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Dienstag, den 8. August

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Gießen, den 4. August 1876.

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entzogen.

Berlin, 4. August. Als Erklärung für die Gerüchte, welche vor einiger

solcher zum Nachtheil des deutschen SchiffesAnna" vorgekommen, erlassen.

München, 5. August. Der König ist heute nach Bayreuth abgereist.

H-k-rreich.

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Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V. d. K:

Dr. Hoffmann, ReEUNgsrath.

'?? 2 August 1876, Olvtz Mer II. K ^M'nTiöförti^

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Änsprüchm für einii ciurwüartn - GMost i;0 klt'ch Sa'uchk. Offerte; Htgta unhr Z. 37 poslltK

Wien, 5. August. Auf den Fürsten Milan wurde ein Gewehrschuß abgeseuert, man sagt, der Schuß sei zufällig losgegangen; der Attentäter ist gefangen, er ist ein bulgarischer Bauer. Die Wojwodina und die ungarische Militärgrenze billigen ruhig starke omladinistische Kundgebungen. Die Regierung hat mehrere Verhaftungen angeorduet und die Verhafteten wegen Hochverrath angeklagt. Derwisch Pascha, von Novibazar kommend, soll versuchen, Mukhtar Pascha Luft zu machen.

Wien, 5. August. DiePolit. Corresp." meldet: Die schnelle Abreise des Erzherzogs Albrecht von Prag sei lediglich durch ein von der großen Hitze hervorgerusenes Unwohlsein und durch den ärztlichen Rath, die Inspicirung vorerst auszugeben, veranlaßt worden. Das Uebelsein ist seitdem im Schwinden

Wien, 5. August. DiePolit. Corresp." veröffentlicht folgenden tele­graphischen Bericht aus Konstantinopel: Das Leiden des Sultans stellt sich als ein chronisches heraus. Die Gefahr einer Katastrophe scheint geschwunden. Von einer Abdankung ist nach orientalischem Brauche keine Rede; nur der Tod könnte einen Thronwechsel herbetführru. Inzwischen dauert die Unnahbarkeit des Sultans für das diplomatische Corpö an, um den Sultan, dessen Nerven stark afficirt find, keinerlei Aufregung auszusetzen.

Wien, 5. August. An der österreichischen Grenze sind Montenegriner aufgetaucht, um den Uebertritt Mukhtar Paschas zu verhindern.

Pesth, 4. August. Nachrichten aus Belgrad melden, Milan wünsche Frieden zu schließen. Gruics und Nistics seien im Hauptquartier, um ihn davon abzuhalten. Gruics ist entschieden für die Fortsetzung des Krieges, Ristics ist friedlicher gestimmt. Eine serbische Ministerkrisis ist in Aussicht.

Pesth, 5. August. DerPesther Lloyd" bespricht die Gerüchte einer Friedensvermittluug und hält eine solche auf der gegenwärtigen Stufe für ver­früht. Sie ließe sich wohl aus humanen Rücksichten begründen, wäre aber uu- polirisch. Die Diplomatie suchte den Krieg zu verhindern; da derselbe dennoch ausgebrochen, so müsse die Folge gezogen und gründlich aufgeräumt werden; dies wäre nicht der Fall vor einer entscheidenden Schlacht. Nach einer solchen

Erscheint täglich mit Ausnahm« deS Montagö.

Expedition: Schulstraße, Bit. B. Nr. 18.

Preiü- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich D Mark 30 Pf.

darauffolgenden Kriegen fehlte es später nicht nur an schönen Mustern und Modellen, es fehlten uns auch die Meister und Gesellen, die mit zerstörten Städten zu Grunde gegangen waren; wer mit dem Leben davon kam, floh ins Ausland. Deutschland war verwüstet und verarmt. So wurde, Anfangs durch das Bedürfuiß geweckt, später durch Gewohnheit mißbraucht, der Glaube an die Vorzüglichkeit des Fremdländischen dem Volke beigebracht, und durch das erwähnte nicht genug zu mißbilligende Verfahren derjenigen deutschen In­dustriellen , welche sich heute noch nicht losmachen wollen von falscher Vor­spiegelung weit ui alle Welttheile, wohin die mit fremdländischer Etiquette versehenen Waareu deutschen Ursprungs verkauft werden, verbreitet.

Berlin, 5. August. Der Handels-Minister hat an sämmtliche könig­liche Eisenbahn-Directioneu folgende Verfügung erlassen, die im gegenwärtigen Augenblick nicht verfehlen wird, hier und da Aufsehen zu erregen:Von Seiten des Herrn Kriegs-Ministers ist wiederholt der Wunsch ausgesprochen, daß die Galerien der Perrons an den Personenwagen IV. Elaste mit Jntercommuni- cation, welche für den Transport von Verwundeten eingerichtet sind, zum Nie­derlegen umgeändert werden möchten, da nur hierdurch cs ermöglicht würde, die Verwundeten auf eine gefahrlose und sichere- Weise in die Wagen zu be­fördern. Indem ick die königliche Direction veranlaste, die Umänderung der Galerien successive nach Maßgabe der vorhandenen Etatsmittel, etwa in der Weise, wie bei dem vereinbarten Normal-Personenwagen IV. Elaste, ausführen zu lassen, erwarte ich binnen 6 Wochen darüber Bericht, an wie vielen Wagen die Arbeit noch in diesem Jahr zur Ausführung gebracht werden kann, welcher Zeitraum für die Beendigung der Arbeit an sämmtlicken Wagen in Aussicht genommen wird und wie hoch sich die Kosten überschläglich belaufen werden."

Berlin, 5. August. DerReichs-Anz." veröffentlicht die Strandungs- Ordnung, welche die chinesische Regierung zur Verhütung von Strandraub,

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Nr. 15 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 27. v. Mts., enthält:

(Nr. 1137 ) Bekanntmachung, betreffend die Uebereinkanft mit Luxemburg wea-rn gegenseitigen Markenschutzes. Vom 1V. Juli 1876.

(Nr. 1138.) Bekanntmachung, betreffend den Antbeil der Reich-ckank an dem Gesam ntbetrage des steuerfreien ungeoeckten Notenumlaufs. Vom 23. Jul: 1876.

Nr. 16 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 29. v. Mts., enthält:

(Nr. 1139) Uebereinkunft zwischen dem Deutschen Reiche und Rußland wegen Herstellung einer Eisenbahnverbindung zwischen Marienburg und Warschau. Vom 22./10.

April 1*76

Geldentschädigung an den eigentlichen Vorbesitzer, nämlich an Dänemark, cediren. Dieses letztere würde Helgoland dann an Deutschland als Eompensation für eine Abtretung Nordschleswigs und für die Ausführung des Art. 5 des Prager Friedens angeboten haben. Der deutsche Botschafter in London soll sich für dieses Project lebhaft interessirt haben."

; Berlin, 5. August. In derVofs. Ztg." geht ein Mitarbeiter diese«

. » Blattes den Ursachen nach, welche das unvorlheilhafte Auftreten der deutschen

'; Industrie auf der Philadelphia-Weltausstellung mitverschuldet haben. Er con- ' statirt, daß sehr viele deutsche Fabrikanten und Handwerker sich überhaupt der Betheilignng an internationalen Ausstellungen enthalten haben, weil sie ver­meinten dadurch ihre ausländischen Engroskäufer zu verlieren. Es seien sogar Fälle vorgekommen, daß Ausländer deutschen Fabrikanten mit der Entziehung ihrer Kundschast gedroht, und diese sich solch schmählicher Unterwürfigkeit gefug! haben. Manche mußten sich verpflichten, die in neuer Zeit sabrieirten Maaren nicht auszustellen, weil die Engroskäufer ihre Bezugsquellen verheimlichen woll­ten^ Hierdurch sei nur jenem allgemein verbreiteten Unfug,deutsches «abrikat für fremdländisches auszngebenVorschub geleistet worden. Nicht mmder trage zur Täuschung des Publikums hinsichtlich des Ursprungs der besseren deutschen Maaren die höchst verwerfliche Gewohnheit bei, deutsche Maaren oder deren Umhüllungen mit französischen, englischenober, wie bei den Cigar­ren, mit orthographisch sehlerhas.en spanischen Aufschriften zu »ersehen. Das Uebel stammt noch aus dem vorigen Jahrhundert und ist. aus der Ze t, b.e nach dem dreißigjährigen Kriege folgte, zu erklären. In Folge derMasienver nichtung und Verschleppung deutscher Kunstprodmte aus Pallästen, K rchen, tollem unb Patrizierhäusern währenb bes dreißigsahngen Krieges unb in ben

I toi btftfn Jahren slkiM > Äann, der längere Sthl nabnlWale al§ (tiiiitj! :c, im Rechnen unb EjM 1 ist, surtt eine andere ober Marinier; wem 'enr-tnifie noihig, io GI i anderen Geschäft fein- ui - Gxred. d. Bi. <

Kießcncr Mmeiger

Ailskigk- uni Auüsdlntt für ie» Kreis Gießen.

Darmstadt, 5. August. Die DarmstädterAllg. Milit.-Ztg." berich­tet, daß die Einführung der neuen Einheitspatrone mit dem gegenwärtigen Zeitpunkte für die gesammte deutsche Armee, einschließlich der zwei bayeri- scheu Armee-Corps als abgeschlossen zu erachten ist. Die Werder-Gewehre unb Karabiner, wie auch die heute noch von der deutschen Armee geführten Chasse- pot-Karabiner und ebenso die sächsischen Reiter-Karabiner sind sämmilich für die Verwendung der neuen Patrone aplirr. Die von ben Mauser-Gewehren in den Depots angehäusten Reservebestände werden als so bedeutend bezeichnet, daß mit jedem gegebenen Moment auch die Ausrüstung der gesammten deut­schen Landwehr, wie die der Ersatztruppen und außerdem noch der im Fal^ einer Mobilmachung errichteten Reserve Formationen mit der neuen Waffe würd' ei folgen können.

D^ainz, Festplatz, 4. August, 8 Uhr Abends. Standbecher.' Wolfram (Fürth), Kalb, Feubel (Wiesbaden), Haas, Kramer, Köhler, Weiser (Mainz), Widmer (Ettiswil, Schweiz), Körting (Hannover), Petri (Offenbach), Bender (Niederramstadt), Haudrich (Dürkheim), Schneider (Gustavsburg), Kettenburger .(Lenzenburg), Gelfins (Darmstadt); Feldbecher: Otto (Offenburg), Federspiel (Constanz), Kirn, A. Leyenbeüer, C. v. Schlemmer (Mainz). W. Leyendecker, Frech (Stuttgart), Weigand (Wiesbaden), Kettenburger (Lenzenburg), Widmer (Ettiswil.) Müllermeister W. Grünig (Niederramstadt) schoß auf Scheibe Main" die höchstmöglichen (40) Punkte); de Leuw (Düsseldorf) auf Scheibe '^Neustadt" 38 Punkte.

Berlin, 4. Juli. Der Hamburger Senat macht Anstalten, dem Be schluffe des Bundesrathes über die Schließung der öffentlichen Häuser Folge zu leisten. Von jetzt ab werden keine neuen Einzeichnungen mehr stattfinden. Auch ist, wie dieReform" mittheilt, ben betr. Wirthen vom 1. September ab das Halten von Gaststuben nicht mehr gestattet und das Schankrecht völlig

5vdii' Reit über die Abtretung Helgolands an Deutschland in Umlauf gesetzt worden jdifiiofn K waren, soll folgenbe Berliner Mittheilung besNeuen Wiener Tagebl." geb ntjdtll* n" rl\, : ten :Man erfährt jetzt, baß bie erste Nachricht von b-r Abtretung Helgo- : lauds an Deutschland aus dänischen Kreisen in der Umgebung der Prinzessin von Wales stammte. Es war beabsichtigt, England solle Helgoland gegen eine

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