ist übrigens das Quantum der alten Dreier noch nicht erschöpft, denn eS laufen aus den einzelnen Sammelcassen noch fortwährend neue Sendungen bei der CentralsteUe ein.
— Ein Berliner Cigarrenhändler hatte mehrere Tage hindurch seinen Lade« nicht geöffnet, und nähere Recherchen ergaben, daß der Mann sich ganz und gar aus dem Staube gemacht hatte. Bei der in Folge dessen, unter Zuhilfenahme deS Gerichtes, von Seiten der Gläubiger bewirkten Erschließung der Lokalitäten und Fest- stellung der in denselben befindlichen Bestände ergab es sich, nach der Tribüne, daß die Reposttorien und Regale mit Cigarrenkisten zwar wohlgefüllt waren, daß sich in letzteren im Ganzen aber nicht mehr als 13, sage dreizehn Stück Cigarren befanden. Der flüchtige Händler hat nun aber auch gerade dreizehn Hauptgläubiger, und wenn diese sich in die Masse theilen, so entfällt auf jeden eine Cigarre, so daß ihm daS Vergnügen recht theuer zu stehen kommt, falls er sie selbst aufraucht
Nordhausen, 28. Jan. Wie ein hiesiges Blatt berichtet, wurde in der letzten Sitzung des landwirthschastlichen Vereins hier ein Dreierbrödchen aus dem Hungerjahre 1846—47 vorgezeigt und mit einem anderen, eben frisch aus einem Bäckerladen herbeigeholten verglichen. Es erregte allgemeine Ueberraschung, all ' in der Größe beider Brödchen durchaus kein Unterschied gefunden werden konnte, größer noch war aber das Erstaunen, als man erfuhr, daß daS 30 Jabre alte Hungerjahrsbrödchen genau ebenso viele Gramme wog, wie das frische. Da Der Preis des Scheffels Getreide in jenem Hungerjahre drei mal so hoch war als der jetzige, so möchte es wohl unmöglich sein, eine Erklärung für diese gewiß auffallende Erscheinung aufzufinden, wenn nicht eine einzige, die Jeder sofort selbst entdecken wird. (Magd. Ztg)
Lemberg. (Ein Schmugglerstückchen.) Einige Galizische Bauern geleiteten einen Sarg unter Gesang und Schwingen von Kirchenfahnen der russischen Grenze zu, scheinbar um die Beerdigung des Leichnams im Kreise Olkusch zu vollziehen. Gerade als die Trauerprocessian die Grenze überschritt, wurden in der Ferne berittene Wächter unserer Grenzwache sichtbar. Nachdem dieselben den Leichenzug erreicht hatten und in Erfahrung gebracht, daß man eine Leiche aus Galizien hier bestatten wolle, wurde ihr Mißtrauen unwillkürlich erweckt und stieg in ihnen der Zweifel auf, ob der Sarg denn auch wirklich eine Weiche berge. Sie befahlen daher der Prozession anruhalten und wollten sich über ihren Zweifel Gewißheit verschaffen. Diese unerwartete Wendung der Sache setzte die Theilnehmer der Prozession in jähe Bestürzung; Sarg und Leiche wurden ihrem Schicksal überlassen, und die Leidtragenden flüchteten im Nu der Grenze zu. Die Wächter öffneten den Sarg, und was fanden sie? — einige Fässer SpirituS!
— Der „Courrier des Etats-Unis" erzählt von einer merkwürdigen Heirath, welche kürzlich in Pensykvanien geschlossen wurde. Die Ehegatten sind Mr. Scott Jeffreys und Miß Lida Gullei, beide Beamte im Telegraphendienst; der Eine in Waynesburg, die Andere in Brownsville. Nachdem sich die beiden Brautleute mit ihren Trauzeugen in dem Telegraphenbureau der letztgenannten Stadt versammelt hatten, wurden die TrauungSceremonien durch den abwesenden Geistlichen Mr Scott von dem Telegraphenbureau von WayneSburg aus auf telegraphischem Wege vollzogen. Seitens der Brautleute wurde zuerst telegraphirt: „Sagt Sr. Ehrwürden, daß wir bereit sind", woraus die folgende Antwort etntraf: „Die Ehe ist durch Gott zum
1 Heil der menschlichen Gesellschaft angeordnet worden. Sie ist eingesetzt durch die Er- ‘ schaffung und Verbindung des ersten MenschenpaareS und bedeutet, daß Mann und Frau durch die Bande eines reinen und geheiligten Verhältnisses für daS ganze Leben vereinigt sein sollen. Jetzt haben die zu verheirathenden Personen sich die Hand zu reichen" Zweite Depesche aus Brownsville: Ist geschehen." Zweite Depesche deS Reverend Scott: »Ihr, George Scott Jeffreys und Lida Guller, die Ihr Euch in diesem Augenblick bei den Händen gefaßt habt, wollt Ihr Euch wechselseitig zu Lebensgefährten nehmen und versprecht Ihr feierlich vor Golt und den anwesenden Zeugen zusammenzuleben, Euch zu lieben und treu zu bleiben als Mann und Frau, dis Gott Euch durch den Tod scheidet?" Dritte Depesche der Brautleute: „Ja wir versprechen e6." Dritte Depesche des Reverend Scott: „3m Namen Gottes erkläre ich Euch als Mann und Frau. Was Gott vereint hat, kann der Mensch nicht scheiden. Mögen Gott Vater, Sohn und heiliger Geist Euren Bund und Euch selber segnen, Jeden von Euch besonders, jetzt und immerdar." Letzte Depesche der nunmehrigen Eheleute: „Besten Dank."
Diens sollen im R die Straßen Bauaufsehe 1876/78 e Eteinfuhrlo Sanbarbeüei fordernden L
Wda, am Großherzo


