und was wir sonst in der Hast ergreifen konnten, durch die Reihe der Mörder. Da die Tscherkesten hinter uns den Durchzug gleich wieder sperrten, so blieben Weiber, Greise und Kinder in ihrer grausamen Gewalt, die sämmtlich mafia- crirt wurden. Nachdem sie Alles niedergemetzelt und sie es im brennenden Dorfe nicht mehr aushalten konnten, trieben sie unsere Schafe und Rinder, die dem Dorfe zugelaufen waren, zusammen und nahmen sie mit den gebundenen Mädchen mit sich und wir wiffen bis heute nicht, wohin sie unsere Mädchen, es waren 42 an der Zahl, gebracht haben. Die Tscherkesten zogen von Novoselo nach dem eine halbe Stunde entfernt gelegenen Dorfe Krivenik, 300 Häuser zählend, welches demselben Schicksale verfiel. Von dort zogen sie nach dem eine Stunde entfernten Dorfe Batoschoff (250 Häuser); auch dieses Dorf wurde der Erde gleichgemacht, auch dort hausten sie so wie in Novoselo. Diese drei Dörfer hatten zusammen einen Viehftand von 70,000 Stück, welchen die Tscherkesten, ausgenommen was verbrannte, in der ganzen Umgebung um Spottpreise an die Türken verkauften. Desgleichen unsere Mädchen, welche sie auf den Plätzen der türkischen Dörfer verkauften, und die sie nicht verkaufen konnten, um Geld schänden ließen. Der Himmel erbarmte sich der elenden Rajah und ließ einen eisigkalten Nordwind über die Gegend streichen, der den Regen In Eis und Schnee verwandelte, eine zwei Schuh hohe Decke über die letzten Spuren der Barbarenwirthschaft legend (in Rustschnk war das Barometer in jener Nacht auf 6 Grad unter Null gesunken), dieses Wetter zwang diese Horde wilder Bestien, ihren Raub zusammenzuraffeu und ihre eigenen Häuser aufzusuchen. Tags daraus zogen die Tscherkesten nach allen Gegenden, um ihre Beute an den Mann zu bringen, und die bereits bemerkten Schändlichkeiteu mit unfern armen Mädchen auszuführen. Sammt und sonders retteten sich 100 Mann von unserem Dorfe Novoselo, 30 Personen aus Batoschoff und 24 von Krivenik. Die anderen, die mit uns waren, sind im Kampf gefallen. Wir trafen uns im Balkan, wo wir eine entsetzliche Nacht durchmachten. Halb' tiactt, bis auf die Haut durchnäßt, irrten wir, bis an die Kniee im Schnee watend, herum, ohne zu wiffen, wohin und wo aus. Wir waren des Morgens, als wir in's Jnsurgenten-Lager kamen, nur mehr 85 Personen; was mit den Anderen geschehen, ob sie diese martervolle Nacht zu überstehen ver mochten oder zu Grunde gegangen, ist mir unbekannt, und ich gehe jetzt, von Allem entblößt, nach Sislvo, wohin meine Schwester verkauft worden sein soll. Vielleicht finde ich sie. Und der Kaimakam von Plevna telegraphirte unterm 20. destelben Monats an den Bali und dieser nach Konstantinopel: „Der Aufstand in Novoselo ist unterdrückt und sämmtliche Aufständische sind unseren glorreichen Waffen erlegen; Dank Allah, der das Glück unsererseits sein ließ." Dieser Bericht wurde der englischen Regierung von dem hiesigen englischen Berichterstatter als Beitrag zur Barbaren-Chronik des osmanischen Kaiserreichs eingesendet.
Konstantinopel, i. August, Abends. Der Regierung ist folgende Depesche aus Nisch zugegangen: Das Armee-Corps Ejub Paschas stieß gestern, während es im Vorrücken auf Gurgussowatsch begriffen war, auf ein serbisches Corps. Nach einem mehrstündigen Kampfe waren die serbischen Positionen von den Türken genommen. Suleiman Pascha bat seine Verbindung mit Ejub Pascha aus serbischem Boden bewerkstelligt. Die serbische Armee unter Tscher- najeff soll bei Gurgussowatsch stehen. Eine Schlacht ist bevorstehend.
Konstantinopel, 2. August. Der Regierung find vom Kriegs-Schauplatze folgende Meldungen zugegangen: Mukhtar Pascha ist, nachdem er die Insurgenten aus der Umgegend von Nevesinje zerstreut hatte, in Bilek eingetroffen. Als er am Morgen seiner Ankunft erfuhr, daß der Feind sich auf den Anhöhen bei Bilek concentrire, sandte er sein Corps zur Recognoscirung vor, dasselbe rückte unverzüglich ab und traf auf so beträchtliche Mafien Montenegriner, daß er nach Bilek zurückgehen mußte. Die Avantgarde des Corps, die zu weit vorgegangen war, erlitt bei der numerischen Ueberlegenheit des Feindes einige Verluste und büßte drei Kanonen ein. Zwei höhere Officiere sind gefallen. — Die Armee von Nisch reckte gestern von Derbend, welches Abends zuvor besetzt worden war, ab und bestand ein sehr lebhaftes Gefecht mit den Serben, die sich nach siebenstündigem Kampfe vor drei Tagen nach Pandiralo zurückgezogen hatten. In dem gestrigen Gefechte wurde der Feind vollständig in die Flucht geschlagen und verlor viele Waffen, Munition und Gefangene. Die Armee von Nisch marschirt siegreich gegen Kiverowatsch vor, welchem sich die Avantgarde bereits genähert. Suleiman Pascha wird die beabsichtigte Vereinigung mit der Armee von Nisch jetzt schon vollzogen haben.
Konstantinopel, 2. August Ein am Sonnabend hier abgegangener Courier stellte der türkischen Botschaft in Berlin ein eigenhändiges Schreiben Murad'- V. zu, worin derselbe den Königen von Bayern, Sachsen, Württemberg und den anderen deutschen Bundesfürsten seine Thronbesteigung anzeigt.
— Aus Pera schreibt man der „N. Z." In Salonik herrscht, nach den zuverlässigsten Berichten, ein Zustand, der den schlimmsten, die dort je gewesen sind, fast gleichkommt. Dbe Baschi-Bozuks haben sich in der ziemlich großen Ebene zwischen der Stadt und dem Bahnhof häuslich eingerichtet, d. h. ein Lager aufgeschlagen, in welchem sie offenbar ganz gemüthlich Hausen. Die Umgegend ist so unsicher, das Frauen und Mädchen die Stadt überhaupt nicht mehr verlassen. Die Umwohner von Salonik werden unbarmherzig ge- brandschatzt, und sie können noch von Glück sagen, wenn ihnen nur Geld und Gut und nicht noch ihre Frauen und Töchter oder ihr Leben genommen wird. Aber auch in der Stadt selbst ist kürzlich ein Barbier von Baschi-Bozuks nie- dergestochen worden. Als dieselben aufgefordert wurden, ihr Lager zu räumen und sich per Eisenbahn weiter in das Innere zu begeben, sagten sie einfach quod non und — blieben. Der Pascha kann gar nichts thun und ist nur froh, daß soviel fremde Kriegsschiffe im Hafen liegen, so das wenigstens dem Schlimmsten vorgebeugt werden kann. Vielleicht helfen die Aegyptischen Truppen etwas, die kürzlich nach Salonik abgegangen sind.
. Kriechenland.
Athen, 2. August. Der König kehrt am 1. September hierher zurück — Das Ministerium sandte dem Könige das Decret zur Eröffnung der ß'am; mern am 19. September nach Petersburg zur Unterschrift.
iVfVl - Ät o t r z.
Gießen, 4. August. Bei dem am 1. und 2. August dahier stattgehabten V leh markt waren aufgetrieben: 1698 Stück Rindvieh und 484 Schweine.
Vermischtes.
Darmstadt, 1. Aug. Eine nobel aussehende und fein gekleidete Dame, anscheinend in der Mitte der dreißiger Jahre, wurde gestern Vormittag aus dem Carls-
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Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag, den 6. August.
Morgens: Pfarrverwalter Schlosser.
Nachmittags: Pfarroicar Schöner.
(Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 6. bis 12. August besorgt Pfarrverwalter Schlosser.)
Nächsten Sonntag den 13. August wird das h. Abendmahl gefeiert werden.
Frischbäcker zu Girßrn.
Sonntag, den 6. August 1876. Herrn. Spies in der Wallthorst«!
K. Plank in der Wolkengasse, A. Noll auf der Mäusburg.
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_ . Neapel, 17. April 1862.
, o n!n l 2" Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem funß varrn Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen iSfl zu schreiben, batte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper schlechte Verdauung, fett- wahrende Schlaflosückest and war in einer steten Neivenaufrequng . die mich hin und her tritt. imb mit keinen Augenblick der Ruhe ließ, dabei im höchsten Grade melancholisch. üitli < oik ' sowohl Engländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung merrn "'den. In völliger Verzweiflung babe ich Ihre Revalesciere versucht, und jetzt, nachdem
r?aüon gelebt, sage icb dem lieben Gott Dank. Die Revalesciere verdient tdl Ochste Lob sie bat mir die Gesundheit völlig bergestellt und mich in den Stand gesetzt, nn esellschafiliche Stellung wieder einzuuehmen. Genehmigen Die, mein Herr, die öerficbrrt f '"einer innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung.
Marquise de Brähan.
> el r a '877, Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardetn, von Lungen-u! ^.uftröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren HandelS-Lehrarsi:! Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.
Abmagerun 65,71 ^uletn de Montlouis von Unverdaultchkeit, Schlaflosigkeit V»
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fürchterlichen Erlebnisse der Nacht ihren Geist beuernÄ muthen nach ist die Unglückliche das Opfer eines noch rechtEa
München, 28. Juli. Gestern Nachmittag
Oberdorf der um 2 Uhr von Lindau abgehende Kurierzug Nr 164
Damen Neinbrüche erlitten und nach Kempten verbracht werden mn6fpn «mx i?(l Dritte (die Frau deS Advocaten Gutermsnn in Augsburg) nicht nnrrhphTi^^ !'1! wurde; 12 weitere Passagiere erhielten leichtere Cortusionen. SämmMch Ajeiften und wurden bedeutend beschädigt. Zwei davon stürzten den w7i ^fL s. ? Damm hinab, während Maschine und Tender auf dem G leise b ^n ^l?^ Ursache der Entgleisung ist bis jetzt noch nichts feftgcftdH doch wird an dem Än ' baft dieselbe von der Mitte des Zuges ausging, ein Achsen- oder Näderbruch^an nommen. Oberingenieur Monier und Obermaschinenmeister Mabla j
Seftfteaun« der Thatsache an die Unfallsställe Di- Mefe Ä «XI 1* Z2a- mußten umpartlrt werden. Doch steht die s-rstelluno desldobrbobnoelett/-"» K ^"^dNtttag IN Aussicht. Das Unglück hätte, da d r Zug sehr ' ablrer^- ’Äe’ 1 bie Maschine im vollsten Saufe war, leicht noch we'tere Dimensionen annebme^ ÄÄ’SÄ. 1,1w '«Ä Ä
Corr, folgende weitere Mittheilnng. Der Kunerzug Nr. 164 entgleiste im faLn«?? Werthensteiner Moos die der Locomotive angehängten 11Wagen^/er^th 7 «u 7° -Schienen muthniaßlich diirch -men Achs-nbruch an einem Personenwagen vermi-» Der Postwagen und ein Waggon wurden nach stattgehabter Entaleisuno ? «-leis- inrückgerissen ohne daß die Insassen derselben^Än
JBaaaon? öntkn bie Böschung bmab, von diesen überstürzten sich zmei der Art k 11 Rersende minder oder mehr Verletzungen erlitten. Zwei Damen trugen Beinb'r^ ein Knabe einen Armbruch davon; der genannte Zug traf mit den Reisende?^^ Abend 11V. Uhr im hiesigen Bahnhof ein. Die zwei Dame7^^mußttn u^HeiL Jmmenstadt Zurückbleiben. Die Personenwagen sind fast alle Zertrümmert hmmfidr! »er fSMWe B«Mon, in welchem di- zwei Dam-n und ein Äa6^n ' 40 K naeft d-r Katastrophe war d,e erste Hülse von Jmmenstadt an Ort und Stell D einer Stunde der Hülfszug von Kempten. Die Zahl der stärker Beschadiat-n nr Die Jeit gestern nach dem Unfälle kursirenden Züge mußten an betreffender Stelle um- parfirt werden und gelangten m t l-2stündiger Versvätuna beute
D-Bahn»rper soll im°Lauf- des Ltig-^n «oLags Lr"fah?bkr"^L
en Magen-, Nerven-, Brust, Lungen-. Leber- Drüsen-, Schleimbaut-, Athem-, Blasen- uni lierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Berstopsim Liiarryoen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrboiden, Wassersucht, Fieber, Schwinvel, Blustus In rCn,x it^E'Eausen, Uebelfeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetti, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung fr 59 aUqa aaar.toon ber ^^urt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein fluiui aus 80,000 Certlficaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter CertisW vom Profeffor Dr. Wurzer, Gey. Medicinalrath Dr. F. W. Bcnecke, ordentlicher Profeffo: i« Medlein an der Universität Marburg, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Shoreland, Dr. Camrdil, C n n 0^ D6d0, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brehan, und vielen anttm 'l>chgesteüten Personen, wird franco auf Verlangen einacsandt.
Abgekürzter Auszug auS 80,000 Certificaten.
Brief von der hochedlen Marquise de Brshan.
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I Termin auf Don I tzLllunAs-Bür?au diechlbst eina-febi Wetzla?, di
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