Einzelbild herunterladen

IS76

Samstag, den 5. August

Wo. ISO

Kicßencr Anzeiger

Anzeige - nni> Amtsblatt sie den Kreis Gießen

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brin-erloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark W Pf-

I>cnfC<ßfdtnh.

e

siebenen-

(I.

j brr gilliani ckn Ui anA L Kraehnifi

in Vi

^les '

mond zu der Ansicht gelangt zu sein, daß man auch des Guten nicht zu viel tbun darf. Derselbe hat seine Zustimmung zur Stiftung zweier neuen Klöster obwohl die dazu nöthigen Gebäude käuflich erworben waren verweigert, und zwar mit dem Bemerken, daß eine Vermehrung der bereits so zahlreich in der Provinz Limburg bestehenden Klöster weder erwünscht noch rathsam sei. Da nun der Justizminifter fast zur selben Zeit den gerichtlichen Behörden der betreffenden Provinz den Auftrag ertheilte, eine Statistik der dort vorhandenen Klöster und Klosterbrüder und Schwestern auszuarbeiten, so liegt die Vermuthung nahe, daß die Regierung etwas zii thun verlangt, um der Einwanderung von auswärtigen Ordensleuten zu begegnen und der Bischof von dieser Absicht Kcnntniß gehabt habe.

zehnen Ander smx letzten We­iseren herzlichsten

Erscheint täglich mit Ausnahme bei MontagS Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Rr. 18.

;igc, schnellste unb jfc ähmun-. nervösem m nervösen flrciM

:b und verschaffen io fr ine zehnmal crötend mb Naturforscher iiÄ

SlhwikgervM ifie.

-cbubmadbcr.

a 1

3 »t,

England.

London, 1. August. Das allgemeine Urtheil über die orientalische Debatte, welche sich in den beiden Häusern des Parlaments abgesponnen. lautet dahin, daß dieselbe matt, schleppend, uninteressant gewesen; der Gesammt-Ein- druck ist der, daß die Regierung mit dem Erfolge zufrieden sein kann; ihre Politik wurde im Ganzen und Großen von keinem Redner verurtheilt. Der Schluß der Session wird allgemein um Mitte August erwartet.

London, 1. August. In Sheffield haben die Sattler und Geschrrr- macher, nachdem die Fabrikherren nicht auf Kürzung der Arbeitszeit eingegan- aen, die Arbeit niedergelegt.

London, 3. August.Reuter's Bureau" meldet aus Belgrad vom 2. August: Die Türken haben sich bei Velicki Jzwor verschanzt. Oberst Tscholak Antitsch hat Pjelopolje eingenommen und bedroht Sienitza. Die bei­den bei Belgrad stationirten österreichischen Monitors sind zurückgezogen worden.

Nrrßlarrd.

Petersburg. Griechenland hat an die Pforte einen energischen Protest gegen die Ansiedlung räuberischer Tsckerkessen in seinen Grenzprovinzen gerichtet. General Skobolen ist bereits mit einem Detachement nach Taschkent gegangen, um die Provinz Ferghana gegen die Raubzüge der Karakirgisen zu schützen.

(Ag. Ruffe.)

llte ' . . ' yv6^

Aus dem GroHherzogthum Hessen, 2. August. Die unglüü selige Kirchensteuer-Frage will nicht von der Tagesordnung verschwinden. Von verschiedenen Steuer-Eommiffariaten sind die Gebühren für den Ausschlag der Kirchensteuer nicht nach der Zahl der evangelischen steuerpflichtigen berechnet worden, man legte vielmehr der Berechnung die Gesammtzahl sämmtlicher in den Communalsteuer-Registern aufgeführten Umlagepflichtigen ohne Rücksicht aus Confession zu Grunde, so daß in einzelnen Gemeinden die Gebühr für den Ausschlag mehr beträgt, als der durch die Kirchensteuer auszubringende Betrag. Für das laufende Jahr soll dieses Verfahren nach eingeholter Entscheidung nicht beanstandet werden. (Frkftr. Journ.)

Darmstadt, 2. August. Auch in unserem Lande hat die neugegrun^ bete konservative Partei Mitglieder aufzuweisen. Dieselben gehören dem Adel unb der evangelischen Geistlichkeit an. In der Presse ist genannte Partei bei uns durch den in Ortenberg in Oberhessen zweimal wöchentlich erfcheinenden Deutschen Volksfreund" vertreten. Dieses Blatt veröffentlicht einen Aufruf U Comit6s der deutsch - konservativen Partei im Großherzogthum Hessen an die Freunde der Sache, welche aufgeforderl werden, die Namen der conserva tiven Männer zu sammeln nnd ein Verzeichniß derselben an das Comitö einzu- jcnben. Dieselbe Bitte ergeht an die Conservativen in Nassau und im Neichs- land. Das Comits will hierdurch erfahren,auf wen in den bevorstehenden

:clliinn,

w I. Ricker netu h:d<n. Berit 50 Pfg. Ricker unb ÄbM-

Ftumänieu.

Bukarest, 3. August. Der neue russische Agent Stuart hat dem Für­sten heute seine Creoitive überreicht. Holland hat den Wunsch ausgedrückt, eine Handels-Convention mit Rumänien abzuschließen.

Keröien»

Belgrad, 2. August. Officiell wird aus dem Hauptquartier Deligrad von heute nutgetheilt: Die Türken sind, indem sie sich unsere ausgedehnte Vertheidigungs-Linie zu Nutze machten, über Gramade in mehrere Ortschaften des Departements Knjagewatz eingcdrungen und richten dort unerhörte Ver­wüstungen an. So z B. bombardiren sie die Kirchen; die ^.scherkeffen sind in Banden von je vier Bewaffneten organisirt, denen einer mit zwei Flaschen Pe­troleum folgt, um die Dörfer niederzubrennen.

Türkei.

Konstantinopel. Aus Rustschuk, 26. Juli, schreibt man der .Meffe" über die Greuelthaten, welche die Ticherkeffen im Dorfe Novoselo am 20. Juli verübten: Am Tage vorher war ein fliegendes Corps von Insurgenten dort­hin gekommen und hatte in einen; Geplänkel ca. 400 Baschi-Bozuks aus der Umgegend vertrieben. Auch die Insurgenten waren wieder abgezogen; man war froh, daß man nun ungestört der Ruhe genießen konnte. Kaurn war so erzählt e n Bewohner des Dorfes - es Nacht geworden und wir zur Ruhe gegangen, fingen unsere Hunde zu bellen und zu heulen an und Gewehigekna er riß uns ans dem Schlafe. Der Ruf:Unser Dorf wird von Türken be­schossen !" verursachte eine grauenhafte Verwirrung; Alles rannte im 4,oife durcheinander, nirgends war ein Ausweg zu finden, denn wir wurden rings­herum emgeschloffen und von allen Seiten schlugen Kugelni auf uns eui, als ob es hagelte. Menschen und Tb.ere drängten sich in die Mitte unseres Dorfes in einem wirren Knäuel. Niemand wußte weder^zn rathen, noch zu helfen. Alles schrie durcheinander; Rindvieh, »Lchafe, Pferde, Alles drängte sich an uns heran und bildete eine lebende Schutzmauer gegen die feindlichen Kugeln.

i Noch hüllte uns die Finsterniß und schützte uns ein wenig. Nachdem aber von allen Seiten die rotben Flammen aufloderten und die Türken uns deutlich : scheu konnten, traf Schuß auf Schuß. Bald wälzte sich eine blutige Masse i von Verwundeten auf dem Boden. Es war ein entsetzlicher Anblich Von allen Seiten drangen die Tscherkcffen in unser Dorf. Es waren ihrer 2000 unter Delibekhier aus Plevna eingetroffen. Sie fielen über uns her, hieben den Greisen, Weibern und Kindern die Köpfe ab, riffen ihnen die Gedärme aus den aufgefchlitzten Bäuchen und warfen sie bei Seite. Wir waren gegen - 200 Dorfbewohner zusammengetreten und schlugen uns mit Knitteln und Hauen

ISA ^War 1" Dtt-. «ZN »ff*1

» n#|ltn unb r- '^"ckitnsaub C. H

9 'J j I'Ü . 16

! 20 Li

i 'S

ntlr»nU£J^

d. Stedtktp^fr^.

bt Auffo'-bkl»

At dies v a>M

mit b«slbTl

gsiMl

($)<(UrrddL

Wien. DerN. Fr. Pr." wird aus Konstantinopel berichtet:Fünf Armeecorps sind geichzeitig in Serbien emgedrungen. In Jassy langen täglich truppweise mit Pässen versehene, in Civil gekleidete Militärs an, die schon beit auf der Eisenbahn nach der serbischen Grenze reisen. Viele erhalten vom mssischen Consul namhafte Geldsummen. Heute wurden 58 Waggons zu dem­selben Zwecke verlangt und gewährt. Diese Thatsachen illustriren die russische Nichteinmischung und die rumänische Neutralität." Nachrichten derHrefle äug Paucsowa zufolge haben die ungarischen Behörden dort den Hauptherd bet omladinistifchen Umtriebe entdeckt. ' ,

Wien, 2- August. Der österreichische Ober-Stabsarzt Mundy hat in Nelarad die Mrste Leitung des Sanitäts-Wesens übernommen und erläßt einen Aufruf an die österreichischen Militär-Aerzte, Urlaub zu nehmen und nach Serbien au kommen. Er erläßt einen weiteren Aufruf an das Genfer Comite, von der Pforte die Neutralität der Feld-Spitäter, Ambulanzen und Aerzte zu erwirken. Das serbische Haupt-Quartier ist von Alexinatz nach Deligrad zurückverlegt. RitmSn>i fordert von der Pforte bestimmten Termin für die Erledigung seiner Note.i Mukhtar Pascha ist mit neun Bataillonen in Tre- b"1C Wi-n 2. Sluauft. Di-Polit. Corr-ip." m-ld-t in einem Bencht- °ns P-ia "n'rgcgen den Meldungen anderer Blatter, daß der GesundhettS- Zustand des Sultans Murad sortwährend zu den größten Besargnchen An I Ulli) non cinet Besserung nicht das Geringste verlautet. DtePoltt. Lorresv." meldet aus Nagusa vom 2. August :Der Versuch Mukhtar Paschas, dem von den Montenegrinern bedrohten Vilek von Trebmje aus zu Hulse zu kommen aeicheitert indem 8000 Montenegriner bet Ljubenur Trebmje bedrohen und dt^Verbtndung zwischen Mostar und Bilek bere.ts abgeschntt.en 6a6C"'«Rtj- n Nach Meldung derPresse" lehnte der Finanz-

Ninist^d7'v°n de/Rationalbank angeregt- Sistiruu^des Umtausches von Silberbarren gegen Noten ab und erklärte, daß das Munzamt tn der Aus Prägung von Silber fortfahre.

Kossand.

- Wie aus dem Haag gemeldet wird, scheint der Bischof »°n Roer-

- ra Wadlkänipfen zu rechnen ist."

S M Mainz, 3. August. Der Besuch des Festplatzes dürfte gestern seinen

J Höhepunkt erreicht haben. 7500 Tageskarten wurden allein genommen, hierzu kommen ca. 500 Abonnementskarten/ Standbecher schoflen: Simrnler (Nacken­heim), Balbach (Nierstein), Devrienne, Ullrich, Vogel, Meid, Aleiter, Jacobs. Reichert (Mainz), Prem (Stumm-Tyrol), Wickert (Durlach), Heimpel (Frank­furt), Naisbeiger (Mannheim), Ratt, Weitz (Wiesbaden); Feldbecher: be Barv, Pfeiffer (Offenbach), Mann (Frankfurt), Lederer, Joh. Heiniuger Mainz), Abel (Stuttgart), Dannhänser (Fürth in Bayern.)

Mainz, 3. August. Der mittelrheinische Schützentag wählte Mainz als Vorort. Vom Verbandstage wurde Karlsruhe als nächstjähriger Festort oewählt, nachdem Mannheim von der Concurrenz zurückgetreten.

Kaiserslautern, 3. August. Bei der tn Folge der cassirten Urwah­len des Bezirkes Pirmasens ftattgefundenen Nachwahl sind von 84 Wahlmän- liern 23 ultramontan, 61 liberal. Die Ultramontanen verloren gegen die vorige Wahl 10 Stimmen. Die Wiederwahl der drei liberalen Abgeordneten ist gesichert.